SCHLEPPHODEN – Ultimo Ratio 
(CD, Schicksalrecords)
Das Ganze startet mit einem „Braveheart“-Intro, welches die nächsten, politisch motivierten In-die-Fresse-Songs einleitet. Das Ganze präsentiert sich in einem ziemlich coolen Sound, der einfach, aber gut ist. Manchmal wird’s auch etwas melodischer. Das Ganze erinnert ein bisschen an 80er DDR-Punk, was das Ganze noch etwas interessanter macht. Gegen Ende werden auch Themen wie Freundschaft und Selbstzweifel angesprochen. Die Scheibe ist eigentlich ganz gut geworden, doch leider hat man alles schon mal irgendwie gehört. DerLollo


SCHNELLER AUTOS ORGANISATION – Noch mehr Hoffnung für noch mehr Menschen 
(LP, Dian)
Scheiß Post kann ich da nur sagen! Die Penner haben der Scheibe ordentlich zugesetzt. Glücklicherweise konnten sie der Musik nichts anhaben. Denn hätten sie auch noch hören können, was da läuft, dann wären die Rillen wohl auch in Mitleidenschaft gezogen worden. Wobei, Deutschpop ist ja gerade hip. Denn was die Band, die früher mal zum größten Teil Pankzerkreuzer Polpot hieß, heute macht, hat wahrlich nichts mehr mit Punk oder ähnlichem zu tun. Aber die Hamburger auf die selbe Stufe mit ihren bekannten Kollegen zu stellen, wäre auch zu einfach. Dafür sind sie nicht radiotauglich genug. Da gibt es viel zu viele experimentelle Seiten an dem Album, was es wiederum zu einem wirklichen Kunstprodukt macht. Ich mach es mir einfach und erfinde meine eigene kleine Schublade und versehe die Band nun mit dem Titel „Pioniere des Avantgarde-Pop“! Bocky

 


SCOTT REYNOLDS – Livin’ The Dream
(CD, Boss Tuneage) 
Scott Reynolds ist der Typ der 1989 bei All Dave Smalley am Gesang ersetzte und in den folgenden Jahren drei ganz nette Alben mit der Band fabrizierte. So weit, so gut. Danach hatte er mit den Pavers und Goodbye Harry zwei weitere Bands am Start, mit denen er allerdings nie so richtig an All-Erfolge anschließen konnte. Wundert mich auch nicht, wenn ich „Livin’ The Dream“ anhöre, das eine Compilation mit seinen angeblich besten Songs mit den beiden genannten Bands darstellt. Sei es mainstreamiger Melodycore oder melodischer Punkrock, egal wie man es nennen mag. Mal eher schnell, dann fast schon eine Ballade. Hier mit Country-Einflüssen, dort mit irgendwas Anderem. Es ist und bleibt auf die Dauer langweilig. Man merkt deutlich, dass es sich um eine Compi von verschiedenen Alben handelt. Nichts Stringentes, kein roter Faden. Ein Sammelsurium von 22 Songs das zwischen Punkrock, Grunge, Rock und Pop mäandriert und mit 54 Minuten Spielzeit auch deutlich zu lang ist. Da hilft es auch nichts, dass alle Songs remastert sind. Für alle, die’s trotzdem interessiert: Kommt mit allen Texten und einführenden Worten, sowie Linernotes zu jedem Song, sogar vom Meister selbst. Hilft aber auch nicht weiter. Weg damit! Obnoxious

 


THE SEDUCERS – s/t
(CD, Ritchie Records)
Hier gibt’s nun eine neue Band aus Freiburg, und die drei Jungs haben sich ganz dem Garagenrock, Beat und Surf verschrieben. Musikalisch, wenn es denn gut gemacht wird, keine schlecht Sache. Hier fehlt für mich allerdings die klassische Orgel, die für gute Garage- und Beat-Musik einfach unerlässlich ist. Lediglich bei zwei Songs ist ein leises Tasteninstrument zu vernehmen. Zudem driften manche Songs, wie z.B. „The Seducer“ meiner Meinung nach zu sehr in den Rock-Bereich ab. Der Grundsound der Band ist sicherlich nicht schlecht, aber um sich mit derzeit angesagten Bands wie den Moving Sounds oder den Staggers zu messen, muss hier noch einiges geschehen. Tipp: Orgel mehr in den Vordergrund! Thorsten

 


THE SEDUCERS – Heartbeat Vol. 1
(CD, Flight 13/Brocken Silence)
Erstes Langplastik der fidelen Freiburger, die mit ihrem Erstgeborenen bereits loslegen, als seiense die letzten 8 Jahre im Sixties-Surf-Geräteschuppen gefangen gehalten worden, um jetzt in einer Sturm und Drang-Aktion das heimlich Erlernte ins Orbit zu pusten. Die Herren haben’s zum Glück auch nicht nötig, mangelndes Talent unter der Low-Vieh-Heizdecke verschwinden zu lassen, sondern zocken Kleinode wie „Pain Mask“, „Hurt Me Baby“ oder „Break It Up“ mit Elan und Lässigkeit runter. Ein kleines Kritik-Krümelchen schwirrt da natürlich noch im Kochkäs rum: „Doh iss irschendwie kään so rischdischer Hidd debei“, wie Cpt. Mocker jetzt (vermutlich) sagen würde. Das nächste Mal vielleicht. Nixdestotrotz ein hervorragendes Backing zum gepflegten Trinkgelage, dat. Snitchcock

 


SENSA YUMA – Safe Sound & Insane 
(CD, Knock Out)
Stu-Pid – eine der geilsten Rampensäue, die der Punkrock je erlebt hat – veröffentlicht mit seiner Band das zweite Album. Für ’ne Combo, die es eigentlich schon seit den frühen Achtzigern gibt recht wenig. Erst recht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass das Debüt vor rund zwei Jahren erschien! Wie dem auch sei, dies hier ist Punk de Luxe. Offen, ehrlich, geradeaus und mitten auf die Stirn oder wahlweise in den Magen. Hier gibt es keine Schnörkel oder unnötige Soli, das hat man nicht nötig, hier geht’s ab. Von der ersten bis zur letzten Sekunde, weiß die Band zu begeistern ohne zu langweilen, was bei 32 Minuten Spielzeit auch eher schwierig wäre. Ich liebe diese Band und diesen Typen! Bocky

 


SEX SEX SEX – s/t
(CD, Devils Shitburner Records)
Und weiter geht es mit dämlichen Bandnamen, aber die Musik kann was. Fuzz geschwängerter Punkrock trifft auf durchgedrehten 60s Garagepunk um sich in der nächsten Kneipe auf ein Bierchen mit Hardrockern zu treffen. Der Sänger ist richtig angepisst und lässt seine ganze Wut raus – die Welt ist immer noch schlecht und wird immer schlechter. Super dreckiger Punkrock für alle, denen Turbonegro zu seicht und zu clean ist. Ralf

 


SHAM 69 – Western Culture 
(CD, Bad Dog)
Da hat sich aber das Qualitätslabel vom Kultladen Coretex aus Berlin einen richtig fetten Fisch an Land gezogen! Bloß braucht man deswegen nicht gleich ein Album zu erwarten, das einen umbläst. Der Vierer aus dem Londoner Vorort Hersham bietet eine solide Punkrock-Scheibe von älteren Punkrockern für ältere Punkrocker. Sprich die Zeit der wirklich großen Hits ist vorbei, was aber auch keinen Beinbruch darstellt. Denn dafür ist der Nachwuchs da! Wem aber schon immer die englische Working Class Oi!-Schiene gefiel, der wird auch hier bestens bedient. Bocky

 


SHARK SOUP – Back To The B-Sides
(CD, Concrete Jungle Records)
Shark Soup sind zurück von ihrem Majordeal bei BYO Records und sind mit ihrem neuen Album „Back To The B-Sides“ direkt bei Concrete Jungle Records gelandet. Keine schlechte Wahl. Shark Soup ist der Kontrabass und der Billyfaktor etwas abhanden gekommen. Macht gar nix. Die Suppenhaie spielen astreinen melodiösen Punkrock. Hart, aber herzlich eben. Schöne, klare Songs mit hohem Wiedererkennungswert. Bei „Back To The B-Sides“ wollen Shark Soup wieder mehr zurück zu ihren Wurzeln und orientieren sich wieder mehr an ihrer Vorgängerband den B-Sides. Zum Teil hat die Band wohl auch alte B-Sides-Songs verarbeitet. Kann dem Hörer nur recht sein, denn was herausgekommen ist, sollte in keiner gut sortierten Plattensammlung fehlen. So ist’s recht. Igor Eberhard

