Fanzine Reviews

| Dezember 10th, 2008

Inside Artzine #12
(A4, 40 Seiten, 5 €, http://www.inside-artzine.de)
„Paintings – (Digital)Collages – Sculptures – Drawings – Stories – Poems“, werden dem Interessenten auf dem Cover angepriesen. Und genau das befindet sich dann auch im Heft; Bilder – (Digital)Kollagen – Skulpturen – Gemälde – Geschichten und Gedichte. Thematische Schwerpunkte sind Religion, Krieg, Tod – gerne auch die Kombination alldessen und auch etwas Körperkult. Die Werke sind unterschiedlich, was wohl daran liegt, dass von unterschiedlichen Künstlern kreiert. Aber gerade bei den religiös inspirierten Werken wird es manchmal sehr platt: Ein Panzer mit einer Kirche obendrauf (Religionskriege, häh?), oder ein Glas mit Pillen drin, umrahmt von Kirchtürmen, Minaretten, Raketen und Patronen. Damit man es auch wirklich kapiert, ist das Glas mit dem Wort „Religion“ beschriftet. Sind wohl Opiumpillen drin… Der Rest ist aber nicht so plump. Zum Teil auch echt – wie sagt man in so einem Fall – inspirierend. Die Sprache ist meist Englisch und enthusiastische Kunstnerds können ruhig mal reinschauen. Ach ja, ich vergaß: „adults only“. HH

Moloko Plus #35
(EP-Format, 60 Seiten, 2,50 Euro + Porto, www.moloko-plus.de)
Das ging aber schnell. Ist noch gar nicht so lange her, dass ich die #34 in den Händen hatte. Die #35 hat Berichte über die Street Dogs, ein Interview mit Sucker, die Geschichte von Andy Sassen, dem gescheiterten HSV-Star, einen Szenebericht Serbien, Interview mit The Headlines, Rockomania Festival Malaysia, Interview mit Stanley Frank und den Razors, die Psychobilly-Story Teil 2, Interview mit Nonstop Stereo und natürlich wieder jede Menge Reviews. Insgesamt wieder ’ne runde Sache, wenn auch die besprochenen Bands weniger mein Interesse treffen als bei der #34, was allerdings mein Problem ist. Ach ja, zum ersten Mal hat das Moloko Seitenzahlen und ab der nächsten Ausgabe, die nicht lange auf sich warten lässt, soll wohl ein Inhaltsverzeichnis folgen. Gründlich verhauen ist allerdings das Layout der Werbeanzeigen, die man kaum lesen kann. Hätte man sich vielleicht doch etwas mehr Zeit nehmen sollen. Ansonsten wieder eine zu empfehlende Lektüre. Thorsten

Mind The Gap #10
(A4, 68 Seiten, 2 Euro + Porto, C. Böttjer, Chapeaurougeweg 6, 20535 Hamburg)
Ob ich die Mischpoke aus Hamburch schoma in den Händen hatte, weiß ich gar nicht. Egal, erstmal alles Gute zur Nummer 10! Den Ausgaben entsprechend sind hier keine Anfänger mehr am Werk. Dafür aber Leute, die nicht aus Hamburg rauskommen, außer vielleicht für Festivals wie das Hurricane oder Area4. An Ureinwohner befragt man Razzia, Abwärts (klasse!) und Rubberslime. Außerdem wagt man sich noch bis nach Bremen zu den Mimmis und per Mail innen Pott zu 2nd District (viel zu langatmig und in nicht erklärte Details verstrickt). Vor die Flinte kamen ihnen für ihr Jubiläum außerdem Social Distortion als sie damals in HH gastierten. Dann treibt man sich noch auf allen möglichen Konzerten rum, die mal Spaß machen und mal nicht. Im Gesamten ganz nett, aber keineswegs zwingend. Irgendwie ist man hier von interessanten, jungen oder alten Bands zu weit weg. Bin mal gespant wie die folgende „normale“ Ausgabe wird. Bocky

