Nazi Dogs Interview

| Januar 22nd, 2008

Die Frage, ob man im dritten Jahrtausend noch „Retro“- Kapellen braucht, die weitestgehend authentisch den schlampigen Charme der 70er Sleaze-/Trash-/Rotzpunk-Ära in die Gegenwart transportieren, beantwortet sich von selbst, wenn man die vier Aachener auch nur ein einziges Mal in lebendig erleben durfte: Kein perfektionierter Livesound durch stundenlanges Klangchecken, kein Anbiedern beim Publikum oder ellenlange Ansagen, sondern einfach nur die volle Ladung verschwitzte, rotzige Energie des Ur-Punk mitten in die verwöhnte Fresse.

Auf Konserve weiß man ebenfalls bestens Arsch zu treten, wie auf dem ersten Longplayer “Chase The Man“ (’05), der EP “Money Taker“ (’06) und der letzten Herbst in Tommy- City aufgenommenen Livescheibe “Good Vibrations And Vicious Transmissions“ nachzuhören ist. Seit Anfang ’03 machen Karsten, B.T., Andre Chien und Daichi Dog nun schon die Clubs unsicher, nachdem das Vorgängermodell mit der anrüchigen Artikelbezeichnung THE BLOWJOBS die Segel streichen musste. Als ich Karsten, die erdigste Rampensau seit Balisto Keksriegel, vor kurzem im Sonic Ballroom traf, war sofort klar, das sein wertes Ensemble unbedingt mal für unser Schmierblättchen herhalten muss…
Was waren denn die Beweggründe für die Herrschaften, nach nur einer LP und einer Siebeninch bereits ne amtliche Liveplatte zu basteln? Zumal das gute Stück ja auch relativ kurz nach “Chase The Man“ erschienen ist…
„Die Liveplatte kam zustande, weil wir im September 2006 zwei Shows in London gespielt haben. Marco von No Front Teeth Rec. war bei unserer ersten Show in der „12 Bar“ vor Ort und filmte den Event. Er war wahnsinnig begeistert von unserer abgefuckten und chaotischen Performance und bat mich, eine Live- CD auf seinem Label veröffentlichen zu dürfen. Ich hörte mir das mitgeschnittene Material an und gab mein Einverständnis…haha, ich weiß, die Qualität der Live- CD ist zum Teil etwas gewöhnungsbedürftig, aber der Hörer kann, so meine ich, erkennen, daß dies real fuckin´ PUNK ist & keine Weicheierscheiße !! Außerdem sind auf der CD noch drei live Videoclips von besagtem Konzert drauf, die zeigen, daß wir an diesem Abend aus allen Rohren gefeuert haben…!!“
Wie war denn allgemein der Anklang im United Kingdom, verglichen mit zu Hause bei Muttern? Immerhin sind die Insulaner ja bekannt dafür, in erster Linie die „eigenen“ Combos zu supporten. Abgesehen davon, dass Seventies- Rotzpunk dort momentan eh nicht gerade das „grosse Ding“ ist…
„Auf unserer ersten UK Tour haben wir ja nur zwei Shows in London City gespielt. Dort sind wir spitzenmäßig angekommen, besonders der erste Gig in der 12 Bar auf der Denmark Street, genau dort, wo die SEX PISTOLS damals vor 30 Jahren ihren Proberaum hatten, war ein absoluter Hammer – die Leute sind regelrecht ausgerastet und wir lieferten, obwohl von Alkohol und Drugs gezeichnet, ein wahres Feuerwerk ab…unserem Bassisten André Chien wurde die Hose vom Leib gerissen und mir versohlte eine rothaarige Punkette auf der Bühne zu den Klängen von „No Way“ den Arsch, was mir ausgezeichnet gefiel!! Vor zwei Monaten, im Mai 2007, waren wir dann zum 2. Mal auf der Insel und gaben 3 Shows in Ipswich, Blyth und Birmingham. Auch dieses Mal waren wir sehr zufrieden mit der Resonanz – wir haben eine Menge Leute zum Tanzen bewegt und auch gut Merchandise vertickt. Am abgefahrensten war meiner Meinung nach die Show im hohen Norden in Blyth, die Meute wollte uns gar nicht mehr gehen lassen und hätte uns wohl am liebsten eingebürgert, haha…aber auch Birmingham war fantastisch – wir spielten im legendären „Market Tavern“ Pub zusammen mit vier UK Bands vor einer Horde Irokesen zum Pogo auf…“
