Tonträger Reviews A-B

| Dezember 10th, 2008

III – Distanz Inklusive
(MCD, Mad Butcher)
Hahaha, für diese Band hat der verrückte Göttinger Metzger extra ein neues Label gegründet, was er „Punk mit Abitur Records“ nennt. So kann man sich vielleicht denken in welche Richtung diese Band tendiert. Zusammengewürfelt aus anderen Bands wie Swoons, Psycho Gambola oder den Popzillas trägt das Trio deutsche Texte vor, die einem zum Nachdenken anregen sollen. Bei mir zieht das allerdings nicht, mir ist das zu sehr Tomte oder Kettcar. Wem jedoch diese Art der Hamburger Schule gut reingeht, Ergänzung braucht oder diese Heiner mittlerweile zu belanglos und/oder unglaubwürdig findet, wird sicher wunderbar bedient. Mir ist das zu soft. Bocky

2LHUD – [‚tsvailu:t]
(CD, Nix Gut)
Die Nachfolgeband von 1. Mai. 87 mit ’ner Mischung aus Punk, Reggae, Dub mit elektronischen Geräuschen hier und da. Das ist die zweite Scheibe und es klingt alles sehr geschmeidig. Ja und Kommando Sonne-nmilch werden auch mal gedisst. Für open minded Punker die auch ein paar elektronische Klangfetzen vertragen können. Ralf

180 GRAD – Hand aufs Herz
(CD, Sunny Bastards)
Es ist unfair, den Vergleich mit Toxpack oder den Onkelz (Ich will in diesem Fanzine nie mehr das böse Wort Onkelz lesen müssen!!! Anm. Obnoxious) zu bemühen. 180 Grad spielen schlicht und einfach deutschsprachigen Streetrock (mit einer deutlichen Prise Oi! und etwas Metal) mit rauem, dreckigem Gesang. Die einzige weitere Gemeinsamkeit, die 180 Grad mit oben genannten Bands (Etwa den Onkelz? Anm. Obnoxious) haben, ist die Eingängigkeit und Geradlinigkeit der Texte. Und das ist nichts Schlechtes. Die Texte sind außerdem durchdacht, zum großen Teil abseits der Klischees beheimatet und durchaus auch hintergründig. Musikalisch ist es nicht die Neuerfindung des Rades. Eher eine „Zweite-Blick-Schönheit“. Wenn man sich etwas hineinhört, können 180 Grad mit „Hand aufs Herz“ dennoch durchaus Begleiter für eine längere Zeit werden. Igor Frost

180 GRAD – Hand aufs Herz
(CD, Sunny Bastards Rec.)
Offiziell wird die Beschallung der Iserlohner als „Streepunk/Oi!“ etikettiert. Für meine Begriffe finden wir hier das pathosbeladene Phrasengedresche der Onkelz – inclusive Selbstmitleid und -beweihräucherung sowie der typischen Durchhalteparolen – im musikalischen Gewand der ersten Muff Potter-Platte vor. Wer’s mag… Snitch

ADAM WEST – ESP
(CD, PLY)
Extra Sexual Perception heißt der Titel der Washingtoner Rocker ausgeschrieben. Wenn ich das alles richtig verstand, dann wird dieses Album das letzte der Band sein, die sich nach dem Batman-TV-Serien-Darsteller aus den 60ern benannte. Mit dem letzten Werk sind sie logisch auch noch einmal bei uns zu begutachten. Wer also Zeke vermisst, aber Angst vor Peter Pan Speedrock hat und gerne Gitarren-Reminiszenzen zu den 60ern hört, sollte die Tour keineswegs verpassen. Denn wenn die vier Jungs was draufhaben, dann Songs zu schreiben mit vielen 6-Saiter-Einlagen, die erstaunlich gut in die Songs eingebettet sind und kein bisschen nerven. Bocky

THE ADICTS – Songs of Praise
(CD, PLY)
Wo man bei dieser Band ansetzen soll, ist schwierig. Was jedoch klar ist: Es kämen nur Superlative dabei heraus! Genauso verhält es sich mit der zeitlosen Kultscheibe aus dem Jahr 1981. Bloß handelt es sich hierbei weniger um eine schnöde Wiederveröffentlichung, als viel mehr um die Huldigung an eine der geilsten Punkbands überhaupt. So erscheint die Platte in drei verschiedenen Versionen: 1. Das “Original” (CD/LP); 2. Die „New Edition“ (CD/LP); 3. die “Ultimate Edition” (2 CD + DVD). Version 2 ist das komplette Album neu aufgenommen. Natürlich hören sich deshalb die Songs etwas anders an. Wer das letzte Album „Rise And Shine“ kennt, kann sich ungefähr vorstellen in welche Richtung die Aufnahmen gehen. Version 3 enthält die ersten beiden Varianten, zusätzlich die „Making of“-DVD, ’nen Aufnäher, Sticker und einen Hidden Track! So ist wirklich für jeden etwas dabei. Den Reunion-Bands-Skeptikern sei mit auf den Weg gegeben: Die Band löste sich nie auf und vor allem schaut euch mal ’ne Live-Show an! Eines der „Must have“ das Punkrockgeschichte geschrieben hat! Bocky


