Frühling 2005 muss es gewesen sein, als Ex-Pogo Presse-Kollege Richard mit der Frage auf mich zukam, ob ich nicht wieder Lust hätte ein Fanzine zu machen. Zu dem Zeitpunkt tippte ich seit circa einem dreiviertel Jahr nur noch online, oder mal einen Artikel fürs Pankerknacker oder Plastic Bomb. So richtig glücklich damit war ich jedoch nicht, weil ich was eigenes machen wollte und doch eher haptisch veranlagt bin, sprich gerne etwas in der Hand habe, anstatt mit blutenden Augen vor einem Bildschirm zu versauern. Im Gegensatz dazu ein Egozine zu veröffentlichen war auch nicht mein Ding, da mir ein Austausch mit anderen Leuten viel mehr Spaß macht. Deshalb hörte sich die Idee von Richard gar nicht so schlecht an. Bloß fragte ich mich wie das gehen soll, da er doch mit anderen Mannheimern den „Punkrock Guide“ am laufen hatte. Im Handumdrehen stellte sich heraus, dass dort auch nicht mehr alles so rund läuft und sich darum was ändern musste.

Bald darauf trafen wir uns in einer kleinen Gruppe und tüftelten einen Plan aus, wie wir das Punk-Kartellamt umgehen konnten, um das mächtigste Fanzine diesseits des Rio Grande gründen zu können. Naja, zumindest fast, denn zuerst musste ein cooler Name her, der alles andere in den Schatten stellt und gleichzeitig unmissverständlich ist. Die dürftigen Mischnamen „Pogo Guide“ und „Punkrock Presse“ schieden gleich in Runde 1 aus! Jetzt war guter Rat teuer, weil andere Titel zur Auswahl hatten wir nicht. Nach gefühlten 67 Jahren Stille, war es uns Wortakrobaten nach 2-3 Bier eigentlich egal wie wir heißen sollten, weshalb wir uns schlicht auf Punkrock mit einem Ausrufezeichen festlegten.

Dass dieser Name im allgemeinen Blätterwald provozierte war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Einige unserer Fanziner-Kollegen waren deutlich angepisst und ließen uns das spüren. Man unterstellte uns wir würden jetzt diktieren wollen, was Punk ist und was nicht. Wir würden uns anmaßen wie Punk von nun an definiert wird. Entweder bekommt man von uns den Ritterschlag oder kann sich auflösen, bzw. wahlweise in den Schlaf weinen. So einen ausgemachten Quatsch zu lesen war als erste Reaktion natürlich nicht sonderlich witzig. Auffallend war, dass es ausschließlich die Kollegen auf Augenhöhe waren, die sich dermaßen aufregten und sich Fanzines wie Plastic Bomb oder Ox in keinster Weise daran störten.

Punkrock! #1, Frühling / Sommer 2006

So richtig den Plan für die Erstausgabe hatten wir noch nicht. Ich glaube auch nicht, dass wir ne echte Deadline hatten. Was dagegen intern ausgeboxt wurde – fehlende Vorderzähen und blaue Augen inklusive – war die Tatsache, dass ein 4-farbiges Cover her musste. So wurden verschiedene Artikel unterschiedlichster Qualität zusammengetragen, die Hauptsache war mal zu beginnen. Unter anderem war das ein Walter Elf / Spermbirds Split-Interview, Amen 81, Against Me!, Jan Off, das Ramones Musical, Pogoradio, ein Artikel über die Kunstform Dadaismus und ein Interview mit Mike Ness von Social Distortion. Direkt bei dieser Ausgabe mit ins Boot gezogen hatten wir Snitchcock vom Hitman Hard Fanzine, was natürlich ein Glücksgriff war. Denn nicht nur seine Schreibe und seine Artikel sind klasse, sondern er ist seitdem in Mannheim ein gern gesehener Gast und ein Freund geworden. Auf dem Cover sieht man Danny, den Gitarristen/Sänger, und Stine, mittlerweile Ex-Schlagzeugerin, von den Pestpocken. Mit dem Herrn im Vordergrund also ein echter Stylo-Punk. Mir persönlich gefällt das Bild sehr gut, weil ich mir solche Leute gerne anschaue, respektive selbst jahrelang so aussah. Wie dem auch sei, meine Herren Kollegen aus der Redaktion schüttelte dieses Cover eher durch. Trotzdem waren die externen Reaktionen auf das komplette Heft positiv zu bewerten. Ein Großteil der Reviewer war glücklich ein neues Fanzine begrüßen zu dürfen. Bis auf die wenigen Ausnahmen, die ich vorher schon erwähnte.

