Tonträger Reviews R-Z

| Oktober 3rd, 2008

 

RADIO DEAD ONES – s/t

(CD, Bad Dog)

Ehre, wem Ehre gebührt und dem Tüchtigen, was ihm zusteht. Ich denke so oder ähnlich kommt das hin, die Gang aus Berlin beschreibend. So durften sie nämlich dieses Jahr mit auf die „Bad Boys For Life“-Tour, obwohl mit dem selbst betitelten Album gerade ihre erste Scheibe vorliegt. Dementsprechend mussten die Vorleistungen stimmen. Das tun sie auch, denn in der Hauptstadt selbst ist das Quintett eher selten anzutreffen, als auf Bühnen in ganz Deutschland und den angrenzenden Ländern. Demzufolge ist die Erfahrung, die RDO sammeln konnte hinreichend groß, um auf solch einer Ochsentour zu bestehen. Sleazy Glam und ein rostige Nägel spuckender Sänger machen halt schon Spaß.   Bocky

THE RANCORS – Weg!

(CD/LP, Schlecht & Schwindlig Records)

Die Rancors gibt’s seit 8 Jahren und das ist ihr erstes Album (abgesehen von einer 7“ vor vier Jahren). Und das ist also, was die Münchner innerhalb von acht Jahren auf die Beine gestellt haben: Ein Jammerspiel. Traurig. Jedes Lied klingt anders, sämtliche Musikstile (Deutschpunk, Oi!, Melody, Ska, Whatever) werden zu verarbeiten versucht. „Versucht“ wohlgemerkt. Offiziell läuft das Ganze unter dem Banner Streetpunk. Ich würde eher orientierungsloses, holpriges Geschrammel sagen. Nee, nee, das ist nix. Hoffentlich dauert es wieder 8 Jahre bis zum nächsten Tonträger.   Jasmin

RAUM 101 – Schnupperteil

(Demo, Epistrophy.de)

Zwei-Song-Rein-Schnupper-Teil, keine Infos und ein Aufkleber – na geil. Die Musik ist sehr eigenständig, der Gesang hat Wiedererkennungswert. 4 Real! Ich sach ma: Gitarrengeschrubbe, etwas Punk, etwas Core, hochgradig nasaler Gesang, wie der von dieser ostdeutschen Band, die ich nicht hör. Wenigstens sind die Lieder kurz.   Captain Mocker

RED BANNER – No Ens Aturaran

(CD, Mad Butcher)

Der Name ist hier im doppelten Sinn Programm. Was kann man erwarten, wenn eine Band mit dem Namen Red Banner auf dem Label Mad Butcher eine CD raus bringt? Richtig, hymnischen, melodischen, antifaschistischen Streetpunk, oder von mir aus auch Combat Rock. Das alles ist grundsätzlich zwar eher lobenswert als verwerflich, aber in der epischen Breite von 20 Songs in über einer Stunde doch etwas ermüdend. Leider sind die Texte auch nur in der Muttersprache Katalanisch abgedruckt, so dass man hier nicht viel zerstreuende Unterhaltung findet. Egal, neben den elf regulären Album-Titeln befindenden sich auf der CD noch Songs der Albums „Catalunya Punk’s“ aus dem Jahr 2005 plus zwei weitere Bonustracks. Für einschlägig musikalisch Interessierte mag das alles sehr viel versprechend klingen. Ich für meinen Teil lege aber nach einer gewissen Zeit anfänglich wohlwollenden Mitwippens doch wieder die Beine hoch und schaue mir das Treiben in Nachbars Garten an.   Obnoxious

RIOT BRIGADE – Break Addiction

(CD, Concrete Jungle)

Betrachtet man sich ein Foto dieser Band, könnte man auf den Gedanken kommen, die machen 08/15-Steilo-Streetpunk, wenn man denn in gängigen Klischees denkt. Stattdessen dröhnt hier HC/Punk aus den Boxen, wie er überm großen Teich in den 80ern gespielt wurde. Selbstbewusst machen Riot Brigade im Laufe dieser Scheibe mit einem Rundumschlag gegen alles was einengt und an der freien Entfaltung hindert sich und der Außenwelt klar, wo sie stehen. Der Titel des Albums, Abhängigkeit zu brechen, zieht sich denn auch wie ein roter Faden durchs Album und ist auch auf dem Cover visuell umgesetzt worden. Textlich geht’s gegen nationale Grenzen, die auch immer geistige Grenzen bedeuten, den Unterdrückungs- und Kontrollwahn des Staates und die mediale Gehirnwäsche. Elitäres (Punk-)Szeneverhalten wird angegriffen, genauso wie die heuchlerische Spendenpraxis von UNICEF & Co. Auch die ollen Christen kriegen noch eine mit und zu guter Letzt wird die ganze Verachtung noch einmal auf Deutsch (ansonsten alles Angelsächsisch) ausgekotzt. Wenn dieser Stoff auch musikalisch nix neues ist, reißt er einen vor allem live gehörig mit, denn die Stuttgarter bringen ordentlich Energie auf die Bühne. Also kauft, brennt, zieht und klaut euch die Scheiße, es lohnt sich.   Chemical Maze

 

ROCKET FROM THE CRYPT – R.I.P.

(CD + DVD, Vagrant)

Dracula schreit nicht mehr. Am 31.10.05 gaben RFTC in San Diego ihr letztes Konzert. RFTC bezeichnen sich selber als Rock’n’Roll-Band. Die Punkeinflüsse sind aber unverkennbar. Aber bloßer Punk ist es halt doch nicht. Mag wohl an den Bläsern liegen. Normalerweise mag ich kein Getröte, aber bei RFTC passt es perfekt. Punk, Bläser, Rock’n’Roll. Jedenfalls wird das letzte Konzert auf dieser CD posthum veröffentlicht. Und das ist bedeutend. Gute Soundqualität, exzellente Songauswahl und die Live-Atmosphäre wurde fein eingefangen. Ein würdiges Dokument für diese außerordentliche Band. Auf der DVD kann man sich die Sache dann auch noch anschauen. Sehr gut – und spaßig, wenn der Kameramann bei „Born In ’69“ in den Massenpogo miteinbezogen wird. Großes Kino.   HH

PS: Das Rechtschreibprogramm meines Computers beanstandete das Wort Massenpogo und bot mir dafür Massenpopo an. Humpf… HH

DIE RÖMER – In vollen Zügen

(CD, dieroemer-punkrock.de)

