L.A.K. – Verdammtes Leben
(CD, Nix Gut Records)
L.A.K. haben sich zumindest musikalisch einen Schritt vom Deutschpunk in Richtung Oi! bewegt. Melodische, eingängige Melodien, die man sich gut und gerne anhören kann. Textlich wird weiter auf Deutsch gesungen und auch das kann sich sehen lassen, sowohl von der eher rau-charismatischen Gesangsstimme, als auch vom Inhaltlichen her. Also: Runde, geile Sache. Metulski


LAURA IMBRUGLIA – s/t
(CD, Silversonic Rec.)
Kann sich noch jemand an die käsige Aussie-Soap „Neighbors“ Anfang der 90er erinnern? Da hampelte neben den Pastell-Teenie-Idolen J.Donovan und K.Minogue auch Natalie Imbruglia als Mauerblümchen umher, die vor einigen Jahren mal kurzzeitig in der seichten Hausfrauen-Pop-Szene ihr Unwesen trieb. Nun hat’s auch das werte Schwesterherz vors Mikro getrieben, und zwar unter dem Einfluss „des eindringlichen Sounds von Nirvana“, wie das absolut kultige Infoblatt zu berichten weiß. Aber es kommt noch besser, denn man gibt sich selbstbewusst: „Ich brauche nicht in albernen Werbespots für O-Saft aufzutreten, um einen Fuß in die Tür zu kriegen.“, wird sie da zitiert. Na, dann ist ja gut. Das Album an sich ist ein unausgegorenes Sammelsurium an vor sich hin plätschernden Liedchen, die mal Indiepop, mal Punk („I Wanna Throw Stones“), mal Retrorock sein wollen und laut Info „die Indie-Szene begeistern“ werden. Ganz bestimmt. Noch ein grandioses Zitat der Lady zum Thema Germanien-Tour und -Release: „Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen einen Sinn für Humor haben, genau wie ich!“ Würg. Ja, den braucht man hier wirklich… Außerdem: „Die Leute drehen durch, wenn sie meine Texte hören!“ Ist ok, Mademoiselle, ich dreh dann mal ab. Und leg mich lieber nackt auf’n Flur. Snitchcock

 

 


LESS THAN JAKE – Anthem
(Pic-LP, Leech)
Okay, hier will ich mal ein Auge zudrücken, dass es zum Besprechen nur eine gebrannte CD mit kopiertem Cover gibt. Schließlich will ich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich eine teuer verschickte Pic-LP nicht über den grünen Klee lobe. Bei „Anthem“ handelt es sich bei richtiger Zählung meinerseits um den neunten Longplayer von den Florida-Skapunks Less Than Jake, der 2003 beim bösen Major Warner im Original als CD heraus gekommen ist. Leech Records haben ihn jetzt als lizenzierte und auf 500 Kopien limitierte Pic-LP releast. Kann man im konkreten Fall somit zwar als Rarität(?) ansehen, aber bei angeblich über 100 Veröffentlichungen, die es von Less Than Jake inzwischen gibt, ist die Platte wohl eher ein Fall für Die Hard-Fans. Auf „Anthem“ wird zweifellos SkaPunk der versierteren Sorte geboten, aber zum glücklich werden, brauche ich das auf keinen Fall, auch nicht als bebildertes Vinyl. Und letztendlich ist das alles auch nur auf MTV getrimmter Quatsch für Mainstream-Kiddies, die es nicht besser wissen. Obnoxious

 

 


THE LO FAT ORCHESTRA – Canned Candies
(Digipack-CD, Milk &Chocolate Records)
Wieder eine Band die mir vorher gänzlich unbekannt war, aber ich sag mir dann nur tapfer, keine Angst vor neuem! Oft bereue ich das dann leider wieder. Ähnlich geht’s mir mit dem Album der drei Jungs aus Detroit. Beschrieben wird das Ganze als eine Mischung aus Soul, Trash, Noise und Pop. Soul liegt ja eigentlich total auf meiner Wellenlänge. Was die Jungs da allerdings präsentieren, ist mehr „White Trash“ und klingt so gar nicht nach Sweet Soul Music. Der Sänger nervt mich total mit seinem absolut unmelodischen und jammernden „Gesang“. Für solche Musik darf man einfach bewusstseinserweiternden Drogen nicht abgeneigt sein, um in andere Sphären vorzudringen. Dieses Album hat mir viel zu viel 60s Hippieeinflüsse und eindeutig zu wenig Soul! Thorsten

 

 