OX
(A4 + CD, 140 Seiten, 4,50 Euro + Porto, PF 110420, 42664 Solingen)
Na aber hallo, ich glaube inhaltlich war man im selbsternannten Punk- und HC-Zine noch nie so weit vom offensichtlichen Punkrock entfernt, wie in dieser Ausgabe. Wenigstens Mudhoney, denen die Titelstory gewidmet ist, haben zumindest sowas wie diesen Spirit. Der Rest der Nummer befindet sich im Nirgendwo der gesammelten Indielandschaft: Motorpsycho, Vibeke Saugestad, dEUS, Oiro, Rise Against. Klar ist das nur ein Auszug, aber es würde auch nicht besser werden, wenn ich mehr Combos aufführen würde. So passt der „Life is Punk“-Artikel von Abel hervorragend zu dieser Ausgabe, da auch er mit Punk nicht wirklich was am Hut haben will. Um es mit den Worten von RTL zu sagen: Das langweiligste OX aller Zeiten. Und das bei der Seitenzahl, Hut ab! Bocky

Pankerknacker #18
(A5+, 92 Seiten, 3 Euro + Porto, c/o Pankerknacker-Verlag, PF 360421, 10974 Berlin)
Der handliche Pankerknacker bleibt sich auch im Berliner Exil treu. Sehr erfreulich finde ich ja immer, dass in dieser Schmonzette vergleichsweise viele Kolumnen und Kurzgeschichten am Start sind und die Interviews oft ins zweite Glied rücken. Das hebt das Heft erfrischend von anderen Punkrock-Fanzines ab. Dass bei einer solchen Vielzahl an Mitschreibern aber auch nicht alles immer das rechte Ei des Kolumbus ist, dürfte ebenfalls klar sein. Trotzdem kennt man ja im Laufe der Zeit seine Pappenheimer und kann schon mal mit einem kurzen Blick auf den Autor die Spreu vom Weizen trennen. Ich weiß, Vorurteile sind scheiße und auch ein blindes Huhn kann mal einen Doppelkorn finden und deshalb lese ich ja auch immer alles. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, wer nicht vögelt, kriegt kein Kind! Dennoch bestätigt es sich: Auch im Pankerknacker, ist nicht alles so lustig wie es Stefano Stiletti gerne hätte. Besonders auffallend war die Durststrecke der absoluten Ausfälle auf den Seiten 20 bis 28, das unmotivierte Hatepinks-Mail-Interview, in dem ohne einmal nachzuhaken der Fragenkatalog abgearbeitet wird, die überflüssige Box-Story, das Blinddate mit Charlie Harper und der Artikel über das wichtige Thema Datenspeicherung, der ein vorbildhaftes Scheitern am Stilmittel Glosse dokumentiert. Dem gegenüber gibt es aber auch einmal wieder imposante Highlights in der Fanzinelandschaft. Als da in chronologischer Reihenfolge wären: Jan Offs Abgesang auf Punk, Mikas kultige „Rampelmann ist kein Punk“-Story, Don Chischans Erlebnisse am Flaschenpfandautomaten, die Fricksche Geschichte „Nachts am Euro“, sowie die Kurzgeschichte von Antje und Ben. Zwischen diesen Extremen gibt es aber auch noch eine breite Palette Punkrockzerstreung, wobei die Interviews mit Andi Kuttner über das Buch „33 1/3 Jahre – Keine Zukunft war gestern“, Knochenfabrik und Jan Off (langweilige Fragen, coole Antworten), sowie Stilettis Vorwort noch auf der Habenseite stehen. Immerhin also eine ganze Latte an feiner Punkrockliteratur, die man sich auf jeden Fall neben die Nachttischlampe legen sollte. Und somit gibt es trotz einiger Minuspunkte eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für ein Heft ohne CD. P.S.: Wer ist eigentlich diese fast nackte Hippie-Tusse mit hässlicher Achselbehaarung auf Seite 3? Obnoxious

Plastic Bomb #63
(A4 + CD, 76 Seiten, 3,50 Euro + Porto, PF 100205, 47002 Duisburg)
Ganz arg bunt ist die Bombe dieses Mal und bringt viele Bands aus verschiedenen Genres unter dem großen Punkrock-Hut zusammen: Knochenfabrik, Upright Citizens, SS-Kaliert, Gonads, Escapado, Reagan Youth um noch nicht mal alle zu nennen. Bei den letztgenannten HC-Peace-Punk-Heroen aus New York ist es sehr schade, dass Helge lediglich den neuen Sänger vor die Flinte bekommt. Der ist nämlich nicht gerade aussagekräftig, was bei solch einer Band wirklich bedauerlich ist. Das Interview hat was vom Auftritt der Band beim Ruhrpott-Rodeo, welcher vom Hörensagen grauenhaft gewesen sein muss. So mit Metal-Gitarre!? Dahingegen kommt die Kurzbefragung der Knochenfabrikler Claus und Achim in ’nem schönen „Fuck off“-Stil. Die konnten dem live (Back to Future) aber auch nicht gerecht werden, machten somit aber wieder alles richtig, indem sie nicht das machten, was man von ihnen erwartete. Kapiert? Exoten-Ingo hängt auch weiterhin seine Fahne in den Wind und wartet mit der Vorstellung einer Combo aus Grönland auf. Die interessante Reihe „Anders Leben“ wird ebenso weitergeführt, wie die „Herstory of Punk“. Sprich, wer im 3-monatigen Rhythmus auf dem Laufenden bleiben will, was Punkrock jenseits von Musikclubs betrifft, ist mal wieder bestens bedient! Bocky