 


SHARK SOUP – Back To The B-Sides
(CD, Concrete Jungle Records)
Damals, als ich mir die erste Haifischsuppenscheibe anhörte, dachte ich mir noch: „Hey, diese Erlangener haben echt was drauf“, allerdings gab’s damals auch noch einiges zu bemängeln: Die Lieder hatten teilweise ewige nervige Gitarrensoli oder orientierungslose Bassläufe, aber zum Glück sind Shark Soup eine Band die dazu lernt, im Laufe der Zeit besser und besser wurde und so kommt es, dass ich an ihrem aktuellen Album absolut nichts mehr zu kritisieren finde. So finde ich es z.B. gar nicht bedauernswert, dass der Kontrabass gegen einen E-Bass eingetauscht wurde und es musikalisch eher Richtung Punkrock und weniger gen Punkabilly geht. Das Layout ist dieses Mal auch sehr gelungen, da hat sich wirklich wer Mühe gegeben. Ach ja, was man auch noch erwähnen sollte: „Back To The B-Sides“ bedeutet übrigens nicht, dass sie auf der Platte alte B-Seiten neu veröffentlichen, sondern Lieder ihrer ehemaligen Band namens B-Sides überarbeitet und neu aufgenommen haben. 1A Scheibe!!! Jasmin

 


THE SHRINX – Demo
(CD, Demo)
Vier Jungs die nur so vor Selbstbewusstsein strotzen – lässt man sich von ihrem vollmundigen Bandinfo beeindrucken. Hier hauen sie mächtig auf die Pauke. Ein Potpourri bekannter Posersprüche. Das finde ich gut. Denn wenn ihr euch nicht toll findet, wie soll ich euch dann toll finden? Ihr kennt euch doch weitaus besser als ich und das auch schon länger. Also übernehme ich mal ein bisschen was. „Ihre Musik ist … wenn überhaupt in Genres, (dann in) Punk, Rock (oder) Hardcore einteilbar.“ „Hört sich wild an“, wird Tom Schwoll (Ex-Jingo de Lunch, Sin City Circus Ladies, Kumpelbasis) zitiert. Na dann wisst ihr ja jetzt Bescheid. Allerdings nicht von wo aus „der Musikwelt in den Arsch“ getreten werden soll. Die großen philosophischen Fragen „Wo komme ich her?“, „Wo gehe ich hin?“ und „Was mache ich dann, wenn ich dort bin?“ scheinen für mich immer wichtiger zu werden. Vielleicht ist das eine Phase die vorübergeht. Im Moment lass ich mich jedoch nicht mit Standortsanzeigen wie „Deutschland“ auf MySpace abspacen. Da werde ich zum Sherlock. Captain Mocker ermittelt! Die Shrinx kommen aus der Umgebung von Kassel. Dass man dies nicht als förderlich für eine Weltkarriere ansieht, kann ich zu einem Teil verstehen. Aus meinem letzten Urlaub sind mir drei extrem langweilige Kasseler bekannt und ein ziemlich vernünftig erscheinender Gastplattenaufleger in meiner Wohnzimmerkneipe „Trashchic“ sagte er käme aus Kassel, aber da sei nicht viel los. Was mich etwas gegen Kassel voreingenommen macht. Aber sollte das eine Band stören, die „ihr Ding“ durchzieht und die „nur eine Richtung (kennt): geradeaus“? Ich denke: Nein. Das hätte wahrscheinlich auch sonst keinen gestört. Mich jedenfalls nicht. Was mich aber stört ist, dass das olle Demo von 2005 ist und die Shrinx bereits im Juli 2007 ihren Sänger eingebüßt haben und ich stark bezweifele, ob sie überhaupt weitermachen. Das alles – nicht nur der Song „Nightmare“ – scheint meine, in der Highschool Nightmare-Kritik aufgestellte, Weltverschwörungstheorie zu stützen. Captain Mocker

 


SIDETRACKED – Demo 2006
(CD, Major Threat)
Sidetracked haben schon ein paar Veröffentlichungen auf dem Buckel. In der letzten Zeit hatten sie aber einige Umbesetzungen da ständig jemand die Band verließ. Deshalb werfen die Jungs dieses Demo raus, um zu demonstrieren wo die Band heute steht. Leider kenne ich die alten Aufnahmen nicht, aber die Songs auf dem Demo sind cool. Dreckiger, angepisster Punkrock trifft auf Hardcore-Attacken mit herrlich keifendem Sänger. Die Band legt auch Wert darauf, dass es sich hier nicht um ein paar stumpfe Prolls handelt, die sich heute leider allzu oft in Hardcore-Kreisen tummeln. Rundum sympathisch. Mehr davon. Ralf

 


THE SILVER SHINE – Don’t Trust The Girl With The Chainsaw
(CD, Crazy Love Records)
Netter CD-Titel. Wie wahr. Musikalisch sind Silver Shine aber leider nur knapp durchschnittlicher Psychobilly der (sch)ruppigeren Bauart. Hätte vielleicht mal ’ne Punkband werden sollen… HH

 


SKANNIBAL SCHMITT – Ska A La Machete
(CD, ANR Music)
Allein schon bei dem Namen dreht sich mir der Magen um. Diese Wortspiele mit SKA im Bandnamen sind so abgedroschen und dämlich wie das OI bei Oi-Bands. Wunderlicherweise kommt diese Band nicht aus Deutschland, wie sonst üblich, sondern aus dem schönen Straßburg. Dementsprechend wird in Französisch und spanisch(?) „gesungen“. Musikalisch ist das Ganze allerdings noch schlimmer als der Name. Ein Mix aus Ska, Hardcore, Punk, Hip Hop und Afro Beat. Also mit diesem Stilmix kann ich sogar nix anfangen. Dieses monotone Geplappere geht mir ziemlich schnell total auf die Nerven. Von mir gibt’s da für den gepflegten Ska-Hörer nur eine Empfehlung: Finger weg! Thorsten

 


SKETCHMASTER FLEX AND THE COUCHMONEY MILLIONARES – Kill Your Corporation / Hot Sex 
(CD-R, Brothel Records)
US-Liedermacher betreiben Realsatire und Gesellschaftskritik mit Akustikklampfe und singen über „Tittys And Beer“, die Wirkung des Internets auf die Menschen und die Ausbeutung des Einzelnen durch die Gesellschaft. Das Ganze ist aber dermaßen abgedreht und eintönig, dass man den Eindruck gewinnt, die Buben schwirren mit ihren ewig langen Liedern in irgendwelchen Parallelwelten herum. Ganz witzig ist die manipulierte Rede von Georg Bush. Zum Schluss wird’s sogar noch mal richtig Drum’n’Bassig. Und wer für diese gebrannte Scheibe nicht mindestens 5$ zahlt, ist ein Arschloch (so steht es geschrieben). chemical maze

 


SMALL STATE – Pirates In Stereo
(CD, Antstreet Records)
Kann man zu einer Band, die sich 2000 gegründet hat noch Nachwuchsband sagen? Ich mach’s einfach, denn die vier Saarländer sehen wirklich noch scheißejung aus und sind mächtig stolz darauf 2003 am Wettbewerb zur Deconstruction-Tour teilgenommen zu haben. Dementsprechend klingen sie auch: PopPunk à la frühe No FX mit den üblichen Themen Teenage, Liebe, Zukunft und Weltschmerz. Ein paar Fat Wreck-Platten dürften sich bei ihnen also schon im Plattenschrank befinden. Daraus folgen zwei Schlussfolgerungen: Erstens sind Small State mit „Pirates In Stereo“ nicht ohne den nötigen Drive, aber auf Dauer zu monoton. Zweitens sind sie damit zwar relativ unspektakulär, aber doch mit Unterhaltungswert. Widerspricht sich das? Mir egal! Die Jungspunde mit Musikunterricht haben auf jeden Fall das Herz am richtigen Platz und dürften zumindest für Nachwuchspunks und alle Wreckies auf größeres Interesse stoßen. Und sie haben ein gutes Songwriting! Obnoxious

 


SPLIT – Auweia! / T.O.D
(MC, D.I.Y., Toxo, Borsigstr. 29, 40227 Düsseldorf)
Wunderschön aufgemachtes Tape samt exklusiver Textilverpackung. Bei den Herrschaften wird eben der DIY-Gedanke noch groß geschrieben. Auch das Booklet im „Bravo“-Autogrammkarten-Look macht einiges her. Die A-Seite bestreiten Auweia! aus Kölle, die mit ihrem enorm rotzigen Leck-mich-am-Bäsem-Punk authentisch-frech rüberkommen, was nicht zuletzt am herrlich schrägen Gesang des designierten Filmstars Ullah liegt. Samt den großartigen Intros kommen „Szenekrieg“, „Großer Bruder“, „Selbstzerstörer“ & Co. ordentlich räudig und schön unterproduziert daher (ich nehme mal an, das Ding ist mit ’nem Kasi aufgenommen worden, wie sich eben in solchen Fällen gehört…). Der Beitrag von Toxo, Ossi und Danny (im Übrigen stellen die Herren nebenbei auch 50% der Redaktion des „Bundschuh“-Fanzines) kommt dagegen um einiges verbissener rüber, die Klampfen sind erstaunlich sauber aufgenommen, insgesamt klingt die Chose sehr nach der urigen Canalterror-Platte. Textlich geht man dann doch etwas weniger augenzwinkernd als die Auweia!-Kollegen zur Sache, da wird abgekotzt, dass die Schwarte kracht. So, und jetzt ordert das Ding gefälligst bei oben angegebener Adresse, bevor Monsieur Ullah bei Johannes B. Kerner auftritt und das Gerät bei ebay 300,- Euro einbringt… Snitchcock

 


SPLIT – Destructors 666 / The Ruined – 777
(MCD, Rowdy Farrago Records)
Die Split-Single enthält je zwei Lieder beider Bands. Den Anfang machen The Ruined aus Amiland und ihr Horror-Punk weiß zu gefallen. Die Misfits schwingen mit, aber die Band klingt eigenständig genug um heraus zu stechen. Lustig auch ihr zweiter Song, ein Cover eines alten B Movie-Streifens. Okay, die Destructors 666 sind uns ja hinlänglich bekannt, aber auf dieser Single legen sie sich richtig ins Zeug. Zu Ehren ihrer Kumpels von The Ruined haben sie für diese Single zwei Lieder im Horror-Punk-Stil geschrieben, die aber immer dem Destructors-Sound verpflichtet sind. Klasse Scheibe. Ralf

 


SPLIT – Distemper / Tarakany 
(CD, ANR Music)
Auf dieser CD covern sich zwei der bekanntesten russischen Punk-Bands gegenseitig. Distemper spielen Songs von Tarakany in ihrem gewohnten brachialen Ska-Punk-Sound, und Tarakany umgekehrt Distemper-Songs im melodischen Drei-Akkorde-Punkrock. Alle Lieder sind natürlich auf Russisch, wobei im Booklet die Texte auf Englisch und Deutsch abgedruckt sind. Löblich! Ich persönlich bin ja kein Freund von Ska-Punk, entweder man spielt Ska oder Punk. Beides passt meiner Meinung nach einfach nicht zusammen. Dementsprechend tue ich mich mit Distemper eher schwer. Da gefallen mir die Songs von Tarakany besser, die spielen wenigstens nur Punkrock. Mein Fall ist das Album trotzdem nicht, aber Fans der beiden Bands werden sich die CD eh holen. Thorsten

 


SPLIT – KSM40 / Ablärm 
(7“, DIY)
Ablärm und KSM40. Die Einen aus Mainz, die Anderen aus Köln. Beide Faschingshochburgen schicken also jeweils eine Band ins Rennen… Aber mit Karneval hat die Musik eigentlich rein gar nix zu tun. Der dient nur als Aufhänger, um in dieses Review einzuleiten und hat seine Schuldigkeit hiermit getan. Also hier die Infos zur selbstproduzierten EP: 10 Songs auf so ’ner kleinen Platte unterzubringen spricht schon mal für sich. So was kannte ich bisher nur von Burned Out. Die Frage, wie das Ganze musikalisch einzuordnen ist, fällt mir dann auch gar nicht mal so leicht. Hardcore/Punk, klar aber wie geht’s weiter? Relativ schnell und stellenweise mit viel Rumgeschreie… Der Vergleich zu Amen 81 wird auch des Öfteren gezogen und könnte passen. Die Texte sind im Großen und Ganzen echt gut gelungen und haben mich stellenweise sehr amüsiert. Coole Textstellen könnte ich hier einige zitieren, kann mich aber nicht entscheiden welche und lass es lieber. Deshalb bleibt’s, sofern der oben beschriebene Stil auch nur einigermaßen gefällt, an dieser Stelle bei einer Kaufempfehlung! Zechi

 


SPLIT – SS-Kaliert / Mouth Sewn Shut 
(7“, Razorblade)
Ne schöne 4-Track Vinyl-7“ ist das, was da vor mir liegt. Die Deutschen mit dem etwas verwirrenden Namen sind ja mittlerweile als deutsche HC-Punk-Combo etabliert. Sie zeigen mit ihren beiden Titeln auf welchem Stand sie nach ihrer LP und drei langen Touren sind. Eben dort, wo man sie erwartet, in den Tiefen des harten Punkrock. MSS aus Boston mit Mitgliedern der großartigen Toxic Narcotic sind mit ihrem Reggae-HC-Stil natürlich etwas abwechslungsreicher. Doch nur mit dem ersten Titel, denn der zweite zeigt sofort, dass die älteren Herren ganz locker mit den Jungspunden mithalten können. Schöne Sache, das. Bocky

 


SPLIT – Stockyard Stoics / The Filaments – The Special Relationship 
(7“, MSM)
Erschienen ist das Stück Vinyl nach alter DIY-Tradition nicht nur bei dem Nürnberger Label, sondern noch bei 5 weiteren und ist streng limitiert – 150 Teile! Das ist alles äußerst cool und peitscht die Jäger und Sammler direkt auf die Jagd. Was mir nicht so gut gefällt, ist die Tatsache, dass The Filaments sich nach diesen Aufnahmen auflösen! Sprich der Platz einer rotzigen Skacore-Variante ist wieder frei und ohne offiziellen Thronfolger. Als Wermutstropfen bleiben zwei astreine Songs der Londoner zum Abschied. Doch bevor man die Engländer zu Grabe getragen hat, hört man auf der A-Seite drei nigelnagelneue Lieder von den Stockyard Stoics. Die sind etwas rauer, als das, was man von der Band bisher kennt. Aber bei dieser Top-Band stört das nicht weiter! Mit ihrem Opener „Poverty Is Back In The Fashion Pages“ haben sie übrigens erneut einen klasse Hit geschrieben! Als Extrabeilage zum Vinyl gibt ’nen Sticker und ’ne Art Poesiealbum in dem die New Yorker ihre Lieblingsscheiben, -bücher und -filme verraten. Bocky

 


THE SPOOK – Let There Be Dark
(CD, Fiendforce Records)
Das ist definitiv bis dato das Meisterwerk von The Spook. Genialster Horrorpunk: Musikalisch versiert, satt produziert und von Anfang bis Ende atmosphärisch. Klar, der Gesang erinnert noch etwas an Herrn Gdańsk, aber ansonsten ist der obligatorische Misfits-Vergleich überflüssig. The Spook sind endgültig eigenständig geworden, musikalisch vielseitiger (als die Misfits), so dass auch Freunde der alten 80er New Wave-Musik ihren Spaß (darf man das hier so sagen?) daran haben werden. Die Platte ist schlicht und ergreifend göttlich (darf man… ). Und wenn Herr Only so weiter macht, sind in kurzer Zeit The Spook der Maßstab des Genres Horrorpunk. Nochmals: Meisterwerk! HH

 


THE SPOOKSHOW – Psychosexual Pt. 2
(CD, Wolverine)
Die letzten drei Tonträger, deren Reviews ich abgetippt habe, waren fürchterlich!!! Aber der zweite Longplayer der Schweden gibt mir den Glauben an die Menschheit wieder! Flotter Horrorpunk mit den von mir so gehassten Whoooaaaaah-Chören, also nix anderes als auf dutzenden anderer Veröffentlichungen aus diesem Sektor zu hören ist. Warum gefällt mir das Teil so gut? So leid es mir tut, ich bin einfach gestrickt: Engelsgleicher Frauengesang bewirkt bei mir, dass meine Toleranzgrenze steigt. Nix falsch verstehen, The Spookshow sind um keinen Deut schlechter als viele anderen aus der Horrorpunk-Ecke, der Gesang von Frontfrau Miss Behave machen aus einer CD, die nur eingefleischte Horrorpunk- bzw. Misfits-Fans haben müssen, ein Album, das bei mir seit drei Tagen den CD-Player blockiert. AndiSocial