LOIKAEMIE – s/t 
(CD, Knock Out)
Seit rund einem ganzen Jahr warte ich auf das vierte Album der Plauener Jungs. Jetzt, da es da ist, bin ich froh, dass meine Erwartungen vollends befriedigt werden! Das Trio macht, was es am besten kann: Jedem ans Bein pissen und seinen Mund nicht halten. Das ist genau was ich erwartet habe und was ich an der Band wirklich schätze. Ihnen geht es nicht darum möglichst viele Freunde zu haben. Sie sind ehrlich, geradeaus und ecken gerne an. Sie provozieren wo sie können, werden gerne falsch verstanden. Also Punk! Auch diese Scheibe wird wieder vielen sauer aufstoßen, weil sie den sprichwörtlichen Spiegel vorhalten wird! Loikaemie sind wie sie sind und werden das hoffentlich auch bleiben. Glücklicherweise sieht es auch ganz danach aus, wie man dem Interview im Heft entnehmen kann. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Brett! Bocky

 

 


LOS FASTIDIOS – Anejo 16 Anos 
(CD, Mad Butcher)
Ein kurzer Blick über meine Plattensammlung verrät eindeutig meine Affinität zu dieser italienischen Skinhead-Band. Es sind nämlich weit über 10 Tonträger, die ich mittlerweile von ihnen besitze. Dementsprechend wäre dieser Silberling unnötig für mich, hätte er nicht noch zwei bisher unveröffentlichte Songs mit drauf. Es sind zwar „nur“ zwei Coversongs („Solidarity“ / Angelic Upstarts, „We’re Coming Back“ / Cock Sparrer), aber immerhin. Übrigens nette Idee, das Cover entsprechend der Feier im Havana Rum-Stil zu layouten. Bocky

 

 


THE LURKERS – Fulham Fallout 
(CD, Captain Oi!)
Irgendwie bin ich mir relativ sicher, dass viele diese Band nicht kennen. Oder zumindest nicht mit dem großartigen Song „Ain’t Got A Clue“ in Verbindung bringt, richtig? Aber das ist auch nicht schlimm. Viel schlimmer wäre es jetzt diese geile Scheibe zu überlesen und sich ’nen Scheiß drum zu scheren. Da sollte man sich doch freuen, dass sich der liebe Captain darum kümmerte diese Platte neu aufzulegen. Dazu erscheint sie im Digipack-Gewand, hat wie immer ein feines Booklet und massig Extrasongs (12 Stück!). Bocky

 

 


MAD HILDA – Fuck Tonight
(7“, HYPERLINK „http://www.madhilda.com“http://www.madhilda.com)
Als Punkrock!-Journalist freut man sich ja immer, wenn das Promo-Material in Vinyl-Form daher kommt. Noch dazu mit einem so verheißungsvollen Titel. Mad Hilda kommen, so glaube ich zumindest dem sehr spärlichen „Infozettel“(?) entnehmen zu können, aus Biel in der Schweiz. Die 5 Experten tragen so lustige Namen wie Evil Hilda, Lust Hilda, Nasty Hilda, Lovely Hilda und Hilda Gnadenlos. Man kann also davon ausgehen, dass es sich um einen Familienbetrieb plus Gouvernante für Schwererziehbare handelt. Guckt man sich jetzt noch das Cover, die mitgelieferten Aufkleber und die Homepage (die auch nicht mehr hergibt als der Infozettel) an, so kommt man zu dem Schluss, dass alle 5 Tanten gehörig einen an der Schüssel haben müssen. „Straps & Roll“ als Motto. Und der Modedesigner war dementsprechend wohl bei den New York Dolls in der Lehre. Wüsste ich es nicht besser, würde ich sagen, das sind Typen, die sich in trashigem Weiber- und Nuttenfummel verkleidet haben, dazu würde auch die Qualität der Produktion passen. Also wie Arsch auf Eimer. Musikalisch würde ich sagen: AC/DC in Punkrock, oder wenigstens so ähnlich. Trashtunten a go go! Obnoxious


MAD MARGE & THE STONECUTTERS – Liberated
(CD, People Like You)
Ja, ja, jawohl!!! Das ist sie, die genialste Mischung aus Punkrock und Psycho/Rockabilly. Als Bocky mir das Ding gab, meinte er, dass es sich hierbei um Punk mit Bass handelt. Punk mit Bass? Viele, sehr viele Punkbands benutzen einen Bass. Was soll daran Aufsehen erregend sein? Aber Bocky meinte eigentlich Punkrock mit Doublebass. Und das ist so toll! Punkrockbilly. Rockapunk. Herrgott, bin ich begeistert. Das Vorgängeralbum war schon außerordentlich, aber die Platte ist der Elvis dieser Ausgabe. Nichts mehr darüber schreiben, nichts mehr darüber lesen, sondern nur noch hören. Ach ja, ihr müsst vorher noch kaufen. Ihr müsst!!! HH

 

 


MEXICOLA OIL COMPANY – Slow Lo Indigo
(CD, Swamp Room Records)
Der Label-Waschzettel preist dem alternden Punkrock!-Journalisten hier schwersten Psychedelic Stoner Gitarrenrock an, incl. Fuzz und Feedback, Drone-Monolithen, Rewardsounds und Space. Mag sein, dass das so ist. Ich aber frage mich, warum bekommen wir das zugeschickt? Wie kann man nur so lange auf zweieinhalb Saiten herumgurken? Das ist Hippie-Mucke für Halbharte. Durchschnittlich fünf Minuten pro Song sind definitiv kein Punkrock. Ob wir hier mal über den Tellerrand hinaus schauen wollen? Nein! Wie der Bandname schon sagt: Zäh wie Öl. Musik zum Einschlafen und für Drogensüchtige. Sollen die Spananier, doch bleiben wo sie sind. Obnoxious

 

 


MOCKINGBIRDS – Always Late And Not Even Close
(CD, Hip Town Records)
Gibt’s denn überhaupt irgendeine Band aus diesem Land, die nur annähernd schlecht ist? Also ich kenne keine, und die Mockingbirds haben mir das mit ihren aktuellen Album mit 11 großartigen Stücken mal wieder auf’s Neue bewiesen. Wer (wie ich) total auf diesen Schwedenstreetpunk à la Bombshell Rocks etc. steht, ist hier genau richtig. Nach dem Hören der Scheibe, die hin und wieder dezent mit Trompetengebläse und weiblichen Backgroundgesängen von Mitgliederinnen der befreundeten Ska Punk-Band Bustups bespickt ist, was der Scheibe noch mal diverse Pluspunkte beschert, habe ich beschlossen nach Schweden zu ziehen. Da existieren nur großartige Bands (die in der Regel alle auch noch super aussehen) und das Wetter ist dort genauso scheiße wie hier. Ich bin dann mal weg, wer mich sucht, muss es mal 1000 km weiter nördlich probieren. Jasmin

 

 


MONDO GUZZI – s/t
(Aufkleber)
Mit Aufklebern wollen Bands die Aufmerksamkeit der zufälligen Betrachter auf sich lenken. Mondo Guzzi scheinen ein anderes Ziel zu verfolgen. Bezaubernde Bescheidenheit. Ihr Aufkleber ist von bewundernswert unauffälligem Format (11,3 auf 1,5 cm). Auf schwarzem Grund entfaltet sich gut leserlich der Bandname in pseudoneongelbgrün. Der Klebetest bestätigt: Das Ding hält, allerdings sollte man vorher die Grundfläche reinigen. HH

 

 


MUFF POTTER – Steady Fremdkörper 
(CD, Universal)
Mir scheint die Ex-Münsteraner schleifen so langsam ihre Kanten. Die Musik wird runder und die Texte softer. Jedoch letzteres betreffend zwischen den Zeilen gelesen, versteht man aber schon noch, woher sie kommen. Herausragend sind der Titeltrack und „Das sehe ich erst wenn ich es glaube“. Trotzdem geht das sechste Album „Steady Fremdkörper“ nicht so an mich, wie es noch der Vorgänger „Von Wegen“ machte. Ehrlich gesagt, kann ich es nicht richtig auf den Punkt bringen wieso. Schade eigentlich. Bocky

 

 


NGURU – IV: With Bleeding Hearts Through Burning Skies 
(CD, Leech Records)
Also eins muss man den 6 Schweizern ja lassen: Sie haben auf ihrem bereits vierten Album echt schöne Melodien zusammengestellt. Gesungen wird auf Englisch und die Texte sind eher unwichtig. Hier kommt es ganz auf die melodiöse Mischung aus Ska, Punk und Rock an. Stellenweise erinnert mich das Ganze an ruhigere Stücke von den Red Hot Chili Peppers. Wer auf eher melancholische Musik abfährt und sich mal anhören möchte wie das Ganze klingt, wenn eine Spur Ska mit ins Spiel kommt, dürfte mit dieser Scheibe richtig liegen. Metulski

 

 


NONAME – Sick And Tired
(CD, Razorblade Music)
Na, der Bandname klingt doch schon mal kreativ… demgegenüber ist die Besetzung mit Drums, Bass, Gitarre und Gesang dann doch eher klassisch gehalten… Die Band kommt aus China und musikalisch würde ich das Ganze in die Streetpunk-Ecke einordnen. Die Musik ist ziemlich eingängig und der Mitgrölfaktor auf jeden Fall sehr groß. Live würde ich mir die Band echt gerne mal anschauen (eine Europa-Tour ist angekündigt!), ansonsten haut’s mich nicht so ganz vom Hocker. Zechi

 

 


NO ONE’S CHOICE – Waiting For Summer
(Demo, no-ones-choice.de)
Punkrock-Hardcore-Von-Mir-Aus-Auch-Emo aus Bottrop. Die Vier sind jetzt scheinbar zu dritt und suchen einen Basser (Stand Feb/Mrz – seitdem keine neuen Nachrichten auf der Website). Die Sechs-Stücke-EP ist für ein Demo erstaunlich gut produziert. Da scheint jemand Kohle zu haben. Die EP wurde von Ox und Visions ganz gut besprochen. Da müsste sich doch wer finden lassen. Und die Band scheint es immer noch zu geben und nach Höherem zu streben, denn sie bittet uns im Anschreiben um eine aussagekräftige Kritik, die der Platte noch fehlen würde. Bitteschöööön: Tut nicht weh, begeistert aber auch nicht. Wenn ich jedoch an meinen persönlichen Raum-Zeit-Kontinuum ein wenig herum spielen könnte und No One’s Choice würden dann in meinem kleinen Heimatort Hintertupfingen im JUZ spielen, dann würde ich hingehen. Ich würde die Leute treffen, die ich kenne, Bierchen trinken und unbeholfen an Natascha oder besser vielleicht doch an Sarah rumgraben. No One’s Choice würden mich nicht stören. Ich wäre ihnen sogar dankbar; dafür dass sie da sind, dass alle anderen da sind und dass ich da bin. Eine fabelhafte Band! Captain Mocker

 

 


NO USE FOR A NAME – All The Best Songs
(CD, Fat Wreck Chords)
Über No Use For A Name müssen wir ja keine Worte mehr verlieren. Sie gehören mit zu dem Besten was der amerikanische Melodie-Punk zu bieten hat und das zeigt die Band seit Jahren von Release zu Release. Die vorliegende Scheibe bietet einen bunten Querschnitt durch die besten Songs der Band plus zwei unveröffentlichten Stücke. Sollte es also noch jemanden geben, der noch nichts von NUFAN hat, dann ist das der richtige Release, um die Band mit all ihren Facetten kennen zu lernen und eine zünftige Punkrock-Party zu feiern. Ralf

 

 


OHL – Oldschool since 1988
(CD, Teenage Rebel Records)
Im Booklet schreibt Deutscher W. von der Zeit nach 1985, als OHL bereits eine feste Größe im Deutschpunk-Bereich war und er aber die ganze Szene satt hatte. Die Band gönnte sich quasi ein paar Jahre Pause von der Deutschpunk-Szene und ging neue Pfade. Diese neuen Wege führten in den Darkwave-, Gothic-Punk-Bereich. Das daraus resultierende Album, das textlich vielmehr persönliche, düstere Inhalte, als politische Statements enthielt, wurde jetzt wieder veröffentlicht und enthält als Bonus noch sieben Live-Titel vom letzten Konzert der alten Besetzung 1986 sowie zwei Proberaum-Aufnahmen von 1985. Ich persönlich finde es stilistisch doch sehr ähnlich zu anderen Stücken von OHL und kann diesem Album demnach auch viel Gutes abgewinnen. Gefällt mir außerordentlich gut. Metulski

 

 


OOK DAT NOG – Spiel des Lebens 
(CD, Nix Gut)
Ganz netter Sound, bedient die typischen Themen, mit einem manchmal nervigen weiblichen Gesang. Tanzen nennt man hier wohl eher rumhampeln. Es gibt heftigere Songs, aber auch melodischere, die zum Mitgrölen einladen, während in den hymnenhaften Songs die Punk-Fahne in den Wind gehalten wird. Nach zehn Liedern kommt dann sieben Mal „Stuppicore“ dran, was ganz lustig ist. Ihre „Scheiß-auf-die-Gesellschaft“-Songs sind nicht super, aber mal ganz nett. DerLollo

 

 


THE OPIUM THEATRE – Tout À Coup
(CD, Swamp Room Records)
Verglichen mit ihren Labelmates Mexicola Oil Company gefallen mir die Jungs vom Opium Theatre schon um einiges besser, obwohl es sich ebenso um alles andere als Punkrock handelt. Und weil ich es (jedenfalls im Moment) nicht besser weiß, bediene ich mich auch hier den beigefügten Labelinfos, wahrscheinlich hätte ich es aber trotzdem so ähnlich ausgedrückt. Die Schlagwörter sind: Exotic-Sixties-Cocktail-Trash, oder im Einzelnen: Surf, Garage, Trash und Rock’n’Roll mit Sprechgesang. Plus formidabler Porno-Orgel im Stil der 70er. Über die angemahnte Portion Jazz schweige ich mich wohl besser aus, da vernachlässigbar (oder nicht?). Und der Einfluss von Velvet Underground ist tatsächlich nicht zu übersehen. Den Vergleich mit „Agenten Movies in Paris, Tiki-Cocktail Bars und Sixties Garage“ kann ich auch nicht von der Hand weißen. Also doch mal über den Tellerrand hinaus schauen? In diesem Fall: Ja! Obwohl das Booklet mal wieder sehr dürftig ist. Obnoxious

 

 


ORANGE – Escape From L.A.
(CD, Hellcat)
Pop-Punk aus dem Hause Hellcat, schön, eine Band die ich vorher noch nicht kannte, dir mir aber auf Anhieb gefallen hat. Das zweite Album der Amis lässt sich wunderbar anhören: Melodiöser poppiger Punkrock, der leichte Einflüsse von Bands wie Social Distortion und Rancid nicht verleugnen kann. Dennoch ziehen Orange ihr eigenes Ding durch, versuchen niemanden zu kopieren, machen sich Gedanken über Gott und die Welt und sprechen sich ganz klar gegen die Republikaner aus. Immer wieder ertappe ich meinen Kopf und meine Füße beim Mitwippen. Klasse Sache, endlich mal wieder jüngere Bands aus den USA, die noch was draufhaben! Mehr davon!!! Jasmin

 

 


OXO 86 – Bernauer Bierchansons
(CD, Puke Music)
OXO 86 haben mir schon immer gut gefallen. Das ist auch mit dieser CD so. Lustige Texte die zum Feiern einladen und gute Laune verbreiten. Musikalisch schön zum Mitschunkeln. Doch was mir auffällt ist, dass die ganze Scheiße eigentlich genauso ist, wie das andere Album der Band mit dem Titel „So beliebt und so bescheiden“. Also wenn man die CD reinlegt und mich fragt welche von beiden das ist, wird es schwer für mich. Naja, warum sollte man auch was ändern, wenn es gut ist? Metulski

 

 


PANDA – Tretmine 
(CD, Motor)
Unglaublich, aber wahr: Diesen Verein habe ich auf dem Ox-Sampler entdeckt! Da mir der Track „Jeht Kacken“ so gut gefiel, ließ ich mir das komplette Album schicken. Geboten wird ’ne saubere Mischung aus Punk und Rock und wenigen Ausflügen in andere Gefilde. Am Mikro steht keine gänzlich unbekannte Person. Sie heißt Anna Fischer, ist Schauspielerin und hat eine wunderbare Berliner Schnauze. Doch keine Angst, die Platte kann sich wirklich sehen und vor allem hören lassen. Hinter dem recht poppigen Werk stehen Personen, die ihr Handwerk verstehen. Als da sind: Der Rod von den Ärzten und Luci van Org. Kennt die Frau überhaupt noch jemand? Den Älteren sei gesagt, die hat 1994 einen Charthit mit „Mädchen“ gelandet! An sich steh’ ich ja keineswegs auf Bands, die bei MTV gepusht werden. Doch wenn, wie in diesem Falle, wirklich gute Leute dahinter stehen, dann kann man auch mal über seinen Schatten springen. Vor allem, wenn auch das Produkt Spaß macht. Bocky

 

 


PANZERSCHRECK – Losing Grip
(CD, Devils Shitburner Records)
Was für ein grausliger Bandname. Aber holla, die Mucke ist fett. Krustenbrett mit einem ordentlichen Schuss Punk’n’Roll aus Schweden. Unterscheidet sich aber doch ein bisschen von den üblichen Verdächtigen wie Skitsystem usw. Der Sänger frisst das Mikro und lässt keinen Zweifel daran, dass die Welt schlecht ist und wenn die Stimmung zu negativ wird, dann wird noch mal kurz mit ein bisserl Motörhead aufgelockert und gut is. Für alle Crusten empfehlenswert. Ralf

 

 


PARASITES – Retro-Pop Remasters
(CD, Go Kart Records)
Sozusagen eine Best Off-Scheibe der Pop-Punker von Parasites, die schon seit über 20 Jahren mit ihrer gefühlvollen melodischen Interpretation von Pop-Punk überzeugen. Wer noch nix von den Parasites hat und mal wieder keinen Bock auf die 200. Scheibe von NOFX und Konsorten hat, der darf sich hier nebenwirkungsfrei mit melodischem Stoff versorgen. Ralf

 

 


PASCOW – Nächster Halt Gefliester Boden
(CD, Kidnap Music/Plastic Bomb)
Nachdem die Kinder vom Heidehof mit dem Vorgänger bereits richtig durchgestartet sind, legen sie hier noch mal zwei Briketts nach. Ohne großartige Veränderungen am Songwriting oder dem Gesamterscheinungsbild der Töne vorzunehmen, sind Liedchen wie „The Weltordnung Is The Fuck“, „Mathilda und der Blues“ oder „Kuhkaff Of No Return“ mit der Extraportion Milch ausgestattet, schmissig wie Sau und haben auch eine enorm hohe Halbwertzeit. Dazu kommt noch, dass die Herren noch mal ’nen Zacken Souveränität zugelegt haben, was sich besonders an den selbstbewussten Gesangslinien und den effektiven Riffs widerspiegelt. Und Songtitel wie „Joe Strummers Gewissen“ oder „Meine Macht für Niemand“ sind eh über jeden Zweifel erhaben. Klasse Scheibe. Zulegen, live gucken, Maul halten! Snitchcock

 

 


THE PEACOCKS – Touch And Go
(CD, People Like You)
Live liefern die drei Peacocks aus der Schweiz immer eine geniale Show ab, wovon ich mich schon ein paar Mal überzeugen konnte. Auf Tonträger fand ich sie hingegen eigentlich immer recht langweilig. Das geht mir leider auch so mit „Touch And Go“. Das soll natürlich nicht heißen, dass die insgesamt 16 Songs schlecht sind. Die Peacocks spielen wirklich guten Punkabilly, allerdings geht’s mir da so wie auch bei anderen Bands dieses Genres. Es wird schnell langweilig! Mir fehlt da etwas die Abwechselung. Fans dieses Genres und natürlich Fans der Peacocks kann ich dieses Album aber wärmstens empfehlen. Ich schau sie mir doch lieber live an. Thorsten

 

 


PERSIANA JONES – Just For Fun
(CD, Leech)
Persiana Jones? …War mir bisher völlig unbekannt! Okay, damit oute ich mich in bestimmten Kreisen vielleicht als kompletter Vollidiot, ist mir aber scheißegal. Laut Infozettel gibt es die Ska-Coreler aus Turin bereits seit 1988 (fast 20 Jahre Bandgeschichte sind hier also an mir vorbei gegangen). Über 1000 Konzerte habe ich verpasst und was weiß ich wie oft die Jungs mittlerweile um den Globus getourt sind, wie oft ihre Homepage angeklickt wurde und wie viele Hunderttausend Leute schon auf ihren Konzerten waren. Ich war nicht dabei! Fünf Alben lang, das sechste liegt jetzt vor mir. Und ich muss sagen: Kann sein, dass ich einige alkoholgeschwängerte Partys mit viel Punkspirit und dicken Ska-Backen verpasst habe, aber diese CD macht mich trotzdem nur zum Teil glücklich. Persiana Jones sind mit Sicherheit eine tolle Live-Band, die mit italienischen Texten auch charmant zu bestechen weiß, aber das neue Bandmitglied DJ Ciaffo geht mir mit seinem unaufhörlichem 80er-Jahre-Computerspiel-Gescratche an den Turntables so dermaßen auf den Sack, dass ich die CD zwar anfangs sehr lustig und beschwingend finde, aber auch schon bald mit großem Wohlwollen aus dem Fenster werfen kann. Schuster, bleib bloß bei deinen Leisten! Keep Ska-Core clean!!! Obnoxious

 

 


PETER PAN SPEEDROCK – Pursuit Until Capture
(CD, People Like You)
Nichts richtig Neues aus dem Hause Pan. Und das ist verdammt gut so. Kraftvoller, mitreisender Tempo-Schweinerock’n’roll. Genau, Speedrock, Ton für Ton! Auf den Punkt gebracht. Niemals schwächeln, bis zum GBH-Cover am Schluss. Hätte ich einen Porsche 911 (Baujahr 1964) und eine Autobahn ohne Baustellen, wüsste ich, was auf der Ausfahrt laufen würde. Na ja, mit siebzehn hat man halt noch Träume. HH

 

 


PLENTY ENUFF – Random Walk
(Digipack-CD, Leech Records)
Beim ersten Ansehen der CD dachte ich, oh je, wieder ne Third Wave Ska-Studenten-Band. Als ich mich dann endlich getraut habe reinzuhören, wurde ich aber positiv überrascht. Hier gibt es kein Hopse-Ska, sondern man hält es sehr traditionell, was mir natürlich sehr zusagt. Genau beschrieben spielen Plenty Enuff, die übrigens aus der Schweiz kommen, traditionellen Ska, Reggae und sogar eine Prise Soul. Der Song „Yesterday“ z.B. ist ein sehr schönes langsames Soul-Stück mit weiblichem Gesang und „Steam Train“ ein gelungenes R&B-Stück mit männlichem Gesang. Das ist echt ’ne runde Sache! Einzig die Aufmachung der CD passt absolut nicht zu einer Band die Musik der Sixties macht. Das sieht mir zu sehr nach Hippie aus. Ansonsten Daumen hoch!! Thorsten

 

 


THE POKES – Poking The Fire
(CD, Pukemusic)
Berlins No.1 Folkpunk-Band haben mit „Poking The Fire“ den würdigen Nachfolger ihres Debütalbums „Hello My Dear“. 13 guinessgetränkte Folksongs ganz im Stil ihrer großen Vorbilder, den Pogues. Was die Pokes ein wenig zu anderen Bands des Folkpunk-Sektors, wie Porters, Flogging Molly oder Dropkick Murphys, unterscheidet und abhebt, ist der weitaus größere Folkanteil in der Musik. Punk steht hier eher im Hintergrund, und genau das gefällt mir so gut an den sieben Berlinern. Markant ist natürlich auch wieder Ians Gesang, den man ja schon von Trinkerkohorte gut kennt. Einen deutschen Song gibt’s diesmal auch („Braut per Klick“). Beim Hören der CD kriegt man richtig Lust auf ein paar Bier im Pub. In diesem Sinne, Cheers!! Thorsten

 

 


POLICE BASTARD – Traumatized 
(CD, Social Bomb)
Kennt eigentlich jemand den Patch mit den vier Cops, die im Kreis angeordnet sind und Tonfa schwingend ein Hakenkreuz ergeben? Nicht? Dann liest hier wohl jemand das falsche Heft! Das ist nämlich das ursprüngliche Cover aus dem Jahre 1995, der hier neu erscheinenden CD. Aber die Jungs vom Plastic Bomb wollen wohl – verständlicherweise – dieses Bild nicht nutzen. Was da passieren kann, kennt man aus dem Hause Nix Gut. Viel wichtiger ist, dass der Inhalt noch stimmt! Das tut er sogar wunderbar, da hier diverse Songs enthalten sind, die ich bisher von der Band aus Birmingham nicht kannte. Umso mehr freue ich mich. Übrigens ist das die Scheibe aus der Zeit als Stu-Pid am Mikro war! Doch wer Sensa Yuma kennt, sollte nicht vom gleichen Sound ausgehen. Denn hier war bspw. auch jemand von Doom mit am Werk. Wie dem auch sei, auch nach 12 Jahren eine Kultscheibe, die niemals langweilig wird. Bocky

 

 


QUERVERKEHR – Crosswise Intercourse
(CD, D.I.Y.)
Ein Paar Jungs aus Hagen, meiner Heimatstadt. Ich kenn’ die Truppe schon viele Jahre und damals haben die noch Deutschpunk gespielt. Ich fand’ sie damals schon scheiße! Mittlerweile machen sie in Richtung NOFX und ich find sie immer noch scheiße! Aber was man den Jungs lassen muss ist, dass sie sich wacker halten. Querverkehr gibt es schon seit zehn Jahren und sind bestimmt in Hagen noch auf jedem kleineren Konzert gern gesehene Gäste. Wenn sie so weiter machen wird es auch dabei bleiben. Metulski

 

 


RANTANPLAN – 20359
(CD, Hamburg Allstyles Recodings)
„Hallo, Hure Hamburg“, hast du gewusst, „Lynn ist jetzt Punk“ und führt ein „Parallelleben“ im „Peking Bordell“. Im „Antifa Fanclub“ von „Hamburg Babylon“ gab’s vor einem „Augenblick“ einen „Überfall“ und die Täter haben sich mittlerweile aus dem „Staub“ gemacht, selbst die „Bitterfelder Schweigen“ über diesen Vorfall, lediglich „Die Nachtigall“ zwitschert ein Lied davon. So, jetzt wisst ihr erstmal 11 von 12 Liedtiteln der neuen Scheibe der Hamburger Jungs. Für die Aufnahmen des neuen Albums hat Deutschlands bekannteste und beliebteste Ska-Punk-Band keine Kosten und Mühen gescheut und ist mal eben rüber zu Produzent Don Fury (Agnostic Front, CIV, GG Allin…) nach NY ins Studio geflogen und raus gekommen ist mit „20359“ eine absolut typische Rantanplan-Scheibe, ob es das nun wert war extra dafür über den Teich zu fliegen, wage ich zu bezweifeln. Jasmin

 

 


REEBOSOUND – s/t
(CD, Two Records) 
Hinter Reebosound versteckt sich das Soloprojekt von Sven Missullis, der einigen vielleicht als Mitglied von The Psychedelic Avengers oder Payola bekannt sein dürfte. Als Schublade dienen Indie und Alternative oder wer es in Bands braucht Dinosaur Jr. und Pixies. Zu den Fakten: Das selbstbetitelte Album gab es schon als kostenlosen Download im Internet, jetzt erscheint es leicht verändert als offizielle Veröffentlichung über Two Records. Live tritt der gute Mann zwar mit zwei Kollegen auf, aber eigentlich handelt es sich hier um High End-DIY, da im Studio alles allein eingespielt wurde. Klingt meistens sehr betroffen und ruhig, aber wer was mit den Vergleichsbands anfangen kann, ist hier gut aufgehoben. Den Rest überkommt wohl oder übel das große Gähnen. Vorsichtshalber mal im Netz antesten! Obnoxious

 

 


REJECTED YOUTH – Public Disorder 
(CD, MSM)
Eigentlich war die Band schon in die ewigen Jagdgründe der Punkrock-Annalen eingegangen. Doch glücklicherweise haben sich Matze und Keks noch einmal aufgerafft. So sind sie mit einer neuen LP und zwei neuen Mitgliedern wieder am Start. Wie es scheint, brachte die Umbesetzung auch einiges an Positivem. Die elf Songs sind durchweg überdurchschnittlich gut, treiben ordentlich an und bleiben vor allem auch im Ohr hängen. So macht es auch nichts, dass die Scheibe gerade mal eine halbe Stunde dauert. Ganz nach dem Motto: Weniger ist manchmal mehr. Da gibt es rein gar nichts zu meckern. Viel mehr kann man froh sein, wieder eine astreine Punkrock-Band zu haben, die nicht von Übersee kommt. Für mich das Beste, was wir derzeit in dieser Sparte haben! Ganz nebenbei möchte ich noch das Video zu „Refuse/Resist“ erwähnen, in dem man zusammen mit Guerilla auftritt. Bocky

 

 


RENTOKILL – Antichorus
(CD, Rude Records)
Mit „Antichorus“ knüpfen die vier Jungs von Rentokill nahtlos an ihr erstes Album „Back To Convenience“ aus dem Jahr 2004 an. Geboten wird schneller melodischer und abwechslungsreicher Punkrock mit viel Gitarre, einer großartigen Stimme und politischen Texten, der musikalisch stellenweise stark an Strike Anywhere erinnert. Im Vergleich zu Nr.1 klingt dieses 2. Full-Length-Album eine winzige Spur professioneller, dafür fehlen solche netten Lieder wie der Song im Country-Stile „Revenge Of The Animals“. Wer das erste Album großartig fand oder auf Bands wie Strike Anywhere, Anti-Flag oder Rancid abfährt, sollte sich auch diese CD zulegen. Zechi

 

 


THE RESTARTS – Outsider 
(CD, Dirty Faces)
Wochenlang überlegte ich mir, bei wem ich mir dieses Album besorge. Nach reiflicher Überlegung lag dann dieser Digipack im Briefkasten und meine Besorgungsgedanken hatten ein Ende. Na, und jetzt freu’ ich mich tagein tagaus. Denn, wie nicht anders zu erwarten macht das Londoner Trio das, was es am besten kann: Extrem genialen 82er Anarcho HC-Punk. Textlich verarbeitet man jegliche Missstände, wobei man sich öfter Gedanken um den Zustand unsere Erde macht. Dementsprechend besteht die Verpackung des Silberlings komplett aus Pappe und obendrein gibt es ein Miniposter, von Sänger Kieran selbst entworfen, noch dazu. Hier hat man es also mit einer Kapelle zu tun, die nicht nur Lippenbekenntnisse macht, sondern ihren Aussagen auch Taten folgen lässt. Das komplette Rundumpaket für den Punkrocker mit Hubraum und Spoiler! Bocky



Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen