Reviews aus der Ausgabe 8

| März 7th, 2009

A.B.M. – Greatest Hits
(MCD, www.abmruhrpott.de )
A.B.M. heißen ausgeschrieben „Aber bitte mit Sahne“, wobei das „S.“ nicht mehr so ganz auf das Cover gepasst hat, also wurde es einfach unterschlagen. Sei’s drum. Die Band bezeichnet ihr selbst produziertes Demo mutig als „Greatest Hits“. Das weist auf ein gesundes Selbstvertrauen hin. Textlich mäandrieren A.B.M.(S.) zwischen Hooligansmus, Robin Hood-Romantik und Toxoplasma (v.a. in den beiden deutschsprachigen Songs). Musikalisch würde ich auf Streetpunk tippen und liege damit wahrscheinlich gar nicht mal so weit daneben. Ab der vierten Kanne Bier (ich durchlebe es gerade im Selbstversuch) kann das alles sehr lustig sein und zum Mitgrölen anregen, andererseits werfen die vier Lieder aber auch keinen Sack Reis um, denn irgendwie ist das schon alles tausend Mal berührt und tausend Mal ist auch nichts passiert. Nach neun Minuten ist alles vorbei und man muss sich einen neuen Heilsbringer suchen. Das dürfte dann aber auch nicht allzu schwer fallen. Soweit man mit der fünften Kanne Bier noch einigermaßen gut zu Fuß ist. Obnoxious

ACROSS THE BORDER – Loyalty
(CD, Twisted Chords)
Mit Folkpunk der Marke Irisch kann ich herzlich wenig anfangen. Zwar sind da richtige Gassenhauer dabei, nur langweilt mich ein ganzes Album ziemlich schnell, weil es meist bloß um Suff, Schlägereien oder uralte Geschichten geht. Bei den süddeutschen ATB ist das ganz anders, weil die eher ’ne kritische Punkband sind, die irischen Folkpunk als Musikstil gewählt haben. Eindeutige Beweise dafür sind Songtitel wie „Alerta Antifascista“ oder „Reclaim Our Needs“. Bei den insgesamt 14 aussagekräftigen Tracks wird mit vielen Tempowechseln gearbeitet. Manchmal langsam und bedächtig, aber auch gerne zackig nach vorne und meist fröhlich frei Schnauze, ehrlich und nie langweilig. So stelle ich mir eine Band vor, die nach über 15 Jahren immer noch etwas zu sagen hat und das Gesungene direkt in die madigen Tanzbeine transportiert. Eine grandiose Rückmeldung nach der Reunion 2006. Das Teil kommt übrigens in einem sehr schicken Digipack und entsprechendem Artwork. Bocky

ALIAS CAYLON – Follow The Feeder
(CD, Rookie)
Cover und Plattentitel gehen so richtig schön Hand in Hand. Zu sehen gibt es zwei Schafe. Was genau damit gemeint ist, kann man aber bloß interpretieren, weil es leider keine Texte gibt. Der Sound der Band passt jedoch hervorragend dazu. Nur zwei der zehn Songs bleiben unter der vier Minutengrenze. Also hat man reichlich Zeit sich zu verausgaben, lässt aber auch hier genügend Platz zum Interpretieren. Schwere Gitarren bratzen neben einem bleischweren Bass und es wird geindierockt, was das Zeug hergibt. Also auch diese Scheibe gehört in die Kategorie: Über den Tellerrand hinaus. Bocky

ANFALL – Und das Wasser steigt
(CD, CoreTex Records)
Die Band Anfall wurde 1989 vom Sänger und Gitarristen in Hannover gegründet. Musikalisch hauen sie rein wie der Knüppel aus dem Sack, so dass sie nicht nur eine Hörerschaft im Punkrock-Bereich ansprechen. Das fünfte Album kommt mit neuen Songs plus einem Bonus-Song in die Hütte. Schneller, melodiöser Deutschpunk, der schnell überzeugt. Kay

DIE ARBEITSLOSEN BAUARBEITER – Heimspiel
(MCD, Puke Music)
Die Bauarbeiter ohne Festanstellung aus Karl-Marx-Stadt machen Stadionpunk à la Tote 182. Also eher Rockpunk als Punkrock. Ein Ska-Stück ist auch noch dabei… Inhaltlich frönen sie dem Chemnitzer FC. Das ist mir eigentlich alles egal, aber die Stuttgarter Kickers können rein rechnerisch noch aufsteigen. Das ist beruhigend. HH

THE ARGIES – Quien Despierta
(CD, ANR)
Ach her je, The Argies aus, hmm, Argentinien. Ich kann diesen Latin Combat Rock schon bald nicht mehr hören. Egal, ob man deren Mucke als „melodisch-hymnischen Midtempo-Punkrock (…) mit Ausflügen in Richtung Ska, Reggae, Latin Pop und Rock’n’Roll“ mit „spanischem Gesang (…) und undogmatischen und sozialkritischen Texten“ deklariert und dass sie „seit 2001 jedes Jahr in Europa auf Tour“ waren und insgesamt „über 500 internationale Shows“ gespielt haben, spielt auch keine Rolle. Das achte Album der Band ist und bleibt in seiner epischen Breite langweilig. Die Spielfreude der Südamerikaner ist zwar spürbar, aber „Quien Despierta“ ist mal wieder ohne Biss und viel zu glatt produziert. Das grenzt teilweise schon beinahe an Schlagermucke (z.B. „Little Green Bag“) und so was braucht doch irgendwie kein Mensch, denn die wenigen Lichtblicke halten das Feuer auch nicht am brennen. Spielt doch auch 2009 wieder als Vorgruppe von den Toten Hosen, da seid ihr ganz gut aufgehoben… Andererseits eigentlich auch dafür noch zu schlecht! Obnoxious

ASHERS – Cold Dark Place
(CD, Concrete Jungle)
Mit der Veröffentlichung hat sich Labelboss Matze wohl einen Herzenswunsch erfüllt. Denn der Frontmann dieser neuen Band aus den Staaten ist kein geringerer als Mark Unseen von The Unseen. Im Gegensatz zu der meiner Meinung nach vollkommen überschätzten Streetpunkband aus Boston, geht es die Combo etwas rockiger an. Aber trotzdem kann mich bis auf einen Song – „Saint Idea“ – die komplette EP mit ihren sechs Titeln (+ ein Video) nicht überzeugen. Mir fehlt da die Abwechslung, oder ich höre sie als Nicht-Musiker nicht heraus. Da ich aber mit dieser Meinung, angesichts der beiden letzten erfolgreichen The Unseen-Touren, sicher alleine auf weiter Flur stehen werde, ist das nicht schlimm für die Band! Hört sie euch an, ihr Unseen-Kacker, die wird euch bestimmt gefallen. Bocky

AVSKUM – Uppror Underifran
(CD, Prank Records)
Avskum aus Schweden sind schon seit Anfang der 80er unterwegs und nach 26 Jahren immer noch nicht müde. Sie spielen ’ne Mischung aus altem Schweden-Punk/Hardcore, Discharge und D-Beat. Alle 18 Songs sind sehr lecker und immer auf die Zwölf. Texte sind in Schwedisch und handeln über Krieg, Kapitalismus und Konsum, wie wir das gewohnt sind. Wer das restliche Prank-Programm mag, der liebt auch diese Band. Ralf

AWESOME SCAMPIS – Bäm
(CD, awesome-scampis.de)
Die sieben Kamener Jungs stehen im Bad. Eine Doppelreihe kleiner Kacheln im Schachbrettmuster dient als Zierleiste und Symbol. Ihr zu Hause ist der Ruhrpott, aber „gerne würde sich die Band deutschlandweit in der Ska-Szene etablieren“. Mit Selbstironie (oder Selbsterkenntnis) werden die Alltagsprobleme der Band (nicht nur) in dem Song „Ego aus Beton“ dargestellt: „Wir spielen nicht was du hören willst – wir spielen was uns gefällt … Und ganz egal ob uns keiner mag, wir verlieren niemals den Mut.“ Sie sehen sich selbst als eine Art Blues Brothers des Ska. „Denn bei Auftritten steht die Musik nicht allein im Vordergrund. Großen Wert legt die Band auch auf eine unterhaltsame Show.“ Nach eigener Einschätzung bieten sie nämlich „eine große Portion durchgeknallter Unterhaltung“. Fazit: Bestimmt etwas für juvenile Fans von Bierpogo zu deutschsprachigen tempo Ska-Punk. Allerdings könnte denen nicht nur das Bier, sondern auch die Abstinenz von Mitsing-Refrains sauer aufstoßen. Captain Mocker

THE BABOONZ – Progress!?
(CD, Mad Butcher)
Die sympathischen Niederbayern sind nun schon seit 1998 in der Ska-Szene unterwegs. Mit ihrem dritten Album „Progress!?“ melden sich die acht Jungs nun zurück. Musikalisch ist man dem Konzept einer Mischung aus 3rd Wave Ska, Punk und Rock’n’Roll treu geblieben. Mich erinnern die Baboonz immer an Scrapy, wobei mir letztere doch besser gefallen. Bei den Baboonz fehlen mir einfach die großen Hits. Die 13 Songs sind durchweg auf einem Level, kein auf und kein ab. Da bleibt nix hängen. Irgendwie schade, denn schlecht sind die Songs ja auch nicht. Reinhören sollte man aber auf jeden Fall mal. Thorsten

BEAT DEVILS – Second Date
(CD, Crazy Love Records)
Die Russen können es. Nicht nur das Gas abdrehen und in den Weltraum fahren meine ich, sondern auch Rockabilly und Neo-Rockabilly spielen. Dieser amerikanischste aller Musikstile (abgesehen von den international genormten Pop-Klonen) scheinen sich in Russland auch einer zunehmend größeren Beliebtheit zu erfreuen. Schade, dass über die Szene dort bisher so wenig bekannt ist. Neben den Meantraitors im Psyko- und Stressor im Neo-Rockabilly-Sektor sind nur wenige Bands bisher zu deutschsprachigen Hörern vorgedrungen. Möglicherweise bin ich aber auch nur ein unwissender Dodel. Crazy Love Records erweitert mit einer musikalischen Exkursion nach Russland den Horizont von Unwissenden wie mir: Die Beat Devils veröffentlichen ihr Album „Second Date“ auf Crazy Love Records. Sie spielen eher klassischen, schnörkellosen Neo-Rockabillly, der nicht übermäßig originell ist, aber einige gelungene, schöne Stücke aufweisen kann. Anspieltipps „All Cowboys Go To Hell“ und „Misunderstood“. Igor Frost

BEN COOPER – Rockin‘
(CD, Cherry Pie)
Ben Cooper war mal der Schlagzeuger von Restless, einer Neorockabilly-Band der 80er. „Rockin’“ ist sein erstes Solo-Album, welches er alleine eingespielt hat. Die Musik überrascht nicht: Neorockabilly mit großen Reminiszenzen an die 50er-Variante dieses Stils. Eine großartige Rockabilly-Platte, welche die letzten Solo-Ergüsse Brian Setzers vergessen lässt. Zeitlos schön. Ich verneige mich vor Mr. Cooper und geh mir eine neue Tube Brisk kaufen. HH

THE BLASTER MASTER – Rude Boy Life
(CD, Break A Leg)
Von dieser Band hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Die fünf (plus vier Gast-) Musiker aus Finnland machen interessante Musik. Der erste Song „Beggar’s Catwalk“ hat einen starken irischen Folk-Einschlag. Kann man nicht beschreiben, muss man hören. Starker Song! Mal was anderes. Danach geht’s mit 2Tone-lastigem Ska weiter. Hervorstechend ist der außergewöhnliche Keyboard-Sound. Das sind keine 08-15 Ska-Songs. Da sind Leute am Werk die ihr Handwerk verstehen. Stellenweise erinnern sie mich an alte Madness-Sachen, nur moderner. Einziges Minus ist die lieblose Aufmachung des Digipack. Hier hätte ich mir mehr Infos über die Band und Texte gewünscht. Ansonsten ist dieses Album wirklich zu empfehlen. Thorsten

BORDERPAKI – Land unter
(CD, Nix Gut Records)
Die vier Chaoten aus Neumünster mit ihrem Album “Land unter“. BorderPaki machen kompromisslosen dreckigen Deutschpunk im 90er-Stil mit unverkennbaren Old School-Einflüssen, der sich direkt in die Ohren der Hörer fressen wird. Eine Platte, die viel Abwechslung und Laune verbreitet. Die Band gibt es seit 13, 14 Jahren und außer zwei Demos und einigen Sampler-Beiträgen glänzen sie nun mit ihrem zweiten Album. Sehr empfehlenswert – reinhören. Kay

THE BOYS – The Punkrock Anthology
(Do-CD Cherry Red Records)
The Boys gründeten sich 1976 und gehörten mit zu den ersten Punk-Bands Londons. Einige der Jungs sammelten bereits Banderfahrung mit LONDON SS, bei denen unter anderem auch spätere Mitglieder von The Clash und The Damned mitspielten und den Hollywood Brats. Mit knackigen, hochmelodischen Songs schafften sie es sogar in die englischen Charts, unglücklicherweise versemmelte ihnen der Tod des fetten Mr. Presleys den weiteren Chart-Anstieg mit ihrer zweiten Single, da die Plattenfirma NMS lieber auf das aufgeschwemmte Pferd setzte, als neue Boys-Platten zu pressen. The Boys feierten jedoch einen zweiten Frühling, im Jahre 1999 setzte sich die Kombo wieder zusammen und feierte erstaunliche Erfolge in Japan, im Schlepptau der Toten Hosen steigerte sich ihr Bekanntheitsgrad auch hier wieder. Mit Vom Ritchie als Drummer tourt die Band seitdem wieder durch die Weltgeschichte. Cherry Red hat mit der „Punkrock Anthology“-Doppel-CD eine Best Of-Compilation fabriziert, die sowohl für Einsteiger, so wie für Jünger der Band rentabel ist. Eine Band-Biografie liegt nicht vor, dafür aber ein schön bebildertes Booklet mit ausführlichen Linernotes zu den Songs, welche sich aus Hits, wie dem großartigen „Sick On You“ und „Brickfield Nights“, aber auch aus alten Demo-Aufnahmen zusammensetzen. Eine schöne Zusammenstellung. dennisdegenerate

BRUCE – Demo
(CD, www.myspace.com/bioluminiszenz)
Die Jungs aus Essen mit ihrem ersten Demo, das so verranzt wie das Kommando Vollsaufen-Tape daher kommt, musikalisch aber in einer komplett anderen Liga spielt. Ich kann mir vorstellen. dass einige die Tür hinter sich zuschließen und sich diese Emo-Scheiße rein ziehen. Mit fünf Liedern, in denen der Sänger unter Beweis stellt, dass er höchstens die Hälfte der Töne trifft und bei Texten wie “Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen” oder “Wale singen Schlummerlieder sacht”, da geht mir das Messer in der Tasche auf. Musikalisch erinnert es an eine Mischung zwischen Tocotronic und Fliehende Stürme und ist vom Handwerk her keinesfalls schlecht, vielleicht ist die CD auch nur beim Falschen gelandet. (Anm. Obnoxious: Och, das glaub ich nicht, die Jungs haben sogar noch richtig Glück gehabt. Ich hab’s mir bei myspace angehört; eine so verweichlichte Scheiße ist mir bisher noch selten untergekommen. Boah ey!) Kay

CHAOS UK – The Vinyl Japan Years
(Do-CD, Cherry Red)
Auch von den sympathischen Südengländern wird mal wieder was neu aufgelegt. Nämlich das komplette Programm, was sie in Japan auf den Markt brachten. Das sind neben dem Album „Heard It, Seen It, Done It“ einige Singles, die ich jetzt nicht im Einzelnen aufzählen möchte. Insgesamt sind es 35 Songs, die Ende der 90er aufgenommen wurden. Im Booklet gibt es ’nen kurzen Text von Ian Glasper. Der ist seines Zeichens der Autor des nach einem Lied von Chaos UK benannten, sehr lesenswerten Buches, „Burning Britain“. ’Ne durchaus zulegenswerte Geschichte einer Band, die weder sich noch ihr Drumherum sonderlich ernst nimmt. Bocky

CHRIST ON PARADE – Loud And Live – KFJC 08/15/07
(CD, Prank Records)
Christ On Parade sind eine Mid 80’s US Harcore-Band. Sie wurden ’85 gegründet und lösten sich ’89 auf und haben unter anderem auf Pusmort ’ne Scheibe veröffentlicht. Sie haben sich jetzt wieder zusammengetan und auf dieser CD sind Live-Aufnahmen ihrer West Coast-Tour von 2007 zu hören. Alles in bester Tonqualität, es tönt aus den Boxen als wären die 80er niemals vergangen. Wer Spaß an Ami-Hardcore aus den 80ern mit ein bisschen Skatedrive hat, wird diese Scheibe lieben und kennt die Jungs eh. Ralf

DDP – Alexithymie
(CD, Impact)
Dritte Wahl sind tot es lebe DDP, denkt man sich so als findiger Kopf, hört man das neue Album der namensverkürzenden Der Dicke Polizist. Schließlich hat man keine Kosten und Mühen gescheut und sich ein Produzentengespann geleistet, welches schon an den Reglern für die Beatsteaks oder Kreator schraubte. Meiner Einschätzung nach wird sich die Arbeit lohnen. Denn auch wenn ich weiterhin nichts auf ein Metal-Punk-Gebräu geben werde, so wird dieser Stil-Mix immer seine Anhänger finden. Das gesungene Wort hält sich im Rahmen und verzichtet auf Phrasendrescherei. Man beschreibt traurige Situationen, fordert aber auch Leute auf, den Arsch zu heben. Also, alles richtig gemacht für den juvenilen Parka tragenden, rebellischen Gymnasiastenpunker. Das hört sich vielleicht böse an, so ist es aber nicht gemeint. Denn auch solche Kids müssen Mucke hören. Na und dann doch lieber das, als irgend ’ne dubiose Schulhof-CD. Bocky

DDP – Alexithymie
(CD, Impact)
Very poppy und ganz schön ausgereift, denkt man sich so als findiger Kopf, hört man das neue Album der namensverkürzenden Der Dicke Polizist. Schließlich hat man keine Kosten und Mühen gescheut und sich ein Produzentengespann geleistet, welches schon an den Reglern für die Beatsteaks oder Kreator schraubte. Meiner Einschätzung nach wird sich die Arbeit lohnen. Denn auch wenn ich weiterhin nicht mit dieser Band warm werde, so wird sie immer ihre Anhänger finden. Das gesungene Wort hält sich im Rahmen und verzichtet auf Phrasendrescherei. Man beschreibt traurige Situationen, fordert aber auch Leute auf den Arsch zu heben. Also, alles richtig gemacht für den juvenilen Parka tragenden, rebellischen Gymnasiastenpunker. Das hört sich vielleicht böse an, so ist es aber nicht gemeint. Denn auch solche Kids müssen Mucke hören. Na und dann doch lieber das, als irgend ’ne dubiose Schulhof-CD. Bocky

