Reviews

| Januar 1st, 2006

30.000 KOLLEGEN – HH Punk Rock Serie Vol. 8
(7″, Klartext Records)
Und weiter geht’s im Hause Klartext mit dem Support der eigenen Szene vor Ort. Recht hat er auf alle Fälle. Die Auflagen sind immer stark limitiert – 300 Stk. – was die Teile sicherlich sehr begehrt macht. Doch dieses Mal scheint nicht nur das eine Label produziert zu haben, sondern noch neun(!) andere. An sich keine schlechte Idee, denn so kommt das Teil gut rum und wird auch bald ausverkauft sein, sofern es das nicht schon lange ist. Wer wissen möchte wer da alles die Finger im Spiel hatte, legt sich die Single einfach zu. Aber nicht nur das braucht der Grund zu sein, denn auch die vier Songs der Hansestädter könne sich wieder sehen lassen. Straighter Punkrock mit deutschen Texten, ohne peinliche Ausfälle. Herausragend an dem Werk sind meiner Meinung nach das Cover (junge Normalos annem Tisch innem Café und im Hintergrund explodiert ne A-Bombe) im Bezug auf das zweite Lied „Milchcafeszene“. Bocky

7er JUNGS – One Pride Fits All
(CD, Sunny Bastard)
Oh jesses, was’n das? Vom musikalischen her gesehen ist das ein astreines OI!-Skin Produkt, das sich in der Tat sehen lassen kann. Die Mucke treibt schön nach vorn, hat nette Melodien und auch hie und da ’nen Sing-a-long. Ansonsten frag‘ ich mich allerdings was sich der Markus, der nebenbei noch das Skin-Zine „Bezirk 7″ macht, sonst so gedacht hat. Nicht nur der Titel des Albums und die Texte, die sich ähnlich verhalten, versprechen nichts neues, sondern sind eher ziemlich ausgelutscht oder gar peinlich. Da geht’s mal um Schlägereien, dann um den Skinkult, danach um die Working Class, der man stolz angehört und wieder um den Skinkult. Doch ehrlich gesagt habe ich auch nichts großartig Innovatives erwartet. Vielmehr ärgern mich die Bonussongs. Da werden nämlich zum einen zwei Songs („Poseur“, „Combat 84″) der eindeutig rechtsoffenen Band Combat 84 („blablabla, down on my knees with a gun in my neck, it’s better to be dead than red“) gecovert! Zum anderen ein Song der klaren Antifaschisten The Oppressed („We’re the hooligans“). Wie passt denn das zusammen? Mir komplett unverständlich, wie man direkt aufeinander folgend solche Songs bringen kann! Zwar sagen C 84 heutzutage sie seien auf gar keinen Fall Faschos, aber die Sache mit dem tollen Spruch bleibt trotzdem offen!? Bocky

ACHTUNG SPITFIRE SCHNELL SCHNELL!! – What’s Up
(7″, Decent Records)
SixtiesTrashBeatGarageSoulPunk at its finest!!! Zu dieser tollen 7″ kann man den Jungs von Achtung Spitfire Schnell Schnell!! eigentlich nur gratulieren: Super, alles richtig gemacht. Mal ganz abgesehen von dem wunderbaren Coverartwork und dem knallroten Vinyl, besticht die Single durch drei mitreißend garagesoulige Songs, die den nötigen Drecks-Trashfaktor nicht vermissen lassen und die verschiedenen Facetten der spitfireschen Schaffenskraft offenbaren. Wobei die Gewichtung der musikalischen Zutaten von Lied zu Lied schwankt und das tanzende Volk den körpereigenen Bewegungsablauf neu justieren muss, aber garantiert nicht aus dem Arschwankeln heraus kommt. Da steckt wirklich Herzblut drin. Meine Hochachtung! Die Single ist tatsächlich auf 500 limitiert und handnummeriert und könnte es damit in gewissen Kreisen (Ü 30, denn man braucht schon eine gewisse Reife für diese Art von Musik!) vielleicht sogar zum Sammlerobjekt schaffen. Amen. Obnoxious

ALICE D. – Revolution weltweit
(CD, www.Alice-D-Punk.de)
Oha, eine Mischung aus Die Ärzte und Punk. Punk mag ich. Für Die Ärzte bin ich zu alt. Eigentlich war ich für Die Ärzte immer schon zu alt. Und so stehe ich mit zweigeteilten Gefühlen vor dieser CD. LeutInnen die aber Punk und Die Ärzte edel finden, können sich an Alice D. doppelt freuen. Das ist doch schön, nicht wahr. Aber ein Lied wie „Afghanistan Airlines“ haben sich Die Ärzte noch nicht getraut. A.D. – D.A. = 1 : 0. HH

ALPHA BOY SCHOOL – s/t
(CD, Dirty Faces)
Was ist denn das? Ska auf einem Punkrock-Label! Gut ich gebe es zu, die Alpha Männchen haben es verdient einem breiteren Punkrock-Publikum vorgestellt zu werden. Ihr 80er Jahre-Ska, der mich in Auszügen an The Braces, The Hotknives oder Loafers erinnert, kann was. Das Cover, eine 70er Jahre-Tapete im Weichzeichner, sollte euch nicht abhalten, hinein zu hören. Richard

ANGEL CITY OUTCASTS – Let It Ride
(CD, People Like You)
Als erstes erinnerte mich der Name an die vor sechs oder sieben Jahren gehypten Dead City Rebels. Musikalisch kommt das auch einigermaßen hin. Ist halt so hektischer Street Punk’n’Roll mit mächtig Hymnen und ein paar Einflüssen aus Rockabilly und Country, die aber kaum zu hören sind, weil die fünf Jungs aus (der Bandname lässt es vermuten) LA, ihre 9 ½ Songs in einem Tempo runterreißen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Erinnert teilweise sehr an Rancid, aber auch mal an die Mad Caddies. Stutzig wurde ich aber bei dem Song „Popeye in Afghanistan“, der mich zu einer Internet-Recherche veranlasste. Und tatsächlich, was zu diesem Song in einem Interview erzählt wurde, rollt mir tatsächlich die Fußnägel hoch. Die Band ist unpolitisch, hält Michael Moore für einen verschwörerischen Linksextremisten, der Gitarrist verehrt Veteranen aus allen Kriegen und liebt „War Songs“. Das Schlimme ist, dass angeblich 99,9% ihrer Fans das Lied gut finden. Durchgoogeln lohnt sich. Also: musikalisch eigentlich ganz okay, aber ansonsten hochgradig gequirlte Scheiße. Was hat sich PLY bloß dabei gedacht? Obnoxious

Anti-Nowhere League – Kings & Queens
(CD, Captain OI!)
Einiges schmeckt aufgewärmt besser als frisch gekocht. Bei den meisten Sachen verhält sich aber gerade umgekehrt. Worauf ich hinaus will brauche ich nicht weiter zu erläutern. Ob die Punkwelt ein neues ANWL-Album gebraucht hat sei dahin gestellt. Sicherlich aber keines dieser Qualität. Sänger Animal macht 12 mal den bösen Buben und keine Sau will’s wissen. Ich auch nicht. Bocky

BELFEGOI – Az ördög nem alszik!
(CD, Belfegoi Records)
Die ungarische Band aus der Nähe von Budapest bietet uns einen rauen Streetpunk in einer Sprache, zu der ich wohl nie einen Zugang bekommen werde. Gabor, ein alter Hase in Sachen Punkrock und ein guter Kollege, hat schon das „Root for Boots“-Fanzine und den gleichnamigen Mailorder ins Leben gerufen. Jetzt spielt er Gitarre bei Belfegoi, was so viel heißt wie „ein Oi! Teufel zu sein“. 10 Titel, davon zwei Cover, eins von Cock Sparrer und eins von Sham 69 – nur damit ihr wisst, welche ihre musikalischen Vorbilder sind. Da ich auch kein Fauler bin und die Ungarn zu Besuch kommen wollten, habe ich für sie ein Konzert organisiert. Mit Kateter (zu deren neuer Platte gibt es auch ein Review) haben sie auf unserer heimischen Bühne alles gegeben und unser verwöhntes Publikum hat sie abgefeiert. Recht so! Richard

THE BLACK HALOS – Alive Without Control
(CD/LP, People Like You)
Obwohl das schon das dritte Album der Truppe aus den USA ist, habe ich von denen noch nie etwas gehört. Aber wahrscheinlich ist das genau der Grund. Schließlich erspielen sich viele Bands erstmal ihre Lorbeeren im eigenen Land, bevor sie es verlassen. Das Quintett setzt eindeutig auf heftige Gitarren und rockt gut vor sich her. Allerdings hat das mit Punk nicht so viel zu tun. Sondern die Band verschreibt sich eher dem Rock. Trotzdem gefällt mir die Platte recht gut und ich habe sie auch schön des öfteren gehört. Denn es wird auf unnötige/unpassende Soli verzichtet und man beschränkt sich auf’s Wesentliche: Schneller Rock mit Punkattitüde. Außerdem ist die Stimme des Sängers schön verraucht und versoffen. Mir läuft die Scheibe gut rein und macht Lust auf mehr Bier, Schnaps, etc. Wer also gerne trinkt und sich dabei prächtig unterhalten lassen will, kann hier nichts falsch machen. Bocky

