The Gee Strings Interview

| September 22nd, 2007

Wie im Heft versprochen folgend das komplette Interview von und mit den Gee Strings:
The Gee Strings sind sowohl live als auch auf Platte seit Jahren das allerheißeste Eisen, das wir in Deutschland im 77er Punkrock-Sektor am Start haben. Ihr aktueller Longplayer „A Bunch Of Bugs“ ist mit Sicherheit das Beste, das in diesem Jahrtausend bei uns in dieser Richtung veröffentlicht wurde. Als Beweis, und um mich mal selbst zu zitieren, das hier: „Endlose Arschkick-Garantie, kein Verschnaufen. Wer hier stillhalten kann, liegt wahrscheinlich im pathologischen Institut auf dem Seziertisch. Die Gee Strings waren früher schon sehr geil, aber jetzt scheinen sie endlich auch die optimale Besetzung gefunden zu haben. Neben Deutschlands bester Punkgöre Ingi am Gesang und Gitarrengott Bernadette, ist Nik Nasty (Canal Terror, Molotow Soda, The Puke, 1982…) am Bass nun auch schon eine ganze Weile in der Band. Komplettiert wird das Quartett inzwischen durch den neuen Drummer Steve The Beef, der den unglaublichen Olaf abgelöst hat, und sich hier ganz hervorragend und kongenial in die Band einbringt. Kaufen oder Sterben!“ (Review in Punkrock! #3)
Das alles hat rein gar nichts damit zu tun, dass mich mit der Band aus Köln, Bonn, Aachen inzwischen eine jahrelange Freundschaft verbindet, waren sie doch eine der ersten Kapellen (wenn auch noch in anderer Besetzung) mit denen ich anno dunnemols ein Konzert veranstaltet habe. Komischerweise hat es sich in all den Jahren nie ergeben ein Interview mit ihnen zu machen. Jetzt endlich ist es aber so weit. Nach ihrem letzten Konzert im JUZ Mannheim am 24.11.2006, saßen wir nach einer kurzen Nacht bei Alexx und Iris in der Küche. Bei lecker Frühstück in lauschiger Atmosphäre entwickelte sich eher eine familiäre Plauderei als ein investigatives Enthüllungsinterview gemäß §17a des Handbuchs für Investigationsjournalismus.

Im Gegensatz zur Print-Ausgabe von Punkrock! #4 hier das komplette Interview mit allem, was da zwischen Melone, Mozzarella, Schinken und frisch gepresstem Orangensaft zu erfahren war, wie im Heft über „A Bunch Of Bugs“, Erfahrungen und Erlebnisse in Brasilien, Steves Einstieg in die Band und Hein Blöd. Plus dem Online-Bonus über die Vorgängerband Der gelbe Sack, Bernds komplizierten Bandeinstieg und seine Auswirkungen, Infos über die bisherigen Veröffentlichungen, Nik Nasty, Gossips über ex-Bandmitglieder, Japan-Pläne, Touren in Frankreich und Spanien, Fußball und den ganzen anderen Scheiß.
Here we go:

Oli: Ja, dann fangen wir einfach blöd wie immer chronologisch an: The Gee Strings gibt’s doch seit 1994?
Bernd: Ja stimmt, die ersten Proben waren 94.
Ingi: Ich glaub’ auch der erste Gig, ne.
Bernd: Da war ich aber…
Ingi: Oh, das wird aber kompliziert.
Alexx: Ja genau, die Geschichte wie der Bernd eingestiegen ist, sollte erwähnt werden.
Ingi: Also, wir waren zu viert und dachten immer eine Gitarre fehlt, hähä. Das war nach dem ersten Auftritt oder den ersten zwei, drei Auftritten… Wer hat denn da Bass gespielt? Wir wollten gar keinen zweiten Gitarristen haben, Damir wollte Bass spielen, weil unser alter Basser ausgestiegen war, also… wir brauchten einen neuen Gitarristen. Damals zu der Zeit ging das noch über Zeitungsannoncen. Bernd hat unsere Annonce damals gelesen, weil er eigentlich einen Kühlschrank gesucht hat für seine Wohnung und schon die Schnauze voll hatte von der Bandsucherei, ein Jahr in Düsseldorf und Köln, so. Und dann hat er zufällig: „Ah, jetzt gibt es doch keinen Kühlschrank, dann kuck’ ich doch noch kurz mal bei der „Band sucht Musiker“-Seite.“ Ja, da hat er dann uns gefunden und hat angerufen.
Oli: Das waren damals schon die Gee Strings oder war das noch…
Ingi: …Gelber Sack? …Gee Strings!
Alexx: Bei gelber Sack hätte ich nicht angerufen!
Nik: Ja, ich auch nicht!
Ingi: Ja, war schon Gee Strings, war schon Gee Strings!
Oli: Und was hat das damals mit dem Gelben Sack auf sich gehabt?
Ingi: Ganz einfach, Olaf hatte ’ne ABM-Stelle bei der Stadt und die Stadt zu der Zeit die gelben Säcke, dieses Entsorgungssystem in Aachen damals, die gelben Säcke. Die konnte man sich frei, also ohne Geld, ersteigern oder holen und der Olaf hat die verteilt, der hat die ausgegeben. Der kam quasi mit der Idee. Wir mussten aber auch von heute auf morgen ’nen Bandnamen finden, weil wir damals als Vorband von Dog Food 5 spielen sollten. Und da brauchten wir direkt ’nen Namen und dann haben wir uns einfach Der Gelbe Sack genannt… Garbage!