Das Trio aus der Augsburger Gegend bietet deutschsprachigen Funpunk mit Anleihen zum Pop und Rock. Ist also alles frei von der Leber weg gespielt und macht ihnen Spaß. Mir irgendwie auch. Klar, der Stil ist nicht richtig klasse, die Texte nix neues oder platt. Trotzdem schaffen die drei es, kein Abklatsch zu sein oder tumb zu wirken. Die Platte hinterlässt keine negativen Nebenwirkungen. Na, denn kommt mal vorbei und ich hoppel mit ’nem Grinsen vor eurer Bühne rum.   Bocky

 

THE SEWER RATS – Rat Attack

(CD, Bitzcore)

Das Label teilt mit, man möge die Sewer Rats unter Punkrock und nicht unter Rockabilly einordnen. Das geht klar. Die Band hantiert zwar mit Kontrabass, was zwar einen Rockabilly-Einschlag nicht verleugnen lässt, aber von der Struktur her sind die Stücke tatsächlich unmissverständlich Punkrock. Sauguter Punkrock. Schnell und unkompliziert. Und durch den Bass sehr eigenständig. Eigentlich kann man das Ganze als Rock’n’Roll bezeichnen. Nicht der klassische Rock’n’Roll, sondern der Rock’n’Roll wie er heutzutage sein soll. Ich zeige mich hochzufrieden und teile Eddie Cochran und Joe Strummer telepathisch mit, dass hier unten alles gut ist.   HH

SHADOWBIRDS – Unexpected 

(MCD, Crazy Love Records)

„Unexpected“ ist der Debüt-Silberling der Psychobilly-Band Shadowbirds. Die ungarischen Schattenschwingen treten immer mit Eishockeymasken auf – wahrscheinlich haben sie etwas zu verbergen …! Gar nicht verstecken muss sich dagegen ihre erste Veröffentlichung. Das Trio spielt aggressiven, erdigen Psycho mit einer guten Kante Rock’n’Roll und Rockabilly. Auf der MCD sind vier Songs: zwei eigene, und zwei Coverversionen („I’m The Wolfman“ und „Rockin’ Bones“). Die Band gibt es erst seit etwa einem Jahr. Man merkt dennoch bei ihnen die langjährige Spielerfahrung. Schade, dass es nichts auf Vinyl von ihnen gibt. Gelungenes Debüt!   Igor

SIN LOGICA – The Global Disaster 

(LP, Campary/ROMP Prod.)

Anarchopunk aus Switzerlanden dröhnt hier ans kaputte Ohr. Mal geht’s in die 80er UK-Punk-Richtung, mal wird rockiger Hardcorepunk gespielt. Sin Logica beziehen Stellung gegen die Heuchelei der westlichen Welt in puncto humanitäre Hilfe, Krieg und mediale Massenmanipulation. Weiterhin werden Abschiebung und Religion auf den Scheiterhaufen geworfen. Ein Lied, das in gewissen Kreisen für Sprengstoff sorgen wird, trägt den Titel „Kriegsverbrecher Sharon“. Meine Meinung: Kriegsverbrecher gibt es auf beiden Seiten und der General a.D. gehört mit Sicherheit dazu (genauso wie Hamas und Konsorten). Ich durfte Sin Logica vor ca. 4 (oder mehr?) Jahren in der Volta (RIP) zu Basel bestaunen, wo sie zusammen mit Lazer!!!(ebenfalls RIP) ein atemberaubendes Kellerkonzert zelebrierten. Live gefielen sie mir besser als auf Platte, aber die rult trotzdem OK!   Chemical Maze

SKEPTIC ELEPTIC – Get Addicted

(CD, Dambuster)

Der östereichische Punkexport legt sein drittes Werk vor, hat wohl seinen Weg gefunden und sich dem Glam verschrieben. Richtig schweißnass wird es aber nicht, dafür sind die vier Kerle viel zu cool und arrogant. Damit verfehlen sie nicht, worauf es ihnen ankommt, spielen stattdessen eher mit der Befindlichkeit des Hörers und fordern ihn somit auf sich intensiver mit ihnen zu befassen. Unterstrichen wird das hierbei auch visuell mit dem Clip, den es auf der CD zum Titelsong gibt. Zwei krasse Aussetzer hat das Album bei den Titeln „Oh Yeah“ und „Atomic“. Beim ersten klingt man zu sehr nach den Briefs, was man nicht macht, wenn man nicht halbwegs so durchgeknallt ist, wie die Amis. Und „Atomic“ ist ein schlechter Abklatsch der Hives vor circa 4-5Jahren (ui, Fettnäpfchen; eigentlich ist der Song ja von Blondie und noch viel älter, Anm. Klugscheißer Obnoxious), wobei man nur verlieren kann! Bin mal gespannt wie die Scheibe ankommt, da sie das Potential zur Polarisierung hat. Zumindest beim männlichen Hörer, bei den Frauen werden die Jungs sicher direkt punkten.   Bocky

 

THE SKUZZIES – Shotgun Romance

(MCD, Flamingo Records)

Die drei Stücke der Skuzzies erinnern mich an so manche Platte, welche eine ehemals prachtvolle Punkrockband herausgebracht hat, nachdem sie ihren Zenit überschritten hat. Rockmusik mit Reggae gepaart. Nur hierbei handelt es sich nicht um ein peinliches unnutzes Spätwerk alternder Heroen. Vielleicht sollte man das Spätwerk der Skuzzies abwarten…   HH

 

SLUP – Miasma

(CD, Horror Business Records)

Schnell und gut. Viel PunkRock und Heartchore gibt’s bei den ersten fünf Songs. Hier gefallen mir besonders die Bassläufe à la Die Regierung auf 45 Umdrehungen pro Minute, statt mit 33 1/3 (die Älteren unter uns werden es wissen). Die zweite Hälfte wird etwas langsamer und leider auch etwas langatmiger. Dennoch werden Slup mit einem Reggae-Anleihen-Stückchen nicht gleich zur „Ruhrpott Reggae-Punk“-Band. Keiner will mehr Schubladen; auch nicht in Dortmund. Im Discounter steht alles in Regalen. Nach 14 Jahren noch zusammen, Songs, Cover und Booklet mit Herz gemacht, mit dem Generator illegal, umsonst und draußen VOR Konzerthallen oder Skate-Events gespielt, macht zusammen dreimal Plus für Slup.   Captain Mocker

SMELLY CAPS – s/t

(CD,  HYPERLINK „http://www.smellycaps.de“ www.smellycaps.de)

Altherrenrock! Mehr fällt mir dazu eigentlich nicht ein… Bei aller Hochachtung vor Micro (u.a. Abstürzende Brieftauben uva) und seinem Lebenswerk, dem Respekt für Thorsten für sein Mittun bei den Boskops und dem unbekannten Treiben von Dirk bei Tickbreeder und Schorge und Jenne bei Narbengesicht, ringt mir die vorliegende CD nur ein mildes Lächeln ab. Hymnische Streetpunk-Einflüsse ohne Oi! hier, Gitarren-Soli da und Schweinerock im Punkrock-Mantel dort. Fade. Dazu ein Sänger, der sich nicht zwischen Lemmy und Fat Mike entscheiden kann. Plus die peinliche Verkleidung der Band als Village People beim Booklet-Artwork. Gähn! Naja, wenigstens scheinen sie Spaß in ihrem Proberaum im Keller des UJZ Glocksee zu Hannover zu haben. Und das ist ja auch schon was. Wenn auch viel zu wenig…   Obnoxious

SNIFFING GLUE – We Are… Sniffing Glue …Fuck You!