 


SPRINGTOIFEL – Engelstrompeten und Toifelsposaunen
(CD/LP, Empty)
Gott, sind die gut!!! Was anderes kann man nicht sagen: Nach 26 Jahren wieder mal Springtoifel at it’s best. 17 Lieder der altbekannte Mix aus Oi!, Metal und Ska und vor allem so richtig fett produziert. Ich bin begeistert und frage mich, ob man beim Eröffnungstrack „Alkohol“ mit Absicht von Herrn Grönemeier geklaut hat: Nicht nur der Titel kommt von Herbie, auch ein oder zwei Textzeilen und einige Noten erinnern mich an den Herrn aus Bochum. Um das Ganze abzurunden, sind die 5 Helden beim Trinken von Getränken mit Schirmchen drin abgelichtet worden. Großes Kino aus Mainz! AndiSocial 
P.S.: Erwähnt werden sollte auch noch, dass SToi das erste Lied aus der Sicht eines Schwamms geschrieben haben, der wohl früher Ted Herold gehört hat. 
P.P.S.: Glaubt nicht, ich hätte die Anspielung auf das Freundschaftsbändchen-Monster Wolfgang Petry überhört, aber SToi dürfen das!!

 


STAGE BOTTLES – Mr. Punch 
(CD, K.O.)
Wenn in einem Promo-Schreiben drin steht, dass das neue Album der Band, das bisher beste ist, dann überlese ich es gerne. Denn das ist nicht sonderlich originell und irgendwie auch logisch. Bei den Frankfurter Jungs von den Stage Bottles würde ich diese Aussage aber auch unterschreiben und weiter verbreiten. War der Vorgänger „New Flag“ im Vergleich mit den ersten beiden Alben schon viel runder, so kann man die aktuelle Scheibe mit jenen beiden Platten so gar nicht mehr vergleichen. Das liegt wohl auch an dem guten Studio in dem sie aufnahmen und am Endmix. Denn die Songs kommen mit ’nem ordentlichen Wumms aus der Box. Sänger und Saxophonist Olaf schafft es mit seiner Gang eine wahrhaft richtig gute Oi!-Scheibe vorzulegen. Wenn denn nur alle so wären: Sometimes antisocial but always antifascist. Bocky

 


STOMPER 98 – Für die Ewigkeit
(CD, DSS Records)
Beim ersten Anschauen der CD, dachte ich erst mal: „Hey was für ein geil aufgemachtes Album.“ Das Cover, schön im Pappschieber, ist eine geniale Comiczeichnung der Band im Stil des Judge Dread-Albums „Last Of The Skinheads“. Auch die CD selbst zeigt einen Comic-Skinhead mit einer Trojan-Schallplatte in der Hand. Absolut gelungen! Leider hält die Musik nicht ganz das was das Artwork verspricht. Hier gibt’s eher deutsche Oi-Magerkost. Nun waren Stomper 98 schon mit ihren zwei Vorgängeralben doch eher im Deutsch-Oi-Mittelfeld anzusiedeln, „Für die Ewigkeit“ reiht sich da leider mit ein. Das ist alles irgendwie zu einfallslos, die Texte sind schon tausendmal da gewesen (Working Class, Zusammenhalt und so weiter…) und das Saxophon hat noch nie wirklich reingepasst. Erwähnenswert finde ich allerdings den Song „Miss Germany“, der eine Interpretation des Ska-Klassikers „Miss Jamaica“ von Jimmy Cliff ist. Das ist auf jeden Fall ’ne schöne und gelungene Idee mit vielen Reggae- und Ska-Einspielungen. Hiermit zeigt die Band deutlich ihre Liebe für Skinhead Reggae, womit es eindeutig Sympathiepunkte bei mir gibt! Solche ideenreiche Songs hätte ich allerdings mehr erwartet. Thorsten

 


STRASSENJUNGS – Straßenjungs Hitbox
(CD, Tritt)
Übelster Etikettenschwindel von der Band, der ich mein zweites Punk-ähnliches Konzert verdanke. Kamerad Höhle und ich bekamen beide glänzende Augen beim Anblick dieses Tonträgers und wir erwarteten beide eine Zusammenstellung der besten Lieder der Frankfurter. Ich griff schneller zu, Höhle blieb auf der Strecke. Ein Blick auf die Tracklist ließ allerdings nix Gutes ahnen: Gerade mal 4 Lieder, die ich kannte. Will allerdings nix heißen, da ich mir meine letzte Straßenjungs-Platte 1983 gekauft habe. CD in den Player geschoben, bei „Birgit O.“ begeistert mitgesungen, ebenso wie bei „Der Drummer mit dem Holzbein“, aber danach verließen sie mich: Fürchterlicher Deutschrock, nix mehr mit „Wir ham ’ne Party“ oder so. Eine große Enttäuschung der Band, deren Debut-LP die erste Platte war, bei der sich meine Eltern ernsthafte Gedanken um ihren Spross gemacht haben. AndiSocial

 


STRAWBERRY BLONDES – Rise Up
(CD, Deck Cheese)
Nun, käme die Band aus den Staaten, dann würde sie entweder bei Hellcat oder gar Epitaph selbst erscheinen. So kommen die vier Jungs eben aus England und haben einen beschwerlicheren Weg vor sich. Trotzdem brauchen sie sich nicht zu verstecken, denn ihr Handwerk verstehen sie durchaus sehr gut. Das Quartett hat gute Melodien drauf und weiß diese auch geschickt einzusetzen. So entsteht eine angenehme Atmosphäre, die man sich für jede gemütliche und ausgelassene Party vorstellt. Sind im November übrigens für ein paar Dates mit Unseen und Rejected Youth am Start. Man darf also gespannt sein, ob das live auch funzt. Bocky

 


STRONGBOW – Terminal Life
(CD, Vinyl Junkies Rec.)
„…schmeckt nicht nur lecker, sondern hört sich auch gut an“, heißt es im Info. Dem kann man im Großen und Ganzen auch nur zustimmen. Vorausgesetzt, es ist keine Allergie gegen hymnischen Streetpunk vorhanden. Um die Chose ein wenig aufzupeppen, hat man dann noch sporadisch Piano-Einlagen, feminine Backings oder Bagpipe-Begleitung eingestreut. Wenn Letzteres zutrifft, erinnert das Ganze (wie sollt’s auch anders sein) ziemlich an Boston („Let The Enemies Know“). Und deshalb heißt es dann wenig später auch augenpetzend: „This Is Dresden, Not L.A.“. Gut, das wäre dann auch mal geklärt. Alles in Allem ’ne runde Sache und das ideale Kraftfutter für Buddies von Oxymoron, Deadline und Konsorten. Snitchcock

 


STRUNG OUT – Blackhawks Over Los Angeles
(CD, Fat Wreck)
Schade, dass ich hier nur so ’ne Promoversion vor mir liegen habe, denn am meisten vermisse ich das Booklet, das bestimmt wie immer großartig ausgefallen ist, weil es auch diesmal wieder von Sänger Jason Cruz höchstpersönlich kreiert und gelayoutet wurde. „Blackhawks Over Los Angeles“ ist meiner Meinung nach das bisher schwächste Album der Band. Leider, denn eigentlich mag ich die Jungs und ihre Musik normalerweise echt gerne. Die Lieder sind diesmal alle recht langweilig, gehen irgendwie nicht richtig ins Ohr und sind meiner Meinung nach teilweise zu metallastig. Ich frage mich echt was passiert ist, denn Strung Out zählen eigentlich zu den kreativsten Melodic Punk-Bands aus dem Hause Fat Wreck. Hoffentlich wird die nächste Scheibe wieder besser. Jasmin

 