Alexx: Soo, und jetzt die Geschichte von Bernd…
Bernd: Okay, ich sollte da also zur ersten Probe, die musste ich aber canceln, weil gerade als ich mit dem Gitarrenkoffer aus der Tür rausspaziert bin und gerade einsteigen wollte – nach Aachen fahren – haben sie mein Auto abgeschleppt. Und das Auto bekam ich auch schlecht wieder, weil ich am Tag vorher im Underground mal wieder meinen Geldbeutel verloren hab’, mit allen Papieren drin und da bin ich dann mit dem Abschleppdienst dahin und da stand auch schon ganz groß: „Ausgabe der Fahrzeuge nur mit Fahrzeugschein!“ Und da haben die den eben nicht rausgerückt, da musste ich die erste Probe gleich mal absagen. Mit der Ausrede halt, was mir tatsächlich passiert ist.
Ingi: Hat natürlich kein Mensch geglaubt! Aber man muss natürlich schon sagen, du hast vorher einmal vorgespielt. Nicht die erste Probe, nur vorgespielt. Und da haben wir nämlich noch gesagt: „Das war so geil“, aber unser Bassist meinte: „Nee, der macht das bestimmt nicht.“ Und dann kam nämlich die erste offizielle Probe oder noch mal Vorspielen und da hat er dann so abgesagt und dann haben wir gesagt: „Ach komm hey, scheiß Ausrede, sag’ ruhig ihr seid scheiße.“ So, war das nämlich. Und wir wollten ihn gerne haben. Und dann hast du noch mal angerufen, für die nächste Probe.
Bernd: Ja. Das Auto hab ich dann einen Tag später gekriegt. Da war ein anderer, der hat mir dann geglaubt, dass es mein Auto ist. Schlüssel passte auch.
Ingi: Dann hat er erstmal alle Songs von uns umgekrempelt.
Bernd: …erstmal alle um zwei Minuten gekürzt…
Alexx: Und dann kam gleich diese 10“?
Ingi: Ja, eigentlich schon.
Oli: Moment, euch gibt’s doch seit 94 und die 10“ kam…
Bernd: 96.
Oli: 97.
Ingi: 96 eingespielt.
Bernd: Ja, die CD kam zuerst raus, 96. Die 10“ haben wir erst 97 nachgeschoben. Zuerst kam nur die CD raus und dann haben wir noch Vinyl gemacht. So war das.
Oli: Und wie lange gab es den Gelben Sack?
Ingi: Ein Jahr oder so.
Oli: Ein Jahr? Auch schon mit englischen Texten?
Ingi: Ja, englischen Texten… zwei Frauen und zwei Typen…
Oli: …nur deutscher Bandname…
Ingi: Ja.
Oli: Blöd!
Ingi: Ach, in Aachen fanden die das total geil. Da war das gerade neu mit den gelben Säcken, das war so dieses neue Umweltblablabla… und: Die Hütte war voll!
Iris: Wegen dem Namen?
Ingi: Wegen dem Namen!! Ja, da gab’s Riesenschilder: DER GELBE SACK! DER GELBE SACK! Und Dog Food 5, die ja mit uns spielten, waren ja damals schon was in der Szene, die waren… absolut,… die fanden den Namen geil.
Nik: Nee, die dachten da gibt’s gelbe Säcke, da müssen sie nicht extra zur Stadt gehen.
Alexx: Steve, du als Aachener hast das mitbekommen?
Steve: Nee, ich hab das wohl verschlafen. Gelber Sack hat mir irgendwie nichts gesagt.
Alexx: Und Gee Strings dann?
Steve: Gee Strings ist in Aachen immer ein Begriff gewesen. Kannte man, aber ich hab die relativ spät erst gesehen. Das war erst zur 10-Jahres-Show im Hauptquartier.
Ingi: Man muss auch sagen, dass wir aus ’ner anderen Szene sind oder waren.
Steve: Ja, ich war halt auch immer unterwegs. Über’s Hauptquartier hörte man immer: Gee Strings. Und dann hieß es auf einmal: Gee Strings Brasilien und Gee Strings hier. Nur wenn man den Olaf traf, der sagte dann immer: „Boah, ist das alles scheiße.“ (großes Gelächter) Dann hab ich sie zum ersten Mal gesehen und dann sag ich zum Olaf: „Hey Olaf, Spitzenband. Was erzählst du denn dann immer?“ „Ja, oh, ahua, ich will nach Hause.“ (erneutes Gelächter) Und dann hab ich gedacht: „Naja, gut, Hauptsache es macht Spaß, ne.“
Alexx: Und Nik, du? Gelber Sack und Gee Strings?
Nik: Nee, Gelber Sack nicht. Aber früher, da hab ich ja bei Puke gespielt, da hatten wir es ja öfters mit Gee Strings zu tun. Da haben wir öfters zusammen gespielt. Also das heißt, wir kannten uns schon und dann hab ich sogar einmal die Gee Strings produziert. Also was heißt produziert, ich hab halt einen Song aufgenommen und der ist im Endeffekt auch auf ’nem Sampler drauf.