Auf einer gewissen Festival- DVD ist von einem Audiokommentator die Bemerkung „Die sind bestimmt auch nur wegen ihres Namens bei TKO gelandet…“ zu vernehmen. Siehst du das ähnlich? Die Legende besagt ja, dass die Verbindung vor Ort in Huntington Beach zustande gekommen ist…
„Also, Roman, ich verkneife mir jeglichen Kommentar zu diesem Spruch, der auf der “Human Parasit“- DVD zu hören ist… Es gibt natürlich Leute, die nach wie vor mit unserem Namen nicht klarkommen und es gerne sehen würden, wenn wir ein stiefmütterliches Dasein fristen müssten…und die dann fast vor Ärger platzen, wenn ein bekanntes US Label wie TKO uns unter Vertrag nimmt. Fakt ist, dass Labelowner Mark von TKO Records natürlich auf unseren Namen abgefahren ist -NAZI DOGS ist ja auch der ultimative Name für eine Punk Band, oder ?!-, aber ohne den entsprechenden Sound dazu hätten wir wohl niemals eine Chance gehabt, auf solch einem Label zu landen. TKO Records bekommen monatlich 100-300 Demos aus aller Welt zugesandt und würden niemals 3000-5000 CDs einer Band pressen lassen, die zwar einen coolen Namen hat, aber musikalisch einen Haufen Dreck wert ist…das wäre allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht denkbar. Lustigerweise wäre die Verbindung zu TKO fast nicht zustande bekommen, denn Mark wurde unsere Demo CD aus seinem Auto geklaut und er hatte somit keine Kontaktadresse mehr von uns. Zufälligerweise hing ich ein paar Monate später in Los Angeles bei meinem guten Freund Johnny von den STITCHES ab, die zu diesem Zeitpunkt gerade eine Aufnahme für TKO machten. Mark erzählte Johnny von den NAZI DOGS und von der gestohlenen CD und letzterer machte Mark dann darauf aufmerksam, dass ich gerade in der Stadt weilen würde. Daraufhin wurde ein Treffen zwischen mir & Mark vermittelt und bei einem 12 Pack Ami-Jauche kam die Vereinbarung zustande, dass NAZI DOGS unter die Fittiche von TKO Records genommen werden.“
Denkst du, dass irgendwann auch mal Gigs in Übersee anstehen? Allerdings ist das ja Dank des Sicherheitswahns dort mittlerweile nicht mehr ganz so einfach umzusetzen und kann frustran enden, wie man am Beispiel der SHOCKS gesehen hat…
„Ich hoffe sehr, dass die NAZI DOGS es nächstes Jahr, also 2008, schaffen werden, ein paar Konzerte in den USA, zumindest aber in Kalifornien, zu geben. Wir hätten bereits in diesem Jahr rüberknallen können, allerdings wären die Flugkosten dann bei uns hängen geblieben – was bei unserer momentanen finanziellen Situation leider nicht möglich war. Ich denke aber, dass, falls unsere neue LP gut einschlägt, TKO Rec. dann die Reisekosten zumindest vorstrecken wird – es liegt ja auch in deren Interesse, dass die Band ihre neue Scheibe live vor Ort promotet !! Die SHOCKS hatten beim Versuch, in die USA einzureisen, viel Pech mit beschissenen Einwanderungsbehörden. Ich war zu diesem Zeitpunkt gerade in San Francisco und hatte mich bereits gefreut, die Show meiner Kumpels dort mitzubekommen, hörte dann aber, dass die Jungs es gar nicht erst geschafft haben, reinzukommen…was für ein Dreck !! Allerdings muss man anmerken, dass die SHOCKS meines Wissens nach nicht optimal auf das Zusammentreffen mit den Behörden vorbereitet waren und die Sache vielleicht ein wenig zu blauäugig angepackt hatten. Sie haben leider die komplett falschen Antworten auf die Fragen der Officers gegeben, was vielleicht auch auf mangelnde Sprachkenntnisse zurückzuführen war…auf jeden Fall drücke ich Smail & Co. alle verfügbaren Daumen, dass der nächste Versuch, Bush-Country zu bereisen, nicht wieder in solch einem Desaster enden wird !!“
Du hast ja eben jenes Personal erwähnt, das ein kleines Problem mit nicht ganz stubenreinen Bandnamen hat. Ich kann mir ja durchaus vorstellen, dass ihr gerade in so manchen AZs nicht immer offene Türen einrennt, um es mal vorsichtig auszudrücken…
„Es kommt von Zeit zu Zeit vor, dass uns ein Laden von vorne herein nicht unter diesem Namen auftreten lassen will. Allerdings hat das im Laufe der letzten Zeit, gerade seit wir ein wenig bekannter geworden sind und die Leute mitbekommen haben, dass uns mit rechtem Dünnschiss nichts verbindet, sehr abgenommen und die überwiegende Mehrzahl der AZs und anderen Läden empfängt uns zumeist mit offenen Armen und ’nem Grinsen in der Fresse.
Es war halt schwierig, die Band als solche zum Laufen zu kriegen, denn als unbekannte Kombo kannst Du unter diesem Namen meist nicht viel reißen…deshalb haben wir in den ersten anderthalb Jahren auch nur eine Handvoll Gigs gespielt. Der Deal mit TKO hat uns in dieser Hinsicht sicherlich viel geholfen. Falk Fatal, ein cooler Zeitgenosse übrigens, hatte meines Wissens Probleme, eine Show im AZ Wiesbaden (Kulturpalast/ rs) für uns klarzumachen, da die Müslipunk- Fraktion dicke Eierstöcke bekam, als sie unseren Namen hörte. Deshalb mussten wir damals nach Mainz ausweichen, danke nochmal an den Tom von BILDUNGSLÜCKE für den Gefallen!!“
Wo wir gerade schon bei empfindlichen Gemütern sind: Live muss ja ab und zu auch mal der alte Schlager “Bite It You Scum“ dran glauben. Hat euch deshalb schon mal jemand an die Karre gepinkelt bzw. vorgeworfen, dass ihr „Brüder im Geiste“ seid, etc.?
„Nein, bislang gab es allgemein nur Zustimmung bzw. Massenpogo, wenn wir diesen alten GG ALLIN- Klassiker live zum besten gaben. Ich denke auch, dass wir ihn recht ordentlich covern, so dass der gute GG vor Stolz in sein Grab scheißen würde, könnte er es hören!! Was sollte man uns auch vorwerfen? Man kann über GG ALLIN sicherlich denken, was man will -dass er ein perverser Motherfucker war, will ich hier gar nicht bestreiten- aber es ist doch nicht zu verleugnen, dass GG ein kompromissloser Punk Rocker der alten Schule war, der auf alles Normale und Angepasste sowie auf die Meinung von irgendwelchen Idioten geschissen hat und von Anfang an dabei war. GG hat seine Mission konsequent durchgeführt und sich niemals ausverkaufen lassen und ist auch keiner Nutte des Systems in den Arsch gekrochen, so wie es viel Wichser tun, die denken, sie seien Punk!! Und ein Großteil seines musikalischen Outputs ist, so meine ich, verdammt geil und wird noch in 50 Jahren von nachfolgenden Punk-Generationen gehört werden – im Gegensatz zu dieser bedeutungslosen Scheiße, die heute oftmals unter dem „Punk“-Siegel verkauft wird.
Auf dem ersten Longplayer ist ja auch der alte PAGANS- Heuler “Shit Called Love“ zu finden. Ein Lebensmotto für euch?
„In erster Linie ist dieser Song der PAGANS ein cooler Punk Rock Hit, den sich lohnt, zu covern. Er spiegelt momentan nicht unbedingt meine Lebenssituation wieder, da ich seit etwas über drei Monaten glücklich verliebt bin in das coolste & heißeste Girl in town!!
„What´s this Shit called Love“ – diese Empfindung hat allerdings wohl schon jeder Leser dieses Magazins am eigenen Leibe erfahren, nämlich dann wenn ihm oder ihr ein Junge oder Mädel das Herz aus dem Leibe gerissen hat und man leidet wie ein verfickter Köter…von daher ist der Song meiner Ansicht nach eher einer vorübergehenden Empfindung angelehnt und nicht als ein dauerhaftes Lebensmotto zu verstehen – denn seien wir ehrlich – ohne manchmal verliebt zu sein wäre das Leben doch um einiges trister und empfindungsärmer als mit diesem Gefühl, oder?! Das entspricht jetzt allerdings nur meiner persönlichen Meinung – wie die anderen Jungs aus meiner Band dazu stehen, weiß ich nicht sooo genau.“
Wenn du schonmal gerade deine „Town“ erwähnst: Wie lässt sich denn Aachen- City an, als Hauptquartier für passionierte Punkrocker?
„Aachen- City ist eine Stadt, die eigentlich zum Leben ganz OK ist…der Ruhrpott ist nahe, Köln und Düsseldorf lediglich ca. eine Stunde entfernt und Holland und Belgien direkt um die Ecke. Was die „Szene“ an sich betrifft, hat Aachen allerdings schon weitaus bessere Tage gesehen – von den alten Punks von Anfang/Mitte der 80er sind nur knapp eine Handvoll übrig geblieben, der Rest hat sich entweder bereits Ende der 80er/Beginn der 90er eine Überdosis gesetzt, ist an Alk krepiert oder hat Selbstmord begangen…gibt eine Reihe tragischer Geschichten aus meinem engeren Bekanntenkreis von früher, aber ich denke, daß es in den meisten anderen Städten ähnlich gelaufen ist. Einige sind auch zu Skins geworden oder ganz aus der Punk Szene abgetaucht und führen jetzt ein „normales“ Dasein als brave Familienväter oder -mütter in ihrer privaten Hölle, har har… Aktuell gibt es wieder mal einige neue Kiddies, die die Straßen unsicher machen, aber tendenziell sind die meisten von denen nach 1-3 Jahren ganz schnell wieder verschwunden…die geben wahrscheinlich in 10 Jahren mit ihrer „wilden“ Jugend an…kein Kommentar!! Ansonsten gibt es eine ganze Reihe von Straßenpunks, die sich ihr Geld durchs Scheibenputzen verdienen, ist ein harter Alltag, den die meisten nur durch größere Mengen an Schnaps und Bier ertragen können…ist ein hartes Leben, aber die meisten dieser Punks sind eigentlich in Ordnung, von ein paar stupfen Wichsern abgesehen…jedenfalls hab ich persönlich mehr Respekt vor denen, als von den harmlosen H&M-Scheißern, die wahrscheinlich noch morgens von Mutti die Unterhosen zurechtgelegt bekommen !! An brauchbaren Läden gibt es hier das AZ, wo allerdings in letzter Zeit zu viele Drecks Metal- Grindcore- und Emo- Shows laufen, das Hauptquartier, in dem leider keine Live Shows mehr steigen können und mit Abstrichen das Wild Rover, ein Irish Pub, wo ab und zu Punk Gigs stattfinden. Ach ja, und die Kiddies treffen sich Freitags meist im Söller, wo man sich zu korrekten Preisen die Birne wegschädeln kann. An brauchbaren Bands gibt’s außer uns noch JUNKIE ROMANCE, meine 2. Band, THE GEE STRINGS, PMV, und PIMMMMMEL.“
Was die Lyrics generell angeht: eher belangloses Beiwerk oder gebt ihr was drauf?
„Da ich alle Texte der NAZI DOGS schreibe, kann ich ohne zu zögern behaupten, dass mir meine lyrischen Ergüsse schon sehr wichtig sind. Man sollte sich als Songwriter zwar nicht zu sehr profilieren wollen bzw. einen übersteigerten Geltungsdrang diesbezüglich entwicklen, aber auf der anderen Seite muss man sich meines Erachtens davor hüten, nur Schwachsinns- oder Spaßsongs zu schreiben. Das würde der Glaubwürdigkeit und Reputation
einer Band sehr schaden und man hätte dann untern Strich ja auch nichts von Belang zu sagen. Kurz gesagt spiegeln meine Texte, die ich für die NAZI DOGS geschrieben habe, zum größten Teil persönliche Erfahrungen wieder, die ich im Laufe meines Lebens gesammelt habe. Hier und da ist auch ein politisches Statement zu hören, wie du bei „Neutrons“ oder auch „Detention Zone“ erkennen kannst. Vor Verallgemeinerungen oder dem kindischen Gut/Böse- Schablonendenken, wie es bei vielen Bands, die sich auf die politische Schiene spezialisiert haben, hüte ich mich allerdings – denn erstens hat Punk meiner Meinung nach erstmal nichts mit Politik, sondern hauptsächlich mit einem persönlichen „State of Mind“ zu tun. Zweitens besteht die Gefahr, dass man Halbwissen, was in keinster Weise fundiert ist, verbreitet und drittens möchte ich nicht als Prediger vor einem gleichgeschalteten Publikum enden…das wäre Hippiescheiße pur!!“
Nun ja, klar können penetrante Missionierungsversuche, gerade von der SE-Fraktion, ziemlich nerven. Aber hin und wieder kann es ja durchaus auch mal ganz sinnvoll sein, ein wenig aufzustacheln…
„…damit meine ich, daß Politik ein recht kompliziertes und vor allem umfassendes Metier darstellt. Um da auf kompetente Art & Weise mitreden zu können, ohne sich als Halbidioten zu outen, muss man, finde ich, ein recht fundiertes Wissen mitbringen, was die meisten Bands oder Leute, die einen auf superpolitisch machen, einfach nicht draufhaben ! Klar ist es OK, aufzustacheln oder das eine oder andere Schlagwort einfließen zu lassen. Es ist ja auch zweifelsohne so, dass wir in einem korrupten Drecksstaat leben -ja!! es lebe die Plattitüde!!-, aber wie gesagt, man sollte sich davor hüten, plump nachzuplappern oder Sachen über einen Kamm zu scheren. Ich persönlich stehe politisch am äußeren linken Rand und habe kein Problem damit, dies kundzutun. Nur sind die meisten Sachen, über die besagte Bands singen, für mich persönlich eine Selbstverständlichkeit, die eigentlich keiner besonderen Erwähnung mehr bedarf, weil so ziemlich jeder in der Szene eh so denkt, von ein paar rechtoffenen Wichsern jetzt mal abgesehen… Das ist auch das, was ich mit „Predigen wie in einer Kirche“ meine, die Leute wissen sowieso schon länger, was Sache ist und ich find´s auf Dauer äußerst langweilig.“
Der renommierte Kunstkritiker Lord Rutledge hat mal im Bezug auf euch das Resumee “Minimal talent, maximum obnoxiousness and an all-pervading sense of fun“ gezogen. Stimmst du dem weitgehend zu?
„Der gute Lord hat Recht, wenn er im Zusammenhang mit den NAZI DOGS von „maximum obnoxiousness“ spricht. Wir sehen uns auf jeden Fall als Band, die Punk als Mittel versteht, um Schock, Provokation, Chaos und Zerstörung -meist von Mikrofonständern und unseren Lebern- zu verbreiten. Dafür hat Punk immer gestanden und eben nicht für Tierrechte, CO²-Verminderung und diesen ganzen Müsli-Dreck! Das mag jetzt zwar provokant und reaktionär klingen, aber es trifft meines Erachtens den Punkt. Punk ist, wie der gute Mike Ness vor ein paar Jahren gesagt hat, heutzutage verdammt niedlich, berechenbar und ungefährlich geworden und dem stimme ich voll und ganz zu, da ich die gute und wilde Zeit des Punk vor 25 Jahren noch am eigenen Leib mitbekommen habe -bin ein alter Sack- und von daher weiß, wovon ich rede…“
…nun ja, in Zeiten, in denen die Schulkids auf ihren schicken Handies die neuesten Snuffvideos austauschen, lässt sich über den Schockeffekt von Punkbands auf die Normalo-Szene eh streiten, aber soll ja nicht unsere Sorge sein…
„…da stimme ich Dir zu, meine aber, dass Punk nach wie vor in der Lage sein sollte zu schocken und zu provozieren. Das war doch schon immer die Hauptantriebskraft von PUNK, die „Energiequelle“, von wo man seine „Anti-“ Haltung aufladen konnte. Für mich war PUNK eine aggressive, subversive und dem Spaß nicht abgeneigte Sache – und nicht nur etwas Negatives, lamentierendes, anklagendes…dafür standen doch die Hippies, nicht wahr?
Der Lord irrt allerdings, wenn er meint, dass bei den NAZI DOGS der Fun über alles andere regiert. Gut, ein bißchen Spaß muss sein, das hat schon Roberto Blanco erkannt und was wäre touren und Konzerte spielen ohne Spaß und mit einem Lachkrampf einschlafen….aber Fun sollte, so denke ich, nicht das alleinige Ziel einer Band sein. Man sollte schon darauf achten, ernst genommen zu werden, sonst kann man auch auf Kegeltouren die Sau rauslassen. Der einzige Fun-Song auf unserer ersten LP ist „Gonna Go“, ansonsten haben wir dieses Kriterium, jedenfalls textlich, etwas vernachlässigt. Ich bin auch keine 16 mehr und habe in meinem Leben schon genug abgefuckte Sachen erlebt, um nur auf Spaßkönig zu machen…allerdings hasse ich auf der anderen Seite auch Spaßbremsen und Leute, die zum Lachen in den Keller gehen!! Was das musikalische Talent angeht, so denke ich, dass wir zwar keine hochbegabten Virtuosen sind, aber auch keine Stümper!! Meine Jungs beherrschen ihre Instrumente ziemlich cool und das ist auch gut so, denn mit Nichtskönnern möchte ich nicht zusammenspielen, dafür lohnt der Zeitaufwand, den man zweifelsfrei mit einer Band wie den NAZI DOGS betreibt, nicht!!“
Gibt es über den Entwicklungsstand der näxten Scheiblette was neues zu vermelden? Hat das Kind denn schon ’nen Namen?
„Wenn alles glatt läuft, wird unsere neue LP wohl Mitte August fertig aufgenommen und gemixt sein. Sie wird voraussichtlich „Old Habits Die Hard“ heißen und 13, 14 Songs enthalten. Überflüssig zu erwähnen, dass es ein Killer-Album wird, welches unseren Vorgänger definitiv zu toppen vermag!! Ich kann jetzt schon verraten, dass die neue Scheibe etwas schneller und aggressiver als „Chase the Man “ werden wird und es werden zwei Coversongs drauf sein – einer von den SUICIDE KINGS sowie einer von den SURF PUNKS.
Watch out!!“
Genug geschwätzt. Let there be sweat, let there be spit, let there be tropical heat- bis denne beim UpAndDown, ihr Arschlöcher!!
Snitchcock



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