Bloodsucking Zombies From Outer Space –
A Night At Grand Guignol
(CD, Fiendforce Records)
Wirklich sehr schön aufgemacht ist dieser Digipack der Österreicher. Auf dem Cover ist eine Szene, wie aus dem vor 43 Jahren geschlossenen Pariser Horrortheater Grand Guignol, nachgestellt. So kann sich wohl auch jeder vorstellen um welche Art Musik es sich handelt: Hochwertiger Psychobilly. Um der Musik und dem Cover gerecht zu werden, so hat man sich auch ordentlich ums Album im Gesamten gekümmert. Es hat eine Spielzeit von über einer Stunde bei 17 Songs. Dementsprechend lang sind die Lieder. Sehr gut finde ich die, in den Longplayer eingearbeitete Geschichte „The Fairy Tale Of Billy The Butcher“ (Tracks 4-7). Darin wird ein „etwas“ gestörter Junge beschrieben und dessen Lebenslauf. Ansonsten beschäftigt man sich gewohnt mit Monster, Mumien und Mutationen aller Spielarten. Für meinen Geschmack ist die CD leider etwas zu lange. Abschrecken sollte das aber niemanden, denn einzig beim Booklet hat man sich keine all zu große Mühe gemacht. Aber sonst für Fans dieses Genres ein unbedingtes Muss. Bocky

BLUTKEKS – s/t
(Demo-MC, No More Music)
Blutkeks, der Name kommt nicht von ungefähr. Deutschsprachiger Prügelpunk, der daher kommt wie ein ausgekotzter TBC-Würfel. Hmm, lecker. Bei dem Tape handelt es sich um die Demo-Aufnahmen aus dem Proberaum, was aber soundtechnisch schon in Ordnung geht. Und wer macht in diesen CD-R-Zeiten schon noch ein Tape? Sehr lobenswert und charmant. Alles andere als charmant ist der harte Sound, der jetzt bei mir aus den Boxen dringt. Samthandschuhe kennen die fünf Jungs aus Mainz wahrscheinlich nur vom Hörensagen. Räudigster Blutpogo-Punk bei dem einige Bands aus der Zeit Mitte der 80er um die Ecke winken, vermischt mit Klängen, die man heute vor allem von südostasiatischen Nietenkaisern zu hören bekommt. Ziemlich aggressiv, der Soundtrack zum Amoklaufen. Obnoxious

BRAIN FAILURE – American Dreamer
(CD, People Like You)
Wer eine Schublade braucht, kann das Fach mit der Aufschrift Rancid/Dropkick Murphys aufziehen, Brain Failure da reinschmeißen und drin verschimmeln lassen. Epigonen halt, …fertig! Aber halt, man muss doch berücksichtigen, dass die vier Jungs aus der Volksrepublik China stammen und dort seit Ende der 90er als Punkrocker unterwegs sind. Kein leichtes Brot. Von daher Respekt. Brain Failure waren auch schon in den USA auf Tour und haben diese, ihre zweite CD mit Ken Casey von den Dropkick Murphys aufgenommen. Und dieser sagt über die Chinesen und ihre Mucke unter anderem: „… the songs are very catchy. It’s real interesting to see a band come out of a place where punkrock is very much underground, while over here it is so commercialized.“ Soll ich jetzt weinen oder lachen? Trotzdem Brain Failure rocken und haben einige Hits mit und ohne Sing-a-longs. Und The Clash haben sie auch schon mal gehört! Obnoxious

Brigade S. – Menschenverachtenede Untergrundmusik
(CD, Tennage Rebel)
Teenage Rebel steht ja nicht wirklich für politisch korrekte Punkmusik, eher doch ganz im Gegenteil. So blieb man sich vor ein paar Jahren treu, als man der vier Mann Combo ein Zuhause gab. Heuer kommen die OI!-Punks mit ihrem zweiten Album daher und lassen einen an ihrem derben Ruhrpotthumor teilhaben. Dass dazu auch eine Coverversion von Funny van Dannen dabei ist, überrascht nicht unbedingt. Denn zum einen kennt man das aus’m Pott und zum anderen sind das ja keine bösen Menschen. Vielmehr sind einige der Dinge die sie zum Besten geben wirklich witzig und man hat in der Tat schon weniger gelacht. Von dem peinlichen „Anna M.“ mal abgesehen. Alles in allem aber eine saubere OI!-Punk Scheibe. Bocky

THE BUSTERS – Evolution Pop
(CD, Ska Revolution Records)
Wenn eine Band schon so lange durch die Gegend tourt und es sie immer noch gibt, dann lernt man logischerweise auch so die ein oder andere Person kennen. Deswegen mal ein kleines namedropping, wer da alles seine Finger mit im Spiel hatte: Farin Urlaub, Ska-P, Athena, um nur die Bekanntesten zu nennen. Mit dem aktuellen Album und der Live-Scheibe ist die zwölf Mann starke Ska-Formation nunmehr bei der 14. Scheibe angekommen und gibt dem geneigten Hörer genau das auf die Lauscher, was der Arbeitstitel verspricht. Anfangs tat ich mich damit etwas schwer, da mir das alles wie Mainstream-Radio-Gedudel vorkam. Nach mehrmaligem Hören ist es zwar immer noch so, dass die Songs alle im GEZ-Radio laufen könnten, doch mittlerweile würde ich dann sagen: „Na endlich mal was Gutes.“ An sich also eine sehr poppige Angelegenheit, woraus die Band aber auch nie einen Hehl gemacht hat, bzw. worauf sie es ab einem gewissen Zeitpunkt angelegt hat. Sehr schön übrigens der Monumentalstreifen reife Song „Big Boy“ von Alex Lützke. Schönen Gruß an dieser Stelle an dich und „remember de Palz“! Als Bonus gibt’s „Radio Smash Hit“ als Video und die komplette CD als mp3s. Bocky

… Calvin Strikes
– yeah! What we do has already been done, molli CD
Das Trio aus Augsburg scheint es noch nicht all zu lange zu geben. Denn was sie hier vorlegen, ist ihr Debut-Album nach einer EP vor zwei Jahren. Trotzdem glaube ich, jeder von denen hat vorher schon Mucke gemacht. Darauf komme ich aufgrund des Plattentitels (Selbstironie) und der Musik. Die Herren beherrschen und haben auch mal eher untypische Instrumente – Tamburin – in die Songs eingebaut. Aber insgesamt gesehen war es das auch schon. Außer den „greifenden“ Melodien, die jede x-beliebige Band heutzutage vorweisen kann, hat die Band nichts außergewöhnliches. Doch wie am Titel zu erkennen, wissen die Jungs das selbst. Eine nette Band, die in der Masse netter Bands nicht auffällt. Bocky

Chelsea – Faster, Cheaper And Better Looking
(CD, Captain OI!)
Das wie vielte Album der Londoner Urpunkband das hier ist weiß ich nicht. Davon abgesehen ist das auch nicht so wichtig für mich. Denn sowohl der alte, wie auch der neue Sound der Band kann mich nicht überzeugen. Dafür fehlt mir viel zu sehr das Feuer in den Songs. Vielleicht bin ich aber nur zu „hibbelig“ dafür. Was hingegen zur Musik sehr interessant ist, ist die Geschichte der Band und deren Mitglieder. Den ersten Gig starteten sie 1976 als Support für die heutige Kultindustriellband „Throbbing Gristle“! Danach folgten Shows mit „The Clash“ oder „The Police“. Und nach dem ersten Bandsplit formte sich „Generation X“. quasi ist die Bandgeschichte interessanter als die Musik. Bocky

Chrashed Out – Pearls Before Swine
Naja, so als „Perlen vor die Säue“ geschmissen finde ich die Platte nicht gerade. Ohrwurmperlen hören sich nämlich in der Tat ganz anders an. Aber von Vorne: Im Gegensatz zur üblichen Veröffentlichungspolitik des englischen Labels „Captin OI!“ – Wiederveröffentlichungen englischer 80er Jahre Punkhits – wirft man eine nigelnagelneue Aufnahme auf den Markt. Nur frage ich mich wie ein altgedienter Fuchs von Labelmanager sich so was aufdrücken lassen kann. Denn von der erwähnten Altherrenmucke ist auch das Artwork ziemlich übel. Die Schrift ist derart gerastert, dass man sich auch mit 100 %iger Sehkraft vor eine Aufgabe gestellt sieht und die Bilder sehen auch nicht anders aus. Letztere haben auch keine Proportionen, weswegen man sich ab und an fragt, ob man es nicht mit Mutanten zu tun hat. Trotzdem hat der Outout auch was Gutes: Die Linernotes. Die machen die Band sympathisch, da sie das Herz auf der richtigen Seite haben, aber das war es auch leider schon. Bocky

Chron Gen – Chronic Generation
(CD, Captain OI!)
Der Name ist geläufig, die Mucke eher nicht. Wahrscheinlich weil das ne Band ist, die es wie heute auch, anderen viel zu sehr ähnelt. Übel sind sie nicht fallen aber nicht auf. Die hatten sogar nen Chart-Hit, aber mit nem Coversong. Die Musik gehr gut runter, bleibt aber nicht in den Windungen der Lauscher hängen. Könnte man mit heutigen „One-Hit-Wonders“ aus dem Radio vergleichen. Bocky