AL & THE BLACK CATS – Givin’ Um Something To Rock’n’Roll About
(CD, Sunny Bastards)
Al Krivoy, wohl auch schon etwas über 60, ist ein alter Hase im Rock’n’Roll-Business. Vor über 20 Jahren gründete er die Fabulous Rockabillys und spielte zeitweise Bass in der Begleitband Chuck Berrys. So um 2006 startete er mit drei jungen Buben Al & The Black Cats. Was herauskam ist nur noch genial. Heutzutage fungiert Al in der Band zwar nur noch als Manager und geistiger Mentor und ist musikalisch nur noch bei diversen Auftritten aktiv, aber das ändert nichts. Das Ergebnis bleibt das gleiche. Der beste Rockabilly seit… Ja, seit wem denn? …seit den Stray Cats? …seit Chuck Berry? Egal, bester Rockabilly seit wem man will… Der ungestüme Psycho-Rockabilly-Punk der Black Cats gepaart mit der Gewandtheit und langjährigen Rock’n’Roll-Erfahrung Als lässt nichts zu wünschen übrig. Aber auch gar nichts. Es ist zwar erst Mitte August, aber für mich ist das jetzt schon die Platte des Jahres. Was soll denn da noch kommen? Na ja, vielleicht tun sich Chuck Berry und The Killer auch noch mit drei Twens zusammen… HH

ANTILLECTUAL – Testimony
(CD, Fond Of Life Records)
Das junge Trio aus dem Land der Tulpen und Windmühlen hat es bei mir geschafft beim Lesen der Texte und der dazugehörigen Liedinfos Gänsehaut hervorzurufen. Und das passiert echt selten. In der Regel ist bei mir eigentlich, was die Liedtexte der meisten Bands angeht, eher Kotzreiz angesagt. (Ist das mit der Regel jetzt wörtlich zu nehmen? Anm. Obnoxious) Musikalisch ist das Ganze in die Strung Out-, Strike Anywhere- oder A Wilhelm Scream-Ecke einzustufen, textlich allerdings politisch hoch motiviert. Selten so gute gesellschaftskritische Texte gelesen. Mehr ist eigentlich nicht zu sagen. Sowohl textlich, als auch musikalisch 1A. Jeder, der sich für oben genannte Bands begeistern kann, sollte sich schleunigst diese Scheibe zulegen!! DigiPack! Jasmin

ANTI NOWHERE LEAGUE – The Punk Rock Anthology
(DoCD, Anagram Records)
Anagram Records hat begonnen, eine Punk Rock Anthology-Serie zu starten und als erste Band sind nun Anti Nowhere League an der Reihe. Auf zwei CDs werden wir mitgenommen auf eine Reise durch die bisher 28jährige Bandgeschichte mit all ihren erfolgreichen und weniger erfolgreichen Hits (Was bitte sind denn weniger erfolgreiche Hits? Ein Schlag ins Leere? Oder so was wie schade, aber toll? Anm. Obnoxious) wie „So What“, „I Hate People“ oder „Out On The Wasteland“. ANL waren für mich immer ’ne Band, die irgendwie weniger interessant war. So richtige Hits hatten sie glaube ich eigentlich nie, trotzdem kann ich bei weitem nicht behaupten, sie scheiße zu finden. Schöne Hintergrundmusik zum Lesen, Putzen oder Autofahren isses allemal und wer bisher kein Anti Nowhere League-Album hat, aber gerne mal eins hätte, der sollte sich diese Anthologie zulegen, falsch machen kann man da im Großen und Ganzen nichts. Jasmin

ARGY BARGY – The Likes Of Us
(CD, Captain Oi)
Argy Bargy sind so ’ne Band, mit der ich nie so wirklich warm wurde. Irgendwie hat mich immer der Gesang von Jon Watford total genervt. „The Likes Of Us“ versöhnt mich aber ein wenig mit der Band, denn das Album ist gar nicht mal so schlecht. Natürlich gibt’s auch wieder nervige Hardcore-lastige Songs wie z.B. „Right To Fight“, „My Life“ oder „There’s Gone Be A Riot“, aber auch schöne hymnische Oi!-Songs wie „Lights Over London“, „I Believe“, „Don’t Wanna Be Like You” oder „The Likes Of Us”. Insgesamt 14 Songs, die man sich durchaus anhören kann. Auf jeden Fall eine Steigerung zu dem Vorgänger „Songs From The Street”. Von der Split mit Discipline möchte ich gar nicht reden. Thorsten

ASSASINATORS – Sigt Efter Hjertet
(CD, Alerta Antifascista)
„It is our believe that all direct action and reaction is forever more important than everlasting intellectual discussions, lifestyle anarchism and playing punk music“, steht im Beiheft zum ersten Album der Assassinators aus Kopenhagen, einer der wenigen Städte Europas, in denen es Politikern und Bullen nicht so ohne weiteres gelingt alternative Zentren platt zu machen, geschrieben. Dementsprechend bekommen wir hier kämpferischen, sehr melodiösen Anarchopunk zu hören. Die mehrstimmigen Chöre werden in schöne Melodien verpackt, die leicht zum Ohrwurm mutieren, einzig das Schlagzeug könnte als mal ein bisschen mehr variieren. Die Sängerin tut ihren Job ausschließlich in Dänisch, die Texte sind ins Englische übersetzt. In dieser Platte steckt eine gehörige Portion Wut und Verweigerung, die verfickten Zustände einfach so hinzunehmen, nicht groß zu labern, sondern einfach selbst den Arsch hoch zu kriegen. chemical maze

THE ASTRO ZOMBIES – Early Years 1996-2000 – First EP And First Album
(CD, Crazy Love Records)
Kennt wer die Astro Zombies nicht? Egal, eine gute Gelegenheit diese Lücke zu schließen, gibt es genau: Jetzt! Die Astro Zombies sind eine der bekanntesten Franzosen-Billy-Bands. Sie spielen eher 80er-Jahre-Billy. Mittlerweile ist ihr Stil deutlich punkiger und metallischer geworden. Demnächst sollte ihr viertes Album erscheinen, das wohl sehr bald mit ihrem neuen Drummer eingespielt werden soll. Eine gute Gelegenheit die „Frühwerke“ der Band neu aufzulegen. „Early Years…“ ist die Zusammenstellung ihres ersten Albums „Astro Zombies … are coming“ plus ihrer ersten (und so weit ich weiß) einzigen Maxi. Mir persönlich gefallen ihre neueren Sachen deutlich besser, auch wenn bei den „Early Years“ deutlich klar wird, warum sie bekannt geworden sind. Antesten lohnt allemal. Igor Frost

AUDIO KOLLPAS – Panzer
(Cd, Epistrophy)
Dass Gittarero Jens (einer der beiden Recharger in der Gang) auch bei einer Death-Metal-Combo zupft hört man deutlich heraus. Diese Soundwand und das Schlagzeug von Björn (der andere Ex-Recharger) erinnern mich erstaunlich oft an meine Lieblings-Death-Metaller Bolt Thrower. Doch ohne das Organ von Kai wäre es dennoch nur die halbe Miete. Was der circa 1,70 Recke aus sich rausholt ist schon geil derb! Trotz des vielen Metalls hört man der Band ihre Punkwurzeln an. Am deutlichsten an den Texten, die vor Nihilismus geradezu strotzen. Dessen ungeachtet kann man immer noch die Wut und den Zorn heraushören. Das hat was von einem Irren, der fixiert Gift und Galle speit und tollwütig keift. Großartig! Die richtige Platte für extrem schlechte Laune, um danach völlig entspannt in die Fußgängerzone zu gehen, haha. Bocky

THE BABYLON WHACKERS – Happy Days With…
(CD, Dirty Faces)
Dirty Faces ist nun kein Label auf dem ich (guten) Ska oder Reggae vermuten würde. Mit den Babylon Whackers belehren sie mich aber eines besseren. Bestehen tun die Whackers aus Mitgliedern der UK Punk-Band Filaments unterstützt von Dancehall-Größen wie Majah Thunder und Babar Luck. Herausgekommen ist eine ausgewogene Mischung von 11 Songs Reggae, Two Tone Ska und Dub. Songs wie „Rudeboy“ oder „Sweet Reggae Music“ sprechen, denk ich, für sich. Das Ganze kann man beschreiben als eine Mischung von den Specials, Symarip, Rancid und The Clash. Wirklich gelungen, bis auf den nervigen elften Song, der einfach zuviel gemixt wurde (moderner Scheiß). Ein Wehrmutstropfen ist auch das spärliche Booklett ohne Texte. Ansonsten eine gelungene Platte. Thorsten

BAD MACHINE – Surfin’ In The City
(CD, Nicotine Records/Tornado Ride)
Die finnischen Bad Machine spielen Punk’n’Roll. Eine Mischung aus Motörhead, Peter Pan Speedrock, Adam West, den Überlangweilern Born To Lose und V8 Wankers. Überflüssig. Die Originale geben weit mehr her. Und klingen nicht wie aus der Kopiermaschine. Igor Frost

BATMOBILE – The Clarendon Ballroom Blitz – Live At The KlubFoot 1986
(CD, Anagram/Cherry Red Records)
Eine meiner absoluten Lieblingsbands im Billy-Bereich ist Batmobile. Nach eigener Aussage verstehen sie sich als die „Motörhead des Psychobilly“ mit einem eigenen Stil, der „B-music“ (wie B-Movies). Der eigene Stil unterscheidet sich nicht allzu sehr von anderen Bands aus diesem Bereich. Ihre Musik ist schräg, billig, roh, rockabilly-lastig und statt Kontra- gibt es einen E-Bass. Egal. Ihre Shows sind schräg, billig, roh… Und immer wieder sehenswert. Auf diesem Album ist ein vollständiges Set von 1986 veröffentlicht, das zur besten Zeit im Auge des Orkans… Blödsinn, im Herzen der Billy-Epidemie im legendären Londoner Klub Foot aufgenommen wurde. Lange galten die Bänder als verschollen. Erst nach einer sorgfältigen Restaurierung war es möglich, die Bänder neu aufzulegen. Der Sound ist dafür gar nicht mal sooo schlecht. Ich kann nicht objektiv sein, ich liebe diese Band. Aber wer sich diese Scheibe zulegt, liegt nicht falsch. Igor Eberhard

BORN TO LOSE – Saints Gone Wrong
(CD, People Like You)
Nach mehreren Jahren des Tourens in USA und Europa zogen sich die Texaner nach Austin zurück, um erstmal getrennte Auszeiten in verschiedenen Nebenprojekten zu suchen, ab und an mal eine Mini-Tour zu spielen und hin und wieder einen Song zu schreiben. Der Ausweg aus diesem Schlendrian war eine erneute Europa-Tour anzusetzen. (Nur) Unter Druck arbeiten die „Kings of Whoa Punk“ gut, hieß es, und es mussten mit heißer Nadel Songs gestrickt werden, die die (Ein)Dringlichkeit (???) und Energie der Band widerspiegelten. Das heißt, es gibt Punk’n’Roll mit vielen Mitgrölrefrains. Und wer die Texte versteht, muss sich nicht durch die dunkleren Passagen – in denen der Besessene Sänger Klinck eine Art Exorzismus böser Geister betreibt – herunterziehen lassen, denn neben der direkten Kommunikation mit den unerwünschten Dämonen bleibt noch genügend Raum für bierschäumende Faustschwinger-Hymnen. Yo Yo Yo, dem ist so. Captain Mocker

BRAT PACK – Hate The Neighbours
(CD, Dirty Faces)
Aus den Niederlanden, genauer gesagt aus Nijmegen an der Waal kommen ein paar angepisste Strolche, die sich auch gleich den richtigen Rudelnamen gegeben haben, nämlich Brat Pack. Das sieht wie folgt aus: Stellt euch euren Kindergeburtstag vor. Mama hat alles geplant, nach dem Stopp-Essen geht’s nach draußen um die Teakholztische zu schonen. Denkste! Die frechen Rüpel von und zu Brat Pack haben aus dem selbigen schon ein Basislager errichtet, um euch von dort aus das ganze Haus systematisch abzureißen. Ich hab mich riesig gefreut, die Platte ins Gerät zu schieben, das klingt so unglaublich frisch nach alten Lieblingen. Eine Jungbrunnenbowle für RKL, Agent Orange und eine ganze Reihe von Bands aus den frühen Achtzigern die so in Kalifornien oder DC geklungen haben. Das besonders Erfreuliche ist, dass es nie wie ein Plagiat oder wieder aufgewärmt klingt, sondern wie der ureigenste Stil der Fünf. Die Texte der dreizehn Songs sind frei von Klischees und Phrasen, allein schon der selbstkritische, erste Titel „Sick Burn“ macht mich glücklich und nachdenklich gleichzeitig. Glücklich, dass jemand das anspricht und nachdenklich, weil wohl jeder schon in der Situation war, dass er liebgewonnene Dogmen und Ansichten verwerfen und einsehen musste, dass was man dachte, nicht der Weisheit letzter Schluss war. Das Debütalbum, betitelt nach dem Ohrwurm „Hate The Neighbours“, ist auf Dirty Faces, Crucial Attack und Ha-Ko Bastards erschienen und bis dato das Beste was mir 2008 in die Finger gekommen ist. Ich hatte das Glück, die Chose auch live auf der RKL Tribute-Party im Exzess und auf dem Queensday in Venlo zu sehen, das machte solchen Spaß und sollte unbedingt wiederholt werden! Ergo, meine Platte des Jahres! dennisdegenerate

B.R.D.IGUNG – Kein Kompromiss
(CD, Antirockstar Ind.)
Egal ob Bundeswehr oder Studentenverbindung, Bikergang oder Punk-Fanzine: Initiationsrituale können mitunter eine ziemlich schmutzige Angelegenheit sein. So auch im Falle meines offiziellen Einstiegs bei dieser Gazette. Zum Einstand hat Bocky mir nämlich die Hausaufgabe gegeben, diesen Tonträger aus der vertrauten Sparte weichgespülter Heavy Metal mit prolligen Hippie-Texten, hierzulande seit Anfang der 90er Jahre auch „Deutschpunk“ genannt, zu besprechen. Was soll ich sagen, wenn die Jungens so weitermachen, dürfte dem obligatorischen Plattendeal mit Nix Gut nicht mehr viel im Wege stehen. Wenn sie nicht gerade kübelweise an nichtssagenden Pathosphrasen und peinlichen Metaphern reiche Parka-Punker-Lyrik über einem ausschütten, zeigen sie anhand von lächerlichen Gitarrensoli, was sie musikalisch so auf dem Kasten haben. Ebenfalls sehr viel versprechend wirkt das Promo-Schreiben mit integrierter Einladung zur Release-Party, auf der den „sehr geehrten Damen und Herren“ von der schreibenden Zunft neben einer „kurzen Live-Performance“ und der „Möglichkeit zum Interview“ auch noch ein Presseraum und Catering geboten wurden. Da fragt man sich, ob man den Labelnamen Antirockstar Ind. nicht doch besser zugunsten von „Möchtegernrockstar Ind.“ aufgeben sollte… Alan

BRIGADE S. – Brigade Staatsfeind
(CD, Sunny Bastards)
Punks and Skins united, they will nicht oft be a band. Manchmal klappt’s anscheinend doch ganz gut. 2 Punks und 2 Glatzen aus dem Ruhrpott, benannt nach der Terroristengruppe Brigade Staatsfeind aus einer Folge von TKKG, haben eine Band gegründet und mittlerweile schon ihr drittes Album „Brigade Staatsfeind“ auf den Markt geworfen. Musikalisch stehen die Jungs im Bierdunst zwischen Lokalmatadore und Volxsturm. Für die Texte gilt das Gleiche. Prolllig, assi, manchmal kritisch, oft klischeehaft und immer direkt. Insgesamt: eine erfrischende Ergänzung der oben genannten Bands. Ideal für ’nen netten Abend und ein paar Bierchen zu viel. Igor Frost

BUBONIX – Capsaicin
(CD, Nois-O-Lution Rec.)
Das verflixte dritte Album der Hessen, das abermals mit Blackmail-Kurt an der Kommandobrücke entstanden ist. Und, wen wundert’s, „Capsaicin“ knüpft natürlich nahtlos an den Vorgänger an und schafft es trotzdem, neue Facetten der Bagage offen zu legen. So gibt es noch härtere Kontraste zwischen ultramelodiös und Aggro-Attacken, eine Hinwendung zu Session-Spielereien und verzwirbelte Zwischenparts. Das alles natürlich im Kontext des einzigartigen Stils der Mutanten, der im Grundgerüst (zum Glück) seit Jahren bestehen geblieben ist. Anstatt der zwei Intros und dem Remake von „In The Grey“ hätten noch ein, zwei weitere neue Songs zwar auch nicht geschadet, aber man kann ja nicht alles haben. Kurzum: wer die fittesten Limburger seit Balisto Keksriegel mag, braucht das gute Stück, und zwar unbedingstens. Der Rest der Menschheit hat eh ’nen Dachschaden. Oder nicht mehr alle Dogs und Horses im Stall… Snitch



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