(CD, Rising Riot Records)

Scheiße, wie geil ist das denn? Hätte nicht gedacht, dass mich das Hardcoregewichse einer aktuellen Band noch einmal so aus meinem vollgefurzten Ohrensessel reißen kann. Aber oha, Sniffing Glue machen es möglich. Statt des erwarteten 77er Punkrocks (wegen dem Bandnamen, Alda!), drischt einem die CD nach geglücktem Einlegen eine fette Bratze Oldschool Hardcore made in USA in die Fresse. Ein Vergleich mit Black Flag, Gang Green oder den verehrten Circle Jerks ist hier wirklich nicht zu hoch gegriffen. Wundervoll kurze Songs, schnell und prägnant auf den Punkt gebracht. Super Texte, passender Gesang und saubere Instrumentierung. Wie ging das mit dem Slamdance gleich noch mal? Im Vergleich zur letztjährigen Vinyl-Version mit drei Bonustracks gratis dazu. Zuschlagen! So und so!!!   Obnoxious

 

SNOERD – Zähltage

(CD, Kidnap Music/Elfenart Records)

Endlich! Eine Band mit eigenem Sound! Punk auf Deutsch. Melancholisch, Herbst, Weltschmerz, Energie zum Ausbruch, Kraft zum Aufbruch. Snoerd packen deine Verzweifelung und verwandeln sie in Hoffnung, naja oder so irgendwas, auf jeden Fall bewegen sie mich. Rebellion wogegen auch immer und Ideale, welche auch immer, alles macht doch noch irgendwo Sinn und wird letztlich zu einem guten Ende führen. Wer Oma Hans (etc.), Muff Potter, EA 80 oder Boxhamsters mag ist hier supergut bedient. Für mich die BESTE CD seit drei Ausgaben PunkRock! Danke.   Captain Mocker

 

SOZI BRAIN – Die Lebensfreude während deiner Depressionen

(CD, Toxxrecords)

Die Jugendlichen sind. Sie denken viel (18 Lieder), viel Soziales und viel über 

menschliches Miteinander. Textlich manchmal nah am Klischee, aber dann kommt doch noch ein Kniff, eine interessante Wendung. Für den Spaßfaktor sorgen Ausflüge in die  Pilze, Pilse sowie Karotten. Musikalisch abwechslungsreich, ideengeladen und gut gemacht. Mal etwas Ska, mal etwas Oi, meist mittelalterliche Gesangsmelodieführung. Insgesamt sehr melodisch und dennoch PunkRock – na also, es geht doch. Drei oder vier Songs weniger, wären im Gesamteindruck eventuell mehr gewesen.   Captain Mocker

SPÄTZLESDRECK – We Don’t Kehr

(MC, Cornelia Spengler, Meerweibchenstr. 3, 76829 Landau)

Ich habe lebenslänglich. Ich bin bekennender Schwabe. Mal mehr, mal weniger stolz darauf. Wobei es einem schon mehr als peinlich sein muss, wenn Schwaben gruppenweise in andere Landstriche einfallen. Rein sprachlich gesehen. Vom Benehmen ganz zu schweigen… Trotz allem haben auch 15 Jahre im badischen Exil in Mannheim und mittlerweile fast zwei Jahre in Frankfurt (das liegt im bösen Hessenland) nix daran geändert. Und Spätzlesdreck werden das auch nicht schaffen, obwohl ich als schwäbische Lebensform an sich ja sehr sensibel und hochkomplex bin. Spätzlesdreck verballhornen alles Schwäbische. Neben den ureigensten schwäbischen Marotten beschäftigen sie sich textlich mit Chaos, Saufen, Hippie-, Kapitalisten- und Nazipack. Die volle Breitseite also und das im seit den 80ern zeitlosen Kostüm des passenden Rumpelpunks. Ich muss schon sagen: sehr feinsinnig! Jedoch muss man schon zugeben, dass die Band, die wohlweislich nicht aus Schwaben stammt, dabei verblüffend stilecht und ausdruckssicher auftritt. Arschlöcher! Da fließt vielleicht doch der ein oder andere Tropfen Schwabenblut durch die Adern. Man will es nur nicht zugeben. Nebenbei: Die Gründung während eines Kommando Vollsaufen-Konzerts ist unüberhörbar. Aber: Ist das jetzt große Kunst oder große Scheiße? Keine Ahnung, eventuell könnte man es als schwerverständliche Realsatire vermarkten. Hörets eich halt emol selber oa! Ond hauet Spätzlesdreck denoch oifach oine uff’d Gosch!   Obnoxious

SPANX – Love, Hate, Pain

(CD, Pukemusic)

So stell ich mir einen Abend nach einer durchzechten Nacht vor. Mucke die super eingängig ist, nicht viel fordert, aber auch nicht nervt, wenn sie aus der Konserve kommt. Live hingegen kann ich mir die Berliner als gute Vorband vorstellen. Technisch weiß die Band, was sie macht, hat gute Melodien, die Gitarrensoli sind gut eingefügt und nicht zu lange, weswegen sie nicht stören. Über die deutschen und englischen Texte kann man auch nicht meckern, es gibt keine Ausfälle. Viel eher weiß man worüber gesungen wird, da man die besungenen Themen zur Genüge kennt. Also vor dem Antesten schön daran denken: Das ist eine Scheibe für die eher ruhigeren Momente im Leben und nix für eine sich wild und furios abzeichnende Nacht.   Bocky

SPLIT – Bubonix / Amen 81 

(7“, Matula Rec.)