Dead Man’s Shadows – The 4P’s
(CD, Captain OI!)
Von dem Londoner Suburbs Trio habe ich vorher noch nichts gehört. Wahrscheinlich weil es die Kapelle nur bis irgendwann 1984 gab. O.k. Crass kennt auch jeder, aber das ist auch ne ganz andere Nummer. Davon abgesehen haben es die drei Jungs aus Stanwell auch nur auf zwei Alben gebracht. Jene welche hier ist die erste und meint mit den vier P’s: Pride, Pacifism, Passion, Perseverance. Quasi ne hippiesk angehauchte Punkband. Musikalisch jedoch merkt man davon gar nichts. Man hält sich an den damals bevorzugt rauen Sound und bleibt im Midtempo-Bereich. Meiner Einschätzung nach hätten sie die schnellere Variante mal versuchen sollen. Wahrscheinlich würde man sie dann heute neben GBH, Exploited oder Discharge nennen. Wie dem auch sei, unter den 13 Bonustracks findet man sowohl die erste als auch letzte Single. Die Einführung in die Band macht Mick Mercer vom damaligen Plastic Bomb Melody Maker. Bocky

DEMENTED ARE GO – Hellbilly Storm
(CD, People Like You)
Seit 1982 gibt es die Band von der Insel. Nach diversen Auflösungen, Reunions und Gefängnisaufenthalten jetzt ein neues Album. Was soll ich zu einer Psychobilly-, Horrorpunk-Mischung diesen Kalibers sagen, außer dass die Bandmitglieder diese Extreme leben bzw. gelebt haben. Die Musik ist besonders, deshalb kann ich nur jedem Leser nahe legen, mal rein zu hören, ob diese Spielart des Punk’n’Roll etwas für ihn ist. Die alten Hasen kennen es eh schon. Richard

DISTEMPER – Ska Moscow Punk
(PicLP, An’na Nadel / Wanda Records)
Der Titel verrät fast alles. Ska mit einem guten Schuss Punk/HC, der mich etwas an die Mighty Mighty Bosstones erinnert. Die Band kommt aus Moskau und der Sänger muss seit seinem zwölften Lebensjahr durchgesoffen haben, um ein so rauhes Organ zu entwickeln. Die Picture Disc sieht klasse aus, Tourplakat und deutsches Textblatt sind dabei. Live waren sie grandios, auf diesem Tonträger sind sie super. Mein bester Tonträger der Ausgabe. Richard

ELEKTRO-GÜNTHER – s/t
(Mini-CD, Øndverlag Abt. Geräusch)
Der Begriff Mini-CD ist hier doppelt angebracht. Der Tonträger hat elegante acht cm Durchmesser, praktisch die 10″ unter den CDs, und präsentiert dem entrückten Hörer vier Stücke, welche alle 2003 beim Unter-den-Brücken-Festival in Ludwigshafen bei Mannheim aufgenommen wurden. Die Soundqualität ist beachtlich, da es sich um eine Mischpultaufnahme handelt, und Elektro-Günther waren an diesem Abend in entmenschlichter Bestform. Neben dem Elvis-Cover „Love Me Tender“, von welchem erfreulicherweise nur der Text übernom­men und die Musik neu geschrieben wurde, befindet sich auf dieser CD auch das epochale „Evil“, der erste Dancehall-Hit für eingefleischte Nichttänzer. Wayne Schlegel

The Exploited – Complete Punk Singles Collection
(CD, Captain OI!)
Dass das nicht der Wahrheit entspricht kann sich jeder denken. Zeitlich gehen die Songs nur bis ins Jahre 1988. Wieso dieser Titel gewählt wurde ist wohl ein Rätsel bzw. soll wohl ein Verkaufstrick sein, oder zuletzt will man sich auf die Zeit beziehen, in der die Schotten noch wirklich Punk gemacht haben. Mir sei es egal, aber nicht weil ich die Band wie viele andere nicht mag, sondern weil es mich schlicht nicht interessiert. Was mich an der Band interessiert ist in der Tat die Zeit bis kurz vor 1988. Da bollerten die Jungs aus Glasgow so richtig guten, hässlichen, rotzigen Punk aus den Boxen und der Metaleinschlag kam erst später. Somit sind auf dem Silberling alle meine persönlichen Hits der Band drauf und ein paar mehr, die ich nicht kenne. Also genau das Richtige. Bocky

THEE FLANDERS – Back From Hell
(CD, Halb 7 / Pervy Pig Records)
Von dem ganzen Horrorhype (egal ob aus der Psychebilly-, Punkrock- oder was weiß ich für einer Ecke), der seit einiger Zeit auf uns hereinbricht, sind mir die Flanders aus Potsdam immer noch die liebsten. Genau mit dem richtigen Morbid-Beat. Punkabilly-Todes-Slapping. Songtitel wie „Zombies Horror Show“, „Hunting Demons“, „Hillbilly Cannibals“, „Buried Alive (Sargdeckel Mix)“ oder „Undead“ sagen doch wohl eindeutig, wohin der Angsthase läuft. Auf den Friedhof natürlich. Außerdem gibt’s eine überarbeitete Version des umstrittenen Songs „Perverses Schwein“ vom ersten Album. Jetzt noch besser! Band und Label weißen übrigens noch einmal darauf hin, dass hier nicht die bandeigenen Gewaltphantasien dargestellt werden, sondern die üblen Perversionen aus der Sicht eines kranken Gewalttäters geschildert werden. Schade, dass so was nötig ist, aber wenn’s der Wahrheitsfindung dient und übereifrige Gemüter beruhigt, dann ist das wohl gut so. Das bescheuerte Foto vom Inlay hätte aber trotzdem nicht sein müssen. Dennoch: Wenn schon halbwegs sterben, dann so!!! Weiß der Teufel!!! Obnoxious

The Frantic Flintstones
– The Legendary Mushroom Sessions
(CD, Cherry Red)
Wer sich im Psychobilly Bereich etwas auskennt, weiß um wen es sich bei der Band handelt. Nämlich ein durchgeknallter Haufen, den es nur unwesentlich kürzer gibt als die Meteors. Das album hier wird das erste mal auf CD veröffentlicht und zudem alle 18 Songs zusammen auf einem Tonträger. Die Lieder stammen aus dem Jahre 1988 und sind ein Konstrukt des Sängers Chuck Harvey und der Band seines Managers Swordfish. Herausgekommen ist eine recht wirre Scheibe, wie der Titel schon verspricht. Der Einfachheit halber sollte man sich das Machwerk vorher anhören, bevor man zuschlägt. Bocky

GERM ATTACK – Bomb Party
(CD, Wolverine Records)
Die erste CD der Band, die ich gehört habe, war ein Blondie-Tribute, der sich recht schnell in meine Lauscher geschmeichelt hat. Powerpop meets Punkrock, wäre auch der Stempel den ich ihnen aufdrücken würde. Mit 14 soliden Titeln ein gutes Stück CD-Silber, aber noch kein Gold. Ich habe die Band live gesehen und finde, der Sänger hat große Ähnlichkeit mit Ilja Richter, kann aber auch an meinem Tunnelblick gelegen haben. Richard

GOB SQUAD – For Beyond Control
(CD, Wolverine)
Mein erster Gedanke beim Hören: So klingt Deutschpunk, wenn man ihn Englisch singt! Das klingt nur oberflächlich absurd, tiefgründig betrachtet kann man es nicht besser ausdrücken. Also, ein schnelles Fazit: Gob Squad kommen aus Dänemark und machen guten englischsprachigen Deutschpunk mit wundervoller Gitarrenarbeit. HH

Infa-Riot – The Best Of
(CD, Captain OI!)
Der Name der Band bedeutet „In for a Riot“ und wer sie nicht kennt, aber alten englischen Punk klasse findet, macht sich jetzt auf den Weg, um sich diese CD zuzulegen. Der Vierer, der sich 1980 gründete, kam ähnlich schnell, wie ich auf den Punkt. Denn kurz nach der Formierung schrieb Angelic Upstarts Sänger Mensi im „Sounds“ ein Review über die vierte Show der Band. Nicht mal ein Jahr später fungierte man für die Antifa-Skinband als Toursupport. Für mich eine ziemliche Hammerband und wenn man dann ne Best of mit kloppern wie „Riot, Riot“, „We Outnumber You“, „Each Dawn I Die“ und „Kids Of The 80’s“ beginnt, dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen. Bocky

HEARTBREAK ENGINES – Love Murder Blues
(CD, People Like You)
Dass ein slappender Kontrabass so einige Herzen höher schlagen lässt, da ist wohl einiges dran. So wird es wohl auch bei den Heartbreak Engines kommen. Sie spielen guten Psycho- Rockabilly und lassen das rotzige Punkelement nicht außen vor. Sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss in der Richtung, aber schon sehr gut für ihr immerhin erst zweites Album. Vergessen sollte man auch nicht, dass das erste schon ausverkauft ist. Demnächst macht man sich auf Tour mit diversen anderen Bands (Nekromantix, The Bones), um dem geneigten Volk zu zeigen, was man kann. Vom Gefühl her könnte das was werden und man darf gespannt sein, ob dieses Album nach und während der Konzerte ebenfalls weg geht wie frisch geschnitten Brot. Zu gönnen wäre es ihnen allemal. Bocky

Jack and the Rippers – I Think It’s Over
(CD, Dirty Faces)
Na endlich gibt’s eine der besten Veröffentlichungen der letzten Jahre auch auf CD: Jack and the Rippers waren eine der drei besten Schweizer Punkrock-Bands, brachten es zu ihren Lebzeiten 1977-79 allerdings nur auf eine 7″, die es aber in sich hatte: „No Desire“ ist eins meiner allerliebsten Punk/Powerpop-Lieder und dieses Kleinod gibt’s jetzt Dank Dirty Faces zum ersten Mal auf CD. Insgesamt 10 Lieder (davon 2 bisher unveröffentlicht), allesamt irgendwo zwischen Buzzcocks und den Beach Boys. Weh tun nur zwei Stücke, in denen meine ungeschulten Ohren einen ekligen Blues-Einfluss ausmachen. Trotzdem, ein mit 8:2 auch in dieser Höhe verdienter Heimsieg!!!! Ach ja, nettes Booklet mit alten Fanzine-Ausschnitten! AndiSocial