DEAD TO ME – Little Brother
(MCD, Fat Wreck)
Hört man sich die Songs der Band an ohne zu wissen, wie die Jungs aussehen, denkt man erstmal an eine College-Band. Dabei kommt man nicht auf die Idee, dass sie ziemlich abgerockt sind und Chicken, einer der beiden Sänger, gerade ’nen Drogen- und Alkoholentzug hinter sich hat. Würde mich mal interessieren, wie das live aussieht. Wobei live meist alle Bands schneller und räudiger sind, als man das von den Studioaufnahmen her kennt. Wie dem auch sei, das Quartett aus San Francisco macht eingängigen Punkrock, wie man ihn von der Westküste kennt. Zackig, melodisch und schönwettertauglich. Bocky

THE DEEP EYNDE – Blackout: The Dark Years
(CD + DVD, People Like You)
Die fünfte Veröffentlichung ist weniger ein Best Of-Album, sondern mehr eine Werkschau von 15 Jahren Bandgeschichte. Einiges remastered, vergriffenes oder unveröffentlichtes Material plus ein neuer Song von 2008. Die DVD (die wir nicht erhalten haben) soll über zwei Stunden, Videoclips, Interviews und Live-Mitschnitte enthalten. Die L.A.-Band hat mehrere Phasen durchlaufen. Je nach Ursprungsdatum dominiert mal Punk, mal Rockabilly, dann Dark-Wave / Gothic oder EBM-Elemente. Ich schmeiß als Orientierungshilfe mal ein paar bekannte Namen in den Raum: Damned, New Model Army, Sisters Of Mercy, Depeche Mode. Insgesamt interessant, eine gute Band und bestimmt toll anzuschauen, aber keine bei der ich einen eigenen, unverwechselbaren Sound höre. Die DVD stelle ich mir eigentlich noch interessanter vor, da die vier Recken zu der raren Spezies gehören sollen, die ihr Leben ganz der Musik und dem Touren verschrieben haben – und solche Leute sehe ich gerne. Captain Mocker

DESTINATION ANYWHERE – Sobstuff, Tales & Anthems
(CD, Selbstverlag)
Destination Anywhere bestehen seit Anfang 2006 und legen hier ihren ersten, in Selbstproduktion hergestellten Longplayer vor. Sie spielen astreinen Ska-Punk im Stile von Rouge Steady Orchestra usw. Gute Kompositionen, gekonnte Bläsersätze machen die Lieder zu einer feinen Party. Coolerweise gibt es die gesamte Platte auf der Homepage der Band zum Download (www.destinationanywhere.de). Also gebt euch einen Ruck und legt euch die Scheibe auf einem Konzert zu oder ladet sie runter, es lohnt sich. Ralf

DESTRUCTORS666 – Malleus Maleficarum / Bah Humbug
(MCD, Rowdy Farago Records)
Aufmerksame Leser des Punkrock! haben mit Sicherheit schon mal einen Review einer Destructors666-Scheibe gelesen. Bisher haben sie ja überwiegend Split-Singles veröffentlicht, aber diesmal haben sie für uns zwei Konzept-Maxis mit jeweils acht Songs auf den Gabentisch gepackt. Der Titel der ersten Maxi „Malleus Maleficarum“ hat mich sofort an ’ne Metalband erinnert und tatsächlich ist der Sound der Scheibe sehr am Metal angelehnt (siehe Bassdrum, Gitarren usw.). Thematisch geht es um Mittelalter und Hexenverfolgung. Natürlich wird auch hier Garagepunk gespielt aber mit einem etwas anderen Sound. Auch hier sind wieder zwei Covers und eine lustige Version eines Songs vom Film „The Wizard Of Oz“ enthalten. Die Maxi „Bah Humbug“ beschäftigt sich mit Weinachten. Mit einem ironischen Blick wird hier das Thema Weinachten und alles was so dazugehört durchleuchtet. Natürlich auch hier mit zwei Coversongs. Wer die alten Sachen von Destructors666 mag kann hier wieder bedenkenlos zugreifen und ein bisschen Öl in der Garage verspritzen. Ralf

DIE PIGS – Punk Chroniken 1990-1999
(CD, Nix Gut)
Die Band, die formerly known war als The Pig Must Die, veröffentlicht eine Retrospektive, aus der Zeit, als man noch so hieß, wie man wollte. Würde mich mal interessieren, was zu dem Namenswechsel führte. Leider bekommt man das im Booklet nicht verraten, warum nur? Ebenso im Schleier des Nebels verschwinden die neuen Songs, die sich hier unter den 21 Titeln verstecken. Denn nirgendwo wird man darüber aufgeklärt, welche das sind. Der Rest, sind ältere Lieder, B-Seiten oder Raritäten, die die Band neu aufgenommen hat und wie zu erwarten war, auch dabei weiß man nicht, was was ist. An sich sehr schade das, weil ich wirklich erwartet habe, etwas über die Band zu erfahren, als ich das interessant aufgemachte Digipack in die Hände bekam. Bocky

DIE PRETTY – Bitter Sweet
(CD, Unconform Records)
Es ist eher selten, dass sich ein taufrisches Label mit seiner Erstveröffentlichung eine Band mit solch einem Profil an Land zieht. Die Pretty kommen aus New York City, bestanden im Studio lediglich aus den Geschwistern Sarah und Skip und werden seither von der heimischen Presse als „Punk-Dynamit“ gehandelt. Na klar hat die Frau das Mikro in der Hand und so wirken die von der Gitarre getragenen, manchmal fast poppig anmutenden, Dreiminüter recht zart. In Wirklichkeit sind sie das aber nicht, denn viel öfter wird aufs Gaspedal getreten und die fein tätowierte und hübsche Sarah zeigt sich von ihrer rauen Seite. Das ist satter, abwechslungsreicher Punk’n’Roll mit ganz viel Rock, wie er sein sollte. Bleibt mir nur noch darauf hinzuweisen, dass die Band momentan ihren ersten Besuch diesseits des Atlantiks plant! Bocky

DIE PRETTY – Bitter Sweet
(CD, Unconform Records)
Mhh, lecker Kuchen mit noch extra Sahne obendrauf. Die Sahne ist schön flockig geschlagen, auf dem Kuchen ist noch extra Puderzucker drauf. Die Pretty aus New York haben absolutes Ohrwurmpotenzial. „Girls And Boys“, der erste Song der Debüt-CD „Bitter Sweet“ geht sofort in Mark und Bein und erinnert stark an die großartigen Dover. Die Songs gehen straight nach vorne und die Background-Shouts, z.B. bei „Angels“, verleiten zum Faust recken und Gas geben. Gegründet wurden Die Pretty 2005 von einem Geschwisterpärchen, erst im letzten Herbst fand sich die komplette Besetzung zusammen. Man kann sagen, dass es sich hierbei, sowohl bei der Band, so wie auch beim Label um eine Win-win-Situation handelt. Für das junge Label Unconform Records ist mit Die Pretty das „erste Mal“ absolut glatt gelaufen und es kann auf dem Schulhof damit herum prahlen! Die Pretty ist ein frischer, poppiger Wind mit Punkrock-Wolke im Rücken, irgendwo zwischen No Doubt, Dover und den Donnas, wird man garantiert noch viel von hören. Dennisdegenerate

DILLINGER FOUR – Civilwar
(CD, Fat Wreck)
Keine genauen 150 Jahre ist der amerikanische Bürgerkrieg vorbei und forderte 600.000 Tote. Sechs Jahre ist es her, dass Dillinger Four aus Minneapolis ihre letzte Scheibe veröffentlichten, was aber niemanden das Leben kostete. Was genau mit dem Plattentitel gemeint ist, weiß ich nicht, schätze aber es soll im übertragenen Sinn zur heutigen Zeit sein. Persönlich kann ich mich nicht mehr an das letzte Album erinnern. Das liegt daran, dass ich zu der Zeit mit Poppunk herzlich wenig anfangen konnte. Heute hat sich das geändert, aber vom Hocker reißt mich das selten. So ist „Minimum Wage Is A Gateway Drug“ ein toller Ohrwurm und der Rest auch nicht schlecht. Bloß etwas zu saft- und kraftlos. Schöner poppiger California-Skatepunk mit problemansprechenden Texten. Bocky

DISOBEY – Got The Fever
(CD, Major Threat)
Disobey aus Lünen, bei Dortmund zimmern auf ihrer neuen Platte „Got The Fever“ derbe drauflos. Als Referenzen kann man getrost toughere Endachtziger und Midneunziger Bands nennen, irgendwo zwischen NYHC und neunziger Eurocore. Disobey ziehen ihr Ding durch und haben sich seit dem letzten Tonträger enorm verbessert. Hat Faust im Bauch und könnte gut mit den wieder auftretenden Rykers touren, die Kombination würde ich mir gerne anschauen. dennisdegenerate

D.O.A. – Northern Avenger
(CD, Sudden Death)
D.O.A. feiern ihr Dreißigjähriges. Glückwunsch! Und schön, dass alles beim Alten geblieben ist. Völlig unverbraucht machen sie weiterhin ihren politisch-engagierten Punk. „Northern Avenger“ klingt so wie die Platten ihrer Frühphase. Unverkennbar. Ist auch kein Wunder, immerhin hat Joe S. Keithley mit Randy Rampage am Bass wieder ein Originalmitglied mit an Bord. Viel mehr kann man dazu auch nicht sagen. Die Bemerkung „D.O.A.!!!“ sollte reichen, um in glückliche Gesichter zu schauen. HH

DOWN THE DRAIN – 4-Q
(CD, Sunny Bastards)
Die Band aus Mönchengladbach entwickelt sich langsam Richtung Oi-Punkrock. Bisher waren sie eher im Hardcore-Bereich vertreten, was man in ihrem neuesten Werk noch deutlich raushören kann. Aggressive und doch melodiöse Musik, die mal rotzig oder auch mal ganz clean rüberkommt. Eine Band, die die Welt mit der nötigen Härte eindämmt. Wer austeilt, muss auch einstecken. Kay