Wenn zwei solche Kaliber gemeinsame Sache machen, kann ja im Grunde nur Großartiges bei rumkommen. Und wen wundert’s; das Teil killt an allen Ecken und Enden. Die Bubos tragen hier, nach dem (für ihre Verhältnisse) teilweise recht gediegenen letzten Album mit dem bereits vielfach live erprobten „February“ und vor allem der Obergranate „ HYPERLINK „http://www.musik-sammler.de/artist/36959“ 25:70“ zwei Prügelsmasher bei, die eigentlich JEDEN Split-Genossen alt aussehen lassen würden. Aber die Nürnberger Crusties lassen sich auf der Flip auch nicht lumpen und haben mit „ HYPERLINK „http://www.musik-sammler.de/artist/41618“ Disdeutsch“ (super Titel) und „Paraphrasen“ ebenfalls zwei Teppichklopfer der Güteklasse A abgeliefert. Limitiert auf Tausend Exies, also ranhalten.   Snitch

SPLIT – Der ’n Rat / Penetraitors 

(7“, Empty) 

Der ein oder die andere dürfte die Franken Penetraitors durchaus kennen. Dort am Mikro steht Kübel, seines Zeichens damals Sänger bei den Brassknuckles. Den Splitpartner kennt wohl niemand, weil es dieses Team gar nicht als Band gibt. Hinter dem Namen verbergen sich keine geringeren als Rat Scabies von The Damned und Derwood von Generation X. Was Seite A und B gemeinsam haben ist, dass sie in der Sawblade-Reihe von Empty erscheinen. Dabei handelt es sich um rotes Vinyl in Form eines Sägeblattes. Geiles Teil, das! Musikalisch widmen sich die beiden Gruppen jeweils einem Song von David Bowie. Wie gut die Covers sind, kann ich nicht beurteilen, da ich die Originale nicht kenne. Persönlich favorisiere ich jedoch den Streetpunk-Song der Franken. Mal wieder ’ne Scheibe für Sammler.   Bocky

SPLIT – Destructors666 / Fletch Cadillac – Biberati Ut Gothi

SPLIT– Destructors666 / White Clouds & Gunfire – Caveat Emptor

(CD, Rowdy Farrago Records)

Ich dachte schon das neue Punkrock! müsste ohne Destructors666 auskommen. Aber die Jungs aus England sind fleißig und beglücken uns mit zwei neuen Split-Singles. Auch hier wieder mit ölverschmiertem, garagelastigem Bikepunker-Style mit angepisstem Sänger. Die ersten beiden Songs von Destructors666 der Singles sind jeweils Coversongs (z.B.: von The Destructors, Flamin’ Groovies, Lou Reed) und das Letzte ist eine Eigenkreation. Die Covers werden ordentlich durch den bandeigenen Fleischwolf gedreht und mit Punk-Spirit wieder ausgekotzt. Gut so. Fletch Cadillac spielen drei schöne Punkrock-Songs die hier und da ein bisschen Garage und Horror-Style auftanken und verbreiten gute Laune. White Clouds & Gunfire kommen aus der gleichen Stadt wie die Destructors666 und spielen schönen melodischen Punkrock. Es werden auch schon mal die Fuzz-Pedale und WahWahs angeschmissen und das Ganze mit Keyboard und Elektronik unterfüttert. Zuckersüß und macht einfach Spaß.   Ralf

SPLIT – Enemy Alliance / The Indecision Alarm – The New Wind And The Second Wave

(CD, Horror Business)

Venerea und Satanic Surfers sind tot, lang lebe Enemy Alliance! Adhesive sind tot, lang lebe The Indecision Alarm! Die Crème de la Crème des schwedischen Punkrocks hat sich aufgelöst und zwei neue Bands gegründet, gemeinsam eine Split-CD raus gebracht und gemeinsam ausgiebig getourt. Das Lustige an der Sache ist, dass man, außer am Gesang eigentlich gar nicht großartig merkt, wann die eine Band fertig ist und die nächste anfängt. Ich glaub’ die wollten bestimmt gemeinsam eine Band gründen, da sie aber mit 9 Mann zu viele waren, haben sie sich einfach auf zwei Bands aufgeteilt – eine die es ein wenig härter mag, die andre ein wenig langsamer. Stört mich nicht, somit gibt es wenigstens zwei gute Bands mehr auf dieser Welt, auch schön. Musikalisch wird im Großen und Ganzen an die Vorgängerbands angeschlossen. Lustiges Layout übrigens, macht sehr viel Spaß beim Lesen und Angucken.   Jasmin

SPLIT – Funeral March / Radio Dead Ones 

(LP, No Solution Rec.)

Ich muss ja zugeben, dass mich die Berliner Radio Dead Ones, als sie mit den legendären Agent Orange auf Tour waren, nicht allzu sehr umgehauen hatten, zu arg aufgesetzt erschien ihr Rancid-Geklone. Wie auf dieser hübsch aufgemachten Split-12“ nachzuhören ist, haben die Herren noch mal zwei Pfund Eigenständigkeit ergattert und brettern recht annehmbar durchs Gebälk. Klare Gewinner sind allerdings dennoch Funeral March, die dem Ruhrpott- typischen Umbruch-Glampunk mit Dumbell-Anleihen noch ’ne ordentliche Aggrokelle zugefügt haben und hier quasi nur Hits abliefern. Allein die Beckenhaue ist schon Grammy-verdächtig. Gutes Teil.   Snitch

 

SPLIT – Global Parasite / The Arteries

(7“, Complete Control Music)

Beide Bands kommen aus Wales und geben jeweils einen Song zum Besten. Global Parasite spielen dreckigen Punkrock mit ordentlich Power. The Arteries gehen etwas melodischer und rockiger zu Werke. Die Songs liefern guten England-Punkstyle und verlangen dringend nach mehr. Ein Song pro Seite auf dieser wunderschön aufgemachten weißen 7“ ist ein schöner Leckerbissen zum Appetit anregen. Bitte mehr davon.   Ralf

SPLIT – What We Feel / Devil Shoot Devil 

(CD/Picture LP, Anna Nadel Records)

WWF aus Moskau spielen derben New School Hardcore mit russischen Texten. Rausgekotzter Gesang und Chöre voll Energie lassen hier und da Platz für Melodien, die das voll nach vorne gehende Brett gekonnt abrunden. Ich habe sie letztens in der Köpi gesehen und das Konzert war echt der Hammer. Die Texte sind im Beiheft allesamt ins Englische übersetzt. WWF verdienen mehr als Respekt für die Radikalität; mit der sie gegen Faschisten und unpolitische Nazistreichler Stellung beziehen in einem Land, in dem oppositionelle Kräfte quasi vogelfrei sind. Da kommt es schon mal vor, dass Besucher von Punk/HC-Gigs auf offener Strasse von irgendwelchen Naziratten abgestochen werden. Das hier ist keine Selbstinszenierung wie sie hierzulande nur allzu oft betrieben wird, sondern ehrlicher, konsequent gelebter Antifaschismus. Passend dazu fahren DSD aus Weißrussland ähnliche Geschütze auf. Allerdings ein wenig melodiös verspielter, mit mehr Mosh-Parts und weniger nach vorn Geknüppel, aber mit mindestens genauso viel Härte. Eine schöne Scheibe mit viel Herz.   Chemical Maze

THE STEAMY DUMPLINGS – Do You Know?