STUPE- IT – The Cause Of And Solution To All Life’s Problems
(CD, E.V.)
Möchte mal wissen, wer sich den halsbrecherischen Titel dieser 5-Track-EP ausgedacht hat – wahrscheinlich derselbe Mensch, auf dessen Mist auch das Bandinfo gewachsen ist. Wenn selbiges allzu euphorisch ausfällt, ist ja in der Regel immer Vorsicht geboten. Alte Reviewarsch-Weisheit. Und so wird dann auch bei den Nachwux-Melodycorelern ausm Ösiland munter von „…popigem(!), aber cleverem Punk-Rock-Sound…“ schwadroniert, der ihnen bereits „…eine große Fangemeinde erspielt…“ habe. Na dann. Bemerkenswert ist hier, dass im Beipackzettel sogar auf die Nebenwirkungen hingewiesen wird: „… und es kann schon mal passieren, dass du nach einer Show die Halle Stupe-iT-Refrains summend verlässt!“ Angesichts der an den Haaren beigezogenen, mit Brian-Molko-Gedächtnis-Arien vorgetragenen Chorus-Lines wohl eher eine finstere Drohung. Ganz abenteuerlich wird es dann, wenn die Besonderheiten des Sounds angepriesen werden: „Schnelle Schlagzeugriffs treffen auf schreddernde Gitarren und einen hämmernden Bass…“ Ähem, wo denn? Oder sind meine Lauscher zu sehr auf Hi-Hat-Licks und Powerchord-Vocals fixiert? Wie auch immer, wenn die Jungs ma lecker am Ball bleiben, schaffen sie bestimmt noch den Sprung auf die Stadtfeste im Burgenland. Snitchcock

 


SUCUBUS – Smash The Boredom
(DemoCD, HYPERLINK „http://www.myspace.com/sucubuspunk“ http://www.myspace.com/sucubuspunk
Jawoll! Endlich mal ’ne Mädelsband, die beweist, dass es durchaus auch heutzutage möglich ist, Frau zu sein und gut auszusehen und gute Musik zu machen. Und, ja, sie machen wirklich gute Musik und das Letzte was die Damen aus dem Raum Stuttgart nötig haben, ist so was wie einen Frauenbonus. Die vier Lieder kommen allesamt kräftig rüber, und bohren sich in Sekundenschnelle ganz tief ins Hirn, wo sie noch Tage nach dem ersten Hören rumschwirren und mir mit Freude einen Ohrwurm nach dem anderen verschaffen. Musikalisch klingt das Ganze sehr nach altem Ami-Punk im Stile von den alten T.S.O.L.-/Black Flag-Sachen. Was mir besonders gut gefällt sind die mehrstimmigen Gesänge. Vor allem da die Musikerinnen alle völlig verschiedene Stimmen haben, klingt das Ganze echt klasse! Ich wünsche mir echt, dass die Mädels am Ball bleiben, bald ihr erstes Album raus bringen und fleißig Live-Auftritte absolvieren, denn ich bin mir sicher, dass sie es in Zukunft richtig zu was bringen können. (Demo für 3 Euro + 1,45 Euro Porto unter HYPERLINK „mailto:sucubus-punk@web.de“ sucubus-punk@web.de) Jasmin

 


THE TIGHTS – 7707
(CD, Selbst)
Die The Tights veröffentlichen nach 28 Jahren drei neue Songs. 1978 wurden sie von Cherry Red Records zum ersten Mal unter Vertrag genommen. Ein „lost“ Album mit frühen Songs ist noch für 2007 auf eben diesem Label geplant. Dann sind 30 Jahre Bandgeschichte voll. 1977 – 2007. Diese markanten Daten werden in dem Titeltrack verwurschtelt (siehe Weltverschwörungstheorieansatz in der Highschool Nightmare-Kritik). Keine Ahnung wie sich die The Tights in den ersten beiden Jahren ihrer Bandgeschichte anhörten. Zu ihrem Zustand heute, möchte ich gerne Pulp Fiction zitieren: „Leute glauben, ihr Arsch würde reifen wie Wein. Wenn sie glauben, er würde mit den Jahren besser, liegen sie falsch. Wenn sie glauben, er verwandelt sich langsam in Essig, haben sie recht.“ Captain Mocker

 


THE TOASTERS – One More Bullet
(CD, Leech Records)
Die Toasters aus New York sind ja schon eine Institution im Ska-Sektor. Seit nun mehr als 25 Jahren gibt es die Pioniere des so genannten Third Wave Ska nun schon. Ich persönlich war noch nie ein besonders großer Fan der Toasters und dieser Richtung des Ska. Dementsprechend reißt mich auch „One More Bullet“ nicht vom Hocker. Die elf Songs sind allesamt langweiliger und einfallsloser Zirkus-Ska. Das ist was für junge Kids mit schwarz-weiß karierten Vans, die gerne wild in der Gegend herumhüpfen! Zum Tanzen ist das viel zu hektisch. Wer drauf steht, soll sich das Album kaufen, ich höre mir da lieber die neue Aggrolites an! Thorsten

 


TOXPACK – Cultus Interruptus
(CD, DSS Records)
Toxpack kommen, wie soll’s auch anders sein, aus Ost-Berlin. „Cultus Interruptus“ ist ihr mittlerweile zweiter Longplayer (im Digipack), wobei ich den ersten nicht kenne, und stilistisch spielt man so genannten Streetcore. Für mich klingen die 12 Songs aber schlicht und einfach nach alten Onkelz, musikalisch wie textlich. Das ist mir zu viel Metal und zu viel Gitarrensolo. Textlich bedient man sich an den gängigen Klischees wie Straße, Straße und noch mal Straße. Alles natürlich ohne ein Lachen im Gesicht, alles schön ernst und aggressiv. Im Booklet trägt man auch noch schön repräsentativ ein Onkelz-Shirt von dem „Bösen Menschen Böse Lieder“-Album! Beim Titeltrack „Cultus Interruptus“ geben sich zudem noch zwei andere Berliner Prollhelden die Ehre, nämlich Atze von Troopers und Köfte von Mad Sin. Dieser Track ist zudem als Video-Bonustrack, in einem echt gut gemachten Clip, auf der CD. Ich kann mit solchen Bands absolut gar nix anfangen und mit Oi-Musik hat das sowieso gar nix zu tun! Thorsten

 


TOXPACK – Cultus Interruptus
(CD, DSS Records)
Ist das geil! Toxpack spielen eine Mischung aus Oi!, Metal und Hardcore. Das Ganze mit gehörig Dampf und sehr viel Aggressivität. Die einzelnen deutsch gesungenen Songs hämmern sich mit Fäusten in die Gehörgänge – und da bleiben sie auch. Wut dürfte der treibende Motor von Toxpack sein. Und damit fahren sie auch einfach nur gut.
Manche Lieder klingen ein wenig nach den Troopers, vielleicht liegt es auch nur an den deutschen Texten und der Härte der Musik. Atze von den Troopers und Köfte von Mad Sin singen bei einem Stück mit, deshalb dürfte eine gewisse Nähe zu den Ersteren zumindest vorhanden sein. Das ist Musik, die jedes Skinhead- und Streetpunker-Herz höher schlagen lässt. Allen Anderen kann nur geraten sein: unbedingt antesten! Wie Toxpack selbst in „Streetcore“ singen: „Von der Straße für die Straße / Kein Mainstream für die breite Masse /…/ Unverändert laut und hart / Musik auf eine andere Art / Immer noch aggressive Kunst / Streetcore / Streetcore!“ Damit ist alles gesagt. Igor Eberhard

 