THE EPIDEMICS – Waking Up the Dead
(CD, Dirty Faces)
Schwedens nördlichste Universitätsstadt Umeå ist wohl v.a. für seine Hardcore-Szene bekannt. The Epidemics, bei denen es sich um die Nachfolgeband von Disconvenience handelt, sind davon zum Glück weit entfernt und stehen für flotten, wunderschön melodischen Punkrock der alten Schule mit Frauengesang. Legt man die CD ein, ruft der Gesang sofort Assoziationen mit den N.Y. Rel-X hervor, sowie teilweise mit einigen anderen klassischen Bands mit weiblichen Sängerinnen (z.B. Penetration oder X-Ray Spex) (Anm. Obnoxious: Sängerinnen sind so gut wie immer weiblich. Oder täusche ich mich da?). Ein paar der besseren, 77er-lastigen Stücke wiederum haben was von The Shocks – so gesehen ist die Kapelle also bei Dirty Faces goldrichtig. Stellenweise erinnert mich das Ganze an eine geringfügig softere Version von Scattergun zu „Bombshell“-Zeiten. Aber genug der Bandvergleiche (sind ja doch meistens für’n Arsch…). Die Texte sagen mir zwar nicht allzu viel, aber Songs wie „No Good Advice“, „Wake Up And Scream“ und „At The Graveyard“ sind einfach nur der Hammer! Mr. Alf Garnett

EVIL DEVIL – Rocker’s Life
(CD, Crazy Love Records)
Das neue Album „Rocker’s Life“ der Vorzeige-Psychos Evil Devil aus Italien ist erschienen. Wer Evil Devil kennt, weiß was man erwarten kann. Wer die Band noch nicht kennt, sollte das schleunigst nachholen. Das neue Album ist eine gute Gelegenheit dazu. Keine gravierenden Änderungen sind von den Italienern mit dem netten Akzent zu erwarten (trotzdem: sie sind kein Eros Ramazotti des Psychobilly), aber sehr solide Kost. Kann man sich getrost zulegen. Vor allem „Look Into My Eyes“, „Long Cadillac“ und „To Live Is Like To Die“ sind Anspieltipps. Igor Frost

THE EXPLOITED – Punks Not Dead & On Stage / Troops Of Tomorrow & Apocalypse Tour
(jeweils Do-CD, Cherry Red)
Wie passend zu meinem Gespräch mit Bomml hier im Heft legt das Londoner Label vier Scheiben der schottischen Punkband neu auf. Geboten werden die ersten beiden Alben und jeweils ein Live-Album. Von den Bildern im Artikel mal abgesehen sind die beiden Studio-Platten absolut prägend gewesen für die Punkszene danach. Denn wenn man sich heutzutage mal überlegt, wer sich so in die Richtung anhört, dann weiß man sofort, wie einflussreich diese Band war. ’Ne Kaufempfehlung kann ich natürlich schlecht geben. Bocky

F-THREE – With All My Love
(7“, ANR)
Ich würde mal behaupten dieser Vierer gehört mit zu meinen musikalischen Lieblingen in Richtung poppigem und gutem Punkrock à la Time Again, Rancid oder Anti-Flag. Deshalb freue ich mich auch über die vier neuen Songs von ihnen. Die sprühen wirklich vor Energie und haben es überhaupt nicht nötig sich hinter den oben genannten Schwergewichten zu verstecken. Sicher wohl, weil sie noch hungriger sind als zwei der oben genannten drei Combos. Dafür sprechen auf jeden Fall die cleveren Linernotes zu den Songs. Ich lese solche immer gerne und denke dann immer, ich verstehe die Band besser und fühle mich verbundener. Jedenfalls sind das vier geile Punksmasher, die die Zeit zum nächsten Longplayer verkürzen! Als Schmankerl kommt ein Teil der Auflage in schneeweißem Vinyl. Bocky

FRANCINE – One Step Further
(CD, Wolverine)
Francine kommen aus Finnland und können dort schon einige Chartplatzierungen vorweisen. Die Finnen haben es gut, wenn ich da so an die deutschen Charts denke… Musikalisch ist die Sache durchwachsen. Der Standbass gibt eine Note Rockabilly, der Rest erinnert an Poppunk und Rockmusik an sich. Das ist gar nicht so schlecht, mir aber etwas zu glatt und kantenlos. Aber wenn ich wiederum an die deutschen Charts denke… HH

GARTENTERRORISTEN – Elegante Sachlichkeit
(CD, GT-Records)
Annaberg-Buchholz im Erzgebirge hat uns u.a. den Fußballer Matthias Herget beschert, und Nina Hagen während ihrer Kindheit als Heimatort gedient (Anm. Obnoxious: Das hast Du doch aus dem Info-Zettel oder gehört das in diesen hektischen PISA-Zeiten schon zur Allgemeinbildung?). Damit nicht genug, hat die Stadt leider auch diese Kapelle hier hervorgebracht, die gekonnt all das abzudecken versteht, was Deutschpunk im eigenen Sprachgebiet zum Schimpfwort macht. Das fängt schon mal beim optisch ungenießbaren Cover an, dessen Farbkomposition an die Batikhose eines dahergelaufenen Hippies erinnert, und dem Booklet mit Wikinger-Hochsee-Ästhetik, in dem die Bandmitglieder brav ihren Familien und der „kleinen Mandy mit den großen Möpsen“ (Anm. Obnoxious: Die kenn ich ja noch gar nicht!) danken. Eigentlich passt so eine Gestaltung ja besser zu einer dieser Mainstream-Rockbands vom Lande, die bei Sparkassenfesten und Abifeten zum Schunkeln animieren sollen – aber ich nehme jetzt hoffentlich nicht zuviel vorweg, wenn ich sage, dass sie so gesehen bei dieser Band nicht völlig fehl am Platze ist. Sind nach den Augen erst einmal auch die Ohren fällig, darf man sich davon überzeugen, dass die Gartenterroristen in musikalischer Hinsicht mit mindestens einem Bein im Heavy Metal stehen – womit sie ja weiß Gott nicht die einzigen sind, von denen man das sagen kann. (Wie Moses seinerzeit schon festgestellt hat: „Die Schülerbands, die früher Strumpfhosenmetal und Iron Maiden nachspielten, sind doch heute alles „Punkbands““. Zwischenfrage: Spielen die eigentlich alle nur deshalb „Punk“, weil sie für echten Heavy Metal zu unbegabt sind?) Mit etwaiger Verwunderung angesichts des Metalfaktors ist es übrigens spätestens nach einem Blick aufs Bandfoto vorbei… Damit aber neben den Mähnen der Band auch die Palitücher, Wackel-Iros und Feldtornister des Publikums hin und wieder ein bisschen Bewegung kriegen, gibt’s natürlich auch den einen oder anderen schnelleren Part, der sich für einen gepflegten Original Mitteleuropäischen Asselpogo© (Anm.: Obnoxious: Abgekürzt: Oma) eignen dürfte. Und die Texte? Die setzen sich – wie soll’s anders sein – zu gleichen Teilen aus holprigen Reimen und pathetischen Phrasen auf dem Niveau handelsüblicher Stammtischweisheiten zusammen: „Gartenterroristen – wir scheißen auf Faschisten, Kinderschänder und Polizisten!“ Rebellisch ist man also. Dass es, wenn’s sein muss, auch ein bisschen homophob geht, zeigt das Lied über den ehemaligen Bayernhäuptling Stoiber: „Vielleicht ist Edmund schwul, denn er hat sich in den Arsch ficken lassen!“ (Gefolgt vom typischen Background-Echo in Kastratentonlage: „Ficken laaaaaassen!“) Angesichts dieser glänzenden Voraussetzungen wäre ich ganz und gar nicht überrascht, wenn das nächste Album dieser Band bereits beim Marktführer Nix Gut raus käme. Mr. Alf Garnett

GENE VINCENT – Born To Be A Rollin’ Stone – The Challenge Sessions 1966-1968
(CD, Rev-Ola/Cherry Red Records)
Rock’n’Roll und Rockabilly ohne Gene Vincent ist nicht. So bekannt und beliebt wie er, zumindest in der Szene, noch immer ist, war er nicht immer. Obwohl er in den USA und in Europa ein großer Star war, hatte seine Karriere einige gröbere Einbrüche erlebt. Einer führte zu seiner Auswanderung nach England, einer zum Ende seines Vertrages mit Capitol Records. Eine Reaktion waren die zwölf Stücke des Albums „Born To Be A Rollin’ Stone”, das zwischen 1966-1968 für die amerikanischen 4 Star Records and Music und Challenge Records aufgenommen wurde. Challenge Records wurde von dem Country-Sänger Gene Autry gegründet. Die Lieder waren ein Versuch wieder an seine Erfolge anzuknüpfen. Passend zum Label waren die Stücke mehr in die Richtung Country und Pop angelegt. Einflüsse von The Champs, The Byrds, The Rolling Stones, Merle Haggard und anderen. In den USA erschienen nur sechs Stücke auf drei Singles, die gnadenlos floppten. In England und Frankreich wurden alle zwölf Songs als Album herausgebracht. Nur kaum jemanden interessierte es. Das Album „Born To Be A Rollin’ Stone – The Challenge Sessions 1966-1968” ist sicher nichts für den gestandenen Punkrocker. Selbst für den gediegenen Rockabilly dürfte es eher gewöhnungsbedürftig sein. Die Kama Sutra Recordings oder die Aufnahmen mit den Blue Caps sind gelebter Rock’n’Roll. Diese Stücke sind Schmalz. Kann nett sein für romantische Stunden, besser als Kuschelrock ist es allemal. Igor Frost