(CD, Mad Butcher)

The Steamy Dumplings sind eine Ska-Band aus München, die mit „Do You Know?“ ihr zweites Album vorlegen. Musikalisch orientiert man sich an traditionellem Ska, Rocksteady und ein wenig Reggae. Damit ist man bei mir schon mal auf der sicheren Seite. Das Ganze wird auch recht gut umgesetzt und für Ska-Bands eher selten, vernimmt man sogar ansatzweise eine etwas deutlichere Orgel, vor allem bei „I Do Agree“ und „A Band Called…“, meinen Favoriten-Songs auf der Scheibe. Warum man dann bei „Jump And Dance“ in ein 3rd Wave Ska-Gehopse verfällt, bleibt mir allerdings ein Rätsel. Auch diverse Ragga-Einlagen bei „Rise up“ sind dann doch wieder eher zum Abgewöhnen. Höhen und Tiefen geben sich also die Klinke in die Hand. Trotzdem gibt es bei weitem Schlechteres, daher gibt’s ein: OK!   Thorsten

STOMPIN’ SOULS – And It’s Looking A Lot Like Nothing At All

(CD, Strange Ways)

Schweden mal wieder. Musikalisch ist dieses Land ja nicht nur seit Abba viel versprechend. Bekannt für Rock und grenzgenialen Garage House ist jedoch schon seit einigen Jahren in Europa vor allem das kleine Nachbarland Dänemark, das mit Heptown Records wegweisend in diesem Bereich geworden ist. Die Hamburger von Strange Way Records machen dem allemal Konkurrenz. Dennoch schlau wie sie sind, greifen sie wenigstens auf eine schwedische Band, die Stompin’ Souls, zurück. Warum tun die das? Ganz einfach: Weil die gut sind. Die Stompin’ Souls liefern mit ihrer CD „And It’s Looking A Lot Like Nothing At All“ ein sehr eigenständiges Debüt von Garage gemischt mit epischem Rock, melodiösem Pop, etwas Orgelbegleitung und klaren Melodien. Das Ganze ist sauber arrangiert (könnte etwas dreckiger sein) und produziert. Balladen wie „Like A Scar“ oder das bombastische „Another’s Heart“ zeigen die ganze Vielfalt dieser Band. Kaufen!   Igor

STRAIGHT CORNER – Gewehr bei Fuss

(CD, Horror Business Records)

Hardcore-Punk aus Koblenz. Als alltäglichen Appetitanreger brauche ich das nicht und meine (noch sehr) kleine Tochter fängt bei dem Lärm an, abgrundtief zu weinen. Aber Marta sollte man hier als letztendliches Kriterium nicht zu Rate ziehen. Trotzdem, „Gewehr bei Fuss“ entspricht auch nicht meinem persönlichen Verständnis von „Gute-Nacht-Musik“. Mal ganz abgesehen von dem bescheuerten Albumtitel, entspricht das alles nicht meinen Wunschvorstellungen, obwohl man in den besten Momenten schon den ein oder anderen Gedanken an Steakknife verschwenden könnte. Vor allem, aber nicht nur, vom Gesang her. Und das wäre ja schon wieder ein Qualitätsprädikat. Die Akkuratesse von 10 Songs in 20 Minuten ist auch nicht zu verachten. Ach, was weiß denn ich… Kommt mit 3 D-Brille. Die Promo-Scheiße hier jedenfalls. Ist auch nötig, bei dem Booklet.   Obnoxious

SUBZERO – From The Iced Inspiration

(CD,  HYPERLINK „mailto:subzerornr@hotmail.com“ subzerornr@hotmail.com)

Subzero sind tatsächlich unter Null. Meilenweit. Unendlich. Die Spanier befinden sich im musikalischen Nichts. Das ist gequirlte Pseudo-Rockscheiße, beunruhigend nah an der Stonerrock-Grenze. Eindeutig zuviel Metallica, Marylin Manson und Kill Allen Wrench gesehen, gehört und schlecht kopiert. Musik mit der man versuchen will, nach dem Auftritt beim Haldern Pop Festival (oder wo auch immer) von aufgeschreckten 14-jährige Schicksen einen geblasen zu bekommen. Dass man damit auf der iberischen Halbinsel Preise gewinnen kann und den dazu gehörigen spooky Video-Clip dann mit auf die CD presst ist schon klar, oder? Go where the pepper grows!   Obnoxious

SUNPOWER – Pain For Profit
(CD, Rock’n’Roll Radio Rec.)
Krasse Stimme hat der gute Sänger Mike hier. Erinnert mich die ersten paar Songs so richtig an den guten alten Jello Biafra. Dazu passt auch der furiose, schnelle, angepisste Old-School Ami-HC. So bekommt man in aller Kürze 16 Titel um die Ohren gehauen. Von den Texten her könnten die Brüsseler auch eine x-beliebige Punkband sein. Doch bei „Shane McGowan“ wird dann schon klar, woher der Wind weht. Also dass man seine Schwachstelle eher bei Markenklamotten hat, denn bei Alkohol und Zigaretten. Nun, wie so oft bei Old School-HC; gute Mucke von, auf den ersten Blick, Puristen, die sich Weisheit löffelweise einschieben. Da ist mir das Cover, das als Statement gegen die Pelzindustrie gilt, wesentlich sympathischer!   Bocky

SUPERNICHTS – Fixpunkte & Bojen

(CD, Impact Rec.)

