ABWÄRTS – Rom
(CD, Cargo Records)
Abwärts begannen Ende der 70er ganz groß. Die Debütsingle „Computerstaat“ und die beiden ersten Alben „AmokKoma“ und „Der Westen ist einsam“ sind zu Recht Klassiker des deutschen Punkrocks. Vielleicht deshalb, weil sie (Achtung Wortwitz) keine klassischen Punkrockalben sind. New Wave-Einflüsse. Danach ging bei Abwärts etwas an Substanz verloren, zwar ohne dass sie richtig schlecht wurden, aber die Einmaligkeit ihres Sounds kam abhanden. Rock-Einflüsse. Und nun sind sie wieder da, wo alles begann. Zurück bei ihrem archetypischen Sound. Ganz groß. Punkrock, New Wave, etwas Industrialrock, markanter Gesang, einprägsame Melodien. Rom ist der Computerstaat dieses Jahrzehnts! HH


THE ACCIDENTS – Summer Dreams
(CD, Burning Heart)
Wirklich schade von ’nem Label ’ne Promo-CD zu bekommen, bei der nur die Songs drauf sind und das Front- und Backcover zu bestaunen ist. Vor allem, wenn der Infozettel nicht viel hergibt. Schlimm, wenn es die Band auch nicht schafft, im Internet mehr als die myspace-Seite zu haben. Traurig, wenn einem dann die Combo auch noch gefällt, wie es mir gerade eben geht. Über die Skandinavier hörte ich schon des Öfteren, nur kam ich bisher nicht dazu mir mal etwas von ihnen anzuhören. Zu hören bekommt man auf ihrem dritten Album positiv gestimmten und qualitativ hochwertig gespielten Punkrock. Die rotzig, freche Stimme tut ihr übriges und ich kann über die eingangs beschriebenen Mängel hinweg sehen. Trotzdem erhoffe ich mir künftig mehr Infos, auch wenn es hierbei in erster Linie um Musik geht! Bocky

 

 


AGROTOXICO – Libertacao 
(CD, Dirty Faces)
Agrotoxico dürften vielen von ihren genialen Slime- und Canalterror-Covern bekannt sein. Aggressiv scheppernder HC/Punk aus Sao Paulo, der den täglichen Wahnsinn der Mega City und die sozialen Missstände dieser Welt thematisiert. Erinnert etwas an die legendären Olho Seco, bei denen mittlerweile ja auch Leute von Agrotoxico mitmischen. Die Kerls bringen vor allem live die geballte Ladung Energie und Wut auf die Bühne, auf der sie alles geben. Wenn dieses Heft rauskommt, sind sie grad auf ihrer dritten Europa-Tour gewesen. Ihr solltet unbedingt hingegangen sein. Ansonsten halt das nächste Mal. chemical maze

 

 


AHEAD TO THE SEA – Treffer versenkt!
(CD, Wolverine Rec.)
Ahead To The Sea ist die Nachfolgeband von Across The Border, was man unschwer am Gesang und der Musik feststellen kann. Bis vor ca. 6 Jahren bin ich noch total auf so Folk-Punk-Kram abgefahren, mittlerweile kann ich dieser Art von Musik eher wenig abgewinnen. Die Geigen und Querflöten lassen mich mit Grauen an meine Musikschulzeit zurück erinnern, der Gesang ist international gehalten, es wird außer auf Deutsch auch auf Engl., Franz. und Span. gesungen, wobei das alles irgendwie etwas seltsam klingt, weil ich vermute, dass die SängerInnen diesen Sprachen nicht sonderlich mächtig sind. Positiv zu bewerten ist, dass die Musik recht vielfältig ist und zwischendurch auch mal karibische Rhythmen, Dub-Reggae-Beats und Anarcho-Pop auftauchen. Leider überhaupt nicht mein Fall, ich musste alle 2 Minuten auf Pause drücken, weil mir dieses Geleier viel zu stressig und nervig war. Ein absolutes Muss für alle Folk-Punk-Fans, denn ATTS sind wohl die derzeit beste existierende deutsche Folk-Punk-Band, der Rest sollte lieber die Finger davon lassen. Jasmin

 

 


AMERICAN STEEL – Destroy Their Future
(CD, Fat Wreck)
American Steel gab’s schon mal von 95-02, haben sich dann allerdings erst mal aufgelöst.
Anfang des Jahres haben sie sich wieder zusammengefunden, wurden sofort von Fat Wreck unter Vertrag genommen und haben gleich mal ein neues Album raus gebracht. Die Musik, die das Quartett fabriziert liegt irgendwo zwischen Swingin’ Utters, Bones, New Model Army und den Beatsteaks, textlich werden viele Erfahrungen und Schicksalsschläge (wie z.B. die Leukämieerkrankung von Sänger und Gitarrist Ryan Massey) verarbeitet, was die Scheibe ernsthafter und etwas düsterer macht als die letzten drei Alben, was mir persönlich eigentlich sogar ganz gut gefällt. Gelungene Reunion, würd’ ich mal sagen. Jasmin

 

 


ANGELIC UPSTARTS – The Independent Punk Singles Collection 
(CD, Cherry Red)
Nun, was will man dazu viel sagen oder schreiben? Angelic Upstarts waren, sind und werden wohl immer eines der Aushängeschilder für politisch motivierten Streetpunk sein. Die 23 Titel auf der CD sind eine Zusammenstellung aus den Jahren 1978-88 und bieten wirklich alle Hits, die die Engländer bis dahin machten: „The Murder Of The Liddle Towers“, „Police Opression“ und natürlich auch „Solidarity“! Bocky

 

 


ANNE TANKE – Schwarmintelligenz
(Demo-CD, SOS)
Nachdem sich der geifernde Rezensent damit abgefunden hat, dass bei der Combo gar keine Mitgliedin namens Anne mit an Bord ist (und das Cover somit eine fiese Mogelpackung), kommt der lose an Knochenfabrik, VKJ und frühen NDW-Punk angelehnte Sound der vier Berliner samt den frivolen Texten dann doch sehr genehm rüber und macht Lust auf ’ne Runde Theken-Wellness. Für ein im Proberaum aufgeschnapptes Demo gibt’s da nicht viel zu mosern. Dem baldigen Label-Release dürfte angesichts der sympathischen Tracks wohl nicht mehr viel im Weg stehen. Snitchcock

 

 


ANSCHISS – Demo 2007
(CD, HYPERLINK „http://www.anschiss.net“http://www.anschiss.net)
Anschiss gab’s früher schon mal bis vor 11 Jahren, dann haben sie sich aufgelöst und 2005 wieder neu gegründet. Wie der Name vermuten lässt, spielt die Band Deutschpunk und „bezieht klar Stellung gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Sexismus. Ebenso werden in den Texten jedoch auch Alltagssituationen, Gefühle, Ängste und Lebensabschnitte aller Art verbreitet.“ (Zitat Beipackzettel) Tja, was soll ich da noch zu sagen? 08/15 Deutschpunk also, nicht besonders übel, aber auch nicht besonders gut. Die 10 Lieder klingen alle irgendwie gleich, abgesehen von einigen seltsamen Gitarrensoli. Deutschpunkfans könnte es gefallen und mich würde es nicht wundern, wenn ihre nächste CD bei Nix Gut rauskommt. Jasmin


ANTI NOWHERE LEAGUE – The Road To Rampton
(CD, Nowhere Records)
Auch die britischen Scumpäpste um Nick „Animal“ Culmer konnten es sich nicht verkneifen, mal wieder ins Studio zu pilgern. Musikalisch ist bei den gereiften Herren längst die Altersweisheit eingetreten, will heißen, es wird mittlerweile eindeutig mehr gerockt als gepunkt, was sich vor allem mit den gemütlich eierschaukelnden „Never Drink Alone“, „Big Yellow Moon“ oder „The End Of The Day“ äußert. Alles perfekt eingezimmert und mit Animals räudigem Organ vorgetragen, das mehr als nur einmal an den Karnevals-Metaller Rock’n’Rolf erinnert. Nicht so altersmilde sind dagegen die Texte ausgefallen: Animal ist sich bei seinen Schwanks aus der Jugend nicht zu schade, auf Konflikte mit Lehrkörpern einzugehen: „…i didn’t understand why i would always get it wrong / why they got the pleasure out of beating one so young…“ (– wann ist man denn alt genug dafür?) oder in „Unwanted“ die holde Zweisamkeit zu hinterfragen („…am i just the reason why you always felt so cold / am i just the reason why you never kissed me…“ – wird wohl so sein…). Weltbewegende Probleme („My God Is Bigger Than Yours“) bleiben ebenso wenig verschont wie ein Ausflug in die aufregende Welt der Borderliner mit „Self Harm“:…„now you’re leaving, you’re walking out on me / just like the others, you’re think you’re better without me…“. Tja, da ist was dran. Aber damit nicht genug, in „Mother, You’re A Liar” wird auch noch Herrn Animals Familienstress von sellemols verbraten: „…you told me there were monsters hiding underneath my bed / you told me i would go to hell if i pissed my bed…“. Oje, so genau wollten wir’s jetzt aber nicht wissen. Naja, andere gehen damit zum Daily Talk, jedem seine Plattform. Fans werden die Platte lieb haben. Snitchcock

 

 


ANTIDOTE – No Communication 
(CD, Dirty Faces) 
Eigentlich kenne ich keine der international bekannteren Bands so gut wie diese Wahl-Amsterdamer. Wenn man deren Weg Revue passieren lässt, dann stellt man fest, dass sie von Album zu Album ernster wurden. Diese Entwicklung ist auch immer noch auf dem aktuellen Album zu entdecken. Das überträgt sich logischerweise auf die Mucke, die härter kommt, und den Gesang von Arne, der sich trocken auskotzt. Bei den 14 Songs wird nicht ein Mal gelacht. Trotzdem gibt man sich keineswegs dem Nihilismus hin. Stattdessen, so scheint es, will die Band Mut machen. Sie weißt darauf hin, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Darum soll man möglichst darauf achten, wie man was macht ohne sich dabei verarschen zu lassen oder hinterher der Arsch zu sein! Für mich wieder eine der ganz großen Scheiben. Denn trotz der ganzen Ernsthaftigkeit ist und bleibt das Antidote. Was für mich eine clevere Verbindung zwischen Party und IQ bedeutet. Ein knochenhartes Album, das mit seinen Songs jedes Mal den Nagel auf den Kopf trifft. Bocky

 

 


ANTITAINMENT – Nach Der Kippe Pogo?!
(CD, Kidnap Music)
Nachdem ja „Cooler Plattentitel“ schon nix für 77er-Puristen war, geht es hier frisch, fromm, fröhlich und dingensda weiter mit Stakkato-Pop, New-Wave-Todesblei, Core-Müsli und Anleihen an alles, was der Belegschaft nicht heilig ist. Und was soll man (nee, nicht mensch) sagen, trotz aller Breaklastigkeit und Wahnwitzigtum zeichnet sich die neue Liedchensammlung durch passionierte Wucht und enorm catchige Hakenlinien aus. Besonders bemerkenswert ist hier auch die Fachkenntnis der Herren, was die Plattensammlung der Eltern angeht. Da tummeln sich unter anderem brausige Zwillingsleads à la Maiden und Lizzy, purpurrote Orgelteppiche wie von Lords John vor der Ergrauung oder Riffs in bester NWOBHM-Tradition, vermengt mit der Leichtigkeit von Kim Wilde, lange, lange vor ihrer Menopause. Dann wäre da noch die lyrische Komponente. Ob man die Texte nun Nase rümpfend als aufgesetztes Studentengetue abtun tut oder angesichts des „Nagel-auf-den-Kopf“-Faktors einfach nur hinreißend findet, sei jedem selbst überlassen. Hey, ihr Laura Imbruglias und alle anderen Wannabes da draußen – DAS sind Lyrics! Ein paar Minuten mehr hätten die Scheibe sicherlich nicht vermurkst, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür gibt es neben allem Erwähnten noch ein superschickes Booklet zum Nichtsattsehenkönnen. Fein, fein. Snitchcock

 

 


ARMAGEDDON CLOCK – Armageddon macht frei 
(LP, Twisted Chords)
Nach dem eher lahmen Intro zackern die vier Finnen umso heftiger los. Dann sind sie aggressiv und böse, wie die letzten Vielfraße im finnischen Teil Lapplands. Gebissen wird aber nicht jeder, der ihnen in den Weg kommt. In den Texten geht es hauptsächlich um Politisches und Gesellschaftskritik. Doch im Gegensatz zu vielen ihrer Hardcore-Kollegen geht dabei der musikalische Rahmen nicht verloren. Sprich, die Songs dauern schon länger als zwei Minuten und man weiß, sie äußerst intensiv mit Melodien- und/oder Tempowechseln zu füllen. Die Ausgefeiltheit der Lieder erklärt dann auch wieso die Band erst ihre zweite Scheibe innerhalb von zehn Jahren veröffentlicht. Wie dem auch sei, das ist zeitgemäßer Anarcho-HC-Punk, der mehr kann als nur hart und laut sein, nämlich intensiver durch Melodiebögen und provozierende Gitarren auftreten! Bocky

 

 


ARTLESS – Tanzparty Deutschland 
(CD, Teenage Rebel)
Die Ruhrpott-Band gab es gerade mal drei Jahre. Und wie es meist bei solchen Bands ist, die sich schnell wieder auflösen, so sind das dann auch leider mit die Besten! Jedenfalls sei diese CD jedem, der etwas auf frühen deutschen Punkrock hält, ans Herz gelegt. Klasse übrigens, dass die Aufnahmen nicht neu gemastert wurden. Stattdessen kommt da der Sound der ursprünglich auf Kassette veröffentlicht wurde authentisch rüber. Also, wer schon seit Jahren auf der Suche nach der vor 17 Jahren einmalig aufgelegten Platte ist, kann sich für die Zeit zwischendurch feinstens an der Digitalausgabe vergehen. Als Bonus gibt’s noch ’ne Live-Show aus dem Jahre 1981 in Essen. Bocky

 

 


ATARASSIA GRÖP – The Old, The Bad And The Ugly
(CD, Mad Butcher Records)
Die Band ist gut. Der erste Song einer Platte sollte immer der Beste sein; dann hört man sich gerne noch weitere an. Ausgenommen von dieser Regel sind Konzept-Alben. Song Numero Uno erinnert mich stark an ein Exploited-Bootleg-Tape aus den frühen 80ern. Zu unser aller Glück handelt es sich hier um ein Ausnahmealbum im Sinne der Regel. Die vorliegende Best-Off oder All-Off (???)-Zusammenstellung präsentiert Aufnahmen der Gruppe aus Como, Italien von 1996 bis 2005 in chronologischer Abfolge. Musikalisch vereinen und wechseln sich Hardcore, Ska, Reggae, Dub, Streetpunk und Folk munter ab. Textlich (und stellenweise vom Gesang her) werde ich irgendwie an Slime erinnert; politisch links, aber auf Italienisch und weniger Parolen. Kann sein, dass sie in Italien ganz groß sind. Bereits 1993 gegründet, gewannen sie 2002 den Amnesty International Bandwettbewerb. Ob sie heute noch existieren, weiß ich jedoch nicht, denn was zwischen 2005 und heute geschah bleibt unklar. Der letzte Eintrag auf der Bandhomepage weißt 2005 als Zukunft aus; auch in TheirSpace nix Neues. Ich hoffe es gibt diese Band noch. Denn sie ist gut, sie hat alles was eine Band braucht. Power, Spaß, Abwechslung und als Sahnehäubchen obendrauf noch Aussage. Platte kaufen, Konzert (falls veranstaltet) hingehen! Captain Mocker

 

 


AZRAEL – First Strike 
(CD, azrael-punk.de)
„So, jetzt reicht’s. Entweder geht ihr von selbst oder es gibt auf’s Maul!“ Höhö, so hab ich Supa-W und Incredible-T der Frankfurter Band kennen gelernt. Sie wollten nachts nach einer Konzertparty das Mannheimer JUZ nicht verlassen und ich kannte sie nicht. Die Jungs aus FFM behaupten von sich selbst, sie würden Snob-Punk aus der Gosse machen. Wenn das ’ne Umschreibung für Rumpelpunk mit ordentlich viel Haarspray und Spikes bedeutet, dann gebe ich ihnen auf jeden Fall recht. Inspiriert ist man sicherlich von seinen Kumpels von den Pestpocken und den Casualties. Nur muss man noch mehr Touren, um so bekannt zu werden, wie zumindest die Giessener. Aber vor allem auch mehr üben, um so erfolgreich zu werden wie die Amis. Der Grundstein ist jedoch gelegt und wirkt sympathisch. Bocky

 

 


BAD NENNDORF BOYS – Wir lügen nicht
(CD, Sunny Bastards)
Sondaschule und Frau Doktor gibt es schon und sind genug Scheiße auf dieser Welt. Packt man jetzt noch so Kack-Typen wie die Ärzte dazu, dann hat man die Bad Nenndorf Boys. Kein Bock drauf! Metulski

 

 


THE BANDGEEK MAFIA – Paint Your Target
(CD, Long Beach Records)
Hat einer schon mal so was gehört? Emo und Ska, Trauer und Freude einheitlich auf ein Album gepackt? Nein? Ich auch nicht! Braucht auch keiner! The Bandgeek Mafia verstehen es als Ying und Yang: Ohne Schmerz kein Lachen und ohne Lachen auch kein Schmerz. Hier wird Emo-Core mit aggressiven Shouts und moshigen Parts im New Wave-Stil gemischt mit Parts in denen plötzlich Ska-mäßige Off-Beats auftauchen und ein Stimmungswandel eingeplant ist. Eher was für manisch-depressive Zeitgenossen. Metulski

 

 


BANG BANG BAZOOKA – Hell Yeah!!!
(CD, Crazy Love Records)
Ich brech’ zusammen: Bang Bang Bazooka , die Rockabillys aus Eindhoven sind nach 10 Jahren auch wieder am Start. Seit Ende der 80er haben sie die Billy-Szene wuschig gemacht und waren für einige Jahre wohl schwer angesagt mit ihrem Neo-Rockabilly und Old School Psychobilly. Jetzt gibt es sie also wieder mit neuen Songs auf Konserve und auch live. Alles sehr stylish: Slapbass, mächtige Tattoos und den genre-typischen Themen (Teufel, Monstren, Tätowierungen, Lifestyle und böse sein), die sie ganz in die Nähe von Demented Are Go rücken, aber halt mehr Rockabilly sind. Passt zum Label also wie Arsch auf Eimer. Fazit: Ähnlich wie die Sunny Domestozs schaffen sie es sich erneut in mein Herz zu spielen. Ein Comeback der eher angenehmen Sorte. Eightball-Fetischisten und Konsorten sollten die CD ruhig mal antesten. Hat mit knapp einer halben Stunde ja auch eine angenehme Länge. Obnoxious

 

 


BORDERPAKI – Kein Platz für Poesie
(CD, Nix Gut Records)
Der Titel des Albums spricht für sich… Metulski

 

 


BROILERS – Vanitas
(CD, People Like You)
Auf dieses Album war ich sehr gespannt! Bereits im Vorfeld hieß es, die Broilers würden mit diesem Album neue Wege gehen. Und das tun sie auch! Ein gewisser Stilwandel hat sich meiner Meinung nach schon die letzten Alben angedeutet. Doch „Vanitas“ ist echt ein Meilenstein. Hier ist so gar nix mehr übrig vom klassischen Oi-Sound ihres einstigen Debüts „Fackeln im Sturm“. Die insgesamt 19 (!) Songs sind so ausgereift wie noch nie. Fast schon zu professionell. Der Opener „Zurück zum Beton“ ist noch eine typische Broilers-Hymne, aber schon mit „Meine Sache“ wird klar das „Vanitas“ anders ist. Hier wird ein wesentlich breiteres Publikum angesprochen, ja fast schon medientauglich. Man hat keine Angst mehr vor Keyboard-Sound. Der Höhepunkt ist hierbei sicherlich „Ruby Light & Dark“, das sogar schon Elektro-Einflüsse hat. Geschmacksache! Trotzdem sind die meisten Songs astreine Punkrock-Songs mit deutschen Texten. Bei „Das Verdikt, Rache“ wird wieder ein Slapbass eingesetzt, und auch ein paar Offbeat-Songs sind dabei. Mit „Lost Soul“ lässt man sich sogar vom Soul(!) beeinflussen. Die Broilers sind auf jeden Fall herausgewachsen aus der Oi-Szene und werden sich mit „Vanitas“ an ein breiteres Publikum wenden. Dass man sich damit nicht nur Freunde macht ist auch klar, aber ich finde, jeder sollte die Möglichkeit haben, sich weiterzuentwickeln. Auch die sympathischen Düsseldorfer! Thorsten

 

 


BUBONIX – Please Devil, Send Me Golden Hair
(CD, Noise-O-Lution)
Allen Ernstes fünf lange Jahre mussten sich die Zugeneigten der Limburger gedulden, bevor dieser (von Blackmail-Kurt einfach nur umwerfend eingelaserte) Hammer von einem Album auf die Menschheit losgelassen wurde. Nun denn, die Songs sind den Freunden der Band eh schon von den Gigs der letzten Jahre her in- und auswendig bekannt, nun kann man sich an Mördersongs wie dem rasenden „Kaputt und Weiter“, den enorm schmissigen „Snakebite“ und „Free Love On Rügen“, der Homophoben-Ohrfeige „Aufkärungshaft“, die nun „Remontes“ heißt, oder aktualisierten Versionen der Oberhits „Quick“ und „Never Forget“ erfreuen. Alles erste Sahne, wäre da nicht der Umstand, dass man eben als multipler Konzi-Konsument an den um einiges raueren Live-Sound der Bagage gewöhnt ist. So wäre es denn auch eine ganz, ganz feine Sache, liebe Bubos, wenn beim nächsten Mal der Gitarrensound, der wohl beim Mastern ganz schön Federn lassen musste, nicht ganz so glatt geschliffen wäre. Aber das ist lediglich ein kleiner Kosmetikfehler einer ansonsten arschgeilen Platte der besten Live-Band weit und breit. Kaufen! Snitchcock

 

 


BUILT 4 SPEED – Minor Part 2
(CD, Cargo Records)
Rockabilly mit leichtem Country-Einschlag auf der Gitarre. Eigentlich sehr gut, aber irgendwie klingt das alles zu sauber. Schon klar, dass nicht jeder so schäbig produziert sein will wie Billy Childish, aber hier fehlt halt, obwohl im Grunde schon gut, einfach der Kick, das gewisse Etwas. Bei einem bestuhlten Konzert würde man die Sitze in Frieden lassen. Im Infozettel las ich, dass sich der Sänger zur Zeit der Bandgründung als „angehenden Popstar“ bezeichnete. Popstar, das trifft die Sache ganz gut. Mehr die Chance einen Werbevertrag für koffeinhaltige Brause zu ergattern, als Rumble. Schade, aber toll. HH

 

 


THE BUSINESS – The Truth, The Whole Truth And Nothing But The Truth
(CD, Captain Oi!)
Nach „Keep The Faith“ hat der Captain sich nun endlich die Rechte an einem weiteren 90er Business-Album gesichert. „The Truth…“ wurde ursprünglich 1997 auf Taang! Records veröffentlicht und ist eigentlich eins der besseren 90er Business-Alben. Versuchte die Band doch in diesen Jahren sich in Hardcore-Kreisen einen Namen zu machen. Musikalisch hat das ja eher nicht so geklappt und das Album verfügt zum Glück größtenteils über den typischen Business-Oi-Sound, den ich so liebe. Unter den insgesamt 14 Songs sind auch einige Hits drauf, die man noch heute auf Business-Konzerten zu hören kriegt, wie z.B. „The Truth…“, „Justice Not Politics“, „One Thing Left To Say“ oder das geniale „Southgate“. Die Aufmachung der CD ist auch wieder, wie üblich beim Captain, richtig fett mit einem Digipack, vielen Bildern der Band und einem Booklet mit allen Texten. Wer dieses Album noch nicht hat, und sich für gute englische Oi-Musik begeistern kann, sollte sich diese CD unbedingt zulegen. Business-Fans werden sie eh schon haben. Thorsten

 

 


CH3 – I’ve Got A Gun / After The Lights Go Out
(CD, Captain Oi!)
Der Captain hat mal wieder eine Band ausgegraben, die mir vorher nicht wirklich geläufig war. Channel 3 (oder kurz CH3) sind eine Los Angeles Punk Band, die in den frühen 80ern einige Sachen herausbrachte. Unter anderem auch die hierauf enthaltene LP „I´ve Got A Gun“ auf No Future Records von 1983 und die LP „After The Lights Go Out“ auf Posh Boy von 1984. Insgesamt sind auf der CD 27 Songs drauf und das Booklet ist, wie immer beim Captain, mit Texten, einer kleinen Bandhistory und der kompletten Discografie bestückt. Mich haut die Band ehrlich gesagt nicht wirklich vom Hocker. Ein paar recht gute Songs sind sicherlich dabei, aber auch viel Durchschnittliches. Ich bin halt auch kein großer Fan von 80er Ami-Punk. Wer diese Band aber schon vorher kannte, wird sich sicher auch diesen Output hier zulegen. Thorsten

 

 


CHEFDENKER – Coverbands Ist Die Zukunft
(CD, Trash 2001 Rec.)
Nachdem die Hiobsbotschaft vom Abgang des genialen Dominik (aka The Kollege; die holde Weiblichkeit hat ihn ins ferne Berlin gelockt) nach dennoch superben Konzerten halbwegs verdaut war, kann man nun doch unerwartet beizeiten den als Trio eingezimmerten neuen Silberling bewundern. Recht so, muss ja irgendwie weitergehen. Eines vorweg: Bierselige „Punkrock-Kavalier“-Puristen, die sich bereits mit dem Pseudo-Stadionrock der „…Mikrowellen…“-Scheibe schwer getan haben, werden wohl auch mit diesem Album nur bedingt ihre Freude haben, zu verspielt und experimentierfreudig präsentieren sich Clausi & Konsorten in Songs wie „22 Gründe Angst Zu Haben“, „Truckstop“ oder „Angela“. Es gibt kaum einen Musikstil in der freien Wildbahn, der nicht durch die Kölschplörre gezogen wurde. Die Texte sind wie immer bei Herrn Lühr großartig hoch drei, ebenfalls der schiefe Klapsengesang. Auf Mucke-Ebene ist, neben den erwähnten, wilden Stil-Cocktails die Chose in Sachen Dynamik ein wenig gedrosselt worden, was den Songs aber insgesamt recht gut zu Gesicht steht. Alles fein soweit. Wenn da nur nicht eine gewisse Komponente durch Abwesenheit glänzen würde, die man bei den Jungs einfach nicht missen möchte – ohne Dominiks geniales Gedudel wirken Chefdenker beinahe wie eine Autoscooterbahn ohne Goldkettchen-Prolls: das charakteristische I-Tüpfelchen fehlt einfach. Junge, komm bald wieder… Snitchcock

 

 


CIRCA SURVIVE – On Letting Go
(CD, Equal Vision)
Eines vorneweg, diese Scheibe ist nix für den Deutschpunker oder den traditionellen Punkrockh-Hörer. Wer jetzt noch weiter liest, darf sich auf schöne Musik freuen, die sich irgendwo in der Unendlichkeit zwischen Punk/Hardcore-Roots, Postrock, ein bisschen Emo und amerikanischem Gitarren-Sound bewegt. Das Ganze lässt sich nur schwer umschreiben. Die Band schafft es mühelos eine intime Atmosphäre zwischen Band und Hörer aufzubauen, die durch den Herz zerreisenden Gesang (ich dachte erst, dass es sich um eine wunderbare Sängerin handelt) durch die Untiefen der menschlichen Existenz geführt wird. Die Musik hinterlässt den Eindruck eines intensiven Zwiegesprächs aller Beteiligten. Schöne Scheibe für die ruhigen Stunden allein oder zu zweit. Ralf

 

 


CLOROX GIRLS – J’aime Les Filles
(CD/LP, BYO Records)
Die komplette Clorox Girls-Red Dons-Observers-The Revisions-und-wie-sie-noch-alle-heißen-Familie hat’s mir zur Zeit echt angetan, erst recht seit die ganzen Bands innerhalb der letzten Monate allesamt irgendwann im Juz gespielt haben. Interessant finde ich, dass die Clorox Girls (die Bandmitglieder sind übrigens alle männlich, bitte nicht vermuten, dass es ’ne Mädelsband ist) ursprünglich aus der Crust-Szene kommen und die Band damals mit dem Gedanken entstanden ist, mal was komplett Anderes zu machen und ’ne richtig poppige Band auf die Beine zu stellen. Herausgekommen ist eine grandiose Mischung aus 77er Punkrock, Buddy Holly, Dickies und Beach Boys. Da sie zu der Zeit als sie das Album aufgenommen hatten, aus mir unbekannten Gründen scheinbar auf einem Französisch-Trip (siehe auch Albumtitel) waren, haben sie auch gleich mal eine (sehr gelungene) Coverversion von Lio’s 70er Jahre-Hit „Le Banana Split“ auf das Album gepackt. Klasse Scheibe!! Jasmin

 

 


COR – Prekariat
(CD, Ruegencore)
Na, das ist doch mal was! COR setzen eine Idee um, die andere vielleicht noch gar nicht hatten: Sie produzieren ein Hörbuch. Das ist natürlich was für mich, als alten Hörspiel-Freak, der ich bin. Erzählt wird die Geschichte eines Mannes, der ausgemustert und desillusioniert sein Leben Revue passieren lässt. Es geht um Sklavenproduktion, die Unterschicht, das „Prekariat“. Für mich etwas zu intellektuell, hätte gerne mehr Humor dabei gehabt. Aber COR sind wohl nicht so die Spaß-Truppe, sondern eher die Sinnierer. Punkrock und Hardcore haben für die Jungs eine Aussage und entsprechen einem Lebensgefühl und einer Weltsicht. Dabei lassen die Jungs allerdings den Spaß-Faktor vermissen. Schade… Das Hörspiel mit dem Namen „Prekariat“ besteht aus 5 Monologen und den dazugehörigen Songs. Hatte mir allerdings mehr davon versprochen. Metulski

 

 


THE CRETINS – s/t 
(CD, Dambuster Records)
Ah, Punkrock aus dem schnitzelförmigen Land, das sich Österreich nennt. Und wie! The Cretins glänzen bei ihrem Debüt mit klassischem 1-2-3-4-Punkrock. Kein Wunder – bei dem Namen –, dass es bei den Ramones-alikes vor Reminiszenzen an die Gottväter aus New York nur so qualmt. Neben massig textlichen und musikalischen Ramones-Zitaten (Paradebeispiel „I Don’t Wanna Grow To Up“ und Songs wie „Ranona“, „I Don’t Want You Around“ oder „I Don’t Want To Go Home“) wird das noch durch das Coverartwork und das Video zu letztgenanntem Track unterstrichen. Außerdem standen unverkennbar noch Motörhead, Rancid und die Toy Dolls (bei den Chören) Pate. Das ist zwar alles nicht neu, aber dafür sehr, sehr unterhaltsam, wobei hier noch lobend erwähnt werden muss, dass es sich bei den 16 Songs ausschließlich um eigenes Material handelt. Sehr geil! Krachig-rotziger Punkrock, bei dem mir das Herz aufgeht, ich zum Kühlschrank renne und mir ein Bier aufreiße. Ich will die Band unbedingt mal live sehen. Ramones go Streetpunk. Nur am Rande: Lustigerweise fangen alle Vornamen der Bandmitglieder mit „M“ an. Ob das was zu bedeuten hat? Scheißegal, die CD kommt im Digipack und bietet 45 Minuten allerfeinsten Zeitvertreib. 4-3-2-1-meins!!! Obnoxious

 

 


DALLAX – Core Color
(CD, Pork Pie)
Von dieser Band hab ich im Vorfeld nach ihrer Deutschland-Tour im Mai/Juni schon einiges gehört. Live müssen die sechs Japaner echt unterhaltsam sein und abgehen wie Schmidts Katze. Nun gibt’s natürlich auch passend zur Tour ein neues Album mit insgesamt elf(!) Bonus-Tracks vergangener Singles und EPs. Der Sound der Band ist schnell beschrieben, nämlich Ska-Punk wie man ihn sonst nur von den Mighty Mighty Bosstones kennt. Fett produziert und äußerst ausgereift klingt das Ganze schon sehr professionell. Zur Freude meinerseits scheut sich die Band auch nicht vor ein paar reinen Ska-Stücken ganz ohne Punk-Einfluss. Für mich natürlich die Highlights. Anspieltipp ist hier für mich „Early In The Morning“. Die Aufmachung und das Booklet der CD sind ebenfalls absolut gelungen und sehr professionell gemacht, hierfür gibt’s ein fettes Lob an Pork Pie! Für Freunde der vorher schon erwähnten Bosstones ist dieses Album auf jeden Fall ein Muss. Thorsten

 

 


DAS KAPITAL – Died True
(CD, Johanns Face Records)
Ne amerikanische Band die sich Das Kapital nennt, was könnte das denn sein? Ich habe alles erwartet nur nicht fetten Ami-College-Punk-Gitarrenrock-Wasauchimmer. Die Musik rockt und mein Bein wippt mit. Geil zum Autofahren und definitiv ein Ohr wert, aber der Deutschpunker wird auch hier wieder seine Probleme haben, für alle Anderen Party und tanzen. Thumbs Up. Ralf

 

 


DEAD DRUNK SOCIETY – Premium Street Rock
(Demo, HYPERLINK „http://www.dead-drunk-society.de“http://www.dead-drunk-society.de)
Autos, Tattoos, Alkohol, wilde Partys und Punk’n’Rock’n’Roll ist was die Dead Drunk Society mag. Das Düsseldorfer Quartett gib es seit ca. zwei Jahren und ich glaube hier ist endlich mal wieder ’ne junge Band, die es durchaus noch zu was bringen kann, denn dass sie es drauf haben hitverdächtige Lieder zu schreiben, haben sie mit den 4 Stücken durchaus unter Beweis gestellt. Jetzt gilt es nur noch mehr Songs zu schreiben, gescheite Aufnahmen in guter Qualität zu machen, viele Konzerte zu spielen und dem Publikum ordentlich in den Arsch zu treten. Rock on! Ich glaube an euch! Jasmin

 

 


DEADLINE – More To It… 
(CD, Captain Oi!)
Zwar wurden sie noch nicht von der Zeit dahin gerafft, haben aber wohl schon so ihren Status erreicht. Oder die Band gefällt Mark Brennan einfach nur gut. Wie es wirklich ist, wird wohl die Zeit zeigen. Ich für meinen Teil kann ihn auf alle Fälle verstehen, da ich die Band musikalisch schon immer für einen außerordentlichen Leckerbissen hielt. Als Schmankerl gibt’s noch die „TV Dreams“-7“, die die ersten vier Songs der Band enthielt. Wer die aktuelle Scheibe der Londoner kennt, wird etwas überrascht sein, wie die Band begann. Bocky

 

 


DECADENCE WITHIN – Reflections
(Do-CD, Boss Tuneage)
Und weiter geht es mit coolem England-Hardcore der späten 80er. Boss Tuneage hat wunderschöne, zum Teil rare Aufnahmen von Decadence Within zusammengetragen und auf dieser Doppel-CD veröffentlicht, damit auch alle ohne Plattenspieler in den Genuss dieser hervorragenden Band kommen. Alle die sich schon über die Wiederveröffentlichungen von Heresy und Ripcord gefreut haben, werden auch hier nicht enttäuscht. Hier sind die seltenen Singles, Demo-Aufnahmen und rares unveröffentliches Material vereint. Feinster England Hardcore der melodischeren Sorte, den man einfach lieben muss. Ralf

 

 


DECREW – Dynamics Of Human Behaviour
(CD, Dambuster/Cargo)
Decrew sind gerade volljährig geworden. Ein Alter in dem man raus möchte in die Welt, Abenteuer erleben, mal richtig abrocken, mal zeigen wer hier richtig hart ist, sich austesten, an die Grenzen gehen. Der Promo-Zettel-Schreiber träumt sogar vom endgültigen Durchbruch. Endgültig deshalb, weil die Band schon einiges vorzuweisen hat. Immerhin handelt es sich hierbei um ihr viertes Album. Und getourt ist man auch schon, quasi laufend durch Europa. Folgerichtig spielten sie dieses Jahr ihren Auftakt in Berlin auf der Popkomm. Alle Achtung! Da scheint ja jetzt einiges zu gehen. Mir ging die Hälfte der CD derart auf den Geist, dass ich sie am liebsten aus dem CD-Player gerissen hätte. Ich bin kein Hardcore/Screamo-Fan/Insider. Atreju, Caliban, Incubus und Deftones sagen mir (fast) nix, dem Promo-Zettel-Verfasser einiges mehr. Aber ich habe durchgehört! Die melodischeren Parts gefallen stellenweise sogar – sie zieren die andere Hälfte der CD. Die fünfköpfige Kapelle ziert sich ihre Gesichter zu zeigen. Sie verdeckt sie auf den Bookletfotos mit Katzen- oder Wiesel-Pappmasken. Über den Fotos sind diverse geometrische Figuren mit dünner, roter Linie skizziert. Hoffentlich bedeutet ein siebenstrahliger Druidenfuß nichts Ungutes. Ich drücke der dienstältesten italienischen Hardcore-Band die Daumen. Das achtzehnte Bandjahr ist immer das schwierigste. Durchbruch jetzt! Captain Mocker

 

 


DESORDEN PUBLICO – Estrellas Del Caos
(CD, Leech Records)
Desorden Publico kommen aus Venezuela. Laut Aussage von Leech Records haben Desorden Publico in den 80er Jahren den Latin Ska mit erfunden. Das alleine ist schon ein Grund für mich diese Band zu hassen. Ohrenbluten… Metulski

 

 


DESTRUCTORS 666 – Many Were Killed, Few Were Chosen (1: Transition)
(CD, Rowdy Farrago Records)
Nachdem wir in der letzten Ausgabe die Split mit Radicus hatten und es mich nach mehr Material dürstete, haben sich die Jungs nicht lumpen lassen und legen diesen Longplayer vor. Die ersten zwei Songs gehen langsam los und es entsteht förmlich das Gefühl, dass die Band erst mal das ein oder andere Bierchen vernichten musste. Nachdem der richtige Pegel vorhanden ist und die Fuzz-Boxen eingeschaltet wurden, geht die ölverschmierte und verschwitzte Party los. Auch auf der LP zündet der garagelastige Punk und verbreitet gute Laune. Gefällt. Ralf

 

 


THE DICKIES – Dawn Of The Dickies 
(CD, Captain Oi!)
Ähnlich dem Vorgängeralbum „The Incredible Shrinking Dickies“ leiht man sich auch hier wieder den Titel von einem Horrorklassiker. Ansonsten schockt die Scheibe aber keineswegs. Mir ist das viel zu oft schon zu poppig. An sich mag ich den Pop dieser Zeit, nur nicht wenn er belanglos wird, wie in diesem Fall. Oder noch schlimmer: Es werden alle Instrumente ausprobiert, deren Namen man auch nur halbwegs schreiben kann. Am besten finde ich die A-Seite der Bonussingle. Das ist das Thema, was die Band für einen frühen japanischen Manga schrieb, nämlich „Gigantor“. Bocky

 

 


THE DICKIES – Second Coming
(CD, Captain Oi!)
Dümmliche Situation, wenn man ein (vergleichsweise) durchwachsenes Werk einer grandiosen Band reviewen muss… Die rereleasede „Second Coming“ war seinerzeit (’88) nach der „Killer Klowns From Outer Space“ (die hier komplett als Bonus vertreten ist) der Zweitling nach dem Wechsel zum Erstligisten Enigma, der wohl auch für den extrem weichgespülten Sound verantwortlich war. Und so dümpeln die Songs auch recht kraft- und saftlos vor sich hin, ohne den geneigten Dickisten wirklich mitzureißen. Immerhin schafften es einige davon später, in den Liveversionen noch mal richtig aufzuholen und wurden unverzichtbaren Klassikern auf den Gigs („Cross Eyed Tammy“, „Going Homo“, „Killer Klowns“ oder „Jim Bowie“). Verdikt: Leonard Phillips, Stan Lee und Bagage waren schon weitaus besser, sowohl vorher als auch später (als sie mit „Idjit Savant“ bei Triple X zu alter Form zurückfanden). Neukunden seien erstmal „The Incredible Shrinking Dickies“,„Stukas Over Disneyland“ oder das superbe „Locked And Loaded“-Livealbum empfohlen. Snitchcock

 

 


DIEGO – For Promotion Only, Not For Sale
(CD, Rookie Records)
Vorab gesagt, die CD wird wahrscheinlich bald anders heißen – ich tippe auf „Diego“ –, aber jetzt heißt sie noch so. Und das liegt wohl daran, dass wer den Namen Diego hört, nicht unbedingt gleich an Musik denkt. Aber auch das könnte sich bald ändern, dank der fünf Musiker aus Karlsruhe, die Musik machen und ihre Band Diego nennen. Wer Joy Division, EA 80 oder Serene Fall für Gute-Laune-Mucke hält, wird auch bei diesen Tönen innerlich leise lächelnd durch den deutschen Herbst oder Winter kommen. Die Debut-CD ist gut, gut produziert und schön anzuhören. Was fehlt ist ein Hit, wie „Love Will Tear Us Apart“. Das geben Diego auch selber zu, denn „perfektes Songwriting und schöne Harmonien“ ist die Infoblattsprache für „alles sehr, sehr schön, aber leider kein Hit dabei“. Sollte der aber bald kommen, was durchaus möglich wäre, könnte es kommen, dass Tim Renner von motor.de stärker an die Türen von Diego anklopft; entdeckt hat er sie schon. Ob sie ihn dann rein lassen hängt davon ab, wie sehr sie Jürgen Schattner (Rookie Records) mögen; nett ist der. I like! Captain Mocker

 

 


DISCO LEPPERS – The Girls Of Cholera 
(CD, Matula Records)
„Totally Lo-Fi“ steht in der Beschreibung über die Mucke. Dies kann man auch über die Produktion sagen, da der Sound recht dünn daherkommt. Rotziger 77er Punk aus den Streets of London, der ganz geile Parts hat, an denen Stimmung aufkommt. Diese wird jedoch leider jedes Mal durch Ufta Ufta-Deutschpunk-Schlagzeugrhythmen niedergeknüppelt, die hier einfach nicht reinpassen. Fehlt auch irgendwie die persönliche Note, also mich holt’s nicht aus’m Keller hoch (und da wohne ich schließlich). chemical maze

 

 


D.N.I. – Feel It Loud!
(CD, Randale Records)
D.N.I. gibt’s nach eigenen Angaben schon seit 1998. Ich muss sagen, dass mir die Band bis jetzt nicht geläufig war. Die drei machen soliden Punkrock mit einem Schuss Garage, Hardcore und Rock’n’Roll. Das Ganze ist nix spektakulär Neues, aber auch nicht wirklich schlecht. Herauszuheben ist vielleicht der aggressive weibliche Gesang. Furchtbar ist der letzte der insgesamt zwölf Songs „Part Of Your Soul“. Hier singt ein männliches Mitglied der Band, und mir ist nicht so ganz klar, ob er gewollt versucht gruselig zu singen, oder ob er es einfach nicht kann. Ansonsten ist „Feel It Loud!“ wie gesagt nix was mich vom Hocker haut. Thorsten

 

 


D.O.A. – Punk Rock Singles 1978-1999
(CD, Captain Oi)
Die CD für den Schwaben in uns: Sämtliche (oftmals schweineteuren) Singles der Kanadier aus den Jahren [siehe Titel] auf einem Silberling versammelt, das lohnt… Neben Klassikern wie „Disco Sucks“ oder „World War 3“ auch die unterschätzten Spätwerke der Mannen um Joey Shithead. Anspieltipp: „World Falls Apart”. AndiSocial

 

 


DORA DIAMANT – Im Leichenschauhaus 
(CD, Fight The System Records)
Dora Diamant? Ich denke, der Großteil der Leserschaft dieses Schundblattes (inklusive mir) wird diesen Namen wohl nicht auf Anhieb mit einer Schauspielerin aus den 1920er Jahren in Verbindung bringen, die als Lebensgefährtin von Franz Kafka einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat? Bekannt genug jedenfalls, um einen Eintrag über sie bei Wikipedia zu finden… Inwieweit die Dame, die es zwischenzeitlich auch in die KPD verschlagen hatte, als Namensgeberin für die seit 2004 bestehende Punkband Dora Diamant aus dem Raum Karlsruhe fungiert hat, weiß ich nicht, ist an dieser Stelle aber auch nicht sooo relevant… Mit „Im Leichenschauhaus“ hat die Band 2007 ihr erstes Album auf FTS-Records veröffentlicht. Geboten werden 13 düstere und größtenteils sehr depressive Punkrocksongs plus Intro mit einer Gesamtlänge von 39 Minuten. Eingefügte Audiosequenzen vor oder nach einzelnen Liedern lassen darauf schließen, dass sich unter den Bandmitgliedern ein Fan der großartigen 80er-Jahre-Fernsehserie „Per Anhalter durch die Galaxis“ befindet (ich tippe auf den Sänger…;). Musikalisch drängt sich der Vergleich zu EA 80 auf, ohne dass die Band an das (ohnehin unerreichbare) Original wirklich herankäme. Nach dem Erscheinen der CD hat es einen Besetzungswechsel am Schlagzeug gegeben und Markus von Stressfaktor (und diversen anderen Bands…) ist als zweiter Gitarrist hinzu gestoßen, so dass mensch gespannt sein darf, wie sich das Ganze weiterentwickelt. Zechi

 

 


DROPKICK MURPHYS – The Meanest Of Times
(CD, Cooking Vinyl)
Spätestens nach „Departed“, dem Oscar-gekrönten Meisterwerk von Martin Scorsese, wird wohl wirklich jeder die Dropkick Murphys kennen. Hier ist ihr neues und sechstes Album. Im Grunde ist es wie jedes zuvor, schöne eingängige Songs in ihrem perfekten BagpipeIrishStreetFolkPunkRock’n’Roll-Stil. Eröffnet wird wie immer mit dem besten Lied der Scheibe, mit viel Dudelsack und hohem Mitgröl- und Mittanzfaktor. Leider lässt auch auf diesem Album die Qualität wieder von Lied zu Lied leicht nach, die Songs werden langsamer und schleppender. Gegen Ende kommt wie immer noch mal ein großartiger Hit (Nummer 14: „Johnny, I Hardly Knew Ya“ – Anspieltipp!!), der leider wieder von den zwei letzten darauf folgenden Stücken ausgebremst wird. Schade eigentlich. Leider, leider muss ich sagen, dass „The Meanest Of Times“ eines ihrer schwächeren Alben ist, was mich allerdings trotzdem nicht davon abhält mindestens einmal pro Woche den Silberling anzuhören…Das nächste Mal bitte wieder mehr Dudelsack und mehr Tempo!! Jasmin

 

 


ESCALATORS – Live At Le Havre 1983
(CD, Anagram)
Nachdem Nigel Lewis mit dem übersteigerten Ego von Meteors-Frontmann P.P. Fenech nicht mehr klar kam, veränderte er sich und gründete mit 2 Mitstreitern die Escalators. Musikalisch waren die Jungs ’ne ganze Ecke von „pure psychobilly“ entfernt, das Ganze ging eher so in die Richtung psychedeliger Garagenrock mit Punk-Einsprengseln. Nach einer LP und zwei oder drei Singles gingen die Escalators den Weg alles Fleischlichen und das war besser so… Trotzdem behelligt uns Anagram mit einem qualitativ gruseligen Live-Mitschnitt der drei aus dem Jahre 1983. Braucht kein Mensch! AndiSocial

 

 


EVIL CONDUCT – King Of Kings
(CD, Knock Out)
Zu Recht bestraft werde ich gerade, dass ich die beiden vorherigen Alben der Holländer verpennt, bzw. weitergegeben habe und mir jetzt irgendwie besorgen muss. Denn, scheiß die Wand an, das ist ein verdammt gutes Album. Das ist Oi! in Reinform und wie man ihn sich kaum besser vorstellen kann. Dabei geht es nicht um irgendwelche Dummbatzgeschichten, sondern schlicht ums echte Leben. Aber so simpel und gleichzeitig gut verpackt, dass ich mich oft frage, wieso das andere Kapellen nicht gebacken bekommen. Was mich weiterhin verwundert ist, dass es die Band schon seit den 80ern gibt und die immer noch Songs schreiben, die Spaß machen. Sprich, dass man sie nicht mitleidig für ihre alten Songs mag. Das ist zeitgemäßer Streetpunk, an dem sich wirklich jede Band messen kann! Bocky



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