TOY DOLLS – Dig That Groove Baby / A Far Out Disc / Idle Gossip
(CD, Captain Oi!)
Captain Oi! widmet sich jetzt endlich auch mal einer meiner Alltime Favourites. Und zwar den wegweisenden ersten drei Album der Band aus Sunderland. Die Idee diese drei Longplayer mal wieder zu veröffentlichen ist zwar nicht gerade neu, aber das ist mir in diesem Fall scheißegal. Die Welt muss zugeschissen werden mit den Toy Dolls. Nicht umsonst habe ich im Punkrock!-Vorgänger Punkrock Guide (#8) einen etwa 90-seitigen Artikel über die Band geschrieben und das ist gut, denn jetzt kann ich mich hemmungslos selbst beklauen: „Dig That Groove Baby“ ist eine meiner absoluten Alltime Favourites. Die Platte hat alles, was mich glücklich macht und was auch eigentlich einen Großteil aller folgenden Issues beinhaltet und die Toy Dolls zu einem unverwechselbaren Markenzeichen macht. Intro, Outro (was sowohl die gesamte LP als auch für die einzelnen Songs gilt), Texte, die an Grenzdebilität, Ironie und einer atemberaubenden Leichtlebigkeit überquellen und immer die wichtigen Dinge des Lebens im Auge haben, Spielfreude und -witz, die einem direkt aus den Boxen ins Gesicht springen und unweigerlich zu permanentem Hopsen und Grinsen führen, arschcoole Arrangements, eine nahezu gottgleiche Instrumentaliserung (vor allem Olgas Gitarrenspiel dürfte unter Punkrockern unerreicht sein), herzerweichende Chöre und die Vorliebe für Coverversionen, Soap Operas und die Schwächen der lieben Mitmenschen. Wer die Toy Dolls kennt, weiß was ich meine und auf „Dig That Groove Baby“ wird das alles und noch viel mehr in einer nahezuen Vollendung zelebriert, dass ich nach 20 Jahren des Hörens immer noch nicht das Wasser halten kann, sobald einer der Songs dieser Platte läuft. Für das Titelstück gehören die Jungs geküsst, ach eigentlich für alle; „Spiders…“, „Glenda…“ (Figur aus der TV-Serie „Crossroads“), „Stay Mellow“, „Firey Jack“ oder die sagenhafte Coverversion von „Blue Suede Shoes“… Kurz gesagt: die Platte ist ein Mahnmal, ein Manifest, sie ist wichtiger als die Heilige Schrift und sie gehört gottverdammtnochmal in jeden Haushalt. Sie sollte gesetzlich festgeschrieben zu jedem Frühstück gespielt werden. Es gäbe keine bösen Menschen mehr!!!“ Als Bonus gibt’s auf der Captain Oi!-CD übrigens 12 weitere Tracks plus Linernotes und Texte. Sehr geil. Kaufbefehl!!! Gleiches gilt übrigens auch für die Nachfolgealben „A Far Out Disc“ und „Idle Gossip“, die zwar nicht ganz an „Dig That Groove Baby“ heran kommen, aber trotzdem stehen sie noch meilenweit über allem anderem Schrott, der in den letzten 25 Jahren sonst noch so veröffentlicht wurde. Erstere ist „nicht ganz so der Ohrgasmus wie das Debut, aber trotzdem sorgt sie bei mir für die Ausschüttung von Glückshormonen. Hits wie „Modern School Of Motoring“, „Bless You My Son“ oder „Florence Is Deaf“ sind hinreißende Evergreens mit Spaßgarantie.“ Hier gibt’s leider nur vier Bonustracks, aber die haben es in sich. Übrigens genau wie die vier Bonustracks, die beim Re-Release von „Idle Gossip“ mit drauf sind und das Original hatte schon damals „eigentlich wieder nur Hits am Start: Neben dem Titelsong z.B. solche Granaten wie „The Lambrusco Kid“, „Harry Cross“ (diesmal kriegt die Soap „Brookside“ ihr Fett ab), „Silly Billy“ oder „I Tried To Trust Tracey“. Eine runde Sache, von vorne bis hinten“. Auch hier gilt natürlich: Linernotes, Texte und der ganze andere Scheiß. Alle 3 CDs kommen im Digipack. Ach, leckt mich am Arsch, die Review ist eh schon viel zu lang und deshalb sei jetzt nur noch kurz gesagt: Wer diese drei Alben nicht schon hat, muss jetzt zugreifen oder soll auf der Stelle tot umfallen!!! Hierbei handelt es sich nämlich um echte Punkrock-Perlen! Und auch wer die Alben schon hat, sollte sich wegen der sagenhaften Bonustracks überlegen, ob… Obnoxious

 


TURBOLOVER – Brot für die Welt
(CD, Puke Music)
Was für eine Götter-Band!!! Hab ich bisher noch nicht gekannt, doch jetzt weiß ich, was Musik ist. Ein Stern geht auf und ich hab lange drauf gewartet, dass mal eine Band auftaucht, die nicht nur gute Musik macht, sondern auch textlich zwischen Ernst und Spaß hin- und herpendeln kann. Vom melodiösen und zum Mitgrölen tauglichen Spaßsong, bis zum wilden HC-Geprügel und nachdenklichen Song ist alles mit dabei. Besonders erwähnenswert der Song „Skinheads und Heroin“. Saugeile Band, Spitzen-Album! Metulski

 


TURBOSTAAT – Vormann Leiss
(CD, Same Same But Different/Warner)
Was mussten sich diese Kerle schon alles anhören in letzter Zeit, dass sie zu „Kommerz-Schweinen“ mutiert sind (natürlich), zahnlose „Musterknaben“ seien, „die immer denselben traurigen Song spielen“ undsoweiterundsofort. Nun ja, wenigstens haben sie das Zeug zum Polarisieren, und das is ja auch schon mal was. Kurzum: Wer die beiden Vorgänger mochte, wird hier alles andere als abgeneigt sein. Daran ändern auch die Warnerschen Vertriebswege und dreimaliges Abnudeln bei Emmtiwie nix. Die bereits aus der Vergangenheit bekannten Zutaten, wie gefriergetrocknete Melodram-Riffs mit Waldmeister-Geschmack (die nixdestotrotz unverschämt sexy und tanzbar sind), die geringfügig kryptischen Wörters von Marten und die reizenden Gesangslinien hat Oma Wiper beim Einkochen ebenso wenig vergessen, wie einen super homogenen Sound, der selbst auf digitalem Tonträger noch ordentlich Leben in die Bude bringt. Kein Wunder, hat Dirigent Moses das Ding in nur 48 Stunden analog einzimmern lassen. Und so kommen Nümmerkens wie „Habentaucherwelpen“, der Titelsong, „Schalenka Hase“ oder „Der Frosch hat’s versaut“ dermaßen mitreißend rüber, dass nicht nur der Arsch Kirmes, sondern auch die Endorphine Hofgang haben und der Rezensent am liebsten die Speaker flachlegen würde. Und was diese leidige „Kommerz“-Geschichte angeht: Sollen sie halt die Herzen der Teenies erobern. Scheiß drauf. Besser die als andere. Snitchcock

 


TV SMITH & THE BORED TEENAGERS – Crossing The Red Sea With The Adverts
(CD, Boss Tuneage Rec.)
Auch der umtriebige olle Fernsehschmidt kann die Vergangenheit nicht ruhen lassen und präsentiert hier den alten Adverts-Klassiker in der live mit seiner derzeitigen Haus- und Hofcombo eingespielten Neu-Version (plus „The Adverts“ und „The Good Times Are Back“ als Dreingaben). Stattgefunden hat das denkwürdige Event stilecht im legendären 100 Club in Britanniens Zentrale. Die werten Musikanten und das bierselige Volk vor der Bühne hatten hörbar ihren Spaß dabei und auch auf Konserve kommt die Sache schön rotzig und authentisch rüber. Kann man quasi als guten offiziellen Bootleg bezeichnen, dat gute Stück. Doch, die ewigen Gassenhauer („Gary Gilmores Eyes“, „New Church“, „Safety In Numbers“ etc.) kommen im aufgepeppten Zustand richtig lecker. Lohnt. Snitchcock

 


V.A. – A Street Tribute To Bud Spencer & Terence Hill
(CD, Sunny Bastards)
Nach der Vorankündigung des Samplers war ich schon voller Vorfreude und hochgesteckter Erwartungen und habe beim Redaktionssaufen die CD hemmungslos an mich gerissen. Tags darauf, bei der alkoholgeschwängerten Fahrt von Mannheim nach Frankfurt, war ich so enttäuscht, dass ich sie an der Raste in den Müll werfen wollte. Zum Glück habe ich das nicht gemacht, denn nach mehrmaligem Hören mit mehr oder weniger klarem Kopf bin ich begeistert. Labeltypische Bands, die mir ansonsten größtenteils meilenweit am Arsch vorbei gehen, bringen inzwischen selbigen zum Wackeln, was natürlich nicht zuletzt daran liegt, dass die CD kindheits- und jugendbeglückende Gefühle in mir erweckt. Wer mit den grenzdebilen Filmen von Bud Spencer und Terence Hill (mein Idol!) aufgewachsen ist und unweigerlich ihre Poster an der Schrankwand hängen hatte, muss diesen Sampler sein eigen nennen. Scheißegal welche Bands hier vertreten sind, welche Songs und Titelmelodien hier gecovert werden oder welche Hommagen an die Jugendhelden dargeboten werden; hier handelt es sich um eine absolute Pflichtveranstaltung des schlechten Geschmacks. Wie gesagt, eine grenzdebile Reife von 35+ an Altersweisheit ist hier von Nöten, aber wer die hat, geht unweigerlich ab wie ein rotes Mofa auf dem Hockenheimring. Oder um es mit den Worten von Zwakkelmann zu sagen: „ Ich verrat dir, was ich wirklich will / Ich will ’nen Film mit Bud Spencer und Terence Hill“! Oder wahlweise diese CD!!! Ach ja: feines Booklet auch! Obnoxious

 


V.A. – Berlin Hardcore – Vol. 2 
(CD, Mad Mob)
Wer in Deutschland auch nur ansatzweise etwas mit Hardcore zu tun hat, kommt an dem Berliner Szeneladen nicht vorbei. Falls doch hat man mit Hardcore eben doch nicht so viel zu tun, wie man vorgibt! Interessant auf jeden Fall ist die gelungene Zusammenstellung, bei der man sieht, wie vielschichtig Hardcore in sich selbst ist. Denn die Unterschiede zwischen Mönster, Anticops oder Alithia können sich hören lassen. Da kann man so einige Schubladen aufziehen. Oder es eben lassen und diesem Sampler einfach lauschen! Bocky

 


V.A. – Bound For The Bar 
(CD, PLY)
Ehrlich gesagt, weiß ich es gar nicht so genau. Aber ich glaube das ist der erste Label-Sampler von dem in Dortmund ansässigen Label. Auf dem Silberlingen geben sich jene Bands die Klinke in die Hand, die die letzten 13 Veröffentlichungen machten: The Bones, The Generators, Demented Are Go, 2nd District, Thee Merry Widows, um nur einige zu nennen. Nicht zu erwähnen brauche ich wohl, dass es sich bei den ganzen Bands um gut gestylte PunkrockerInnen handelt, die ’ne ordentliche Prise Rock’n’Roll im Blut haben. Bocky

 


V.A. – Deutschpunkgewitter 3 
(CD, Nix Gut)
Ganz netter Überblick über die Nix Gut-Bands. Darunter Atemnot, Volxsturm, Soko Durst, Berliner Weiße und Bad Nenndorf Boys. Mehr kann man nicht wirklich sagen, da Kritiken über Sampler sehr schwierig sind. DerLollo

 


V.A. – Die rote Schulhof-CD
(CD, Mad Butcher)
Nette Idee: Ein breites Spektrum engagierter Bands kontert die von den Kameraden der NPD geplante „Schulhof-CD“, die seinerzeit wohl an diversen Schulen verteilt werden sollte… Hauptsächlich deutschsprachige Bands geben engagiert antifaschistisches Liedgut zum Besten, auch mein alter Liebling Attilla ist dabei, ansonsten gibt’s die Schnitter (altbekannte Version von „Moorsoldaten“), No Respect, Quetschenpaua, Donots (mit einer originalgetreuen Version von „We’re Not Gonna Take It“ und etliches mehr. Unterhaltsamer Sampler. AndiSocial

 


V.A. – Kleinstadtträume
(CD, Buchsenrecords)
Recht unterhaltsamer Sampler des noch recht jungen Labels, auf welchem „15 alternative Bands Dir zeigen, wo der Kleinstadt-Hammer hängt“ (Label-Tycoon). Will heißen, alle beteiligten Combos hatten den konspirativen Auftrag, das turbulente Leben in der Peripherie zu besingen (Bedingung dabei: Höchsteinwohnerzahl 80.000 Nasen [Anm. Obnoxious: Nach stadtgeographischer Definition gelten nur Orte bis 20.000 Einwohner als Kleinstädte, ab 20001 bis 100000 Leuts heißen die Orte Mittelstädte. Und „Mittelstadtträume“ wäre ein wirklich cooler Titel gewesen! Das ist so richtig Provinz, nichts Halbes, nichts Ganzes!!!]). Und das machen, mal durchwachsen, mal recht ordentlich: Brainbucks, Sanitätskasten AG, Die Traktor, Jump The Shark, The Barbecuties, Jailbreak oder die Tequila Terminators. Das Gros davon im flockig- juvenilen Punk’n’Ska-Gewand, so dass der coole Lukas aus der 11b damit ganz sicher beim Besuch der neuen Dread-Flamme punkten kann – voll Underground und so. Die limitierte Auflage übrigens in exklusiver Feinripp-U-Buxen-Verpackung. Also: Ranhalten, dann klappt’s auch mit der coolen Steffi. Snitchcock

 


V.A. – Let The Bombs Fall…
(CD, True Rebel Records)
Ein Sampler mit dem True Rebel Records zeigt, was es als Label zu bieten hat. Was das ist? Ein Haufen Scheiße! Mit dabei: Eight Balls, Small Town Riot, Jesus Skins und The Detectors. Metulski

 


V.A. – Network Of Friends 
(CD, Social Bomb)
Ha, nun wird dieser gefragte Sampler neu aufgelegt und ich bin auch dabei! Einst erschien der geniale frühe 80er Jahre HC-Sampler 1996. Die Idee dafür hatte der Herausgeber und Plastic Bomb-Schmierfink Helge Schreiber damals als er in Australien in einem Plattenladen stand. Wie er dort hinkam und wieso er unbedingt den Sampler machen wollte, kann man in den Linernotes zum Sampler nachlesen. Interessant auf jeden Fall die Zusammenstellung der Bands. Wovon auch heute noch einige sehr bekannt sind, aber viele es schon gar nicht mehr gibt. Wer also mal ein bisschen weg will vom Mainstream der damaligen Zeit ist hier genau richtig! Bocky

 


V.A. – Paid in Black – A Tribute To Johnny Cash
(CD, Wolverine)
Jetzt ist Schluss mit lustig: Der schätzungsweise siebte Cash-Tribute-Sampler und irgendwann langt’s einfach. Ich kann keine lieblos runtergebratzten Versionen von „Walk The Line“ oder (ganz schlimm) „Cocaine Blues“ mehr hören. Einziger Lichtblick auf dieser Horrorpunk-Compilation sind The Spookshow mit „Kneeling Drunkyards Plea“. Der Frauengesang hebt sich auf’s Angenehmste von dem ganzen Whooooaaaaaah-Geschrammel ab. Und jetzt noch mal für alle zum Mitschreiben: Cash war kein Punker und kein Glatzkopp und er trug erst recht keine Devillock. Im tiefsten Inneren seines Herzens war der Man in Black ein zutiefst christlicher, konservativer Amerikaner, den ich trotzdem heiß und innig liebe…. AndiSocial (dem man sein Spielzeug weggenommen hat)

 


V.A. – Psycho Killers
(CD, Anagram)
Huh, wie gruselig. Da hat sich Anagram jetzt mal so richtig angestrengt und das Archiv nach Songs von Psychobilly-Bands durchsucht, die sich mit Killern und Serienmördern beschäftigen. Sollte in dem Genre das spooky Friedhöfe, Zombies, Vampire, Mumien, Monstren, Mord und Totschlag schon traditionell seit Anfang der 80er im Programm hat, nicht allzu schwer gewesen sein. Schade nur, dass dabei nicht mehr heraus gekommen ist als die „25 grisly Psychobilly tales with NO happy endings!“, die uns der Untertitel verspricht. Fast könnte man meinen, bei den ersten paar Tracks wird das gute Pulver verschossen, wenn man nicht wüsste, dass es noch hunderte andere Titel gibt, die hier einen Platz auf dem Sampler verdient hätten, das vertretene Material aber größtenteils nur Mittelklasse-Songs sind. Da helfen auch keine eingespielten Angstschreie von Jungfrauen und blutgefrierende Intros. In den 72 Minuten geht es um fiktive oder auch ganz reale Mörder, vorgetragen von Bands wie Sharks, Frantic Flintstones, Meteors, Batfinks, Neck-Valve (Grindcoriger Tipp!) und ein paar anderen. Passable Idee, aber in der Umsetzung auf Dauer wirklich zu langweilig. Hätte man echt mehr draus machen können… Obnoxious

 