Nach nur zwo Jahren schon wieder Gourmet-Frischware von der mit Abstand besten Combo im Impact-Stall. Und das von gereiften Edel-Assis , die schon längst im Ernst des Lebens angekommen sind und auch noch andere Sachen als Besäufnisse im Hinterbühnenraum im Kopf haben. Besäufnisse mit Fräuleins, die über ’ne Dekade jünger sind zum Beispiel („Abitur 2004“). Neben den typischen, süffisanten Lästertiraden über alle Widerwärtigkeiten des aufreibenden Alltagslebens taucht auch hier immer wieder zwischen all den bissigen Singalongs die liebgewonnene Semi-Melancholie auf, die allerdings nicht das Geringste mit Emo-Gejammer oder Tocotronic-Genöle am Hut hat, sondern eher an kettenrauchende, Rotwein killende, französische Gossenbarden erinnern lässt. Aber keine Bange, mit u.a. „Aggro Ehrenfeld“, „Müde Durst Revolution“, „Toyota“ oder „Le Mittelfinger“ sind immer noch genügend räudige Assi-Hits am Start, die als Krönung auch noch mit Prominenz aufwarten: Metal-Berten und der großartige Bauer Bühl zeigen hier, wie speckige Background-Vocals wirklich klingen müssen. Turbonegro, geht kacken. Fazit: Sie haben das Beste von „Hamburg – Köln – Belgrad“ („Suzan“, „Meer gegen Stadt 3:2“) mitgenommen und perfektioniert. Als Anspieler seien mal „Generation Pissflitsche“ und „Für immer und ewig Vorstadtgirl“ empfohlen. Im Sektor des deutschsprachigen Schraddelpop in naher Zukunft nicht mehr zu toppen, das Teil.   Snitch

TABALTIX – Sex, Pugs And Rock’n’Roll

(CD, Crazy Love Records)

Wer an kalifornischen Psychobilly denkt, dem fallen wahrscheinlich als erstes Nekromantix, Horrorpops (sind eigentlich Dänen, aber egal!) und vor allem die weichgespülten Tiger Army ein. Dem eingefleischten Rockabilly oder Psychobilly stellen sich schon bei Erwähnung dieser Bandnamen die Zehennägel auf. Das kann man diskutieren. Aber die können mehr die Kalifornier! Auf Crazy Love Records ist jetzt das Debütalbum „Sex, Pugs And Rock’n’Roll“ der kalifornischen Psychos Tabaltix erschienen. Und diese spielen richtig guten, gelungenen Oldschool-Psycho, ohne wie aus dem Achtzigerjahre-Museum zu klingen. Das scheppert und kracht dennoch authentisch. Kann was, ist spritzig, frisch – und bei weitem besser als der übliche Kommerz mit Kontrabass. Wieder mal ein Leckerbissen aus dem Hause Crazy Love.   Igor

TERRORGRUPPE – Musik für Arschlöcher / Melodien für Milliarden

(CD, Destiny)

Ex-Sänger Archi hat die Rechte an den beiden Platten zurück und hat sofort richtig reagiert, indem er diese beiden Hammerteile der Berliner Terrorgruppe wieder veröffentlichte. Diese beiden Scheiben sind so himmlisch rotzgelöffelt, dass man sich gerne rund 12 Jahre zurück beamen will. Ob es damals die hedonistische Heilsfont schon gab, weiß ich nicht. Aber hier wird eindeutig dem Spaß in vielerlei Hinsicht gefrönt und man ist der Schrecken der PC-Dogmatiker. Wunderbar intelligenter Frei-Schnauze-Punk, den es so zurzeit nicht mal in Ansätzen gibt.   Bocky

TIME AGAIN – Darker Days

(CD, Hellcat)

Vom Erstlingswerk „The Stories Are True“ war ich ja schon so hin und weg, dass ich auf diese Scheibe geradezu gewartet habe. Tja, Enttäuschungen sehen mal ganz anders aus! Die Band schafft es wirklich sich zu steigern, obwohl ich das fast für unmöglich hielt. Die Songs sind ausgefeilter und die Melodien einen Tick besser. Trotzdem schaffen es die Jungs rau und ungeschliffen zu bleiben. So stelle ich mir zeitgenössischen Punkrock vor, der ganz klar weiß, woher er kommt und seine Wurzeln nicht vergisst. Wer den Sound der Kalifornier nicht kennt: So hätten Rancid gerne in ihren Anfangstagen geklungen. Kein Witz!   Bocky

TONY GORILLA – Untamed Beast

(CD, Hulk Räckorz / SPV)

80er Ami-Hardcore à la Black Flag gepaart mit Kick-Ass-Punk-Rock, dazu kommt ein Sänger der versucht zu klingen wie Glen Danzig. Ja, so könnte man das bezeichnen. Bekommt von mir leider nur das Prädikat „Mittelprächtig“, weil zu eintönig. Allerdings nur, weil ich merke, dass da extrem viel ungenutztes Potential ist. Da geht noch mehr, da bin ich mir sicher. Ich weiß doch, dass der Ruhrpott richtig rocken kann. Also, anstrengen, ihr Buben, das nächste mal wird’s bitte besser. Und der Sänger sollte mehr Rauchen und mehr Whiskey trinken, dann klingt die Stimme auch verruchter und nicht mehr wie Glen Danzig auf Liebeskummer.   Jasmin

 

TOTAL CHAOS – Avoid All Sides 

(CD, People Like You)

18 Jahre sind Total Chaos jetzt dabei. Einst gegründet „to save a dying genre of punk rock“, gibt es auch hier nix Neues zu hören, aber wär’ ja auch komisch jetzt auf einmal. Punkrock Marke England ’82, der ein wenig an alte GBH erinnert. Mit Frontcover und Titelsong stellen T.C. klar, dass sie sich im „war on terror“ auf keiner der Hauptkampflinien befinden. Mit „America über Alles“ ist auch noch ein Song gegen die USA dabei – es ist immer gut, wenn Inländer gegen den eigenen Staat singen, grade bei den vielen Patriotenpunkdeppen da drüben. Also meinen Segen habense. Die Stylo-Fraktion wird hier ohnehin zugreifen.   Chemical Maze

TRUSTGOD SIMON – Pils in Kopp

(CD, Scumfuck)

Das erste Album nach der Demo-CD „Kein Bier vor 4“. Studentenpunk auf dem Niveau von einem Bahnhofsimbiss. Trotzdem Pils in Kopp und los geht’s mit dem Loikaemie-Cover und Liedern wie „Tourette-Attack“ oder „Saufen für den Regenwald“. Auf jeden Fall lustige Trinkmusik, vergleichbar mit Supernichts oder Lokalmatadoren. Aber eher was für die Kneipe oder Live!   Kay

ÜBERDOSIS NICHTS – Scheune Auterwitz

(CD, Nix Gut)

Klischeebeladener 08/15 D-Punk mit teilweise englischen Texten auf dem Label, das im Bezug auf die Qualität seiner Veröffentlichungen die legitime Nachfolge solcher Koryphäen wie A&M oder Mülleimer angetreten hat. Braucht man nicht, wenn man älter als 18 ist und auch jeder Teenager mit einem Funken Selbstachtung sollte die Finger davon lassen.   AndiSocial