G.G. ELVIS AND THE T.C.P. BAND – Back From The Dead
(CD & DVD, Mental Records)
Hinter G.G. Elvis And The T.C.P. Band verbergen sich Musiker von NoFX, Bad Samaritans, Aggression und Ill Repute. Sie covern Elvis-Lieder. Erst war ich skeptisch und dachte, dass das eher langweilig wird. Nach dem ersten Hören fühlte ich mich bestätigt. „Aber gib der Sache eine Chance und hör es noch mal an“, sagte eine innere Stimme aus Memphis zu mir. Und siehe da, es wird besser. Mittlerweile find ich es sogar richtig gut. Schnell, Ich-bin-ja-so-böse-Gesang und Einsprengsel wie z.B. das Gitarrenriff von „Holidays In The Sun“ geben den alten Gassenhauern doch einen gewissen neuen Reiz. Fazit: Das Ding ist gut und ich sollte nicht immer so argwöhnisch sein. Allerdings ist die DVD-Beilage langweilig, aber sie gibt einen guten Bierdeckel ab. HH

GIMP FIST – Your Time Has Come
(CD, Sunny Bastards)
Da Gimp Fist aus derselben Stadt wie Major Accident stammen (nämlich dem nordostenglischen Darlington), sollte man sich über das auf Clockwork Orange getrimmte Albumcover vermutlich nicht wundern. Das war’s dann aber auch schon wieder mit den Ähnlichkeiten, diese Band hier hat sich nämlich eher einem zeitgenössischen britischen Oi!-Sound verschrieben. (Der Abwechslung halber gibt’s bei „Another Day, Another Disaster“ allerdings Ami-Streetpunk à la Rancid oder frühe Dropkick Murphys, und bei „More War Stories“ Reggae à la The Clash.) Beim ersten Durchhören war mir das Ganze noch ein wenig zu blass und farblos, aber mittlerweile finde ich es doch ziemlich solide, was die Jungs da abliefern, von denen der Drummer übrigens im Oktober 2007 hierzulande mit Red Alert auf Tour war, um dem verstorbenen Nidge im Rahmen eines Blitz-Tribute-Programms die letzte Ehre zu erweisen. In den Texten gibt man sich betont klassenbewusst und bezieht Stellung gegen Krieg und gesellschaftlichen Verfall. Das sollte nicht weiter überraschen, da die Band schließlich aus dem Nordosten Englands kommt, der schon die Angelic Upstarts, Red Alert und Red London hervorgebracht hat, und nicht aus dem für seine vermeintlich unpolitischen, patriotischen Oi!-Bands bekannten Londoner Großraum. Als Sahnehäubchen gibt’s gegen Ende der CD noch Perkeles „Heart Full Of Pride“, das gekonnt gecovert ist. Finde ich interessant, dass eine britische Band mal eine vom Kontinent covert, anstatt immer nur andersherum… Mr. Alf Garnett

THE GONADS – Live Free, Die Free
(CD, Empty Records)
Gary Bushell, der Erfinder von Oi!, ist zurück mit seinen Gonads. Ehrlich gesagt, gruselte ich mich etwas davor, mir dieses Werk anzuhören und eine Legende untergehen zu sehen. Das unglaublich schlechte Cover-Artwork machte es mir da nicht leichter. Auch wenn es von Sucker (Oxymoron) höchstpersönlich gestaltet wurde. Geschmacklos! Die 16 Songs sind dann aber doch nicht so unterirdisch wie ich erwartet habe. Der Opener „Cemetary Of Lost Souls“ ist sogar ein guter Song und auch der nächste Song „Attack Of The Zombie Skinheads“ (!!!) hat Witz. Bei „Love Is A Lie“ muss ich dann aber kurz brechen. Was soll das denn sein! 80er Jahre Poprock im Duett mit einer Sängerin. Furchtbar! Danach kommen einfach nur noch langweilige Songs, bis zu „Long Ska Summer“. Der schlechteste Ska-Versuch der Welt. Frechheit! „Pie & Mash“ glänzt durch tolle Rockgitarren-Soli. Kotz! „South London Aggro Girl“ passt zu „Long Ska Summer“ und der Rest bedarf keiner Erwähnung. Hier hört man deutlich die Handschrift von Tony Van Frater (ex-Red Alert, Red London) dem nervigsten Gitarrist der Oi-Szene. Warum gründet der nicht endlich ’ne Bon Jovi-Coverband? Finger Weg von diesem Album! Thorsten

HEARTBREAK STEREO – Inspiration (Back From The Dead)
(CD, Rookie)
Das finnische Trio aus Pargas debütiert hier ganz schön fein. Na und wenn ich mir überlege, dass die Jungs vom Südzipfel ihres Landes stammen, der ungefähr auf der Höhe von Sankt Petersburg ist, dann kann ich nur meinen imaginären Hut ziehen. Würde ich dort wohnen, käme ich wohl eher selten auf die Idee coolen, sonnengeschwängerten Punkrock zu spielen, der sich ganz eindeutig an Bombshell Rocks oder Rancid orientiert. Wie dem auch sei, wird die Musik von einer klasse Gitarre getragen, die jederzeit alles im Griff hat. Dadurch entsteht schnell ein Ohrwurmcharakter und ich habe mit „Down The Boulevard“ und „2006“ schon zwei Lieblingssongs entdeckt, die ich bei meinem nächsten DJ-Einsatz spielen werde. Wer sich außerdem noch von den Live-Qualitäten der Band überzeigen will, sollte ab Mitte April Augen und Ohren offen halten, dann setzt die Gang zu einer zweiwöchigen Tour über. Brillantes Debüt einer Band, die das Format zum Aufmischen hat. Bocky

THE HYPERJAX – The Wildest Card
(CD, Cherry Red)
Die Hyperjax spielen einen Mix aus Rockabilly, Punk, Stonerrock und, bezogen auf diverse Singalong-Refrains, Straßenpunk. Das Ganze weiß zu gefallen, ist mir aber doch etwas zu, sagen wir mal, durcheinander. Obwohl „durcheinander“ die Sache nicht richtig trifft, passt der Ausdruck vortrefflich. Reiner Rockabilly, bzw. Punkrock ist mir da lieber, aber welche Band produziert schon ihr Werk einzig und allein, um meinen kapriziösen Geschmack zu befriedigen? Also nicht verwirren lassen, die Platte ist auf alle Fälle gut. HH

JOHNNY ROCKET – Pain Is Her Game
(CD, Wolverine)
Dem Genre geschuldet blickt einen vom Cover aus das deutsche Pin Up-Fotomodel Fuel Durden an. Richtig, auch vom Namen abgeleitet, handelt es sich bei dieser Band um angepunkten Rockabilly. Neben dem immer geilen aufrecht stehenden Bass, hat die Band ’nen Sänger mit bestechender Stimme. Der besagte Mann hört sich nicht so an, als ob er morgens nur mit Whiskey gurgelt und nicht noch dazu raucht. So hat die Stimme noch etwas rundes, oder soll ich vielleicht besser sagen einen weichen Abgang? Egal, die vier Jungs haben es drauf und konnten dies beim letzten Satanic Stomp-Festival, neben Größen wie Tiger Army oder Horrorpops, beweisen. Mal schauen, am Ende sind das die deutschen Punkabillys, die den Schweizer Charmeuren Peacocks den Rang ablaufen? Vielleicht die Nachwuchstolle, auf die man gewartet hat. Bocky

KOMMANDO KAP HOORN – Die Zukunft der Tiefe
(CD, Impact)
Eine Band, die sich nach dem Namen der Straße benennt, in der sich ihr Proberaum befindet, wirkt erstmal etwas einfallslos. Aber das ist sie beileibe nicht. Wer die Band schon von ihren Beiträgen zum „Neu Klänge für die Endzeit“-Sampler kennt, weiß das Bremer Quartett ist weder ideenlos noch langweilig. Wahrscheinlich liegt das am schon fortgeschrittenen Alter und der Erfahrung der Bandmitglieder, die zum Teil bei Free Range Timebomb ihr Unwesen trieben. Die Reife schlägt sich auch in den Texten nieder. Die deutsch gesungenen Lieder sind besonnen und haben es nicht nötig irgendwie zu provozieren. Lediglich „Scheuklappenblind“, in dem die „blinde“ Bevölkerung der USA besungen wird, ärgert mich ein wenig. Weil, bekommt nicht Deutschland Gas aus Russland und das stört keine Sau, ebenso wie die Trikot-Werbung von Schalke 04, die genau von diesem Konzern gesponsert wird? Ansonsten eine klasse Punkscheibe, mit der man alt werden kann. Bocky

THE LEGENDARY RAW DEAL – Outlaw Man
(CD, Cherry Red)
The Legendary Raw Deal ist ein Nebenprojekt von Meteors-Mastermind P. Paul Fenech. Fenech entfernt sich hier etwas vom eigentlichen Meteors-Sound und suhlt sich in rudimentärem Rockabilly gepaart mit Western-Twang. Durch Fenechs Stimme und typisches Gitarrenspiel schimmern die Meteors zwar öfters mal durch, aber dennoch sind The Legendary Raw Deal sehr eigenständig. Und einfach gut. Eine ganz tolle Version von „Jackson“ ist auch dabei. Klasse Platte, welche ursprünglich schon 1997 erschien. Ein Rerelease also… HH

LONG TALL TEXANS – Saturnalia
(CD, Cherry Red)
Die Long Tall Texans aus dem großen Britannien gab es schon in den 80ern, der Hochphase des Psychobillys. Und, wer hätte es anhand dieses einleitenden Satzes gedacht, sie machen genau diese Musik. „Saturnalia“ erschien ursprünglich 1989. Während derzeit der Trend im Psychobilly zu mehr Härte und Biestigkeit ging, blieben die Texaner bei ihrer eher klassischen Spielart à la Frenzy oder The Pharaohs. „Saturnalia“ zählt zwar nicht zu den Klassikern dieses Genres, das aber zu unrecht. Das Ding ist klasse. HH