Plastic Bomb #64
(A4 + CD, 76 Seiten, 3,50 Euro + Porto, PF 100205, 47002 Duisburg)
In Sachen Outfit beschreitet man in der Bombe neue Wege und sieht, wirkt, fühlt sich immer DIY-mäßiger an. Sprich das Aushängeschild deutschsprachiger Punk-Fanzines wird vom Papier her immer dünner. Inhaltlich kann man das nicht unbedingt behaupten, wobei das Adicts-Interview ähnlich schmalbrüstig rüber kommt, wie unseres. Aus dem Interview mit Black Fag hätte man auch mehr machen können. Den Tiefpunkt erreicht diese Ausgabe wenn Björn mit Menace spricht. Leider muss ich mich fragen, wann der Gute aufhört alte Helden zu befragen, die so rein gar nichts mehr zu sagen haben? Die tingeln doch wie viele ihrer alten Kollegen nur noch durch die Gegend, um sich daheim nicht zu langweilen und umsonst Bier bekommen. Der Rest der Ausgabe ist wie gewohnt unterhaltsame, gute Kost. Insbesondere die ausführlichen Aufeinandertreffen mit Assasinators und Oi Polloi. In der Rubrik „Anders Leben“ kommen die „Let’s fight white pride“ Leute zu Wort und erklären den Unterschied zu „Good Night White Pride“, der zwar nicht riesig, dafür bestimmt ist. Gut finde ich die von Atakeks, der künftig unterbewertete oder nicht genug beachtete Bands vorstellen will – in diesem Falle Tischlerei Lischitzki. Doch eine Bitte, wegen der Fragen nach Bandname, Punk-Lebenslauf und Bandeinflüsse muss man nicht über ne halbe Seite vergeuden. Das packt man doch in die Einleitung, oder? Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen: Das 3-monatige Basiswerk. Bocky

Taugenix #5
Die fünfte Ausgabe des Fanzines für den jungen Deutschpunker mit Vorliebe für Nix Gut Bands. Diesmal mit dabei: Interviews mit Rawside, Polkahontas, Normahl, Kasa, Wilde Zeiten, Chaos Z, Kafkas, Proud To Be Punk, dazu wie immer Cocktail- und Brotaufstrich-Rezepte, Foto-Punk-Story, Konzertberichte und eine CD-Beilage mit massenhaft Deutschpunkmusik drauf und, und, und. Jasmin

Trust #130
(A4, 68 Seiten, 2,50 Euro + Porto, PF 110762, 28087 Bremen)
Ui, das ist ja schon eine Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal eine Ausgabe des Trust in den Fingern gehabt habe. Das Trust war eigentlich noch nie so richtig mein Ding und so war ich jetzt doch einigermaßen gespannt. Naja, viel verändert hat sich ja scheinbar nicht. Die ersten Seiten sind mit Kolumnen, News und ewig vielen Konzertdaten gefüllt. Zum ersten Mal interessant wird es erst auf Seite 15 mit dem fein geführten Interview mit Jonny dem Sänger von Oiro und Blurr-Herausgeber. Informativ und unverkrampft, da macht das Kacken doch schon viel mehr Spaß. Das folgende Two Tone Boa-Interview mit Sherry Fraser verursacht dann aber gerade nur noch so viel Interesse, dass es lediglich die Zeit einer Sitzpisserei füllt. Kann ich jetzt mal gar nichts mit anfangen. Und das Fragespiel mit Death Set ist kurz und ziemlich uninspiriert. Wobei ich zwischenzeitlich die neue CD von Death Set angehört habe und jetzt eigentlich schon fast beleidigt bin, dass da nicht mehr von dem Elektro-Punk-Duo zu erfahren war. Checkt die mal bei MySpace an. No Use For A Name hab ich überblättert, den Artikel über Partnerinnen schwuler Männer und den Superfuzz-Japsen Boris auch. Das Interview mit den Krautrockern von S/T hab ich nur aus zwei gründen gelesen. Erstens wegen dem lokalen Bezugspunkt Frankfurt und zweitens weil es von Jan Röhlk geführt wurde und das ist allein schon Garantie genug, dass man in den nächsten Minuten Spaß haben wird. Und tatsächlich, die Mühe hat sich gelohnt, auch wenn man mit der Mucke nix anfangen kann. Sehr interessant war dann aber der zweite Teil des Tour-Tagebuchs von Mönster nach Russland und was es dort im Osten noch so gibt. Den Abschluss bildet ein weiteres gutes Interview. Diesmal mit den Hamburger Turbospeed-Violencewasweißich-Rockern Yacøpsae. Danach noch 15 Seiten Reviews, ach ja, die Fanzine- und Bücherecke hätte ich jetzt fast vergessen. Fazit: Licht und Schatten geben sich die Klinge in die Hand und gut, dass wir darüber gesprochen haben. Obnoxious