V.A. – Rhein-Neckar Fuck – Der Sampler
(CD, Nix Gut)
Dieser Sampler ist groß, ist ein Denkmal – nicht nur für 28 Bands, sondern für die großartige Szene der Metropolregion Rhein-Neckar. Ebenfalls ein Denkmal für eine Geisteshaltung: Selber mache, mache lasse und gönne könne! Diese Szene befruchtet sich gegenseitig. Dies treibt mitunter verwunderliche Stilblüten, ist im Ergebnis aber sehr kre-a-k-tiv. Viele der Szene-Akteure sind gleich in mehreren Bands tätig. Die, die nicht gerade in einer Band spielen, gehen auf Konzerte, organisieren sie, schreiben in kleinen Postillen, sind Dozenten an der Rock’n’Roll Highschool oder Teilnehmer am Biermarathon, etc. Ohne sie gäbe es nicht diese Vielzahl unterschiedlichster Bands, die hier von Rüdi „Pogoradio“ Himmelzberger auf einem Tonträger vereint wurden. Dank seines technischen, musikalischen und unterhalterischen Genies, ist seine Radiosendung auch überregional bekannt und beliebt; und somit auch einige der auf diesem Sampler vertretenen Bands. Bei der Mannigfaltigkeit an Bands ist für jeden etwas dabei, der Punkrock nicht nur als Musikrichtung, sondern als Geisteshaltung liebt. Perlen und Rohdiamanten! Mir persönlich gefallen die Beiträge folgender Bands besonders gut: Loaded (PunkRock-Oi-Oi; der Sampler-Opener und wie ich auf einem Konzert beeindruckt feststellen durfte: Die Szenegrößen!), Achtung Spitfire Schnell Schnell!! (Garagen-Orgel-Soul-Punk), Memphis Bitch (RamonesPunk), Schogettes (Motown), Parboiled (Ton Steine Scherben-mäßig) Gun Mob (HC/Metal), Snicker Doodles (Deutschpunk-Oi), Panda Playschool (Garage-R’n’R mit Orgel), Wehrkraftzersetzer (Turbo-Ska auf Deutsch), Multi Relax Foundation (Rock’n’Roll raw and dirty), Don Kanakos (PunkRock auf türkisch), Lazer (Deutschpunk, Spaßfraktion). Da die Halbwertzeit von Bands mitunter kurz ist, ist „Rhein-Neckar Fuck“ auch eine Momentaufnahme 2007, die zeigt was aktuell geht und was gehen kann, wenn man nur will! Wird eine dieser Bands 2008 vergehen, so werden bestimmt ein oder zwei neue dafür entstehen. Und die sind vielleicht noch geiler. Die Rhein-Neckar-Szene lebt, sprießt und gedeiht. Warum das gerade hier so ist und nicht anderswo? Denk mal! Captain Mocker

 


V.A. – Rockin’ At The Take 2: Vol. 1 & 2
(CD, Anagram)
Rockin’ At The Take 2 Vol. 1 und Vol. 2 sind zwei Live-Alben (hier auf einer CD), welche beide 1989 im Take 2 Club (Sheffield) aufgenommen wurden. Frantic Flintstones-Frontmann Chuck Harvey war für das Booking der Bands mitverantwortlich. Daher steht auf dieser CD wohl auch „Chuck Flintstone presents…“ Ich erwähne das deshalb, weil der Name Harvey im Psychobilly für Wertarbeit steht. Und das merkt man bei diesen Aufnahmen. Die Soundqualität ist exzellent, die Live-Atmosphäre kommt rüber und die Bandauswahl passt auch. Gut, es sind halt vorwiegend die üblichen Verdächtigen: Frantic Flintstones, Demented Are Go, Coffin Nails, Radiacs, etc. Rockin’ At The Take 2 bietet genau das, was man auch an der Stompin’ At The Klub Foot-Reihe schätzt. Let’s wreck! HH

 


V.A. – Teenage Rebel – Vol. 4 
(CD, Teenage Rebel)
„Wie gehabt, viel Musik für wenig Geld.“ So präsentiert der Rüdi seinen vierten Label-Sampler. Mit dabei sind solche großartigen Bands wie: Die Kassierer, TV Smith, Razzia, Supabond, etc… Aber auch die Knallchargen OHL. Und was auf gar keinen Fall fehlen darf: Lokalmatadore und Eisenpimmel. Wie man sieht, ein ganzes Rudel Bands, die wirklich schon was geboten haben. Bocky

 


V.A. – United Colors Of Ska 4.0
(DoCD, Pork Pie)
Hier gibt’s nun eine neue Folge der „United Colors Of Ska“-Reihe aus dem Hause Pork Pie. Nummer 4.0 hat diesmal Songs von 44 Bands aus 36 Ländern zusammengetragen, die über Myspace Music veröffentlich wurden und so bislang nur auf Vinyl oder gar nicht erhältlich waren. Die erste CD widmet sich ganz der traditionellen Ska-, Rocksteady- oder Early Reggae-Welt. Neben altbekannten Bands wie den Slackers, Valkyrians, Two Tone Club oder den Upsessions (übrigens hier mit dem Ska-Stück „Hold Your Whining“ vertreten), gibt es auch noch absolute Geheimtipps, wie die genialen Pepper Pots, die Riddimstix und die neue Band am malaysischen(!) Skinhead Reggae-Himmel, The Aggrobeats. Eine echt gelungene Zusammenstellung. Auf CD 2 bewegt man sich dann in neueren Gefilden, wie 3rd Wave Ska, 2Tone oder Ska-Punk. Bands wie Skaos, Toasters, Spitfire und Dallax sprechen, denk ich, für sich. Mir persönlich gefällt die erste CD wesentlich besser. Ist aber Geschmacksache. Der Sampler bietet für Einsteiger einen sehr guten Überblick über die derzeitige Ska-Szene und für alte Hasen, die ein oder andere Rarität. Thorsten

 


WHISKEY DAREDEVILS – Old Favorites 
(CD, Knock Out)
Puristen und Dogmatiker werden mit dieser wunderbaren Scheibe nichts anfangen können und sie auf direktem Weg aus dem Player befördern. Jeder, der auch gerne über sich selbst mal lachen kann oder ein begeisterter Karaoke-Teilnehmer ist, wird die dritte Scheibe der US-Amerikaner mit Enthusiasmus gleich noch einmal hören. Wie der Titel schon vermuten lässt vertont die Band ihre hauseigenen alten Lieblingssongs. Aber das sind dann keine schlichten Punkrock-Covers. Nein, die Band steckt die kompletten 14 Songs in ganz neue Gewänder. Da wird aus „Straight Edge“ von Minor Threat ein Surfsong und Black Flags „Six Pack“ zu einem To Go-Träger in Country. Die restlichen Songs kann ich gar nicht beschreiben, weil ich die Stile, in die die Songs gepresst werden gar nicht kenne. Immer wieder gut noch Bands zu haben, die unter Punkrock einfach mehr verstehen. Bocky

 


WHISKEY REBELS – Create Or Die 
(CD, PLY)
Schon gewusst, dass Whiskey frei übersetzt „Wasser des Lebens“ bedeutet? Danach gehend wird der Sänger wohl sehr alt. Seiner Reibeisen-Stimme nach zu urteilen, scheint er nämlich mit jenem Getreidesaft täglich seine Zähne zu schrubben. Passend dazu ist der wilde Stil des Fünfers aus Sacramento. Also rau gezackerter Punkrock mit feinen Melodiebögen und wunderbaren Song-A-Longs. Bleibt nur zu hoffen, die Jungs auch mal hierzulande auf einer Bühne beschauen zu können. Vielleicht haben wir ja Glück und man kann sie als Newcomer auf der nächsten „Bad Boys Tour“ schon sehen. Bocky

 


ZOMBIE GHOST TRAIN – Dealing The Death Card
(CD, Fiend Force Records)
Unschlagbar! Meine absolute Nummer Eins! 12 von 10 Punkten!! Als die Anfrage für ein Konzert im Juz kam und ich einfach mal so zugesagt hatte, wusste ich noch überhaupt nicht was mich erwarten würde. ABER: Die Band ist der absolute Hammer!!! Die drei sympathischen Australier sind unheimlich gute Musiker, und dazu kommt auch noch die unglaublich vielfältige (leicht lispelnde) Stimme von Sänger Stu Arkoff. Psychobilly hat mich bisher eigentlich eher weniger tangiert, aber mit ihrer grandiosen Mischung aus Horrorpunk, Psychobilly, Country, Rock’n’Roll und Surf haben sich ZGT einen festen Platz in meinem CD-Player erspielt. Jedes der 13 Lieder ist ein Hit, inklusive der großartigen Crazy Cavan-Coverversion „Teddy Boy Boogie“. Kann an dieser Stelle nur empfehlen, sich das Album zu besorgen und wenn ihr schon dabei seid, legt euch gleich noch das Glad Rags & Body Bags-Debutalbum zu, das ist nämlich genauso gut!!! Jasmin



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