LOOSENOOSE – s/t
(CD, Crazy Love Records)
Wer für Psychobilly bremst, bremst meistens auch für Restless. Restless sind Urgesteine des verpunkten Billys für Psychotiker und andere eigenwillige Menschen mit Einhornfrisur. Restless haben sich schon länger aufgelöst. Ihr Frontmann Mark Harman hat mit Loosenoose eine neue Band und mit dem selbstbetitelten Album ein neues Lebenszeichen von sich gegeben. Die CD ist ein Album, das man sich schönhören kann. Leider hat die Scheibe es nötig. Loosenoose spielen musikalisch erstklassigen poppig-seifigen (Neo-)Rockabilly, Country, Rock’n’Roll, der perfekt nach Las Vegas oder Nashville passt. Zu mir nicht. Igor Frost

MIKE ZERO – Zeroism
(CD, Wolverine)
Ganz alleine hat der Mike sein Debüt zusammen gezimmert und sich lediglich für die Drums Hilfe ins Haus geholt. Davor ziehe ich den Hut. So versteht man dann aber auch wieso sich die elf Songs so rund anhören. Der Sound ist feiner poppiger Darkpunk, der auch den geneigten Gruftie ansprechen dürfte. Zwar ist Herr Zero kein so’n Superburner wie Nim Vind, aber ne Nullnummer ist er keineswegs! Ganz im Gegenteil, er hat Talent, Erfahrung, ein gutes Händchen für im Ohr bleibende Melodien und ein gestandenes Label, das ihm den Rücken stärkt. Mal schauen, was daraus wird. Bocky

THE NAZI DOGS – Latex Love
(7“, Wanda)
Wenn ich das recht sehe, dann haben die Aachener ’ne Reihe bei Wanda eröffnet, die sich sinnigerweise „Single Club“ nennt! Ober-Nazi-Töle Karsten seiert wie immer schön trash-glammig ins Mikro und ich stelle ihn mir vor, wie er dabei den Mikroständer missbraucht. Diese Band ist schlicht und ergreifend großartig. Na, und wenn sie nicht schon wegen ihrem Namen ständig in Verruf wäre, dann sicher wegen der Bühnenshow des Sängers. Er hat es echt drauf das Publikum anzumachen, doch gleichzeitig mit seiner arroganten Art auf Distanz zu halten. Aber, um mal auf die Musik zu sprechen zu kommen: Zu hören gibt es zwei großartige Eigenkompositionen („Latex Love“, „Private Hell“) und das Freestone-Cover „Bummerbitch“. Jedes einzelne natürlich mit herrlich verzerrtem Mikro. Als Vorboten des neuen Albums auf jeden Fall jedem Punkrock-Assi, und jedem, der es noch werden will, wärmstens ans Herz gelegt! Bocky

NORTON – s/t
(CD, Eigenregie)
Vier Schweizer Damen und Herren, sind gelangweilt von den 1000 Schubladen des Punkhcr’n’r… und machen Musik für jeden dem’s gefällt, so sagt’s die Band selbst. Ja und das Ganze hat auch einen gewaltigen Indie-Einschlag, die Songs machen Spaß und befinden sich alle im Midtempo-Bereich. Die Stimme des Sängers erinnert mich stark an Frankie Stubbs von Leatherface. Alle Mitglieder haben schon in diversen anderen Bands gespielt und liefern hier ein eigenständiges und ins Ohr gehendes Debüt ab. dennisdegenerate

ORGANIZED NOISE – Demogracy We Deliver
(CD, O.N. Records)
Organized Noise gibt es laut Waschzettel bereits seit 1988, also seit 20 Jahren. Keine Ahnung, ob das stimmt. Beim ersten Song fühlt man sich aber prompt in diese Zeit zurück versetzt. Auch Song Nummer 2 schlägt in diese Kerbe. Mit dem dritten Titel „Flucht“ beginnt aber der Abstieg. Einziger Lichtblick ist danach nur noch der Einminüter „Hallo Wach“. Die Schlagworte des Labelinfos sind: „2. Longplayer“, „Punk-Wave-Rock-Band aus München“, „vorwiegend deutschsprachiges Album“, „dunkle Punkrocksongs zum Nachdenken und Zuhören“ und „verstärkt politischere Motive“. Ich würde es nach mehrmaligem Hören etwa so zusammenfassen: Heulsusenrock mit Düsterpunkschlaghose, der ohne Einsatz bewusstseinserweiternder Substanzen kaum zu ertragen ist. Weg damit!!! Obnoxious

DIE PUCKS – Immer im Kreis, aber voran
(CD, RiiRec)
Mit ihrem ersten Album „Immer im Kreis, aber voran“ fahren die drei Herren bzw. Damen schwere Geschütze auf. Die Pucks machen abwechslungsreichen Deutschpunk, der poppig rüberkommt. Vergleichen kann man die Musik mit den Abstürzenden Brieftauben und ein bisschen mit Klamydia, wobei Letzteres eher der Wechsel von Männer- und Frauengesang ausmacht. Die Band gründete sich 2001 und hat schon eine Promo-CD sowie eine Split-CD mit den Bottles aus dem Hut gezaubert. Textlich und musikalisch genau auf meiner Wellenlänge, unbedingt mal austesten. Kay

ROLANDO RANDOM & THE YOUNG SOUL REBELS – Fistful Of Courage
(CD, Core Tex)
Die Berliner Rolando Random & The Young Soul Rebels sind keine Unbekannten in der Punk- und Ska-Szene. Die sieben Bandmitglieder spielten unter anderem bereits bei Mother’s Pride, Yummy, The Pillocks, Madlocks und Blechreiz. „Fistful Of Courage“ ist nun das zweite Album, der seit 2002 bestehenden Band. Das Ganze ist ein recht netter Mix aus Ska, Reggae, Mestizo und einer Brise Punk. Alles ganz nett anzuhören und auch musikalisch gut gemacht (schöne Orgel), aber die ganz großen Hits sucht man irgendwie vergeblich. Abwechslung gibt es zwar genug auf dem Album, aber irgendwie will der Funke bei mir nicht so recht überspringen. Gesanglich ist da auch noch einige Luft nach oben. Die Texte sind gesungen in Englisch, Spanisch und Deutsch, womit ich mir etwas schwer tue. Deutschgesungenen Ska find ich schon seit El Bosso & Die Ping Pongs gruselig. Thorsten

SCHROTZ – s/t
(LP, zumrobert@gmx.de)
Wäre es elektronisch könnte man es Schranz nennen. Schrotz aus Rostock haben einen sehr derben Sound und ballern gut einen weg. An sich ist das simpler Krusten-Core, der aus den Boxen knallt, aber doch manchmal etwa zu verspielt. Ich schätze, das hat was mit der Vergangenheit der Mitglieder zu tun, die vorher gerne in Crossover-Bands zugange waren. Für’n Erstling sind die 12 Lieder eine ganz ordentliche Arbeit, für die sie sich wirklich nicht schämen müssen. Textlich ist das etwas klischeebeladen, doch was ist das heutzutage nicht? Dafür kommt das Teil erstmal limitiert auf 500 Exemplare. Wer also Lust auf Neues aus dieser Ecke hat, sollte die Scheibe unbedingt antesten. Bocky

SHAM 69 – Seriously Ultimate
(CD, Bad Dog)
Nachdem schon das letzte Album auf dem Berliner Coretex-Label aufgelegt wurde, erscheint auch die neue Veröffentlichung dort. Allerdings wurde nicht innerhalb kürzester Zeit ein komplett neues Album eingespielt. Bei den mir vorliegenden 23 Tracks handelt es sich um eine Art Best Of-Scheibe. Die Einschränkung in der Wortwahl hat damit zu tun, dass alle Titel mit dem neuen Sänger eingespielt sind. Im Einzelnen sind das alle Hits, die einem auf Anhieb einfallen und dann noch die restlichen, an die man nicht gleich denkt. Interessanterweise kommt die Idee zu den neuen Aufnahmen nicht von der Band selbst. Diese kam von den neuen/alten Fans, die die Klassiker mit dem neuen Sänger vertont haben wollten. Dementsprechend finde ich, kann man so etwas auch machen. Wie jedoch Jimmy Pursey als Originalsänger zu diesem Projekt steht, würde mich mal interessieren. Der kocht bestimmt vor Wut. Bocky

SIDETRACKED – Churchill Downs
(CD, Rising Riot)
Cool, was Neues von Sidetracked. Nachdem ich die letzten Releases schon immer ziemlich abgefeiert hab gibt’s nix Neues an der Jubelfront, es bleibt beim alten Grinsen. Es klingt immer noch schnell, snotty und von oben bis unten angepisst, was da aus dem östlichen Ruhrpott rüber schwallt. Sechs Tracks die es einfach machen zu reviewen, da einfach zu empfehlen. Die Single ist chic aufgemacht und kommt in Deutschland auf Rising Riot Records. Zieht euch die Sidetracked-Tour im Dezember mit den ebenso geilen Omnipresent Disease rein und werdet glücklich. Dennisdegenerate

SPEEDSWING – Achtung! Speedswing
(CD, Speedswing Records/Crazy Love Records)
Wo Speedswing draufsteht, ist auch Speedswing drin. Davon kann man ausgehen. Anscheinend ist das Swing-Revival doch noch nicht beendet. Seit einigen Jahren halten sich einige Bands, die Neo-Swing, Punk-Swing oder den besonders rasanten Turbo-Swing spielen. Rasant sind auch Speedswing und dazu gute Musiker, die neben der klassischen Besetzung und Blechbläsern, wenn ich mich nicht allzu sehr täusche, gelegentlich Akkordeon und Mandoline einsetzen. Ergänzt werden die Stücke durch gelegentlichen Einsatz von Chorälen, die an British-Oi! erinnern. Das Debüt-Album „Achtung! Speedswing“ macht mich auf die Dauer etwas hippelig. Etwas mehr ruhigere Stücke (wie der „Songschreiber Blues“, trotz des nicht übermäßig originellen Textes) wären schön. Es wäre dann kein Speedswing mehr. Da zeigt sich die ganze Tragik. Insgesamt: gut hörbar, nur nicht unbedingt allzu oft. Igor Frost

SPITFIRE – Lifetime Visa
(CD, Flat Daddy Records)
Teile der Combo kennt man vom St. Petersburger Ska Jazz Review oder Leningrad. Zusammen ist man seit rund 15 Jahren Spitfire. Mit einer kleinen Änderung am Gesang, Trompeter Roman hat jetzt auch das Mikro unter seinen Fittichen, meldet man sich nach einiger Zeit eindrucksvoll zurück. Das wundert insofern, da man mit ihrem Heimatland Russland alles andere als solche fröhlichen und warmen Töne verbindet. Die 14 Songs bestechen durch ihre sehr harmonische Grundgeschwindigkeit. Im Gegensatz zu dem ganzen modernen Zeugs, kommen die sieben Russen maximal in den Midtempo-Bereich. Schade ist; das Digipack-Pack bietet kein Booklet, was sicher etwas mit dem Genre zu tun hat. Trotzdem hätte es mich interessiert, was diese Band zu sagen hat. Eine erstaunlich warme Scheibe aus so einer unwirtlichen Gegend! Bocky

SPLIT – Alarmsignal / Paradox / Fallobstfresser / Wehrlos
(CD, Antikörper Export)
Zweifelsohne gehören Alarmsignal mit Sänger Steff (und gleichzeitig Taugenix-Chefredakteur) zur Speerspitze des deutschsprachigen Punkrocks. Da wird mit keiner Meinung hinter dem Berg gehalten, da kommt man unmissverständlich auf den Punkt. Paradox stehen dem in nichts nach. Auch deren Aggressivität ist quasi zum Angreifen. Hervorragend gebratzt wird auch bei den Ossis von Fallobstfressern. Was ich bei der Band allerdings nicht nachvollziehen kann, ist der christliche Hintergrund, der sich neuerdings auch im Schriftzug niederschlägt. Das „t“ ist der einzig kleingeschriebene Buchstabe, der dadurch wie ein Kreuz aussieht. Man erkläre mir bitte, was eine antiemanzipatorische Lebensweise mit Punkrock zu tun hat!? Wie dem auch sei, Wehrlos lassen die Split schön ausklingen, ohne dabei aber matt und farblos auszusehen. Ordentliches Rohr dieser Silberling mit jeweils 3 Tracks pro Band. Bocky

SPLIT – Alarmstufe Gerd / Omnipresent Disease – Split This 7”
(7”, Spastic Fantastic Records)
Zwei Mal ultra angepisster Hardcore Trash. Auf der Split 7“ von Alarmstufe Gerd und Omnipresent Disease wird gehörig ausgeteilt, aber nie ohne sich dabei selbst zum Clown zu machen und das meine ich absolut positiv. Die Texte sind ausnahmsweise komplett klischeelos, das heißt, beide Bands setzen sich mit Szene als solches auseinander und kritisieren ohne Tunnelblick. Unter zehn Sekunden kriegen Machodeppen was vor’n Bug, Alarmstufe Gerd schreiben den weltersten Bullenlove-Song (Ironie, ihr versteht??) und kotzen fett über Deutschlands Buckel. A.G. sind dabei verflucht schnell und stimmlich ziemlich hoch angesiedelt. Omnipresnt Disease schreddern Hardcore/Punk, oldschoolig, mit viel „Wut im Wanst Attitüde“. Geil find ich, dass die Texte nie platt sind, immer mit Wortwitz und ausführlichen Linernotes. Auch hier gibt’s innerhalb des knappen Rahmens einen Rundumschlag gegen CDU – sick of you!, Matzes Mutter (anders als bei Eminem) und gegen fett gefressene, still im Sessel sitzende Zufriedenheit … . Die Single ist wie auch die vorherigen Releases beider Bands richtig schön aufgemacht und herausgebracht von einem Konglomerat aus fünf Labels. Drei von zwei Daumen hoch! dennisdegenerate

SPLIT – Batmobile / Peter Pan Speedrock – Cross Contamination
(CD, PLY)
Zum Zeitpunkt, an dem dieses Heft erscheint, werden die Rotterdamer Psychos Batmobile schon in ihrem 26. Jahr des Bestehens sein. Dementsprechend ist diese Split-CD eine Jubiläumsangelegenheit, die sie mit ihren langjährigen Kumpels aus Eindhoven feiern wollten. Auf dem Digi-Pack covern sich die beiden holländischen Bands jeweils fünf Mal selbst. Die Titel, die sich Batmobile ausgesucht hat, sind im Original schon richtige Klassiker, wie beispielsweise „Hellalujah!“. Doch wie sie diese Songs verbraten, ist das nicht mein Ding. Ebenso geht es mir mit den Titeln, die sich die drei Peters vornahmen. Die sind mir zu sehr gepsycht – ha, neues Wort erfunden. Schuster bleib bei deinen Leisten ist eigentlich das Einzige, was ich beiden, aber vor allem PPS, mit auf den Weg geben will. PPS deshalb, weil das, was sie sonst machen ganz großartig ist! Bocky

SPLIT – Destructors666 / March To The Grave – Geistbahn
(MCD, Rowdy Farago Records)
Destructors666 huldigen wieder dem Punkrock indem sie ’ne Split Single mit March To The Grave raushauen. Beide Bands kommen aus England und spielen astreinen Punk. Die drei Songs von March To The Grave rocken gut nach vorne und verlieren nie das nötige Augenzwinkern. Die Destructors666 versuchen sich wieder an zwei Coversongs (diesmal von den Destructors und Radio Birdman) und einem eigenen Song (+ Hidden Track) – natürlich Garage Punk vom Feinsten. Die Kaufempfehlung für die alten Singles kann ich auch hier bedenkenlos aussprechen. Sieben Lieder die Spaß verbreiten. Ralf

SPLIT – What We Feel / Last Hope
(CD, ANR)
Die Moskauer What We Feel vorzustellen ist sicher genauso unnötig, wie Wasser in einen Fluss zu schütten. Nach ihren vielen Touren durch Deutschland sind die politischen HC-Punkrocker aus Russland den meisten bestimmt ein Begriff. Zudem machten sie sich hierzulande als Informanten über die lebensgefährliche russische Neo-Nazi-Szene einen Namen. Ich schätze mal, deshalb sind im sehr schön aufbereiteten Falt-Booklet auch ihre Gesichter mit schwarzen Balken überlegt. Den zweiten Teil des Digipacks übernimmt die weniger bekannte Band Last Hope aus Bulgarien. Die Gang ist dem NYHC verbunden und bolzt gut einen weg. Von beiden Bands gibt es jeweils drei Titel, die es alle in sich haben. Die russischen Texte von WWF sind im Übrigen übersetzt und ich finde es immer wieder interessant, dass auch Bands, die ganz anderen Kulturen entstammen, trotzdem die gleichen Probleme haben wie wir. In diesem Falle meine ich damit die Szenepolizei. Bocky

STIFF LITTLE FINGERS – Live And Loud/Fly The Flags
(Do-CD, Cherry Red)
Als Re-Issue erscheinen die zwei bekanntesten Live-Alben der wohl wichtigsten und einflussreichsten irischen Punktruppe um Mastermind Jake Burns. „Live And Loud“ wurde 1987 in Kilburn aufgenommen und von Mark Brennan, wohl besser bekannt als Captain OI!, produziert. Dieses Konzert hat insgesamt 17 Songs und beginnt mit dem Hit „Alternative Ulster“. Witzigerweise endet die zweite, selbstproduzierte Live-Aufnahme, diesmal 1991 in der Londoner Brixton Academy, mit eben jenem Song. So hat man nach 35 Titeln ein schönes rundes Ding. Aber vor allem befinden sich dazwischen auch alle Hits, die ich jetzt nicht aufzähle. Viel interessanter zu erwähnen ist das 12-seitige Booklet. Darin bekommt man Auszüge des „No More Heros“-Buches und eine gute Einführung für diese hervorragende Band. Bocky

STOMPER 98 – Tage deiner Jugend
(CD, DSS)
Es war früher schon scheiße mit Nazis zu saufen, ist es heute noch und wird es auch in Zukunft bleiben. Zumindest für mich. Andere Leute ziehen ihre Grenzen da woanders, sollen sie machen. Ich für meinen Teil bleibe lieber der irre PC-Spinner, da ich nichts natürlicher finde als ein strikter Antifaschist zu sein. Das beinhaltet nämlich nicht zwangsläufig linksextrem oder -radikal zu sein! Bocky

SUNSETDOWN – Put The Pedal To The Metal
(CD, Bret Hard Records)
Glücklicherweise sieht man gleich beim guten Coverartwork, dass es sich dem Plattentitel nach doch nicht um ’ne Metal-Kapelle handelt! Trotzdem bleiben die Skatepunks vom Kölner Rheinstrand ihrem Hochgeschwindigkeits-California-Style nicht immer 100% treu. Am markantesten ist dabei der ständig präsente Double-Bass vom Schlagzeug, der mich die ganze Scheibe hindurch irritiert. Auch bewegt man sich von der reinen Lehre weg, indem man mal ’nen längeren Song schreibt, der ein wenig was vom Post-Hardcore hat. Jedoch bleibt, trotz des unbestreitbaren hohen musikalischen Könnens, herzlich wenig hängen. Das ist eine typische Scheibe der Marke alles perfekt produziert, aber leider ohne Ecken und Kanten, an denen man sich festhalten kann. Bocky