Trust #131
(A4, 60 Seiten, 2,50 Euro + Porto, PF 110762, 28087 Bremen)
Keine Ahnung, aber ich glaube so schnell war ich noch nie durch eine Ausgabe dieses HC-Fanzines durch. Ich schätze das hatte nicht mal 1 Stunde gedauert. Na, und da im Bremer Vorzeigeblatt nicht alles interessant ist, braucht man bei 5 Artikeln nicht mal eine Hand, um abzuzählen, was Sache ist. (Anm. Obnoxious: Dem kann man eigentlich nur beipflichten, wobei man feststellen muss, dass diese Ausgabe wenigstens durch Jan Röhlks Beiträge mit Gern Blandsten Records und der Fragerunde bezüglich HC-Punk-Fanzines vs. Message-Boards am Leben erhalten bleibt. Ohne Jan wäre diese Ausgabe ein absoluter Reinfall, aber so ist sie doch nicht ganz verloren. Nicht umsonst bezeichnet Underdog-Fred in seiner #24 Jan als „kreativen Motor“ des Trust-Zines. Recht hat er!) Bocky

Underdog #24
(A5, 72 Seiten, 2,50 Euro + Porto, c/o Fred Spenner, Narzissenweg 21, 27793 Wildeshausen)
Das Underdog bietet neben den bekannten Rubriken wie Krieg den Palästen, News, Kolumnen, Linksblick und damit jeder Menge Infos ein Mal mehr eine abwechslungsreiche Lektüre. Sehr interessant fand ich das Interview mit den Leuten vom Freiraum-Kollektiv in Innsbruck. Diese lose Gruppierung versucht mit witzigen, aber nicht minder durchdachten Aktionen gegen die stetig wachsende Überwachungsmaßnahmen in ihrer Heimatstadt anzukämpfen. Da kann man einiges an Informationen und Anregungen rausziehen. Umfassende Interviews gibt es diesmal mit Fabsi von den Mimmis und Archi Alert und Johnny Bottrop von der Terrorgruppe. Fabsi wird einiges aus seiner Punkrock-Vergangenheit als Musiker, Labelmacher und Szenebeobachter aus der Nase gezogen. Außerdem gibt er bereitwillig Auskunft über diverse finanzielle und private Schicksalschläge, die wirklich zu Herzen gehen können. Fred hat aber auch das nötige Einfühlungsvermögen, um wirklich gute Interviews zu führen. Respekt! Dass er aber auch anders kann, beweist er im Interview mit den Ex-Terroristen, die sich schnell durch seine kontroversen Fragestellungen bezüglich der kommerziellen Ausschlachtung der einstigen Vorzeigeband Terrorgruppe, schnell angepisst fühlen. Die Fragen sind gerechtfertigt und dass Archi und Johnny so dünnhäutig reagieren überrascht das ein oder andere Mal dann doch. Nachts zuvor nur schlecht gefickt oder beißen bellende Hunde also doch? Jedenfalls zwei Interviews für die allein sich der Kauf des Underdogs schon lohnt. Etwas kurz kommt diesmal Teil 3 der Feldstudie „Du bist Deine Szene“. Frage und Antwort stehen in dieser Ausgabe Ingo Rohrer vom Sabbel-Zine, Theo Krause (Sänger von Einsturz) und Torben von dem (R)Ohrpost-Zine. Dazu natürlich Tonträger- und Literatur-Reviews. Die obligatorische CD-Beilage ist gewohnt abwechslungsreich, wobei meist (zumindest mir) unbekannte Bands am Start sind, was die Sache nicht weniger unterstützenswert macht. Die Gewinner der CD sind All In The Game (erinnern mich an The Gee Strings) und Daisy Chain. Check it out and go for gold! Obnoxious

Useless #101
(A4, 64 Seiten, 3 Euro + Porto, c/o R. Brocher, Johannesstr.65, 41061 Mönchengladbach)
Wow, so ein hässliches Cover habe ich bei einem Punkrock-Fanzine ja schon lange nicht mehr gesehen. Ich spreche nicht von Roxy Epoxy, die zwar auch nicht meinem Schönheitsideal entspricht, aber der Hintergrund des Vierfarbcovers ist jetzt mal so richtig unter aller Sau. So was muss man erstmal schaffen! Über den ersten Schreck hinweg, beim Blick auf das Inhaltsverzeichnis muss man dann auch ein paar Mal schlucken: Jennifer Rostock? Donots? „Schenkel, Sprüche, Schnitzel“? „Tod einer Topfpflanze“? Aber mal sehen, es kommt ja auf den tatsächlichen Inhalt an. Ein paar Stunden später ist man klüger. Teilweise gehen hier Artikel nicht über das Niveau einer gymnasialen Schülerzeitung hinaus, andere sind dafür wirklich sehr unterhaltsam. Ein Mittelmaß bilden diejenigen Artikel, die zwar durchaus einen guten Ansatz erkennen lassen, aber dann auf der halben Strecke einfach so verrecken. Leider. Spaßig war zum Beispiel der Artikel von Peter Ruffing, der sich hier als Muff Potters Glen Matlock einen Schade-es-hätte-so-toll-sein-können-Orden verdient. Die Beiträge von Miri Trouble, der Zine-Praktikantin, sind größtenteils als schlimm und pubertär zu bezeichnen. Viele der kurzen Interviews mit Menschen, die eigentlich schon was zu sagen hätten, sind ziemlich harmlos, unreflektiert und kratzen nicht einmal an der Oberfläche der Oberfläche. Ach ja das Layout: Ich kenne mich mit so was zwar nicht aus, aber es sieht verdammt nach einem billigen Computerprogramm aus, mit dem man sich noch nicht so richtig auskennt. Ah, hier, das Doppelinterview mit Plastic Bomb-Swen und Alex vom Tante Guerilla-Shop über das Thema Sweatshop-freie Produkte ist dann doch ziemlich aufschlussreich, da hat Rene echt gute Arbeit geleistet und zumindest mal auf die Problematik aufmerksam gemacht. Und auch das Mia san dageng!-Interview mit Katz und Olli weiß durchaus zu gefallen. Der omnipräsente Nagel geht mir aber so langsam so richtig auf den Sack. Und der Rest am Arsch vorbei. Echt gut dagegen ist die beiliegende Gratis-CD, bei der es in 77 Minuten kaum einen Ausfall gibt. Oft kommt so was ja nicht vor bei CD-Beilagen in Zines. Aber eigentlich sollte man sich ein Zine ja wegen nicht wegen der CD kaufen, bei dieser Useless-Ausgabe ist eine solche Überlegung aber durchaus zulässig. Ums kurz zu machen. Im Heft steckt viel Potential, aber für die nächsten Ausgaben auch bestimmt noch viel Arbeit. Und vielleicht würde das Ganze dann doch besser als A5er um die Ecke biegen, dann wäre die Messlatte auch nicht so hoch… Obnoxious

Wasted #2
(A5, 52 Seiten, 1,50 Euro + Porto, wasted-punkzine@web.de)
So muss ein Heft wohl aussehen, wenn ein paar junge, engagierte Punker ein Fanzine herausbringen und sich – ohne dabei völlig zu resignieren – über den ganzen Mist hier mal ordentlich auskotzen wollen: Haufenweise Berichte, Stories und Interviews wechseln sich mit mehreren Reviews, einigen politischen Beiträgen sowie veganen Rezepten und anderem Geschriebse ab. Manchmal interessant, oft zum Schmunzeln und des Öfteren zum die-Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen – aber insgesamt doch sehr sympathisch. Genau das Richtige für die Toilette zuhause und auf jeden Fall ausbaufähig! Kommt inclusive einem A3-Poster. Zechi



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