Ingi: Ja, der ist ganz gut geworden.
Nik: Das ist halt bei mir im Proberaum ganz primitiv aufgenommen. Und von daher kannten wir uns halt. Und von gemeinsamen Konzerten und die hatten auch schon Mal was für uns gemacht und da hat sich das halt so ergeben. Man kannte sich.
Ingi: Ja, und dann bist du ja als Ersatz für unsere Bassistin für die Brasilien-Tour eingesprungen.
Nik: Da haben die angerufen: „Ja, also ähh, die Bassistin ist weg und wir haben doch jetzt die Brasilien-Tour. Hast du nicht Bock und Zeit…?“ Und da dachte ich mir: „Brasilien-Tour? Warum nicht?“…
Ingi: Jaja, du hast aber auch noch zu mir gesagt: „Okay, ich überleg’ mir das.“ Das hörte sich zwar schon gut an, und dann hat er direkt schon zwei Stunden später angerufen. Also am selben Abend noch…
Nik: Ich musste ja auch erstmal kucken, ob das überhaupt geht. Und dann konnte ich mir frei nehmen glücklicherweise.
Ingi: Ja schon, aber so schnell hätte ich das nicht gedacht. Bist ja auch dabei geblieben danach.
Nik: Und dann haben die mir halt ’ne Cassette gegeben und die nächste Woche war schon Konzert gewesen…
Alexx: Und gleich großes Set?
Nik: Das ging aber alles, das ist ja primitive Musik, hähähä….
Ingi: Hähähä, endlich mal einer, der das auch sagt.
Oli: Bei Bassisten habt ihr ja auch schon öfters mal Wechsel gehabt.
Bernd: Ja. Aber das war alles freundschaftlich. Da gab es schon immer gute Gründe: Zeitprobleme, Studium, Kinder kriegen…, weil wir ja schon relativ viel spielen, ne. Kann natürlich nicht jeder.
Alexx: Aber das erste Mal in Mannheim war ja noch mit Paul? Oder zwei Mal sogar? Wie lange war denn der der Bassist?
Ingi: Paul, ähhhmmm, zwei Jahre, bestimmt zwei Jahre.
Bernd: Paul fing ja dann mit Dumbell an. Hat sich eine Zeit lang überschnitten, aber irgendwann ging das nicht mehr. Dann hat mein Zwillingsbruder uns zeitweise noch ausgeholfen, so für ein Jahr. Den kennt ihr gar nicht, ne, der war nie hier, oder?
Alexx: Der mit den schönen Schühchen,…
Ingi: Ja. Ja, und schön Frisürchen…
Alexx: … wo man die Monitorbox auf die Seite räumen musste, damit man die Schühchen sieht…?
Ingi: Nee, das geht nicht! Auftritt in der Au (Frankfurt). Ich vergess’ es nicht! Supergeile Monitorboxen. Ich war glückleich! Drei Monitorboxen vorne!! Und der hampelt da rum und testet das aus. „Ne, Ingi, das geht nicht, die Schuhe sind nicht zu sehen! (großes Gelächter) Wir müssen da was ändern! Wir müssen eine raus schmeißen!“ (sehr großes Gelächter) Hüpfte so rum, versuchte noch dazwischen zu balancieren. Nee, ging nicht.
Oli: Ja, und dann kam die 10“ als erstes…
Bernd: Ja, genau wir müssen jetzt mal chronologisch bleiben.
Oli: …auf HSI und die erste LP war auch noch auf HSI, oder?
Bernd: Ja, die „Alternative Losers“.
Ingi: Wen interessiert „Alternative Losers“?
Nik: Den Sammler!
Oli: Gibt’s die noch?
Bernd: Wir haben noch 20 Stück.
Oli: Und gibt’s High Society International noch?
Ingi: Ja, den gibt’s noch. Macht ganz wenig noch, …Mailorder. Das ist ja so ein Amöbenklang-Ableger, den gibt’s auf jeden Fall noch
Bernd: Den haben wir letztens auch in Hamburg getroffen.
Ingi: Und die 10“ ist auf jeden Fall ausverkauft.
Alexx: Auf der 10“ ward ihr noch zu fünft und auf der „Alternative Losers“ nur noch zu viert.
Bernd: Genau, dann ist der Detlev, der alte Bassist, raus. Damir ist dann kurzzeitig auch raus, dann waren wir nur zu dritt, aber als dann am Wochenende zwei Konzerte auf dem Programm standen, haben wir Damir gefragt, ob er auch Bass spielen kann. Ingi, du hast so einen alten Mosrite-Bass auf deinem Schrank gefunden…
Ingi: Und dann hat er so Spaß daran gehabt…
Bernd: …und dann hat er auch noch für ein Jahr Bass gespielt.
Alexx: Aber seit der Zeit seid ihr immer nur zu viert.
Ingi: Jaja. Aber noch mal zurück zur Frage: Die 10“ ist absolut ausverkauft. Da kommst du nicht mehr dran. Die rücken nichts mehr raus. Und von der „Alternaltive Losers“ haben wir noch die letzten 20.
Oli: Euer letzter Longplayer „Arrest Me“ kam 2002 schon gar nicht mehr auf einem deutschen Label heraus.
Ingi: Ja, da kamen CD und Vinyl auf Dead Beat (Anm.: USA) raus.
Nik: …und auf Red Star in Brasilien.
Oli: Warum kein deutsches Label? Hat es sich einfach nicht ergeben? Und wie lief das mit dem Vertrieb?
Ingi: Jaa, Green Hell war interessiert…
Bernd: Was wir mit der neuen Platte gemacht haben, wollten wir eigentlich mit der letzten schon machen. Also Green Hell macht Vinyl und Dead Beat macht CD oder beide bringen beides raus. Dead Beat wollte es aber allein machen…
Ingi: …und hat gesagt, das wäre okay, er hätte genug Connections zu den deutschen Mailordern…
Nik: …und das würde uns was bringen und deshalb haben wir das auch gemacht. Hat uns ja auch was gebracht.
Bernd: Die Platte kriegt man ja auch problemlos hier.
Ingi: So, und jetzt kommt die Frage: Wie kam der Deal zu Stande?
Oli: Was ich eigentlich viel interessanter finde: In Amerika bist du ja schnell mal, aber wie kam eigentlich die Connection nach Brasilien zu Stande? War die Idee in Brasilien zu spielen oder das Angebot zuerst da?
Bernd: Die Idee war: Wir wollten Ronnie Biggs eine CD geben von „Odd Man Out“, das ist ein Song über Ronnie Biggs und dem wollten wir die CD zuschicken, quasi als Soli, damit er sieht, dass wir einen Song über ihn gemacht haben. Dann haben wir den Frank Blank kontaktiert, der war da schon öfters mal und kennt auch den Ronnie Biggs, und haben den auf einem Konzert getroffen in Hanau…
Nik: Der hat die CD dann mitgenommen und hat dort Leute kennen gelernt, die das total geil fanden und im Endeffekt da was mit uns veranstalten wollten, beziehungsweise da halt auch eine Platte rausbringen wollten. Also die ersten beiden sind ja auf CD dann raus gekommen, bevor wir da gespielt haben und ein anderer Typ hat die Konzerte da organisiert. Der dann auch später die „Arrest Me“ da raus gebracht hat.
Bernd: Als Lizenzpressung halt.
Oli: Ist das auf Brasilien beschränkt oder gibt es einen südamerikaweiten Vertrieb?
Nik: Jaja, der hat da schon Mailorder und tauscht viel, auch mit Japan.
Oli: Also man kennt euch jetzt nicht nur in Brasilien, sondern auch in Bolivien, Uruguay und Argentinien?
Nik: Keine Ahnung, da waren wir ja nicht. Also, was heißt „kennen“? Ist ja immer relativ. Die CDs gibt’s auf jeden Fall auch in fetten Mailordern und in allen möglichen Magazinen war das auch drin. Im Fernsehen haben wir ja da dann auch noch gespielt. Also, das war schon ganz okay.
Oli: Es gibt jetzt also alle Platten von Euch in Brasilien zu kaufen.
Nik: Ja, außer der allerneusten, die machen die jetzt aber auch, kommt demnächst.
Oli: Und in Japan Revel Yell, die haben nur diese eine Veröffentlichtung mit den beiden CDs gemacht?
Bernd: Nee, die haben nur eine Best-of-Compilation. Die kam vor zwei Jahren raus.
Nik: Da wollen wir auch gerne mal hinfahren.
Oli: Gibt’s da Connections?
Nik: Hmm, ja, aber das ist noch nicht spruchreif.
Ingi: Da gibt’s einen Booker aus Amerika, der da Interesse hätte.
Oli: Ein Booker aus Amerika, der euch für Japan buchen will?
Ingi: Ja, der ist auch spezialisiert auf Japan.
Nik: Der arbeitet mit Japanern zusammen und da könnte mal was laufen, aber das muss man alles mal kucken.
Oli: Ich will jetzt noch mal kurz auf Brasilien zurückkommen. Gibt’s da irgendwas Besonderes zu erzählen?
Nik: Was halt schlimm war, war dass diese Entfernungen krass waren und du kaum zum Pennen gekommen bist und manchmal das Konzert erst um halb drei angefangen hat und dann musstest du direkt weiterfahren. Also jeden Tag war irgendwas.
Ingi: Ach, die Sache mit Agnostic Front. Als Olaf (Anm.: ex-Schlagzeuger) kurz verschwunden war zum Essen und der Zeitplan war ziemlich knapp. Da kam er halt ein bisschen zu spät. Vollgefressen. Eigentlich mussten wir schon spielen, da kommt er da so angedackelt: „Iss watt?“
Nik: Und das war halt so ein ganz großes Konzert, so 2000 Leute und Schnickschnack, in so ’ner Großraumdisko und mit 100000 Anzug-Securitytypen im Graben. Also du kamst auf die Bühne: „Was ist denn hier los?“ Da standen erstmal nur so harte Typen davor. Und das war alles auf „besonders großartig“ aufgezogen und mit MTV – halt vorher bei denen natürlich, bei uns nicht – und dann war das alles so nach absolutem Zeitplan, wirklich alles auf die Minute und dann war Olaf irgendwie verschwunden und es hieß „Ja, ist essen gegangen“ und alle haben schon Ultrapanik gemacht, wir wurden schon geholt und dann kam halt der Olaf: „Iss watt? One-Two-Three-Four!“ Danach waren wir noch am Überlegen: „Sollen wir jetzt Merchandise machen? Hmm, hmm?“ Dann sind die beiden runter gegangen und ich dachte: „Ich bring denen mal ein Bier und kuck mal, geht ja eh nix, ey“ und dann waren die völlig umringt am Machen und hier Platte und da Autogramm und da Foto und das ging total ab und „Ja, hier musst du auch unterschreiben“ und ich dachte „Was geht denn jetzt hier?“ und nachher haben wir noch Backstage-Bier am Merchandise-Stand verkauft, weil wir nämlich für das Konzert keine Kohle gekriegt haben. Das war halt mehr so ’ne Promo-Sache. Es war ausgemacht: „Ihr dürft spielen, aber es gibt kein Geld“ und dann haben wir uns danach noch ein kleines Zubrot verdient, als wir am Merchandise-Stand unter der Theke das Catering-Bier verkauft haben.
Oli: Wie läuft das sonst so ab in Brasilien? Es gibt ja sicherlich keine Jugendzentren oder so was. Was sind das für Laden und was für ein Rahmen? Du hast eben gesagt, da waren 2000 Leute da. Ist das immer so?
Nik: Nee, das war ja ’ne Ausnahme. Aber sonst ganz unterschiedlich. Teilweise so Rock-Clubs und andere Sachen sind zum Teil aber auch mehr oder weniger selbstverwaltet. Beziehungsweise da gibt’s eine Konzertgruppe, meistens sind das auch Leute die selbst Bands haben, die einen Laden anmieten und dort was machen. Einmal war’s auch ein Gewerkschaftsheim oder so was. So richtig selbstverwaltete Sachen gibt’s da eigentlich nicht. Aber es gibt trotzdem so relativ unkommerzielle Läden, wo viel Punk und Sixties und so was läuft. Also ganz unterschiedlich.
Oli: Und wie viele Leute sind auf einem Konzert? Gibt’s eine große Punkrock-Szene?
Nik: Ja, auf jeden Fall. Also ich würde mal sagen, das war immer zwischen 100 und 600 Leuten. Aber 600 war dann schon groß. Das war ein Laden in Sao Paolo, Hangar 110, der ist sehr bekannt in Südamerika, da spielen alle. Das ist halt der absolute Laden. Da ist auch noch so ’ne Halfpipe neben der Bühne, wo die Leute während des Konzerts fahren und eine Video-Leinwand auf der anderen Seite, wo die auch noch gleichzeitig filmen…
Ingi: Das hört sich jetzt alles so ein bisschen schnickschnackmäßig an, aber der Laden hat trotzdem Charme. So Old-School aufgemacht.
Bernd: Viele Bands kommen und spielen da zwei Gigs in dem Hangar und fahren dann wieder weg.
Nik: Das ist so der fetteste Laden, wo immer was läuft. Und sonst waren das halt mehr oder weniger Kneipen oder Clubs, wo ab und zu Bands spielen und wo auch irgendwelche Dorfrocktypen mit rumhängen. Und so richtig 77-Punk ist dort nicht so verbreitet, da ist schon oft mehr Hardcore und viele Mädchen-Bands.
Alexx: Die meisten brasilianischen Bands, die man hier so kennt, kommen ja eher aus der Hardcore-Ecke.
Nik: Alle Leute sind auf jeden Fall gut drauf und extrem freundlich und gastfreundlich und auch offen. Da war nie einmal: „Ehh, deutsch ist scheiße“ oder so. Also null. Also eher noch so, dass sie dann selber schon komischerweise Deutsch konnten wegen irgendwelchen Verwandten oder sonst was. Aber immer supersympathische Leute. Mit den Bands war’s auch immer cool. Das war auch nicht so: „Ach, da kommen die großen deutschen Rockstars mit dem Geld.“ So ging es überhaupt nicht ab, sondern die Leute waren einfach total interessiert.
Oli: Ihr seid ja nicht nur in Brasilien unterwegs, sondern im Vergleich zu anderen Bands viel im europäischen Ausland, Frankreich speziell jetzt mal…
Ingi: Spanien, Schweiz, Belgien ab und zu mal…
Oli: Woher kommt die gegenseitige Sympathie z.B. bei Frankreich?
Bernd: Wir hatten da ja immer ein paar Leute, die was für uns gemacht haben.
Ingi: Mondo Bizarro in Rennes, also Bruno, der hat uns, glaube ich, zuerst nach Frankreich geholt. Der hat früher Booking gemacht, bevor er den Club hatte. Spielt selbst auch in einer Band, TV Men, der hat für uns die erste Frankreich-Tour gebucht. Der hat uns auch die Connections nach Spanien, weil er uns auch nach Spanien rüber bringen wollte, zu dem Typen vom Bloody Mary, einem Plattenladen im Baskenland, vermittelt.
Bernd: Bietet sich ja auch an, dass wenn man in Frankreich ist, auch direkt in Spanien weiter macht.
Oli: Und wie ist es da? Seid ihr in Frankreich bekannt? Oder ist es einfach auch ein bisschen etwas Exotisches: „Da kommt eine deutsche Band, dann gehen wir da halt mal hin“?
Nik: Da gibt’s halt ein paar Clubs, wo wir schon zwei, drei Mal gespielt haben und da baut man sich das dann eben so auf und wir können auf jeden Fall nicht klagen, es läuft da ganz gut. In Frankreich lieben sie uns immer.
Oli: Und Hein Blöd (Anm.: allgegenwärtiges Plüsch-Maskottchen der Gee Strings und bandinterner Running Gag) ist immer dabei?
Ingi: Ja, der hat so diverse Adressen. Chicks. Da ruft er immer vorher an.
Oli: Was genau ist denn eigentlich Hein Blöd sein Job?
Ingi: Tourmanager.
Nik: Die Gruppe einschwören aufeinander. Wer macht wann Ansage, wer gut, wer schlecht war und dann besorgt er die Drogen und die Chicks. Das ist dann eigentlich sein Hauptjob.
Oli: Ist er auch mit den Veranstaltern in Kontakt und macht die Deals aus und sagt: „Hier, Kohle!“?
Nik: Im Moment selten. Das Booking ist so gut.
Alexx: Ja, und er kann bestimmt fünf oder sechs Sprachen. Portugiesisch, japanisch, schweizerdeutsch, bairisch…
Ingi: Seine Vertrauensperson ist auf jeden Fall Bernadette, unser Gitarrist, der hat den besten Kontakt zu Hein. Der vermittelt auch oft, wenn Probleme auftauchen.
Oli: Bernd, du bist auf „Du“ mit Hein?
Bernd: Jaja, ist ein sehr guter Freund von mir.
Ingi: Ihr kennt ihn ja auch. Kuckt ja schon ab und zu mal vorbei…
Iris: Was denkt Ihr wie lange er das noch mitmacht? Der kann den Lebensstil doch jetzt nicht…
Alexx: Da brennt man ja auch aus!
Iris: Wie soll das weiter gehen mit dem?
Nik: Du kannst ihn ja unter deine Fittiche nehmen.
Iris: Ich tu alles. Er ist ja auch immer sehr zärtlich zu mir. Hein, ich lieb Dich.
Alexx: Die Sau!
Iris: Ich würde gerne wissen, wie der Hein den Steve an Land gezogen hat! Erzähl mal, wie er dich angesprochen hat.
Steve: Erstmal wusste ich gar nichts vom Hein. Der hat die Ingi vorgeschickt, mich mal zu beobachten, ob das passt.
Ingi: Musste ich auch noch alleine, weil die anderen nicht konnten. Einer musste arbeiten,…
Steve: Ich war in Köln und da dachte ich: „Häh, was macht die Ingi denn hier? Hardrock-Konzert?“
Alexx: Wo du gespielt hast mit deiner Band?
Ingi: Man muss dazu sagen, dass Olaf das Handtuch geschmissen hat und gesagt hat: „Dann sucht mal, ich bin dabei solange…“ Und dann haben wir diesmal Nägel mit Köpfen gemacht und uns ’ne Liste gemacht und Steve stand ganz oben. Steve war Number One. Und das war wie Steve gerade sagte, das war ein Konzert von seiner damaligen oder ist-noch-Band in Köln. Die anderen Herrschaften konnten nicht…
Bernd: Ich bin nachgekommen. Ich musste ja vorher noch arbeiten.
Steve: Ja, Ingi auf dem Konzert passte irgendwie nicht. Obwohl, der Charly war ja noch mit, da dachte ich: „Vielleicht haben die einfach mal Lust eine gute Band zu sehen“ und nach dem Konzert war dann „Ja Steve, komm mal, komm mal, komm mal…“ Ich musste eigentlich abbauen. Ja gut, da war schon direkt klar, dass die Chefin gerufen hat. Sozusagen. Und die fragte mich dann und da hab’ ich mir Bedenkzeit erbeten. Bernd kam dann dazu, dann haben wir noch ein Bier getrunken und da hab ich gesagt: „Gib mir mal einfach ’ne Cassette oder irgendwas was ich mir anhören kann, damit ich…“
Ingi: War auch total sympathisch, dass er echt Cassette sagte und nicht CD oder sonst irgendwas…
Steve: Also wir haben uns dann noch mal mit der kompletten Band in Köln getroffen. Auf ein Bier als Vorstellungsgespräch für Nik.
Nik: Ich wollte ihn ja auch erstmal kennen lernen, erstmal sehen, bisschen abchecken.
Steve: Und dann hab’ ich das Tape mit in Urlaub genommen. Hab’ mir das drauf gezogen. Mit Luftschlagzeug. Am Strand. Und kam zurück und dann haben wir einfach geprobt. Nik war weg, in Amerika drei Wochen, und ich konnte das mit den beiden im Proberaum ausprobieren und dann ging’s relativ schnell. Eigentlich waren drei Gigs geplant in Frankreich, die sind aber ausgefallen und dann mussten wir halt ins Studio. Da hatte ich dann die Arschkarte.
Ingi: Wir haben doch noch Songs gemacht mit Dir.
Steve: Wir haben auch Songs gemacht für die Platte, aber erstmal war der Einstieg so mit relativ viel Arbeit verbunden. Also keine Live-Show, keine Chicks, kein Garnix.
Ingi: Ein paar Songs standen ja schon, deshalb haben wir die Platte auch Olaf gewidmet. Das war aus Sympathiegründen und an einigen Songs war er ja auch noch beteiligt. Aber ich muss noch dazu sagen… hier meine Herren…, Bernd kam ja erst später, da war das Konzert ja schon vorbei, da sagt er nur: „Wie war der denn?“ Und ich so: „Gut, geile Show! Und der rotzt auf der Bühne! Su-per-geil!“ Mehr konnte ich nicht sagen, weil von dem anderen Zeug hab’ ich keine Ahnung. Das war es dann für mich. Für mich war das klar. War ich total beeindruckt. Aber das kann er ja bei uns nicht mehr so oder gar nicht mehr, weil er ja supergeil mitsingt.
Steve: Ich kann nicht mehr rauchen, ich kann nicht mehr spucken…
Iris: Kein Leben eigentlich.
Nik: Harter Job, ja!
Steve: Aber einer muss ihn ja machen…
Alexx: Und Steve The Beef?
Steve: Das ist jetzt auch schon ein etwas älterer Name, der mir mal bei einem Computerspiel angeheftet worden ist. Als Golfer. Dann hat mir mal mein Bruder auf die Bass-Drum einen Aufkleber drauf geklebt und die Jungs sahen das als ich mein Schlagzeug ausgepackt hab’ und so bot sich das an, das weiter zu verwenden, weil Nik Nasty… Und jeder hatte ja so einen kleinen Zunamen.
Alexx: Steve und Nik, ihr zwei habt noch andere Bands. Gibt’s da so das Ranking für beide, dass Gee-Strings ganz klar die Nummer 1 sind?
Nik: Zwangsläufig ja, da mach’ ich halt am meisten.
Alexx: Und Molotow Soda und…
Nik: Ja, Molotow mach’ ich noch.
Oli: Molotow hat ja jetzt Jubiläum, da hab’ ich letztens Flyer gesehen für drei Auftritte…
Nik: Jaja, aber das wollen wir ja nicht im Gee Strings-Interview… Also Gee Strings, da läuft halt am meisten im Moment. Da muss ich mich auch nicht selbst so drum kümmern um den ganzen Kram und da ist das für mich am coolsten.
Alexx: Und für dich, Steve?
Steve: Für mich ist es so, dass alle anderen Bands oder Projekte in Aachen und Umgebung in denen ich drin stecke…, das sind dann halt einmalige Sachen und wenn man kein Booking hat und keinen in der Band, der sich dafür den Arsch aufreißt, dann ist das halt oft so, dass man im Proberaum verreckt und in seiner Stadt ein paar mal spielt. Da das aber nie meine Ansprüche waren, kam das ganz gelegen, dass die Ingi mich gefragt hat vor anderthalb Jahren, denn da brauch’ ich mich nur in den Bus setzen und rocken und Stullen schmieren.
Alexx: Und wie ging das aus mit dem Alemannia Aachen-Song-Voting, bei dem ich für Euch gestimmt habe?
Steve: Da sind wir von 50 Bands Vierter geworden. Also leider ist die Stadt nicht Punkrock-kompatibel genug. Die ersten Drei waren so Karnevalsnanana, was du quasi an jeden Verein verkaufen kannst. Und wir wollten da ja so ein bisschen in die Exotenrolle – Punkrock für Aachen – war klar, dass wir da nicht gewinnen, aber es wird ’ne Single von dem Song mit einer schönen B-Seite rauskommen. Für alle Aachen-Fans, die gerne Punkrock hören, die können sich das dann gerne reinziehen. Und natürlich kaufen, für viel Geld.
Oli: Okay, für die Fußball-Fans. Aachen und Köln, wie sind denn da so die Fan-Sympathien verteilt innerhalb der Band? Gibt’s da Raufereien?
Nik: Nein, für Köln ist gar keiner, Köln gibt’s bei uns nicht in der Band…
Steve: …und wird’s auch nie geben.
Nik: Ich bin gar kein Fußball-Fan. Ich bin höchstens Fan der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (großes Gelächter), aber so Vereins-Fußball interessiert mich nicht. Aber die anderen finden das schon wichtig, glaube ich. Zum Beispiel für Steve ist es ein wichtiger Teil seiner Identität.
Steve: Ja, richtig. Also ich gehe seit ich 12, 13 bin regelmäßig ins Stadion und deswegen wächst man damit halt auf. Auch wenn’s ein scheiß Verein ist, aber das kann man sich ja nicht aussuchen. Und jetzt wo’s richtig geil ist in der Bundesliga, bin ich nur mit der scheiß Band hier unterwegs. (Gelächter)
Alexx: Und Olaf geht mit deiner Karte ins Stadion.
Steve: Genau, lacht sich ins Fäustchen…
Oli: Okay, jetzt mal endlich zur neuen Platte. Warum seid ihr mit „A Bunch Of Bugs“ mit Stereo Drive dann wieder auf ein deutsches Label zurück?
Nik: Das hat sich so ergeben, weil wir halt dachten, dass es gut ist, wenn die Sachen hier in Deutschland auch rauskommen. Dann kommen wir einfacher dran, die Sachen sind billiger für die Leute und es wird halt auch Werbung gemacht hier. Es ist eigentlich auch für alle besser. In Amiland wird die von dem vertrieben mit seinen Connections und hier wird sie eigentlich auch gut vertrieben. Das ist für uns am besten.
Ingi: Und Dead Beat und Green Hell können sehr gut zusammen arbeiten, gibt’s keine Probleme. Und die fanden die Idee auch gut.
Alexx: Und was erhofft ihr Euch von Eurer neuen Platte. Könnt Ihr oder Hein Blöd davon leben?
Nik: Nö, aber wir halten sie alle für sehr gelungen und sind da eigentlich jetzt trotz leichten Schwierigkeiten… Es hat halt alles etwas länger gedauert, als wir uns das vorgestellt haben. Das war so ein Prozess und jetzt sind wir aber alle ganz happy damit und glauben, dass das auf jeden Fall bis jetzt das Beste ist, was die Gee Strings so raus gebracht haben und alle sind damit zufrieden. Was man ja nicht immer behaupten kann…
Ingi: Das ist ja immer sehr schwierig, wenn da einer unzufrieden ist. Weil er nicht laut genug ist…
Nik: …oder meint, er wäre in den Hintergrund gedrängt…
Ingi: Das ist immer so eine schwierige Phase für eine Band. Also Studio und das Produkt danach, was da rauskommt… Ist ja oft auch ein Trennungsgrund.
Nik: Jeder hat ja verschiedene Vorstellungen.
Ingi: Wir haben wieder einige Falten gekriegt, aber jetzt sind wir zufrieden.
Iris: Ihr kommt jedenfalls als völlig glückliche Einheit hier rüber. Sowohl gestern Abend auf der Bühne, als auch jetzt hier.
Alexx: Genau das zeichnet Euch ja auch aus. Viele Bands haben unglaublich gut produzierte Platten und auf der Bühne sind sie einfach schlecht. Kein Druck, gar nichts. Und bei Euch ist es eher sogar umgekehrt. Also ich meine, es wird total gehalten, was man von der Platte hört und es hat noch diese Live-Dynamik. Es ist auf jeden Fall fett. Fett, fett, fett.
Ingi: Ja, das Einzige was diesmal neu ist, ist dass wir bei zwei Songs ein Piano drin haben. Das haben wir dann natürlich live nicht.
Nik: Aber auch das Songwriting ist ganz anders jetzt, finde ich.
Iris: Was glaubt ihr, wie sich die Gee Strings entwickelt haben, von der ersten Platte bis zur letzten Platte.
Ingi: Ich weiß nicht so. Entwickelt? Das ist so, wie jung sein, älter werden und dann Rente ziehen oder so. Ach, weiß ich nicht, das hat sich immer so aus der Situation ergeben. Wie die Songs geschrieben worden sind, wer gerade da war…
Alexx: Aber Texte machst alle du?
Ingi: Wir machen das gemeinsam. Einiges entsteht so, aber ich brauch’ eben auch Unterstützung, um das alles richtig auszuformulieren und wir haben das so untereinander gemacht. Außerdem hab’ ich da noch so ’ne amerikanische Freundin, die dann noch den Feinschliff macht. Und das wird dann alles… Oder unser Label-Chef, der ein Wort ausgetauscht hat. Das haben wir nachher erst im Booklet gelesen, da hat der einfach ein Wort ausgetauscht, hihihi.
Nik: Macht zwar auch Sinn, aber ist halt was ganz anderes.
Ingi: Das wird halt fast gleich ausgesprochen, aber er hat da ein anderes Wort rein geschrieben.
Nik: Was war das noch gleich?
Ingi: Ähhm, „proclaimed“, also etwas Angekündigtes…
Nik: Genau, eigentlich heißt es „Worship the porcelain god“ und das ist so ein Ausdruck sozusagen für „kotzen“, also „den Porzellangott huldigen“. Das ist ein Slang-Ausdruck und nachher im Booklet stand dann „Worship the proclaimed god“, also praktisch dem vorangekündigten Gott… Keine Ahnung, kann man auch reinsetzen…
Iris: … aber dann heißt es nicht mehr „kotzen“…
Nik: Ja, doch, das ist dann wahrscheinlich das Vorangekündigte, was man schon vorher gerafft hat, dass man kotzen muss. Also so hab’ ich das jetzt zumindest interpretiert. Keine Ahnung wieso.
Steve: Wir spielen den Song eh’ nicht live.
Oli: Hat er das mit Absicht gemacht oder nur falsch getippt, oder was?
Nik: Vielleicht hat er es auch eingegeben und dann hat das Rechtschreibprogramm das automatisch gemacht.
Ingi: Ah ja, das kann auch sein, das stimmt.
Oli: Habt ihr ihn schon mal drauf angesprochen?
Ingi: Ach nee, komm ey… wir haben den genug auf andere Sachen angesprochen, bitte nicht. Es wurde zu viel diskutiert.
Bernd: Wegen jedem Scheiß…
Oli: Klasse Schlusswort, danke!
Oliver Obnoxious

Fotos

The Gee Strings



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