SWINGIN‘ UTTERS – Hatest Grits: B-Sides And Bullshit
(CD, Fat Wreck)
Wer im Pisatest gut abgeschnitten hat oder hätte, ist ganz klar im Vorteil. Denn der Titel der neuen CD der Kalifornier impliziert schon, worum es sich hierbei handelt. Eine Scheibe picke packe voll mit raren B-Seiten. Wie man es von solchen Veröffentlichungen kennt, ist damit jedoch nicht genug. Ebenfalls zu finden sind fünf ganz neue Songs und diverse Demo-Versionen von Songs, die man schon von anderen Alben her kennt, die die Band aber unbedingt noch einmal veröffentlicht haben wollte. Obendrein gibt es noch fünf weitere Songs, die nicht in der Songliste auftauchen und sicherlich für noch mehr Freude sorgen werden. Wäre die Zusammenstellung nicht derart umfassend, hätte ich vom Kauf sicher abgeraten. Doch dadurch, dass es ist, wie es ist, finde ich es schon wieder ’ne gute Werkschau, die auch für ’nen Anfänger taugt. Bocky

V.A. – 10 Years Without A Hit
(CD + 5“-EP, ANR)
Ganz klar, eigentlich hätte diese CD es verdient die neue Sampler-Reihe hier im Heft zu eröffnen. Denn die Mühe, die sich Labelboss Ben mit dem Teil hier machte ist wirklich bemerkenswert. Selten habe gesehen, wie jemand derart viel Liebe, Mühe und Arbeit in eine Veröffentlichung gesteckt hat. Hat man die schöne prägegedruckte Kartonbox geöffnet, hält man drei Booklets in den Händen. Das erste enthält den kompletten Labelkatalog mit Auflagen-Informationen. Die beiden anderen sind interessanter und warten mit komplett allen Interviews/Artikeln auf, die entweder mit einer Band oder Ben selbst gemacht wurden. Das absolute Sahnestückchen der Compilation ist aber der Tonträger selbst. Der ist nämlich auf der einen Seite CD und auf der anderen Seite eine 5“-Vinylscheibe! Wie das technisch von statten ging, keine Ahnung? Aber es ist eine Hammeridee! Insgesamt also eine der besten, liebevollsten und geilsten Veröffentlichungen, die ich bisher in meinen Händen halten durfte! Bocky

V.A. – Deutschpunkballaden Vol. 2
(CD, Nix Gut)
Im Gegensatz zum Weird System-Label aus Hamburg, welches den „Kuschel-Punk“-Sampler erfand, setzen die Provinzpunker aus Leutenbach die Reihe fort. Die ruhigeren Töne anklingen lassen darf diesmal: Chefdenker, Rasta Knast, Alarmsignal, Fliehende Stürme, Anschiss, Lustfinger, um nur die bekannteren Kapellen zu nennen. Insgesamt hat Compilation-Koryphäe Einhorn 18 Bands und Songs zusammengetragen, die zur Jahreszeit passen, wie Arsch auf Eimer. Viel Spaß damit. Bocky

V.A. – Lambination!!!
(CD, Deadlamb Records)
Deadlamb Records ist ein kleines Punk-Label aus Athlone in Irland, das neben den eigenen Band-Veröffentlichungen nun mit „Lambination!!!“ den dritten Sampler rausbringt. Dieser beinhaltet zwar nicht wie versprochen Material „from all over the world“, aber immerhin von – insgesamt 21 relativ unbekannten – Combos aus Südafrika, Dänemark, Kanada, natürlich Irland, USA, England, Schweden, Malta, Belgien, Ungarn, Malaysia, Spanien und Australien. Und das ist doch schon mal eine ganze Latte Igel. Geboten wird vorwiegend Old School Punk und Hardcore, back to the basics, wobei es viel Neues und Interessantes zu entdecken gibt. Bei der Vielzahl von Bands natürlich in den unterschiedlichsten Spielarten. Meine Favoriten sind Los Langeros aus Irland plus einige andere, deren namentliche Aufzählung hier aber wahrscheinlich leider nichts bringt. Wenn ich das alles richtig interpretiere, gibt man sich aber durchweg kämpferisch und politische Inhalte werden groß geschrieben. Das Antesten könnte sich also durchaus lohnen, zumal der Sampler beim Label direkt für fünf mickrige Öre plus Porto zu bestellen ist und auch die restlichen Veröffentlichungen des Labels für zwei bis sechs Klötze zu haben sind… Obnoxious

V.A. – Schlachtrufe BRD IX
(CD, Nix Gut)
Manche Dinge bekommt man einfach nicht klein. Zu diesen gehört auch diese, in die neunte Runde gehende Sampler-Reihe. Gegen den Staat, brutale Bullerei und allerlei anderes Geschmeiß geht es unter anderem mit: Alarmsignal, Berliner Weisse, Kafkas, Missbrauch, Take Shit, Pöbel und Gesocks, Wehrlos, Die Siffer, Die Bockwurschtbude, Schlepphoden. Insgesamt fliegen 26 Songs in Richtung der Obrigkeit, die es mehr oder minder in sich haben. Bocky

V. A. – Son Of A Bastard Vol. 2
(CD, Sunny Bastard)
Ebenfalls ein Sampler, der die Reihe hier im Heft hätte eröffnen können. Denn interessante Bands haben Sunny und Christian auf jeden Fall auf ihrem eigentlich als Filmlabel begonnenen Rooster: Pöbel + Gesocks, Volxsturm, Emscherkurve 77, Menace, Verlorene Jungs, Bovver Boys, Combat 77, Melanie + Secret Army. Und das sind nur die Bands, die auf den ersten Blick seit Jahren für Aufsehen sorgen und zum Teil kontrovers oder was auch immer sind. Die Bands sind zwar nicht alle mein Fall, dafür hat aber das Macherpaar meine absolute Sympathie! Bocky

V.A. – Voll uffe Omme
(CD, Puke Music)
Was es zu dem Sampler zu sagen gibt, steht an anderer Stelle dieser Ausgabe. Bocky

V. A. – When Rockabilly Ruled Ok
(CD, Cherrie Pie Records/Cherry Red Records)
“When Rockabilly Ruled Ok” ist eine wunderbare Zusammenstellung von Rock’n’Roll, Neo-Rockabilly- und Teddyboy-Hits aus den 1970ern. Die Lieder stammen alle aus der Zeit des Rockabilly-Revivals in den UK, als Rockabilly faktisch zum ersten Mal wirklich in Europa angekommen ist. Für alle, die keine Platten oder sonstige Best Ofs aus der Zeit haben ist diese CD zu empfehlen. Die Scheibe ist eine sehr gelungene Zusammenstellung – mal jenseits von Stray Cats. Mit Stücken von Hank C. Burnette, Crazy Cavan And The Rhythm Rockers, The Jets, Crepes’n’Drapes, Matchbox, Riot Rockers, Flying Saucers, Danny Wild And The Wildcats und von Chevrolet. Igor Frost

V.A. – Wir sind Rock’n’Rollkids
(CD, Wolverine)
Auch mir fällt es auf, dass immer mehr Leute aus meinem Umfeld Kinder bekommen. Da war es natürlich nur eine Frage der Zeit, wie lange es dauern würde, bis eine Compilation dieser Art erscheinen würde. So ist es auch nicht wichtig, wer die Bands sind, sondern die Songs, die Kinder im vernünftigen Gewand auf den rechten Weg helfen: Pipi Langstrumpf(!), Pumuckl, Fünf Freunde, Chip & Chap, Die Schlümpfe, Die Affen rasen durch den Wald, etc. Na gut, dann eben doch ein paar Bands: Skatoons, Dritte Wahl, Rantanplan, Wilde Zeiten, Verlorene Jungs. Logisch, das waren noch nicht alle, aber ihr sollt ja auch selbst schauen. Bocky

THE VADERS – A Link To The Past
(CD, Horror Business)
Hurra, die Vaders sind wieder da. Na obwohl, die waren eigentlich nie weg, bloß spielen die andauernd Shows, wo ich nie hinkomme. Da ärgere ich mich doppelt, dass unsere Ex Jasmin ein Konzert in Mannheim mit ihnen leider absagen musste. Wer die Jungs nicht kennt, dem sei gesagt, dass sie flotten, nach vorne treibenden Punkrock machen, wie man ihn aus Skandinavien oder Kalifornien kennt. Wären die aus einer dieser Gegenden, dann würden sie sicher seit einiger Zeit ihre eigenen Headliner-Touren durch Europa machen und dürften nicht nur lokal eröffnen. Aber ich hege die Hoffnung, dass die herauf beschworene Wirtschaftskrise eintritt. Denn dann bekommen endlich diejenigen Bands mal die gebührende Aufmerksamkeit, die ihnen zusteht, weil andere daheim bleiben müssen. Für mich jedenfalls ist der Longplayer ein Punkrock-Knüller deluxe. Bocky

WALTONS – The Western Cowpunk Association
(CD, Sunny Bastard)
Das Label beweist mal wieder, es wird gemacht, was gefällt und muss nicht unbedingt 100% zum Labelprofil passen. Die drei deutschen Cowboys gibt’s schon lange und sie haben einige Supports (New Model Army, Danzig, Stray Cats, Ärzte, Hosen) hinter sich, die aufhorchen lassen, was sie denn tatsächlich fabrizieren. Die gute Stunde der 15 Songs beginnt mir einem Klavier-Intro, welches in eine bratzige Gitarre beim Opener „Here Is Your Crowd“ übergeht. Jener harte Sechssaiter hält sich auch beim Neil Diamond-Cover „Solitary Man“ und darüber hinaus. So hat die Scheibe logisch ihren ganz klaren Country- und Western-Touch, doch im allgemeinen ist es Rock, der in verschiedenen Versionen gespielt wird. Dementsprechend kein Album für Puristen. Bocky



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