Pankerknacker #18

| März 16th, 2009

(A5+, 92 Seiten, 3 Euro + Porto, c/o Pankerknacker-Verlag, PF 360421, 10974 Berlin)
Der handliche Pankerknacker bleibt sich auch im Berliner Exil treu. Sehr erfreulich finde ich ja immer, dass in dieser Schmonzette vergleichsweise viele Kolumnen und Kurzgeschichten am Start sind und die Interviews oft ins zweite Glied rücken. Das hebt das Heft erfrischend von anderen Punkrock-Fanzines ab.
Dass bei einer solchen Vielzahl an Mitschreibern aber auch nicht alles immer das rechte Ei des Kolumbus ist, dürfte ebenfalls klar sein. Trotzdem kennt man ja im Laufe der Zeit seine Pappenheimer und kann schon mal mit einem kurzen Blick auf den Autor die Spreu vom Weizen trennen. Ich weiß, Vorurteile sind scheiße und auch ein blindes Huhn kann mal einen Doppelkorn finden und deshalb lese ich ja auch immer alles. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, wer nicht vögelt, kriegt kein Kind! Dennoch bestätigt es sich: Auch im Pankerknacker, ist nicht alles so lustig wie es Stefano Stiletti gerne hätte. Besonders auffallend war die Durststrecke der absoluten Ausfälle auf den Seiten 20 bis 28, das unmotivierte Hatepinks-Mail-Interview, in dem ohne einmal nachzuhaken der Fragenkatalog abgearbeitet wird, die überflüssige Box-Story, das Blinddate mit Charlie Harper und der Artikel über das wichtige Thema Datenspeicherung, der ein vorbildhaftes Scheitern am Stilmittel Glosse dokumentiert. Dem gegenüber gibt es aber auch einmal wieder imposante Highlights in der Fanzinelandschaft. Als da in chronologischer Reihenfolge wären: Jan Offs Abgesang auf Punk, Mikas kultige „Rampelmann ist kein Punk“-Story, Don Chischans Erlebnisse am Flaschenpfandautomaten, die Fricksche Geschichte „Nachts am Euro“, sowie die Kurzgeschichte von Antje und Ben. Zwischen diesen Extremen gibt es aber auch noch eine breite Palette Punkrockzerstreung, wobei die Interviews mit Andi Kuttner über das Buch „33 1/3 Jahre – Keine Zukunft war gestern“, Knochenfabrik und Jan Off (langweilige Fragen, coole Antworten), sowie Stilettis Vorwort noch auf der Habenseite stehen. Immerhin also eine ganze Latte an feiner Punkrockliteratur, die man sich auf jeden Fall neben die Nachttischlampe legen sollte. Und somit gibt es trotz einiger Minuspunkte eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für ein Heft ohne CD. P.S.: Wer ist eigentlich diese fast nackte Hippie-Tusse mit hässlicher Achselbehaarung auf Seite 3? Obnoxious



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