Auflage 800 Stk., 60 Seiten, 2 Euro, Restexemplare 2 Stk.

Punkrock! #2, Sommer / Herbst 2006

Von unserer eigenen Euphorie getrieben ging es munter voran. Vom Höhenflug verführt wurde die Auflagenzahl nach oben geschraubt. Zu der Zeit war ich gerade in The Sainte Catherines aus Montreal / Kanada und deren Platte „Dancing for Decadence“ verliebt (bzw. bin ich es immer noch!). Dementsprechend war klar, dass Frontsau Hugo aufs Cover kommt und ein Interview mit der Kapelle geschrieben wird. Ebenfalls im Heft Die Bilanz, Dave Glass, ZSK, die Mannheimer Rock ´n´ Roll Highschool, Sabotakt, Peter Pank, Spittin‘ Vicars, ne Tourstory der Pestpocken in England und ein Gegenartikel Richards zum Thema Dadaismus zu Hötsch’s in der ersten Ausgabe. Wie man sieht sind wir uns nicht immer einig. Obendrein ein lustiges Selbstinterview mit den damals fast Kultstatus inne habenden Kommando Vollsaufen. Eine Band, die sogar ne Coverband hatte und von der viele dachten es seien irgendwelche Straight Edger, die sich übers Zulöten lustig machen. Doch weit gefehlt! Da uns neben dem Vernichten von Kaltschalen auch der Antifaschismus am Herzen liegt, kam diese Ausgabe mit Beilage: der „Kein Bock auf Nazis“ – DVD. Die Besprechungen zu der Ausgabe waren ähnlich der Erstausgabe. Einige fanden uns zu tonangeberisch, was sie auf den Namen zurückführten, für mich aber das Problem der Verfasser selbst war. Andere fanden es klasse auf der nichtkommerziellen Schiene ein derart professionelles Heft zu sehen.

Auflage 1000 Stk., 80 Seiten, 2 Euro, Restexemplare 17 Stk.

Punkrock! #3, Winter / Frühling 2006 – 2007

Inhaltlich eine musikalisch sehr bunte Nummer: Take Shit (Deutschpunk), Turbo AC’s (Grease-Garage-Punkrock ´n´ Roll), Freiboiter (Oi!), Die Rote Suzuki (deutschsprachiger Punk), Elektro Günther (?), Krum Bums (HC-Punk) und Antidote (beste Band wo gibt!). Im Nachhinein betrachtet genau die richtige Mischung, die im Groben beibehalten wurde. Eine große Vielfalt, an der jeder teilhaben darf und die unsere kleine Welt ausmacht. Aber auch die Artikel, die nix mit Musik zu tun haben gehen voll ab. Oli Obnoxious bspw. haut seine erste Kolumne „Night Of The Living Dead“ heraus, die quasi ein Vorbote zu den nun seit einigen Ausgaben erscheinenden „Geschichten aus Frankfurt“ ist. Eine weitere unvorhersehbare Geschichte ist der Artikel mit einer Oi!-Band – Freiboiter. Wie in meiner Eingangskolumne zur vorliegenden Ausgabe schon zu lesen, gibt es Leute, die von einem erwarten, dass man sich nicht weiterentwickelt. Ebenfalls umstritten war der Festivalbericht des Force Attack, weil er lediglich lustig dokumentierte und dieses Massaker nicht verurteilte. Hingegen gelobt wurde das Twisted Chords Labelgespräch mit seinem Macher Tobi. Auf dem Cover zu sehen ist Bart von Antidote. Wer die Pogo Presse noch kennt, weiß genau was für ein großer Fan ich dieser Band bin. Von daher ist es eher verwunderlich wie lange es dauerte, bis die Holländer im Punkrock! auftauchten.

Auflage 1000 Stk., 96 Seiten, 2 Euro, Restexemplare 12 Stk.

Punkrock! #4, Sommer / Herbst 2007

Wir sind als Team in den kurzen zwei Jahren und gerade mal 3 Ausgaben schon recht gut zusammen gewachsen, weshalb es uns ein Leichtes ist die hohe Seitenzahl der vorhergehenden Ausgabe zu halten. Persönlich widme ich mich in zweien meiner Beiträge alten Freunden und Bekannten. Zum einen sind das die Mannheimer Loaded, zu denen mich über die Jahre hinweg ein leider nur loser aber freundschaftlicher Kontakt verbindet. Und zum Anderen ist das Marti und Stefan von Frontkick. Letzterer ist heutzutage gar nicht mehr in dieser genialen Band dabei. Na und was Marti betrifft muss ich immer daran denken, wie er vor zig Jahren von Mallorca nach Berlin zog. Damals konnte er kaum Englisch geschweige denn Deutsch! Wirklich interessant das hier zu schreiben und es Revue passieren zu lassen. Weitere klasse Stories sind jene über Lurker Grand aus der Schweiz, Skinhead Reggae oder den Film American Hardcore. Hierbei ist weniger der Inhalt des Filmes interessant, als vielmehr wie sich unsere beiden Kölner Schreiber, Sntichcock und Cpt. Mocker, kennenlernen und gemeinsam ins Kino gehen! Man könnte uns quasi wegen Kuppelei verklagen, die in Deutschland verboten ist! Ebenfalls mit im Heft sind Gee Strings, Trend, Butthole Surfers, der Künstler Götzilla, und in der Polit-Abteilung eine kleine Erklärung, warum die G8 einfach nur kacke sind. Erstmals mit einem Artikel vertreten ist Mr. Alf Garnett, vom gleichlautenden Fanzine.

Auflage 1200 Stk., 96 Seiten, 2 Euro, Restexemplare 23 Stk.

Punkrock! #5, Winter / Frühling 2007 – 2008

Die zum größten Teil positiven Resonanzen von Seiten der Leute, die das Heft kaufen und Schreiberkollegen, lassen uns die Auflage noch etwas steigern und zum ersten Mal knacken wir die 3-stellige Seitenzahl und legen das bisher dickste Heft auf! Was wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen, wir werden die 3-stellige Seitenzahl auch nicht mehr unterschreiten. Natürlich schlägt sich das auch auf die Vielzahl und Verschiedenheit der Artikel nieder: Oräng Ättäng, The Spook, Nazi Dogs, Curry Sau Kartell, Rejected Youth, The Restarts, Deadline, eine Rude Boys Historie, das EKH in Wien feiert Hausfest, Chaostage Film Drehbericht, Olaf von den Stage Bottles erklärt „Sometimes Antisocial But Always Antifascist“ und noch mehr. Auf der letzten redaktionellen Seite des Zines erscheint ab dieser Ausgabe regelmäßig Snitchcocks fantastische Kolumne „Knallfrösche in Pop“. Zwei weitere Artikel sorgen für verschieden heftige Wallungen. Das Loikaemie-Interview insofern, dass ich darin das JUZ Mannheim offen kritisiere, weil mir verboten wurde mit der Band dort ein Konzert zu machen. Weshalb seither das Verhältnis mit jenen Leuten, die das Verbot unterstützen natürlich dementsprechend ist. Wesentlich interessanter ist der „Nazi Punk Fuck Off“ Report, in dem ich mich in der Grauzone des Oi! etwas informiere und nicht nachvollziehbare bis beschissene Tatsachen zu Tage fördere. Natürlich stößt das Einigen ganz schön auf. Einem sogar so sehr, dass er mir Schläge androht! Wie man sich denken kann sind die Kritiken auf diese Ausgabe sehr kontrovers. Von daher alles richtig gemacht! Denn wir sind mehr denn eine schlappe Dokumentation der Szene. Übrigens ist dieses Heft vom Backkatalog her, das am meisten nachbestellte. Ob das an unserem Cover liegt, oder an besagten Artikel, darüber lässt sich streiten.

Auflage 1500 Stk., 108 Seiten, 2,50 Euro, Restexemplare 37 Stk.

Punkrock! #6, Sommer 2008

Jetzt da ich mir mal die Hefte auf einen Schlag anschaue, fällt mir auf, dass zum dritten Mal was von den Pestpocken erscheint, diesmal ein Interview zum 10-jährigen Bandjubiläum. Die Häufigkeit ist aber zu vertreten, denn schließlich kennen wir uns auch fast schon genauso lange und außerdem sind wir ein Fanzine und müssen daher keine Rücksicht auf Objektivität nehmen! Erstmals mit an Deck Sir Jan Off, worüber ich mich sehr freute, obwohl ich ihn erst im kommenden Frühling persönlich kennen lernen sollte. Er startete seine Kolumne Nackt unter Wölfen, in der er regelmäßig Rundumschläge verteilt. Egal ob Freund oder Feind, getroffen werden dabei ausnahmslos alle! Einen eher unerwarteten aber nicht minder erfreulichen offiziellen Einstand feierte Mr. Alf Garnett mit seinem schon in Madrid begonnenem Artikel über Guerilla Oi!. Zwar hatte er schon einmal eine Story für uns gemacht, aber jetzt bot er an regelmäßig für uns zu tippen, da er für sein eigenes Schundblatt keine Zeit mehr hatte. Solch einem Kollegen hilft man doch gerne aus der Patsche. Um die Einstände zu komplettieren darf keineswegs Dennis Degenerate erwähnt werden. Er bringt nen Artikel über die One-Man Show Urban Jr., und entpuppt sich in aller kürzester Zeit zu einem festen Bestandteil des Heftes. Aber auch unsere bisherige Stammbelegschaft legte wieder eine Ausgabe hin, die sich sehenlassen kann: Riot Brigade, Lydia Lunch, Time Again, Teenage Riot Label, Ultrafair, Businessnutte, Supernichts, Strawberry-Blondes, Slackers. Auf dem Cover prangt diesmal ein Bild von Dave Glass, der schon für die #2 interviewt wurde. Bereitwillig stellte er uns eines seiner tollen Bilder zur Verfügung. Doch ehrlich gesagt ist im Nachhinein niemand so wirklich zufrieden mit dem Cover.

Auflage 1800 Stk., 100 Seiten, 2,50 Euro, Restexemplare ca. 100 Stk.

Punkrock! #7, Winter 2008/2009

Aufgrund der hohen Seitenzahl, die mittlerweile alle halbe Jahre zusammenkommt, beschließen wir im Herbst nach einer kurzen Redaktionssitzung unsere Gazette künftig 3x im Jahr erscheinen zu lassen. Danach sitzen wir in Mannheim im Blau an der Theke, trinken uns diese Vorstellung schön und obendrein klappt es sogar! Als Bandstadt steht mal wieder Amsterdam ganz hoch im Kurs bei mir. Von den Antidotlern aufmerksam gemacht, gab ich mich den damaligen Teenies von Gewapend Beton voll hin. Wer die immer noch nicht kennt, lebt hinterm Punk-Mond. Die beiden Börner-Artikel der Ausgabe sind aber eindeutig der Tourbericht von SS-Kaliert in Japan und Sir Alfs punkwissenschaftliche Aufarbeitung von „A Clockwork Orange“. Letzterer nimmt die Grundaussage von Autor Burgess nicht nur haarklein auseinander, nein, er zeigt auch auf inwiefern das Buch von Punkbands ständig falsch verstanden wird und sie Gewalt sinnfrei abfeiern. Die Tour-Geschichte der Ruhrpottler aus dem Land der aufgehenden Sonne ist ziemlich hart und zeigt mal ein anderes Gesicht dieses Landes. Eine im DIY-Stil aufgezogene Tour bringt die Band der dortigen Kultur und Sozialstrukturen so nahe, dass einem sogar beim Lesen ab und an der Atem stockt. Gefeiert wird in der Ausgabe aber auf jeden Fall auch: 15 Jahre Stage Bottles, The Adicts, Superfreunde, Crimson Ghosts, Obtrusive, Idle Hands, Combat 77. Außerdem startet Oli Obnoxious in dieser Ausgabe seine Kolumne „Geschichten aus Frankfurt“, in denen er über die Pokalkämpfe des selbstgegründeten Pudel-Skat-Club berichtet. Auch eine wirklich interessante Bandhistorie schreibt Hötsch Höhle über PIL. Also die Band die Johnny Rotten nach den Sex Pistols gründete. Der Luftgitarrengott auf dem Cover ist übrigens Douwe von Gewapend Beton während ihres Auftritts auf dem Never Surrender Festival.

Auflage 2000 Stk., 100 Seiten, 2,50 Euro, Restexemplare ca. 150 Stk.

Punkrock! #8, Frühling 2009

Das tatsächlich schwerste an der Ausgabe war ein Cover zu finden, welches uns gefallen würde. Denn obwohl wir mit Dean Dirg, Lights Out, 2nd District, Bubonix, Bovver Boys und Guerilla durchaus taugliche Bands am Start hatten, konnte kein vernünftiges Bild gefunden werden. Das Rennen machte zum Schluss ein Bild, was während der Abschlussshow von Guerilla gemacht wurde. Wie in der #5 schon angekündigt folgte ein weiterer Artikel, der sich mit der Grauzone des Oi! befasste. Da ich jedoch keinen Folgebericht in der Art „Neues aus der wundersamen Welt der geistig Minderbemittelten“ abliefern wollte, fand ich es eine tolle Idee jemanden sprechen zu lassen, der in dieser Szene als integere Person gilt. So kam ein interessantes Gespräch mit dem Oi! the Print-Fanzinemacher Bomml zustande. Trauriges Fazit davon ist, dass Bomml an sich recht clever zu sein scheint, aber eben ignorant und etwas zynisch. Sein Motto ist: Spaß macht, was musikalisch gefällt. Ne ganz andere Richtung geht Teil 1 der Skinhead-Saga „The Spirit of ´69“, in der die Anfänge des Skinheadkults beleuchtet werden und mit Teil 3 in dieser Ausgabe beendet wurde. Sprich all unsere Ausgaben im Jahr 2009 begleiten „40 Jahre Spirit of ´69“. Etwas später wurde das Freiburger Häusersyndikat gegründet. Auf diesen Seiten wird ein Zusammenschluss von Leuten vorgestellt, die es sich zur Aufgabe machen Gebäude „vom kapitalistischen Immobilienmarkt zu nehmen und langfristig Selbstorganisation und Emanzipation zu fördern“.

Auflage 2000 Stk., 100 Seiten, 2,50 Euro, Restexemplare ca. 30 Stk.

Punkrock! #9, Sommer 2009

Erstaunlich international gehen wir diesmal zu Werke: Matze war für ne zeitlang in London, lebte dort in einem Squad, wo sogar der Müll abgeholt wurde; die Detectors schreiben ein Tourtagebuch über Holland, Frankreich und Spanien; Last Minute sind aus Ungarn und wissen Details über Ignite und Aurora, bei denen mir die Ohren schlackern; The Rabble sind eine schweinegeile Stylo-Truppe aus Neuseeland, die von ihrem Vater gemanagt wird und trotz ihres geilen Sounds etwas komisch wirken. Wer nicht aus dem Ausland, trotzdem von einer ganz anderen Welt berichtet ist Dennis. Denn während unsere #8 gerade in Druck geht, geht er in den Knast! Diese Zeit und Gefühle zum Teil in unserem Fanzine zu verarbeiten und zu beschreiben halte ich für äußerst mutig, aber auch unglaublich interessant zu lesen, weil Dennis einen direkten Einblick in seine Gefühlswelt gibt. Ähnlich ergeht es Dr. Kacke, einem Bandmitglied der Tower Blocks. Während Igor seine Zeilen für diese Ausgabe tippt, fährt eben jener Dr. Kacke am 1. Mai in Berlin ein. Um einiges lockerer ist es über das Contra Records Label zu lesen. Sein Macher Hechti hat zwar auch einige absolute Hämmer erlebt, aber diese sind auf mehrere Jahre verteilt und endeten bisher nicht hinter schwedischen Gardinen. Mit ganz anderen Problemen beschäftigt sich Benni, der die Gay Edge Liberation ins Leben rief, weil ihm die homophoben Honks in der Hardcore-Szene auf den Sack gingen. In seinen Antworten zeichnet er ein trauriges Bild, einer Bewegung, die einst sinnvolle Ideale verfolgte und jetzt nur noch in kruden Dogmen aufgeht, an Intoleranz kaum zu überbieten ist und sich unter anderem über oberflächlichen Scheiß wie Klamotten definiert. Den Außenumschlag ziert ein Bild von einem weiteren Benni – jenem von SS-Kaliert.

Auflage 2000 Stk., 104 Seiten, 2,50 Euro, Restexemplare ca. 90 Stk.

Das ist natürlich bei Weitem nicht alles, was in den letzten viereinhalb Jahren passiert ist. Und vor allem ist das hier nur meine absolut subjektive Sicht auf das Heft. Bevor ich die Zeilen hier schrieb vermied ich es gezielt mit niemandem über die vergangenen Jahre des Heftes zu sprechen, um nicht unbewusst beeinflusst zu werden. Sprich von den „Gründervätern“ sehen das sicher alle anders und die Dazugekommenen auch. Dementsprechend ist alles auf meinem Mist gewachsen!

Was ich an dieser Stelle unbedingt mal machen möchte sind Diejenigen grüßen, die dieses Fanzine überhaupt möglich machen. Also du, der/die das gerade hier liest. Ohne unsere Leser wären wir nichts!

Davon keinesfalls ausgenommen sind unsere Weiterverkäufer, die Labelmacher und all Jene die regelmäßige Werbung machen! Auch ohne euch würde dieses Heft hier nicht einmal im Ansatz so funktionieren, wie ihr es in euren Händen haltet.

Nun denn, auf die nächsten 10 Ausgaben und bleiben wir gespannt, was ich euch in der #20 zu berichten habe!

Bocky



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