Pressemitteilung des AK Antifa Mannheim vom 17.01.2009

Vor einer Demonstration gegen zwei Nazi-Läden in Ludwigshafen kam es in der Nachbarstadt Mannheim zu einem organisierten bewaffneten Überfall von etwa 50 Nazis auf den Laden „US-Shop“, der zuvor Werbung für die antifaschistische Demo gemacht hatte.

Ein Angestellter berichtete, dass gegen 12.30 Uhr etwa 50 vermummte Nazis auf den Eingang des Ladens zurannten und sofort begannen, auf die Fenster, die Einrichtung und den Angestellten mit Baseballschlägern und Steinen einzuschlagen. Nur knapp konnte sich der Mitarbeiter in das Lager des Geschäfts retten und kam mit leichten Blessuren und einem Schock davon. Im Geschäft entstand hoher Sachschaden. Die Nazis flüchteten in verschiedene Richtungen. Die Polizei konnte lediglich 17 Personen im Bereich der Konrad-Adenauer-Brücke festhalten.
Der Angriff steht im Zusammenhang mit der antifaschistischen Demonstration am selben Tag. Ungefähr 1000 Menschen demonstrierten in Ludwigshafen gegen zwei Läden der rechten Szene. Die am Überfall beteiligten Nazis sind mutmaßlich SympathisantInnen des Nazi-Ladens „Streetwear Company“ in Ludwigshafen-Süd. Hier konnte der Betreiber Malte Redeker auf seine überregionalen Kontakte zurückgreifen. AntifaschistInnen beobachteten, wie sich gegen 11.30 Uhr knapp 15 Autos vollbesetzt mit Nazis bei Heppenheim auf einer Autobahnraststätte trafen. Diese fuhren offenbar von dort aus organisiert nach Mannheim, um den von ihnen ausgewählten Laden anzugreifen. Die guten Kontakte Redekers zu Personen aus dem Raum Heppenheim/Bergstraße sind bekannt. Bei einem Überfall auf eine antifaschistische Vortragsveranstaltung in Ludwigshafen (siehe unsere PM vom 06.11.09) waren ebenfalls Nazis aus Heppenheim beteiligt.

Der Überfall stellt einen Einschüchterungsversuch gegen Menschen dar, die sich öffentlich gegen Nazis positionieren. Wir erklären uns solidarisch mit den Opfern rechter Gewalt und rufen dazu auf, den „US-Shop“ mit Spenden zu unterstützen.
Der eigentliche Skandal ist jedoch das Verhalten der Polizei. Diese war mit mehreren Hundertschaften in Mannheim und Ludwigshafen im Großeinsatz. Das JUZ in Selbstverwaltung in Mannheim wurde observiert, nach Ludwigshafen reisende AntifaschistInnen wurden schon in Mannheim kontrolliert und schikaniert. Auch während der antifaschistischen Demonstration provozierte die Polizei die TeilnehmerInnen und umringte die Demo mit einem Großaufgebot. Gegen die AntifaschistInnen wurde die gesamte Palette polizeilicher Repression und Schikanen eingesetzt.
Die Polizei war jedoch nicht in der Lage, einen organisierten Nazi-Überfall abzuwehren oder die verantwortlichen festzunehmen. Als am 22. November 50 AntifaschistInnen von Mannheim nach Ludwigshafen fuhren, um Flugblätter zu verteilen und Nazi-Aufkleber aus dem Stadtbild zu entfernen, wurden sie von einem Großaufgebot der Polizei erwartet und schikaniert. Diese Aktion war nicht öffentlich beworben, die Polizei hatte davon durch Ausspitzelung der Szene, Überwachung des Telefon- oder E-Mail-Verkehrs oder Observation von AntifaschistInnen erfahren. Einen organiserten Angriff von 50 bewaffneten Nazis, die gemeinsam anreisen, scheint die Polizei jedoch nicht verhindern zu können.
Hier zeigt sich, wen staatliche Repression trifft. Wir werden hier in unserer These bestätigt, dass der antifaschistische Kampf nur dann wirkungsvoll sein kann, wenn er sich gegen Staat und Polizei richtet. Unsere Antwort auf Nazi-Gewalt und polizeiliche Repression heißt Solidarität. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden uns weiter an der Kampagne „Ladenschluss – Kein Shopping für Nazis!“ beteiligen.
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akantifa-mannheim.de/
US SHOP MANNH​EIM




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