 

ULTIMA SACUDIDA – Raw & Loud

(CD, Conehead/True Force)

2004 hat sich die galizische Band gegründet und 4 Jahre später habe ich ihren ersten Longplayer vor mir liegen. Schneller treibender Punkrock/Streetpunk. Das sollte mir gefallen! Der Funke springt aber nicht über und schon wieder ein Ahh-Ohh-Chor. Das war’s.   Richard

V.A. – Es lebe der Punk #11

(CD, Nix gut)

Nix Gut trifft’s auf den Punkt, der elfte Sampler des Deutschpunk-Labels. Diesmal zusammengestellt von dem Deutschpunk-Liebhaber und Sampler-Experten Einhorn, wer immer das auch ist. Geschmack scheint der Junge nicht zu haben. Also wenn ich mal Bock hab, krank zu machen, dann zieh ich mir genau diesen Sampler rein und hab den gelben Schein so gut wie sicher. 20 Songs von 11 Bands wie Missbrauch, Absturtz und Ueberdosisnichts die allein gesehen bestimmt nicht so schlecht sind wie der Sampler, Aua!   Kay

V.A. – Mia san Dageng  Vol I – III

(CD, Aggressive Noise)

Richtig geraten, das sind sie Soundtracks zum gleichnamigen Film. Unterteilt sind sie in 1: Hits und Schmankerl, 2: Raritäten und Spezialitäten, 3: Jetzt erst recht. Die ersten beiden Teile sind ganz wunderbar, über den dritten lässt sich streiten. Aber auf alle Fälle sind diese Zusammenstellungen mehr, als nur musikalischer Hintergrund zum Film. Vertreten sind alle alten Münchner Punkbands – Pack, Marionetz, United Balls, A&P und wie sie alle heißen.   Bocky

V.A. – Neue Klänge für die Endzeit 

(CD, Impact)

Wer hätte das gedacht? Ein geiler Deutschpunk-Sampler aus dem Hause Impact! Kaum zu glauben, aber das Ding ist brillant! Die 9 vertretenen Bands steuern jeweils zwei Lieder zu diesem Teil bei und hier gibt es wirklich fast keine Ausfälle. Insgesamt geht es hier Richtung modernisiertem 80er D-Punk. Zu nennen wären vor allem Neue Katastrophen (schön assig mit Melodie, Texte mit viel Herzblut), Zwei Tage ohne Schnupftabak (straighter deutscher Punk, bisschen wie Zerstörte Jugend), Kontakt 46 (erinnert etwas an Razzias „Ausflug mit Franziska“), Feindbild (ufta D-Punk der guten Sorte), Die Angst (zwischen Fliehende Stürme und EA 80) und Front (minimalistischer NDW-Punk). Ich würd’ mir das Teil auch kaufen. Das Artwork ist noch dazu wirklich endschick.   Chemical Maze

V.A. – Only The Diehard Remain

(CD, Horror Business)

Das ist der 10 Jahre Horror Business-Jubiläumssampler. Er wurde auf einigen Konzerten des Labels verschenkt. Und wer ihn verpasst hat, kann das Teil für 2,20 Euro in Briefmarken ordern und mal schauen was Horror Business so an Mucke zu bieten hat. Sind coole Bands wie Woof, Common Enemy und Yacöpsae dabei, also für jeden was. Da kann man nichts falsch machen.   Ralf

 

V.A. – Rock’n’Roll Is In My Soul

(CD, Wolverine Records)

Mal wieder ein Labelsampler von Wolverine, wie gewohnt voll(st)gepackt mit reihenweise Bands sämtlicher Musikrichtungen, von denen man bisher mehr oder weniger gehört hat, die jedoch alle das Herz am richtigen Fleck haben. Auf der CD Nr.1 sind größtenteils (fast) unveröffentlichte Songs von Bands wie Spookshow, Turbonegra, Johnny Rocket, Ahead To The Sea, Mr. Bubble B., Bullocks Heroines oder Benuts. CD Nr. 2 beinhaltet bisher veröffentlichte Songs, liebevoll aufgeteilt in die Kategorien Pop-Punk (u.a. Yeti Girls, Square The Circle), Ska (u.a. Frau Doktor), HC/Crossover (u.a. Anarchist Academy oder Negativ Nein) und Neo-Swing/Rockabilly (u.a. The Camaros, The Hoagies). Insgesamt 48 Lieder auf einer Doppel-CD die zum Preis einer einzelnen Mid-Price CD erhältlich ist. Hoffen wir, dass Sascha Wolff uns mit seinem Vorzeige-One-Man-Label auch noch weitere 15 Jahre erhalten bleibt.   Jasmin

 

V.A. – Skannibal Party Vol.7

(CD, Mad Butcher)

Eine neue Ausgabe der Skannibal-Reihe beim verrückten Metzger. 21 mehr oder weniger bekannte internationale Ska-Bands geben sich die Klinke in die Hand. Darunter ist leider auch wieder viel Durchschnittliches, aber auch ein paar Highlights. Meine Favoriten sind Magic Lord & The Mighty Drakkars, die mit „Freedom Train“ etwas Skinhead Reggae zwischen den ganzen Zirkus-Ska bringen. Erwähnenswert sind natürlich auch noch unsere Mannheimer Lokalhelden von Loaded mit „Love Will Stand“, die sowieso außer Konkurrenz laufen und The Prizefighters aus den USA die mit „You Got It All Wrong“ ein schönes Reggae-Stück abliefern. So manch Furchtbares ist leider auch dabei. Am schlimmsten finde ich Gasparazzo, Cuban B und Ki Sap. Alles in allem viel Durchschnitt und wenig wirklich Gutes. Ich würd’s mir nicht kaufen.   Thorsten

 

V.A. – Skinheads gegen Rassismus

(CD, Nix Gut)

Wie ein Deutschpunk-Label auf die Idee kommt so einen Sampler zu machen, ist mir ein Rätsel. Dementsprechend ist nämlich auch die Bandauswahl furchtbar. Also wenn das die Aushängeschilder skinheadrelevanter Musik sind, lass ich mir die Haare wachsen. Aber zuerst die wenigen Lichtblicke: Zum einen die Broilers, die einfach viel zu gut sind, um auf so einem Sampler zu sein und zum anderen Volxsturm, Freiboiter, Eastside Boys und Stage Bottles, von denen ich zwar kein Fan bin, die aber noch lange nicht so stumpf sind wie der Rest. Wobei wir schon beim Motto der restlichen Bands wären: Stumpf ist Trumpf! Also bei Bands wie Moiterei, Gumbles, Roimungstrupp (was für ein blöder Name?!), Trouble Twister oder Produzenten der Froide dreht sich mir echt der Magen um. Bei Verlorene Jungs sowieso. Mann, mann, mann, das klingt alles so dermaßen nach Böhse Onkelz-Rock für Arme. Das hat so gar nix mit dem Spirit of Oi! zu tun. Ich frag mich aber eh wer so einen Sampler braucht, ich nicht!!   Thorsten

V.A. – Soundtrack To Oblivion – Wild Sounds And Rockin’ Rarities From Around The World

(CD, Kaiser Records)

Das amerikanische Label Kaiser Records ist bekannt für Psychobilly-Bands, wie Lonesome Kings, Cosmic Voodoo oder Memphis Morticians in seinem Programm. Zur (Daumen mal Pie) 25. Jubelfeier zur Geburt des kranken Bruders des Rockabilly, des Psychobilly, haben Kaiser Records schon 2005 den „Soundtrack To Oblivion“ aufgelegt. Auf dem Sampler sind allerlei Bekannte und Unbekannte, vor allem aus Europa und den USA, versammelt. Die meisten der 21 Songs sind bisher entweder unveröffentlicht oder nur auf Vinyl erhältlich. Neben den Hausbands Lonesome Kings, Cosmic Voodoo, The Nightstalkers und Memphis Morticians sind auf der CD Lieder von Batmobile, Caravans, Rancho Deluxe, Tombstone, Barnyard Ballers, Evil Devil, Blazers, Gutter Demons, Knock ’em Stiff, Asmodeus, Bad Luck Streak, Willie Vanilli, Grave Diggers, Triple Dynamite (Sideproject von Jeroen Haamers), Meathookers with King Sleaze und XX Cortez. Wie auf jedem Sampler gibt es auch hier Licht und Schatten. Insgesamt ist der „Soundtrack To Oblivion“ dennoch eine feine und so noch nicht gehörte Zusammenstellung von Psychobilly-Aufnahmen. Es dürfte hier für jeden etwas Neues zu entdecken geben! Einziges Manko: Gerade bei unbekannteren Bands wäre eine Bandinfo hilfreich.   Igor

V.A. – Yesterday! Today! Tomorrow!
(CD, Rock’n’Roll Radio Rec.)
Nee, auf der Compilation ist keine Combo mit Tolle versehen. Auch vom wilden Hüftschwung ist nichts zu sehen. Trotzdem geht’s heftig zur Sache, dann aber eher in Richtung beinhartem Hardcore und Crust. Eröffnet wird der Reigen von Belgiens dienstältester Kapelle in der Klasse, Capital Scum. Die rammen einem fünf Mal ihre Fäuste in den Magen und ohne die Chance zum Luft schnappen. The Filth, ebenfalls aus Belgien, holen danach zum Schlag aus. Glücklicherweise sind deren Treffer nicht gar so hart und sie haben mit ihrem letzten, dem Sampler beigesteuerten, Song „Fuck You, You Suck“ ’nen kleinen Brachialohrwurm. Schon schwer angeschlagen wird man mit den Balten Crushing Caspars für vier Runden in den Ring geschickt. Die übersteht man aufgrund recht vieler Tempowechsel ganz gut, bevor Scheisse Minelli eben jenes Exkrement in den letzten sechs Titeln aus einem heraus prügelt. Denn die Jungs verlangen einem mit ihrem geradlinig-schnellen Hardcore zum Schluss noch einmal alles ab.   Bocky

 

VICTIMS – Killer

(CD, Combat Rock)

Die schwedischen Brachialinskis greifen wieder an! Ehrlich gesagt, passen Bandnamen und Albumtitel ungewöhnlich gut zueinander, oder nicht!? Der Melodien-Crust ist hoffähig geworden und so is man zu ’nem bekannten Indie-Label gewechselt. Ich glaube ja, dass es dabei nicht bleiben wird. Das hat aber nicht nur mit der Eingängigkeit und dem tatsächlichem Ohrwurmcharakter einiger Titel von Victims zu tun, sondern mit dem ganzen Stil, den die Band mitprägt. Wartet nur mal ab, das wird sicher das nächste große Ding! Bis dahin hoffe ich, dass Victims noch mehr ihrer längeren Songs macht. Denn für die Titel unter 2 Minuten ist mir der Hörgenuss einfach zu kurz.   Bocky

 

WILD BILLY CHILDISH & THE BUFF MEDWAYS – XFM-Sessions

(CD, Damaged Goods)

Eins der unzähligen Seitenprojekte von Herrn Childish waren die Buff Medways, mit denen er bis zum Split 4 Alben aufgenommen hat. Neben diesen Longplayern haben die Jungs für eine Radiostation 3 Studio-Sessions aufgenommen und die hier vorliegende CD vereint das Beste aus diesen Aufnahmen. Hmmm, und hier ist wieder mein übliches Billy Childish-Problem: Ich vertrage den Mann in homöopathischen Dosen, wobei diese CD leider schon eine Überdosierung darstellt. Mir liegt einfach seine Art zu singen nicht, und musikalisch war er mir immer ’ne Spur zu krachig. Da die Aufnahmequalität auch nicht sooo toll ist, geht der Spaßfaktor bei dieser CD gegen 0. Leute, die auf krachigen Garagen-Sound mit durch den Gitarrenverstärker eingesungene Vocals stehen, werden viel Spaß daran haben, für mich ist das leider nix…   AndiSocial

 

YAKUZI – Thin Red Line

(CD, Rookie Records)

Das Label katalogisiert Yakuzi unter Trompetenpunk. Das ist zwar nicht falsch, aber zu wenig. Der Sound von Yakuzi ist eine reizvolle Mischung aus mehreren Stilen. Rock’n’Roll, etwas Swing, ein wenig Ska, irgendwie auch Pop und viel Punk. Die Bläser geben dem Ganzen noch eine besondere Note – positiv, nicht störend. Irgendwie zwischen Rocket From The Crypt und Kick Joneses, aber autark. Tanzbar melodisch. Gefällt beträchtlich gut.   HH

 

ZATOPEKS – Damn Fool Music

(CD, Householdname Rec.)

Jo, dass in England Poppunk recht gut funzt, ist kein großes Geheimnis, reißt mich persönlich aber weniger vom Hocker. Richtig geraten, hier haben wir solch ein fünfköpfiges Orchester. Damit möchte ich das Können der Band keineswegs schmälern und Fans des Genres kommen mit 100%-iger Sicherheit auf ihre Kosten, aber das ist eben nicht meine Tasse Bier.   Bocky



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen