Interview mit Time Again

| Januar 3rd, 2008

Der Werdegang der Kalifornier, die sich 2004 gründeten und 2006 mit „The stories are true“ ihr Debütalbum veröffentlichten, ist weniger witzig oder interessant als die Geschichte, zu ihrem ersten Auftritt. Vor jenem war die Band nämlich viel mehr mit der Bandpromotion beschäftigt, als mit der Band selbst. Damals bestand die Gruppe lediglich aus dem Sänger Daniel Dart und Elijah Reyes dem Gitarristen. Anstatt jedoch zu proben und die Combo zu vervollständigen, war es den beiden wichtiger Aufkleber der eigenen, noch nicht existenten, Band zu kleben und sich um Konzertauftritte zu kümmern. Als sie dann mehr oder minder bekannt waren, einige Shows ausgemacht hatten, musste halt auch noch ein Basser und Schlagzeuger her. 

Doch natürlich war nicht diese Geschichte der Grund der Kapelle mal auf den Zahn zu fühlen. Es ist ganz klar der Sound des Quartetts, der sehr geil ist. Für mich klingen die, wie ne schnellere und bessere Version der alten Rancid. Rotzig, rau, ungeschliffen. Mein Gegenüber war Sänger Daniel Dart.

Auf Fotos wirkt ihr sehr jung. Wie alt seid ihr denn?


Kommt halt ganz darauf an, was du unter jung verstehst. Wir sind alle so Mitte zwanzig, außer Oren, der ist mit 19 Jahren der Jüngste.

Nun, wie kam es dazu, dass ihr ein Punkband gegründet habt und nicht R’n’B macht.
Haha, das ist ja ne gute Frage. Ehrlich gesagt dachte ich noch nie so weit. Seit ich 16 bin spiele ich schon in Punkbands und wollte bis jetzt auch nichts anderes machen. Ich mag zwar jede Art von Musik und liebe es nebenbei ein bisschen Folk zu spielen, aber die Musik, mit der ich verheiratet bin ist Punkrock! Das ist meine Leidenschaft, die ich liebe. Ich liebe wofür Punkrock steht und ich liebe die Leute, die da mit drin stecken.

Euer Sound hat einen großen Wiedererkennungswert. Bei den meisten Bands ist das nicht so. Was macht ihr anders?
Hm, das einzige, was wir machen, worauf wir unseren Fokus legen, ist Spaß zu haben. Wir machen das nicht, um die Welt zu verändern und jedem zu sagen, was er zu machen hat. Wir machen es, um die Mucke zu spielen, die wir lieben. Das ist Punk. Zudem Reden und Singen wir von Dingen, die uns wichtig sind.

Angeblich habt ihr euer aktuelles Album „Darker Days“ während und zwischen dem Touren geschrieben. Wie stell ich mir das vor und was daran war dann etwas wie ein Job, den man manchmal einfach gar nicht machen will?
Das war klasse und ich denke die anderen in der Band würden das bestätigen und nocheinmal genauso machen. Es gitb nicht besseres, als an neuen Songs und Ideen zu basteln. Es macht wirklich Spaß, wenn man eine neue Scheibe wachsen sieht. Wenn eine Idee geboren wird und sie direkt vor deinen Augen reift. Ich denke zurückblickend auf den Enstehungsprozess von „Darker Days“, dann war das eine unserer besten Zeiten im Leben überhaupt. Also zumindest für mich!

 

Also dachtet ihr nie „So’n Scheiß mit dem neuen Album, jetzt machen wir da erstmal zwei Wochen nix!“?


Nicht im Geringsten. Ich meine wir wollten eine richtig gute Platte machen und nahmen uns dafür auch Zeit. Auch wenn wir die ganze Zeit unterwegs waren. Uns ist es wichtig Spaß an der Sache zu haben. Ist das nicht der Fall, dann gibt es keinen Grund etwas zu machen.

In dem Song „Montreal“ singt ihr über die Kids dort. Was verbindet euch mit denen?
Elijah und ich schrieben den Song in Providence/Rhode Island, ein paar Tage nachdem wir in Montreal waren. Das war total verrückt, es war, als ob wir die ganzen Leute dort schon immer kannten. Das war wie daheim in einen Laden kommen und dort zu spielen. Keien Ahnung, was uns mit den Leuten in Montreal so verband, aber es tat es. Bis heute ist Montreal unser liebster Auftrittsort, bzw. einer unter den ersten!

In „Outcast“ sagst du, es sei es wert für die richtigen Dinge zu kämpfen. Welche Dinge sind das?
Na das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich bedeutet es nicht still und leise der Herde zu folgen. Für sich Einzustehen und sich von niemanden klein machen zu lassen. Es geht darum einfach sich selbst zu sein und fähig zu sein Menschen, die einen nicht mögen, den Mittelfinger zu zeigen.

Ich schätze mal L.A. hat tausende Bands. Wie schwer ist es sich dort durchzusetzen?
Allerdings findest du dort wirklich an jeder Ecke eine Band. Ich mag das. Ich liebe es in einer Stadt zu wohnen, wo du überall auf Rock’n’Roll triffst. Ich finde so kann sich eine Band viel mehr in der Musikszene integrieren. Andere beschweren sich darüber natürlich auch. Klar ist es hart hier bekannt zu werden. Doch finde ich, wenn du es in L.A. schaffst, dann schaffst du es überall.

Ihr habt bei dem Radiosender XM Radio den „Punkrock Song of the year“ Award gewonnen. Kannst du mir das mal erklären?
Nun, für uns war das ziemlich wichtig, weil es so schwer ist viele Leute zu erreichen. Deswegen war das gut für uns, da so Viele das erste mal von uns hörten. Dadurch blieben wir recht lange bekannt und man erinnerte sich an uns. Was den Preis selbst betrifft, so ist der uns völlig egal.

Eure Alben erscheinen bei Hellcat. Wie kam es dazu?
Haha, das ist eine sehr lange Geschichte. Die Kurzversion ist, Lars Frederiksen sah uns auf einem Konzert, bei dem wir vor 15 Leuten spielten. Er rief dann Tim Armstrong an, der dann zu einer anderen Show kam. Na und den nächsten Schritt kennst du ja.

Lars Frederiksen sagt euch eine lange Karriere voraus. Wie wichtig ist euch diese Aussage gerade von ihm?
Lars ist etwas wie ein Idol für uns. Alleine die Tatsache, dass er unsere Band überhaupt kennt und uns auch noch mag, bedeuet ziemlich viel für uns. Das ist eine Sache, die uns sehr am Herzen liegt und der wir versuchen gerecht zu werden.

Ich denke mir immer, dass US-Bands, die nach Europa kommen in den Staaten schon richtig populär sind. Kannst du das bestätigen?
In den meisten Fällen stimmt das in der Tat. Um sich den Flug über den Atlantik leisten zu können, muss man in den USA schon ganz schön gerackert haben. Davon abgesehen, denke ich ist es überall hart. Wir persönlich haben uns hier auch den Arsch abgespielt, bevor wir rüber kamen. Jetzt spielen wir 1-2 mal im Jahr bei euch und finden es großartig.

Wie wichtig ist es dir in einer Band zu spielen und ständig reisen zu können?
Das ist mein Traum. Das ist das beste, was ich mir jemals erhoffen konnte. Wenn ich mir mit 15 Jahren hätte eines Lebenswunsch wünschen dürfen, dann wäre er das wohl gewesen.

 

Bis jetzt hast du nicht ein negatives Wort über auch nur irgendwas gesagt. Bist du so zufrieden, oder einfach nur glücklich, dass mit der Band alles so kam, wie es jetzt ist?


In der Zeit vor der Band arbeitete ich in einem Deli und machte den ganzen Tag nur Sandwiches. Wenn man sieht was ich jetzt mache, dann kann ich mich nicht beklagen und bin stattdessen einfach nur dankbar. Ich habe eine großartige Band mit meinen besten Freunden, da kann man sich gar nicht beschweren.

Ihr habt zwei Europatouren hinter euch. Was für Eindrücke habt ihr uns was erzählt ihr euren Freunden zu hause?
Für mich persönlich als tourender Musiker waren das die Fahrten zwischen den Konzerten. Bei uns bist du immer zwischen 8 bis 12 Stunden unterwegs und bei euch sind das gewöhnlich 2 bis 3 Stunden. Das ist auch deswegen gut, weil man Zeit hat sich die Städte zu betrachten. Europa hat eben eine lange Geschichte und Tradition, wir haben das nicht wirklich. Das ist so das Beste, was wir genießen. Die Geschichte und die Kultur zu erfahren und sich darin zu bewegen. Das macht wirklich Spaß, vor allem wenn ich bedenke, dass ich vorher in einem Sandwich-Shop arbeitete!

Wann kommt ihr wieder nach Europa?
Am 5. Mai landen wir in London und dann geht es wieder durch fast ganz Europa bis zum 10. Juni. Ich hoffe natürlich euch alle vor der Bühne zu sehen!!

 

Zum Schluss doch noch kurz ein wenig Politik: Wer gewinnt die Präsidentschaftswahlen, gehst du überhaupt wählen und hast du einen Favoriten?


Keine Ahnung wer das Rennen machen wird. Ich denke das ist auch noch zu früh sich festzulegen. Ich weiß auch noch nicht wirklich wen ich wählen gehen werde. Was mir wichtig ist, nicht mehr im Krieg zu sein, dass etwas für die Wirtschaft gemacht wird und man sich um unser verschobenes Verhältnis mit anderen Ländern kümmert. Nun, lass uns einfach abwarten und auf das Beste hoffen.

Na, da freut sich aber mal jemand ein Loch ins Knie. Man kann es aber auch verstehen, wenn man mal die Leute in so nem Deli gesehen hat, in dem Daniel arbeitete. Das hat mit Spaß in der Tat recht wenig zu tun. Ich sah das letzten Sommer live, als in ein paar Tage in New York war. Vielleicht ist New York auch nicht gerade repräsentativ, aber dort ging es ab wie Hölle und die Angestellten waren ständig nur am rennen und am Zubereiten jeglicher Kalorienbomben. Definitiv kein Job, den man einem anderen unbedingt vorzieht.
Übrigens ist die Band von Mitte Mai bis Anfang Juni auf Europa-Tour!

Bocky

www.timeagainband.com



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