Turbo A.C.’s Interview

| Februar 21st, 2007

Zu dem jetzigen Quartett aus New York kam ich über Social Distortion. Wie ich finde passt das sehr gut, da beide Bands recht gitarrenlastig sind und nen fetten Sound haben. Trotzdem kann man die beiden Combos schlecht vergleichen, was man ohnehin tunlichst vermeiden soll. Jedenfalls machen die Ostküstler geilen Punk, der ganz arg angegreast ist. Darüber laufen Surfgitarren, die in der letzten Ecke einer dreckigen Garage hängen. Also alles heftig rockig mit viel Gepose. Wie und ob man das ernst nehmen muss is mir in dem Falle recht egal. Weil manchmal soll es nur Spaß machen und das macht es allemal.

Hi Kevin, wann kam dir der Gedanke Punkrock und Surf könnten gut zueinander passen?
Das war während unseres ersten Albums. Geplant war lediglich in ein paar Songs Surfparts unterzubringen. Das hörte sich dann ganz cool an und ich begann alles in dem Stil zu machen.

Und welche Bands spielten dabei eine Rolle?
Ganz oben auf der Liste standen die Ramones, Motörhead und die Ventures. Aber beeinflusst sind wir von so vielen mehr.

Ihr seid von der Ostküste und macht Surfmucke. Kann man in NYC surfen. Ich dachte da eher an Florida oder Kalifornien!?
Das kannst du mir jetzt glauben oder nicht, aber wir haben hier schon gute Wellen. Ich surfe grundsätzlich am Rockaway Beach.

Eure erste Tour durch Europa habt ihr gemacht, obwohl ihr nicht mal ne Platte hattet. Wie kam es dazu?
Hm, das war eher umgekehrt. Also die Platte gab es damals noch nicht in den Staaten, als wir das erste mal bei euch waren. Unser Label war zu dem Zeitpunkt Blackout. Die haben das in Europa veröffentlicht und es gab einen Haufen Leute, die uns kannten. Bald darauf kamen die Anrufe von Bookern, die eine Tour mit uns machen wollten. Der Rest ist bekannt.

Hoppla, da hab ich wohl gepennt. Ihr habt im September den “Welt Turbojugend Tag 3” gespielt. Worin besteht der Unterscheid zwischen Festival und Clubshow?
Ich spiele ehrlich gesagt beides sehr gerne. Aber als Gast bevorzuge ich Clubs und gehe dorthin, wenn ich eine Band sehen will. Ich finde das ist die einzige Art die wirkliche Energie einer Band mitzubekommen.

Warum hat Mike die Band verlassen und wer sind die beiden Neuen?
Mike will versuchen auf die Schule zu gehen, damit er einen besseren Job bekommen kann, als den in einer Band. Außerdem meinte er noch zu mir, dass wenn er künftig noch mehr Zeit in eine Band investiert, dann will er der Frontmann sein. Die zwei Neuen sind Freunde von Kevin Puntry und mir. Wir wollten nicht irgend welche Personen in die Band bringen, sondern Freunde von uns.

Ihr bezieht euch recht oft auf die Mafia, wieso das?
Wir finden, was die Musik betrifft, die wir machen und unsere Fans, das ist alles eine große Familie … oder eben Mafia sozusagen. Das ist auch der Grund für unseren Bandnamen. Der ist an die Gang „Turnbull A.C.‘s“ aus dem Film „The Warriors“ angelehnt. Uns gefällt der Gedanke, dass unsere Fans und wir Teil der gleichen Gang sind.

Auf der einen Seite macht ihr einen auf dicke Hose und seid smart Jungs. Aber im Video zu „Avenue X“ bekommt ihr von Mädels auf die Gurke. Wie das?
Das ist ja lustig. Wir wussten gar nicht, das wir so rüberkommen. Aber der Dreh zu dem Song hat tierisch Spaß gemacht. Das sollte so ein Mix aus „The Warriors“ und „Taking of the Pelham 123“ sein. Quasi etwas aus zweien unserer Lieblingsfilme.

In den Staaten habt ihr kein offizielles Label. Warum, weiß keiner wie gut ihr seid?
Wir machen da viel kleinere Deals und lizensieren unsere Alben selbst. Auf diese Weise bleiben wir unabhängig, behalten unsere Songs und können immer wieder versuchen bessere Deals an Land zu ziehen.

Diesmal produzierst du die Platte selbst. Hatten Black Dahlia (The Dwarves), Roger Miret (Agnostic Front) oder Billy Milano (Produzenten Legende) keine Zeit?
Nein das nicht. Nur habe ich von den Jungs eine Menge gelernt und kann endlich selbst produzieren. Darüber hinaus macht mir das auch Spaß.

Kann es denn sein, dass die neue Scheibe ne Kante härter ist? Liegt das am Ende an der zweiten Gitarre?
Naja, eigentlich ist es halt so, wie wir klingen wollten. Dabei ging es auch nicht darum härter oder softer zu sein. Für mich ist das Album schlicht besser. Es ist auch das persönlichste Album für mich bisher, die Texte betreffend.

Wie kam es zu dem ZZ Top Cover „Bad Nationwide“?
ZZ Top sind absolut cheffig und der Song ist einer meiner Lieblingssongs von ihnen. Ich finde den Text sehr witzig und vor allem cool. „Böse sein“ ist definitiv etwas mit dem wir uns identifizieren können.

Zum Schluss: Was motiviert dich nach zehn Jahren immer noch weiterzumachen?
Wir machen es nach wie vor, weil es uns Spaß macht und bringt. Ich will Musik machen für Leute denen sie gefällt und die etwas damit anfangen können. Ich hoffe nur die Band wird vielleicht noch etwas bekannter und es läuft so weiter. Ich wirklich nichts anderes machen.

War es das?
Hey vielen Dank für das Interview und ich hoffe jedem gefällt das neue Album „Live to win“. Es rockt wie Hölle und hoffentlich sieht man sich auf der Tour!

Also die „Familie“ auf Tour will ich mir auf jeden Fall mal geben. Vielleicht ergibt sich bei dem ein oder anderen Getränk ein bisschen was, worauf man bei einem nächsten Interview tiefer eingehen kann.

23.02.2007 von Bocky


www.turboacs.com



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