Die Kassierer – Kunst
(CD, Tennage Rebel)
Oder „19 Künstler und sie selbst spielen Songs von Die Kassierer. Was zum Teufel treibt ein Label dazu ein Tribute für ne Band zu veröffentlichen, außer die Kohle? Das soll aber auch schon das einzige Manko an der Platte sein. Ansonsten gibt’s jetzt nur noch vom Feinsten! Tja wer hätte das gedacht, die Skandaltruppe aus Wattenscheid hat nun schon zwei Dekaden hinter sich und es gibt immer noch Leute die sich nicht darüber freuen. Meines Erachtens eine Frechheit, außerdem haben die keinen Respekt vor Kunst, oder so ähnlich. Ich als Aushilfshedonist gratuliere Wolfi und Kumpanen von ganzem Herzen. Dem schließen sich u.a. „Die Ärzte“, „Donots“, „Gunter Gabriel“, „Mambo Kurt“ und hassenichgesehn an. Diesbezüglich kann ich lediglich nur noch anfügen, dass die Band mit den verbesserten Gehirnen es sich nicht nehmen ließ selbst zwei neu komponierte Tanzhits vorzustellen. Für mich eine der wenigen Scheiben, die 2005 gebraucht hat. Viele andere hingegen hätten verboten werden müssen. Bocky
KATETER – Mi Van Ma?
(CD, bogyo@kateter.hu)
Die Musiker von Kateter habe ich bei ihrem Konzert in Mannheim kennen gelernt und muss sagen, korrekte Leute. Sie kommen aus einem Grubengebiet in Ungarn und somit arbeiten auch zwei von ihnen unter Tage, nur Sänger Bogyo macht etwas mit Computern, deshalb solltet ihr auch die Kateter-Homepage www.kateter.hu besuchen. Auf der CD sind 20 Live-Titel, die in guter Qualität eingespielt wurden. Zur Musik ist zu sagen, dass es eigenständiger Ost-Punk und nicht ein Cover westlicher Punk-Bands ist. Richard

THE KINGS OF NUTHIN‘ – Punk Rock Rhythm & Blues
(CD/LP, People Like You)
Der Mafiosi-Look der 8 Mann starken Combo macht sie auf Anhieb nicht gerade sympathisch. Das ändert sich aber schon nach dem ersten Song. Denn in welcher Weise die Gang ihren rotzigen und schnellen Sound daherbringt ist wirklich beeindruckend. Zudem wenn man bedenkt inwiefern sie einen Satz Bläser, Piano und Waschbrett (!) kombinieren. Diese neue Scheibe der Bostoner weist bei 14 Songs übermäßig viele Coverversionen auf, nämlich acht an der Zahl. Vielleicht durfte sich jedes Mitglied einen aussuchen? Aber die drei, die ich auf Anhieb erkannte („For You“/Anti Nowhere League, „Banned From The Pubs“/Peter And The Test Tube Babies, „Nation On Fire“/Blitz) können sich auf jeden Fall hören lassen. Bzw. sind nicht nur eine Alternative zum Original, die sind derart genial, dass ich sie letztens als DJ habe alle laufen lassen müssen. Doch wer dachte, die Eigenkompositionen langweilen, den muss ich enttäuschen. Auch die sind der Hammer. Ehrlich gesagt bin ich richtig froh, mich musikalisch immer weiter zu öffnen. Denn diese Scheibe sollte niemand verpassen wenn er auch nur ein bisschen Spaß, Punk und Party im Blut hat! Bocky

KLASSE KRIMINALE – Klasse Kriminale
(CD, DSS Records)
Komisch jetzt erst eine selbstbetitelte Platte, wenn man bedenkt, wie lange es die italienische Skinheadband schon gibt. So verwundert mich auch der Stil der Scheibe. Denn was der Herr Balestrino hier bietet sind 14 astreine Punksongs und hat mit typischer OI!-Skin-Mucke, wie man sie aus hiesigen Verhältnissen kennt nicht viel am Hut. Nicht, dass ich das grundsätzlich ablehne, aber immer wieder wundere ich mich, inwiefern Italiens Kurzhaarszene viel verwobener ist mit der Punkszene und vor allem politisch abgeht. Damit meine ich Songs wie „Reclaim The Streets“ oder „Anarchia Liberta'“, aber auch das Wortspiellied „Skunx“ (von dem es auf der CD ein schönes Video für den PC gibt). Ebenfalls mit dabei der Livesong „OI! Fatti Una Risata“ vom Punk and Disorderly Festival in Berlin. Aufgefallen ist mir auch, der Marco scheint ’ne Freundin zu haben, die er in die Band mit eingebaut hat. Die taucht nämlich, neben ihm, am häufigsten im Booklet auf und ist offensichtlich das einzige feste Bandmitglied. Auf der Rückseite des Digipacks, wo normalerweise ’ne komplette Band drauf is, grinsen lediglich die beiden in die Kamera. Wie dem auch sei, eine gute neue Platte, der ältesten italienischen OI!-Band. Bocky

KÖRZETI MEGBIZOTT – 7
(CD, www.kmb.uw.hu)
Zoli, Gitarrist der Band, drückt mir das Teil in die Hand und meint, es wäre ein wenig mehr Hardcore-lastig. Zoli, das ist kein Hardcore, das ist guter Punkrock! Manchmal rocken die Songs mehr, manchmal hört man ein bisschen Ska. Wenn man ein konservativer Punkrock-Hörer ist und Joe Strummer über dem Bett hängen hat, wird es einem wohl nicht gefallen, doch für mich ist es eine willkommene Abwechslung für meine Gehörgänge. Nicht für den täglichen Gebrauch, doch wenn ich den englischsprachigen Kram nicht mehr ertragen kann, wird diese Band zu denen gehören, die ich dann herausholen werde. Habe ich schon erwähnt, dass sie aus Ungarn kommen? Richard

KOLLEKTIVER BRECHREIZ – Der Sinn des Lebens
(CD, Höhnie Records)
Das Frontcover ziert ein mit Buntstiften gemaltes Bandporträt, das wohl eine der kleinen Schwestern gemalt hat. Das Positive: Bei den deutschsprachigen Texten kommt eine gute Portion Selbstironie und Humor rüber. Das Negative: Nach dem dritten Lied hat sich der Witz aufgebraucht. Richard

MAD SIN – Dead Moon’s Calling
(CD/LP, People Like You)
Wer kennt die Band um Koefte nicht? Wahrscheinlich jeder, ob man will oder nicht. Nicht nur, weil sie ständig unterwegs sind, sondern wahrscheinlich wegen der vielen Gerüchte, die sich um die bekannteste deutsche Psycho-Punkabilly drehen. Wenn ich da an meine bisherigen zwei-drei Livebegegnungen denke, kann ich mir durchaus vorstellen, dass die stimmen. Der gute Mann hat ein Talent dafür sich wie die Axt im Walde aufzuführen und lässt ganz schön den Rockstar raushängen. Ob das erfolgreiche Auftritte in Japan und den USA rechtfertigen sei mal dahingestellt. Für meinen Teil amüsiert mich das jedes Mal und ich bin echt froh mit denen bisher noch nichts gemacht zu haben. Das Musikalische erfindet das gut getunte Psychorad nicht neu, ist jedoch einmal mehr eine Spur besser als der Rest. Liegt sicherlich aber auch an den gut 18-jährigen Erfahrungen des Frontmanns. Immer wieder großartig sind die Samples, wie beim Intro, die man entweder selbst produziert oder mit Liebe hinbiegt, damit sie passen. Mein persönlicher Hit „Not Invited“ ist, wie übrigens die ganze Scheibe, sehr punklastig. Somit erneut ein Psychopunkalbum, dem man anmerkt, wo es herkommt und über seine Genregrenzen hinweg Erfolg haben wird! Bocky

Menace – Punk Singles Collection
(CD, Captain OI!)
Die Story von meinem dritten selbstorganisierten Konzert will ich hier nicht weiter ausbreiten, aber kurz erwähnen muss ich es trotzdem. Scheiß Selbstbeweihräucherung, doch war es ein super Abend mit geilem Konzert und extrem netter Band! Dementsprechend kann man sich denken, dass diese Besprechung nur mit Superlativen gelesen werden kann. Den Überhit „GLC“ kennt eh jeder und meine persönlichen Favs „Last Years Youth“ und „Carry No Banners“ sicherlich auch. Was soll ich noch sagen? 25 Songs, einige davon in neueren Versionen und der ganz neue Sänger ist bei keinem Song dabei. Von daher alles super! Wer „Menace“ schon vorher kannte, fragt sich ohnehin nicht, ob man diese CD braucht. Wer sie nicht kennt testet gefälligst „GLC“ an und besorgt sich die CD daraufhin ganz von alleine, Denn „Ob Punker oder Glatze, alles hört Menace“ (damaliger Knock Out Records Werbeslogan!). Bocky

METEORS – Don’t Touch The Bang Bang Fruit
(CD, Cherry Red)
Das Psycho-Trio Infernale aus Großbritannien mit dem Re-release aus dem Jahre 1987. Obwohl scheinbar – laut Linernotes – viele dachten, die Gang hätte ihren Höhepunkt erreicht. So musste man umso überraschter sein dieses Album sieben Wochen in den Indie-Charts zu finden. Die beste Platzierung war sogar der achte Platz! Erfolgreichste Singleauskopplung des Werkes war das Cover des Stranglers-Song „Go Buddy Go“. Wahrscheinlich aber wegen seiner Massenkompatibilität. Denn darüber hinaus ist das Album gespickt von einigen Psychoperlen verschiedenster Genre-Spielarten. Obendrauf gibt’s noch vier rare Bonustracks und ’ne schicke Digipackverpackung inkl. Linernotes. Für den Psychofan ein Muss und für den Anfänger gleich ein richtig guter Einstieg. Bocky

Meteors – Sewertime Blues CD
(CD, Cherry Red)
Tja, was soll man zu dem Meteors noch viel sagen? Sie sind die Band, die Anfang der 80er den Psychobilly erfunden haben. Somit also die Väter von aktuell erfolgreichen Bands wie bspw. Mad Sin. Übrigens passt der Vergleich auch ziemlich gut. Denn beide Sänger, P.Paul Fenech/Meteors als auch Köfte/Mad Sin, sind von Veranstaltern gefürchtet, weil sie sich regelmäßig aufführen die „Axt im Walde“. So gesehen passt das aber auch schon wieder zu der Musik und den Stil den sie repräsentieren. Die jungen wilden Rebellen eben. Obgleich beide Bands ihren jeweiligen Zenit erreicht zu haben scheinen. Wie auch immer, so war „Sewertime Blues“ 1986 in den Top Ten der Indiecharts. Außerdem auf der CD zwei rare Tracks – The Edge und Johnny’s here – als Remixe. Bocky

MOITEREI – Jeder Hund hat seinen Tag CD
(DSS Records)
Musikalisch gesehen ist das fetter Oi-Punk den die 4 Braunschweiger mit dieser Scheibe abliefern. Klingt gut, ist gut … Nur mit den Texten hätten sie sich etwas mehr Mühe geben können. Die Band versucht hier Inhalte zu vermitteln. Zum Beispiel das Lied „Gequält & Geprügelt“ setzt sich mit dem Thema auseinander, wie Tiere behandelt werden, die als Schlachtvieh geboren wurden. Durch die komplizierten Texte, die ich trotzdem nicht besonders gut finde, geht der Mitsing-Effekt verloren. Bei einem Live-Konzert wo man nur die Hälfte der Texte versteht, hat man aber bestimmt seinen Spaß. Die Lieder klingen aber auch alle sehr ähnlich. Übrigens hat sich die Band Unterstützung geholt. Bei den Chorgesängen sind unter anderem Pedder von Daily Terror, Schulle von Toxpack, Jörg und Imo von Brutal De Luxe mit dabei. Alles in allem ein durchschnittlich zu bewertendes Album. Nicht besonders schlecht, aber auch nix was mich total vom Hocker haut. Metulski

MUFF POTTER – Von Wegen
(CD, Hucks Plattenkiste/Universal)
Oh, oh, wenn das mal keinen Ärger gibt. Die Angry-Pop-Punks aus Münster sind wie schon viele vor ihnen bei Universal gelandet. Wenn ich das aber recht verstehe lediglich mit dem Vertrieb, was bedeutet sie behalten die Rechte an den Songs. Quasi gar nicht so dumm, die Toten Hosen haben sich mit so ’nem Deal krumm und buckelig verdient. Vom politischen mal abgesehen ist die neue Scheibe wieder ein großer Wurf geworden. In ihrem ganz eigenen Stil (Sound und Lyrics) wird klargestellt was nicht passt – ihnen, in Deutschland und in der Welt. Herausragend sind für mich dabei die Songs „punkt9″ und „antifamilia“. Ersterer tritt dem neudeutschen Patriotismus ordentlich in die Eier und der zweite spielt darauf an, dass die angebliche „Szene“ auch nicht gerade spannender ist als die Geburtstagsfete von Tante Erika. Muff Potter waren eigensinnig und sind es immer noch. Bleibt zu hoffen, dass Universal sie nicht versaut. Bocky

The Negatives – No Truth-NoJustice
(CD, Core Tex)
Ganz dunkel kann ich mich noch an ne 7´´er von denen erinnern, die ich recht gut fand. Den Silberling eingelegt wusste ich, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Der Vierer aus Schweden macht schnörkelosesten Streetpunk und hält sich knallhart an dessen Konventionen. Textlich ist es typischer Punk, der mehr als Bier, Sex und dergleichen zu bieten hat. Wobei mich Lyrics gegen die USA eher den Kopf schütteln lassen, wenn man nicht auch vor der eigenen Haustür kehrt. Trotzdem finde ich den Song „Greatest Punk Rock rip off“ echt klasse. In dem wird die Untugend alte Bands mit maximal 1 Originalmitglied auftreten zu lassen angeprangert. Da hat er wohl recht. Sollten einige dieser Vereine wohl besser als Coverbands auf Tour gehen. Wird wohl aber nimmer so viel Kohle damit zu machen sein. So legen Negatives eine zweites Album hin, dass nicht besser, aber auch nicht schlechter ist, was man aus dieser Richtung kennt. Bocky

NEIN NEIN NEIN – s/t
(MC, www.neinneinnein.com)
Mönchengladbach hat also doch mehr zu bieten als EA 80 und Die Strafe. Die neue Band ist dafür aber um einiges jünger, in Zahlen 2 x 17 + 1 x 24. Mathematisch rationell sieht das wohl aus. Das scheint es aber auch zu wollen, sofern ich das recht verstehe. Man verzichtet auf jeglichen Schnickschnack, vom „Plüschumhang“ der MC mal abgesehen, der mir einiges abverlangte bis ich das Teil offen hatte, ohne es zu zerstören. Vielmehr beschränkt man sich auf ganz wesentliche Sachen: Man macht Punk und keinen Punkrock, was etwas mit Attitüde zu tun hat; es wird deutsch gesungen, weil das die Sprache ist, in der man redet und sich am besten ausdrücken kann; vor allem wird das Rad aber nicht neu erfunden und hat es nicht nötig sich posermäßige Adjektive zuzulegen. Im Gesamten sehr sympathisch, wie auch die Musik. In der Tat nichts neues, aber eben sechs frische Songs, die bei einer 10-minütigen Gesamtlänge bei mir auf offene Ohren treffen! Ende dieses Jahres möchte man in Sachen Tonträgerevolution ’nen Schritt nach vorne tun und ne 12″-Scheibe veröffentlichen. Ich bin gespannt. Bocky

THE NOW – Fuzztone Fizzadelic
(CD, Damaged Goods)
Die Band existierte von ’77 bis ’79, hatte zwei Singles und verschwand wieder im Untergrund. Wäre keine große Sache, wenn ihre Songs nicht groß gewesen wären. Das präsentierte Liedgut hat Klasse und erinnert an die frühen Upstarts und Newtown Neurotics. Die vier Punkrock-Greise wurden also aus ihren Vorgärten und Ohrensesseln gerissen und genötigt ihr altes Set einzuspielen. Die guten alten Songs, kombiniert mit moderner Studiotechnik machen die CD absolut hörenswert. Richard

OHL – Wir sind die Türken von Morgen
(CD, Tennage Rebel)
Ich persönlich hätte das Re-release dieser Scheibe ja nicht gebraucht, wenn ich bedenke, was der Sänger „Deutscher W.“ für ne Flachpfanne ist. Wie dem auch sei, nun ist die Scheibe da und wird besprochen: Im Gegensatz zu der vor drei Jahren erschienenen LP hat die CD, wer hätte es gedacht, diverse Bonustracks. Damit meine ich eine 4-Song EP, die 1981 zeitgleich mit der LP veröffentlicht wurde, vier Samplerbeiträge aus der Zeit und der Song „Belzen war ein KZ“ aus dem Jahre 1982,aber in einer neueren Version. Das Booklet hat neben den kompletten Texte viele Bilder und auch Zeitungsartikel. Quasi fast eine „Weird System“ Produktion, die dem geneigten „Kernkraftritter“ wie ne MG Salve den Hals runtergeht. Bocky

PERIFERIA SA – s/t
(CD, Dirty Faces)
Die Band kommt aus Brasilien und dort spricht man portugiesisch, eine Sprache, derer ich nicht mächtig bin. So werde ich rein auf die musikalischen Aspekte, dieses künstlerischen Produktes eingehen. Schnelle, harte Rhythmen bestimmen das Tempo, ein Stakkato-Gesang prägt den Charakter der Stücke. Musikalische Vorbilder sind G.B.H. und Exploited. Die drei Mitglieder sind das Original-Line Up von „Ratos Do Poroa“. Richard

The Priscillas – Aloha From Holloway
(MCD, Damaged Goods)
„Aloha From Holloway“ soll nach zwei 7″es den ersten „Longplayer“ der Priscillas darstellen. Doof nur, dass es außer den vier Songs der beiden Singles gerade mal ein weiteres Lied auf die MCD geschafft hat. Dazu gibt es wohl noch die dazugehörigen Videos zu den Titeltracks der Singles. Sind aber auf der Promo-CD nicht drauf, kann ich nix zu sagen. Okay, die Priscillas sind eine (das liegt nahe) All-Girl-Band (muss man das immer so betonen?), die sicher auch bei Thunderbaby, respektive Thunderwoman oder dem Frauenband-Sampler von Wolverine hätte erscheinen können. Poppy, bubblegum-lramonesker Sound mit einem Schuss Glam. Irgendwie fehlt aber der nötige Drive und die Priscillas kommen ein bisschen handzahm daher. Live sollen sie ganz gut sein, aber mit dieser Veröffentlichung hätte man doch lieber noch gewartet bis die angebliche Live-Power im Studio umgesetzt werden kann. Andere Bands haben das mit Sicherheit schon besser gemacht. Obnoxious

The Professionals – Best Of
(Captain OI!)
Na, wem sagen denn die Namen Steve Jones und Paul Cook etwas? Jaja, ganz tief im Innern ist da was, richtig? Genau, es sind die anderen 50 % von den Sex Pistols neben Johnny Rotten und Sid Vicious. Die hatten 1980, knapp zwei Jahre nach dem Boygroup-Split, ne neue Combo gegründet um auch weiterhin ihre Brötchen kaufen zu können. Logischerweise auch nicht nur annähernd mit dem Erfolg der „Pistolettos“. Für mich aus der Zeit eines der ganz langweiligen Alben. Wahrscheinlich fehlt mir der Spirit und ihnen wie es scheint auch. Da wird einfach zu viel Musik gearbeitet. Für Sammler aber trotzdem ein Muss. Bocky

Propaghandi – Potemkin City Limits
(CD, Fat Wreck)
Aha, die Gutmenschen des Betroffenheitspunks mit einem neuen Album … 4 Jahre hat’s gedauert und jetzt ist der vierte Longplayer der Kanadier auf Fat Wreck fertig. Wenn mich nicht alles täuscht, hat sich die Band von ihrem ursprünglichen Sänger Chris Hannah getrennt und mit Glen Lambert einen mehr oder minder würdigen Ersatz gefunden. „Potemkin City Limits“ bringt über 41 Minuten und 12 Lieder einen politisch extrem engagierten, aber leider trotzdem extrem langweiligen Mix aus … ja aus was eigentlich?? Punkrock, aber recht verhalten, Emo-Gezuchtel, was weiß ich … Nix für meinereiner, die Fans der Band werden’s wohl lieben. Ach ja, um auch mal das Positive zu sehen: Sehr liebevoll gemachtes Booklet mit Erläuterungen zu den Lyrics … AndiSocial

RAMONEZ 77 – Rest In Pace
(CD, Mata Hari/Rodrec)
Zum 20-jährigen Bandjubiläum hat es die Hamburger Ramones-Tribute-Band jetzt also doch noch geschafft ihren ersten Longplayer zu veröffentlichen. Anders als andere Ramones-Epigonen vollbringen es Ramonez 77 den Stil des Originals nicht nur zu kopieren, sondern noch mit eigenem Leben zu erfüllen und den New Yorkern ein gebührendes Denkmal zu setzen. Super, das. Zwar auch nicht mehr in der Originalbesetzung von 1984, aber was die vier Jungs, die den Punkrock in legendären Hamburger Bands wie SS Ultrabrutal, Torpedo Moskau, Razors, Rubbermaids und so weiter bereits mit der Muttermilch aufgesogen haben, hier abliefern ist einfach nur mit „Hell, Yeah!!!“ zu beschreiben. Spielwitz pur, drei Akkorde für ein Halleluja. Neben zu erwartenden Titeln wie „I Want You Around“, „20th Century Boy“, „Gone Today, Here Tomorrow“ huldigen sie auch mit „Mr. Ramone“ (Joey) und „Dee Dee’s Dead“ (mit Bela B. als Gastsänger) ihre verstorbenen Helden. Johnny starb zu spät, da waren die Aufnahmen wohl schon im Kasten. Absoluter Höhepunkt ist aber „Beat On The Bush“ eine Persiflage auf George W., der sich hier mit seinem Lieblingsfeind Osama rumärgern muss. Zu diesem Song gibt’s als Bonus auf der CD auch noch ein absolut geiles Video, das schon allein die Kohle wert sein sollte. Allerbeste Unterhaltung! Obnoxious

The Real McKenzies – 10.000 Shots
(CD, Fat Wreck)
Dass die kanadischen Schotten immer Durst haben beweisen sie nicht nur mit dem Titel ihrer nunmehr fünften Platte, sondern anders gesagt ist es ein „Tribute to Alcohol“. Wer die Gang schon einmal live gesehen hat, weiß wovon die Rede ist. Ständig sind deren Liveshows gut get änkte Nächte, wie man sie nicht häufig erlebt. Aber wer glaubt man habe es dann nur mit einer Horde besoffener zu tun, täuscht sich. Doch was versuche ich etwas zu erklären, was man besser selbst mitmacht. Die Kanadier, deren Vorfahren in der Tat aus Schottland kommen, sind ab September sechs Wochen auf Tour! Die Mischung auf der aktuellen Scheibe stimmt auch dieses Mal hervorragend: Lustige Punknummern, musikalische Umsetzungen von Gedichten des schottischen Poeten Robert Burns und natürlich auch traditionelle Songs die den Dudelsack eindeutig in den Vordergrund stellen. Außerdem merkt man der Band das viele touren und die mittlerweile feste Besetzung. Das wirkt sich wiederum auf ein harmonisches, perfektes Zusammenspiel aus. Meiner Meinung nach das Beste, was die fünf bisher gemacht haben. Ein Album, das nach dem nächsten Whisky geradezu verlangt. Bocky

REVOLUTION RIOT – Blues For The Spiritually Retarded
(CD, Feedback Boogie)
Wenn ich nicht kotzen würde, würde ich jetzt weinen. Ich spüle mir erst mal die Ohren mit Essigessenz aus – Heavy Metal Rock! Mit was habe ich das verdient? Richard

RIOT BRIGADE – Here`s Our Answer
(CD, MSM 1279 Records)
Eine angenehme Überraschung ist diese Band aus dem Großraum Stuttgart. Eine Punkcore-Geschichte, die mich im positiven Sinne an die holländischen Antidote erinnert, wobei bei ihnen der HC-Anteil höher ist. 16 Titel, 37,55 Minuten Spielzeit, macht durchschnittlich 2,35 Minuten pro Lied. Das ist definitiv kein Balladenalbum. Richard

ROCK’N’ROLL STORMTROOPERS – On Fire
(LP/CD, Hulk Räckorz)
„We’re the Rock’n’Roll Strormtroopers / Raisin‘ hell… Blowin‘ your city down!“ Endlich, endlich, endlich!!! Und ich hab‘ schon geglaubt, ich erleb’s nicht mehr. Aber so kann man sich täuschen: der erste Longplayer von meinen absoluten GlamPunkRock-Faves liegt jetzt doch noch auf meinem Schreibtisch. Bisher waren lediglich zwei 7″es von den Stormtroopers erhältlich und die dürften ja auch schon längst vergriffen sein, aber das lange Warten hat sich gelohnt. „On Fire“ trägt seinen Namen zu Recht. Die vier Schwaben liefern hier ein wahres Feuerwerk ab. Viel Glam, viel Rock und die notwendige Prise Punk. Man fühlt sich um 30 Jahre zurückversetzt. Kiss winken um die Ecke und Slade fahren auf ihrem Highspeed-Fahrrad vorbei. Aber die Rock’n’Roll Stormtroopers nehmen keine Gefangenen, der Bandname ist Programm. Songs wie „Bulldozers On The Loose“, „We’re Gonna Rock You“, „Keep Rock Clean“ oder „Hanging Out With The Boys“ sagen alles: Wir wollen Party bis zum Umfallen, aber nach unseren Regeln, wer was dagegen hat, bleibt auf der Strecke!!! 34 Minuten, die vor klischeehaften Texten nur so strotzen und ein genial bescheue rtes Cover-Artwork, das es problemlos in meine All-Time-Top 5 geschafft hat, lassen vermuten, dass es das beste wäre, die Rock’n’Roll Stormtroopers würden demnächst die Weltherrschaft übernehmen. 100% Bulldozer Rock’n’Roll – Play loud until your eyeballs get catapulted out of your Skull!!! Unbedingt auch ansurfen: www.bulldozer.de. Obnoxious

Ruefrex – Capital Letters … The Best Of
(CD, Cherry Red)
Tja, diese CD habe ich mir geschnappt, bevor der Kollege Obnoxious sie in seine schmierigen Finger bekam. Eine große Band aus Irland mit ihren besten Liedern, die sich allesamt im Spannungsfeld zwischen Stiff Little Fingers und erträglichem Wave der Früh-Achtziger bewegen. Im Gegensatz zu anderen nordirischen Bands kommentierten die vier aus Belfast mit ihren Texten auch immer die politische Situation ihres Heimatlandes, was ihnen nicht nur Freunde einbrachte. Bestes Beispiel ist ihr wohl erfolgreichster Song „Wild Colonial Boy“, der die Einmischung der amerikanischen Exil-Iren in die Situation in Irland auf’s Korn nahm und Anlass zu heftigster Kritik bot. Ein nettes Booklet mit Texten und Bandhistory runden diese gelungene Veröffentlichung ab. Ein Muss für Freunde des Punks von der grünen Insel … AndiSocial

Ruts – Grin & Bear It
(CD, Captain OI!)
„Yeah die Ruts“ war mit mein erster Gedanke, als ich in der Vorankündigung las, dass die CD bald in meine vier Wände flattern würde. Grund dafür ist, dass sie das Original von „Babylon’s Burning“ geschrieben haben. Vorher kannte ich das nur als Cover von „Menace“ und war seither von dem Song angetan. Als die CD dann kam war ich nicht wirklich begeistert, da das Lied lediglich live drauf ist. Aber alles halb so wild, denn von den restlichen 15 Titeln ist nur noch einer live. Ansonsten kann sich der Silberling sehen lassen und neben den Hits „Starring At The Rude Boys“ und „In The Rut“gibt’s noch mehr zu entdecken. Im booklet gibt es übrigens zu den Songs die entsprechenden Linernotes aus heutiger Sicht. Bocky

SCHLEPPROCK – Learning To Fall
(CD, People Like You)
Diese „Best of“ der US-amerikanischen Band, beruht auf dem traurigen Umstand, dass ihr Gitarrist Jeff Graham verstorben ist. Die CD bietet ein breites Bild ihres Schaffens, das 1991 mit ihrer ersten Veröffentlichung durchstartete. Teile der Band spielen auch bei den Generators. 21 Titel, die sehr stark vom guten, alten, englischen Punkrock inspiriert sind, aber auch neue Elemente einfließen lassen. Richard

Die Schwarzen Schafe – Wir haben noch lange nicht genug
(CD, Teenage Rebel)
Gleich vorne weg, die LP erscheint auf dem Label des Sängers Achim, Campary Records. Der unterschied ist jedoch nicht nur „die Sache“ mit dem Vinyl, sondern auch die 11 Bonustracks auf der CD. Ja, da ist man mal wieder in der Zwickmühle. Denn normalerweise ist man ja punkrocktechnisch konservativ und greift gleich zur Platte, aber bei dem starken Gegenargument, hm? Worauf aber verwiesen werden soll, ist, dass das vorliegende Material keine Best Of Scheibe darstellt. Stattdessen Songs aus allen Schaffensphasen der Band von 1987 bis heute. Grund dafür sind die vielen Besetzungswechsel der letzten 18 Jahre. So, und wer jetzt also auf deutschsprachigen Politpunk steht, hat die Qual der Wahl in punkto Format. Bocky

SCREECHING WEASEL- Weaselmania
(CD, Fat Wreck)
Screeching Weasel legen hier ihr Vermächtnis vor. 34 Songs aus 13 Veröffentlichungen in 74 Minuten, wobei ein guter Überblick über alle Schaffensphasen der Band von 1986 bis heute geliefert wird. Screeching Weasel hatten oft mit den Unbillen des Punkrocks zu kämpfen. Gegründet in einer Zeit, die von Straight Edge-Doktrinen und Hardcore-Muskelaffen geprägt war, wollten sie eigentlich nur rotzigen Punkrock in Ramones-Tradition spielen, dem man den Spaß anhört. Schwerer Stand zu dieser Zeit. Dazu kamen über die Jahre häufige Besetzungswechsel, Auflösungen, Reunions und Stress mit dem Label. Irgendwie haben sie es trotzdem geschafft sich über die Jahre eine Fangemeinde aufzubauen (nicht zuletzt durch Ben Weasels Kolumne im Maximum Rock’n’Roll-Zine), aber so richtig bekannt wurden sie eigentlich nie. Diese „Best of…“ bietet jetzt allen Ignoranten und Spätgeborenen die Möglichkeit Screeching Weasel kennenzulernen oder sich mal wieder ins Gedächtnis zu rufen… und das zum Cheapo-Preis, incl. 16-seitigem Booklet mit vielen Fotos, Coverabbildungen und ausführlichen Linernotes der Beteiligten. Value for money! Obnoxious

Skids – Scared to Dance
(CD, Captain OI)
Naja, wie mein Schreiberkollege Andi Social finde ich nicht, dass das eine New Wave Band ist. Denn sonst könnte ich mich mit dem Sound der Band nicht anfreunden. Dem ist aber so, vor allem mit dem Titelsong. Der Rest plätschert so als softe Powerpop-Version vor sich hin. Vielleicht doch NewWave? Auf jeden Fall kommen zu den 12 offiziellen Liedern noch 8 Bonustracks hinzu und im Booklet einleitend die obligatorische Bandstory. Ein guter Soundtrack für Herbsttage, an denen man Musikbücher über 80er liest. Bocky

SPLIT – The Becks Street Boys / Tatort Toilet
(7″, Matula Records)
Ebenfalls ein Fanzinemacher (Der gestreckte Mittelfinger) ist der Sänger der ersten Band. Doch nicht nur das, sondern auch noch Labelchef von Matula Records, auf dem diese Scheibe erscheint. Quasi ein richtiger Hans Dampf in allen Gassen. BSB aus Wiesbaden feuert zwei richtig nette Songs aus der Hüfte von dem mir „Fuck the cool kids“ besser gefällt. Der punkrockt so richtig schön 77er-mäßig vor sich hin und ist sowieso der beste Song auf der Split. Aber auch die beiden Lieder der „Klokommissare“ können sich durchaus sehen lassen bzw. stehen den BSB in nichts nach. Einziger und alleiniger Kritikpunkt könnte die Stimme des Sängers sein die mir ’ne Spur zu hoch ist. Ansonsten ist das Stück Vinyl ’ne Empfehlung an alle Shocks-Liebhaber. Jene werden ihre helle Freude dran haben und die Wartezeit auf was Neues von den Berliner wird ihnen wunderbar verkürzt. Bocky

SLIT – Steakknife / Stick Boy
(7″, Consul Records)
Steakknife wie man sie kennt und natürlich geprägt von Lee Hollis‘ mitreißendem Gesang, der mich hier sogar mehr an Stücke von den Spermbirds erinnert, als man Lee von Steakknife-Aufnahmen kennt. Oder doch nicht, Lee halt. Grandioser Highspeed-Hardcore. Jedenfalls handelt es sich bei den Songs „Abandoned“ und „Blame It On The DNA“ mal wieder um exquisiten Stoff, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Einziger möglicher Bremsblock für einen Kauf: Stick Boy. Sie kommen, wie Steakknife, aus dem Saarland und waren für mich bisher eine abgehalfterte Rockband, die ihre besten Zeiten hinter sich hat (obwohl erst 2002 gegründet) und jetzt auf Kirmes-Tour geht, um noch ein paar Taler zu verdienen. Diesen Eindruck hatte ich zumindest vom letztjährigen Longplayer. Hier liefern sie zwei durchaus hörbare Songs zwischen Punk, Stonerrock, Metal und ZZ Top vor, die mich zwar nicht vom Hocker reißen, aber für bisher entstandene Gehörstürze entschädigen. Obnoxious

SPERRZONE – Teenage Nightmare
(7″, Wanda Records)
Parolengespickten Deutschpunk gibt’s hier nicht auch wenn man drauf hoffte bei dem Namen, Logo und Cover. Stattdessen verwundert es mich eher seichten Punk aus den Boxen zu hören. Auch verwundern mich die Titel „Wie in all den Jahren“, „Warten auf Kristin“ oder „Verbotene Liebe“. Vielleicht sollen sie mich das aber gerade nicht, wenn ich mir den Titel der 7″ betrachte mit dessen gleichnamigen Song das Stück Vinyl endet. Denn je nachdem, welche Erinnerungen man an seine Teenagerzeit hat, am Ende sogar noch mitten drin ist, so kann man durchaus zu jedem Song seine eigene Geschichte erzählen. Also eine Single bei der man, wie im echten Leben, nicht unbedingt vom Äußeren ausgehen kann. Man sollte viel mehr auf die inneren Werte schauen. Bocky

STOCKYARD STOICS – Catastrophe
(CD, MSM 1279 Records)
Dass die Stockyards waschechte Punkrocker sind, habe ich erleben dürfen, als sie vor zehn zahlenden Gästen incl. mir, eine gute Show abgeliefert haben. Im Anschluss habe ich mir ihr erstes Album gekauft. Das zweite liegt jetzt in meinem CD-Player und die 10 Titel erfreuen mich. Punkrock mit New York HC-Einflüssen, politisch und mit der nötigen Aggressivität. Richard

STRESSFAKTOR – Grenzwerterfahrung
(CD, Freibeuter)
Ssssso, fertig gewartet. Erster Longplayer endlich draußen. Nach ewig vielen Sampler-Beiträgen und drei tollen 7″es zwischen 1999 und 2001 ist es jetzt nach langer Wartezeit also doch mal so weit. Punkcore nennen sie es selbst, ich sage Hardcore-Punk dazu. Schnell und wütend, guter Krach, rotziger Gesang, fetter Sound. Und die Landauer haben anscheinend auch viel geübt. Im Vergleich zu früher deutlich mehr Virtuosität. Mehr Melodien, mehr Breaks. Und wieder ein Beweis, dass deutsche Texte nicht peinlich, pathetisch, parolenhaft sein müssen. Aufgenommen wurde die CD übrigens im eigenen Proberaum mit angeschlossenem Studio. Das verleiht dem Ganzen jetzt zwar keinen High End-Schnickschnack, aber dafür einen nicht unerheblichen Haufen Authentizität. Und Elektrizität. Dass die CD mit „Grenzwerterfahrung“ betitelt ist steht übrigens nirgends drauf, aber das Problem kennen wir ja schon von der „Unter Tag“-7″. Mal wieder vergessen? Ach ja, das Cover ist zu dunkel. Ansonsten prima Torte. Obnoxious

STRETCH ARM STRONG – Free At Last
(CD, Sony)
Ob Namensvetter Lance nun gedopt war, weiß man nicht, aber diese Band ist es bestimmt nicht, denn dafür sind sie einfach zu langweilig. Wieder eine dieser unzähligen California-Melody-Ich-wär-gerne-Bad-Religion-und-will-auch-so-Preise-wie-Green-Day-haben-Bands, die nur noch anöden. Ich würde jetzt lieber über die Tour de France schreiben, aber das wäre dann doch fehl am Platz … HH
PS: Beloki gewinnt 2006.

SUMPFPÄPSTE – s/t
(CD, www.sumpfpaepste.com)
Habemus Papam! Habemus Sumpfpapas!! Avanti popolo!!! Reutlingen, das Industriegebiet Tübingens, gleich dahinter erhebt sich Schwäbisch Sibirien, die schreckliche, furchterregende Alb – Mythen, Ammenmärchen, Blautöpfe … Alles versinkt im Delirium und Nebel des Ungewissen. Aber eine Legende existiert tatsächlich: Der Sumpfpapst! 1986 erschien er im Schlepptau der Genossen. Die Genossen, eine Punkband aus der oben beschriebenen Region mit unvergleichlichem Gespür für aufklärende Texte („Strahlentod, Tod durch Strahlen“). Die Genossen waren die ersten Punkrocker, welche dem Sumpfpapst bei einem kleinen Umtrunk begegneten. Er zog sie unweigerlich in seinen Bann. Aus den Genossen wurden die Sumpfpäpste. So – oder so ähnlich – entstand eine der dienstältesten und besten Punkrockbands des Heiligen Schwäbisch-Alemannischen Reiches deutscher Nation. Einige Sumpfpäpste gingen, andere kamen, die Texte wechseln zwischen Deutsch und Englisch und musikalisch wurden sie immer besser. G’lernt isch halt g’lernt. Der Sound lässt sich unkompliziert als Punkrock be­zeichnen. Punkrock der historischen Machart und Gott sei Dank ohne Schnörkel. Die vorliegende CD ist zwar schon etwas älter (Baujahr 2000), aber was Neueres gibt es zum Zeitpunk des Tippens noch nicht. Egal, denn klassischer Punkrock schert sich nicht darum, wann er eingespielt wird – 1977, 1982, 2000 oder 2005 – egal! Und als Fanzine-Schnorrer nimmt man auch gerne ältere Produkte, wenn sie gut sind. Vor allem dann, wenn man gerade ein großes Konzert in einer kleinen Mannheimer Kneipe erleben durfte, bei welchem man obendrein die Erfahrung gemacht hat, dass sich Baseball-Käppies recht putzig benehmen, wenn man sie in einen laufenden Deckenventilator wirft. Und das ganze zum hervorragenden Punkrock der Sumpfpäpste. Außer Rand und Band! Fazit: Kauft euch gleich morgen ein Baseball-Käppie, einen Deckenventilator und einen Sumpfpäpstetonträger. HH

SUN EATS HOURS – The Last Ones
In der mitgelieferten Bandinfo steht, dass die „Kids in Sun Eats Hours die gleiche Energie wie in den Bands NoFX, Offspring, Bad Religion, Pennywise, Lag Wagon und Rancid finden.“ Damit gibt man doch nicht an, sondern versucht diesen Zustand beschämt zu unterschlagen. Dass Punkrock nicht mehr neu erfunden werden kann ist schon klar, aber man muss doch nicht krampfhaft wie zig andere Bands klingen, welche alle wie zehn andere Bands klingen, welche alle wie eine bestimmte Band klingen. Wer den Satz jetzt kapiert hat und mir als erstes mitteilt, welche bestimmte Band gemeint ist, bekommt von der Redaktion eine Tafel Ritter-Sport Olympia verabreicht. HH

Stokoe – The Experiment has been
a complete and utter failure
(CD, Flight 13)
Das Digipack aus dem Breisgau macht mich direkt wieder stutzig. Denn außer Leatherface kenne ich keine andere Band aus dem Beipackzettel: The Jones, Doctor Bison Broken Heart Orchestra. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich auch mit den allseits beleibten Leatherface nicht wirklich was anfangen kann. Wie dem auch sei, hier hat Dickie Hammond von den „Ledergesichtern“ die Finger im Spiel und singt dazu. Der Rest der Band komplettiert sich aus vorangegangenem Namedropping. Die Mucke geht auch in die Richtung des gleichnamigen Hauptdarstellers von „The Texas Chainsaw Massacre“. Musik für Fortgeschrittene. Bocky

Thee Flanders – Back from Hell
(CD, Halb 7 Records)
Nein, das ist kein neues Album der Horrorbillies, sondern nur eine EP. Dafür aber eine, die sich sehen lassen kann. Denn immerhin bringt man es auf 8 Songs. Textlich hält man sich nach wie vor in der Horrorabteilung auf und singt auch mal auf deutsch über das „Perverse Schwein 2005″. Bloß ist das deutsche Lied als Ausnahme nicht alleine. Track Nummer sieben ist ein cooler Hillbillysong. Dabei fiel mir direkt der irre Junge aus dem Film „Beim Sterben ist jeder der Erste“ ein. Wer den Film kennt, dem wird wohl ebenso wie mir gerade ein kalter Schauer über den Rücken jagen. Wo wir dann wieder beim Horror wären. Im Gesamten eine gute Scheibe zwischendurch und ich bin mal auf das angekündigte Album „Graverobbing“ gespannt. Bocky

The Termites – Overload
(CD, Cherry Red)
Wohl eher ein Geheimtipp dürfte dieses Album sein. Erstmals erschien es 1989 auf link Records. Auf dem Label hatte Frantic Flintstones Sänger Chuck seine eigene kleine Psychoreihe und haute das Teil auf den Markt, nachdem er es selbst gemischt hatte. Da damals, wie heute, derartige Projekte ziemlich kleine Auflagen hatten – 1000Stk. -, glaube ich kaum, dass es das Teil noch irgendwo gibt. Zudem erscheint es hier zum ersten Mal auf CD. Neben dem offiziellen Album bietet der tonträger auch noch sechs Bonustracks. Bocky

Throw Rag – 13 ft. and rising
(CD, Kung Fu)
13 Fuß müssten so knapp vier Meter sein, wenn ich nicht irre. Auf dem Cover ist eine Kirche, die so tief im Wasser steht. Ob die Band aus den Staaten damit die christliche Kirche an sich meint, oder die Bigotterie ihrer Regierung weiß ich nicht. Davon abgesehen muss man Kung Fu zusagen, dass sie nicht dumm sind. Denn eigentlich „gehören“ Throw Rag in den USA nicht ihnen sondern BYO und sie haben sich die Band für Europa lizenzieren lassen. Nicht dumm, wenn man sich die Scheibe genauer betrachtet. Produziert ist sie vom Motörhead-Producer Cameron Webb. Lemy himself ist nebenbei ebenso am Start, wie Jello Biafra und Keith Morris von Circle Jerks. Namedropping rules,
macht interessant und lässt sicherlich auch die Kasse klingeln. Fairerweise soll gesagt sein, die Band schafft es aber auch ohne diese Aushängeschilder. Zum Teil liegt das wohl an dem derzeit angesagtem Stilmix zwischen Punk und sehr viel Rock, aber auch der gewissen Eigenständigkeit, die die Band immerhin besitzt. Als Bonus für Europa gibt’s nen Livetrack – Rule Maker. Denn dann auch für den PC in Bildern, der ursprünglich zur Bandeigenen Live DVD gehört, die auch bei Kung Fu erschien. Eine vollgestopfte CD, die es lohnt mal angetestet zu werden, da wirklich einiges an Arbeit drin steckt. Bocky

Tossers – The Valley of the shadow of death
(CD, Victory)
Hier weitet sich beileibe nicht das Herz, sondern die Blutgefäße aufgrund des übermäßigen Whiskeygenusses. Denn bei den Tossers handelt es sich um US-amerikanische Iren, die keinen Hehl aus ihrer Herkunft machen. Vielmehr wollen sie uns alle daran teilhaben lassen mit gutem irischen Folk. Im Gegensatz zu bspw. Neck spielen bei ihnen Punkattitüden keine Rolle. Sie bleiben ihrem Stile treu, werden aber ähnlich wie die legendären Pogues wohl kaum vor Punks im Publikum gefeit sein. Wer also abends zu faul ist ins Irish Pub zu gehen, kommt an der CD nicht vorbei. Wer andererseits diese CD zum Anlass nehmen sollte bei sich zu hause ne Party zu feiern, sollte mir unbedingt bescheid geben. Cheers! Bocky

UEBERDOSIS GRAU – Naexter Schritt
(CD, Freibeuter)
Und ich dachte schon, eher stirbt der Papst. Jetzt endlich nach langem Warten nach dem bis dato ersten und letzten kleinen Tonträger aus dem Jahre 1999 haben es die drei Jungs aus Frankenthal geschafft die lange versprochene CD zu veröffentlichen. Und was soll ich sagen, das Warten hat sich mehr als gelohnt. Genialer Punkrock mit deutschen Texten weitab von Parolen, dafür umso tiefgründiger. Erinnert manchmal an Fliehende Stürme oder EA 80, wobei Ueberdosis Grau aber eigentlich keine Vergleiche nötig haben und inzwischen eine eigenständige Band sind. Früher haben die Jungs gerne Slime, Toxoplasma oder Ramones gecovert. Heute sind sie die musikalische Weiterführung, die vor Kraft, Energie und Wut nur so strotzt. Die aber auch ihre leiseren, aber genau so hasserfüllten Momente auf dieser CD findet und kein Blatt vor den Mund nimmt. „Naexter Schritt“ ist für mich eine der herausragenden Veröffentlichungen des Jahres 2005. 50 Minuten, spitzenmäßiges 20-seitiges Booklet inclusive. Ganz großes Lob für die Band und Kaufempfehlung für die Leser. Und der Papst ist mittlerweile ja auch tot. Obnoxious

SAMPLER – Alive on the Anti-Islands CD
(DSS Records)
Als erstes fällt mir hier das total misslungene Cover auf. Darauf abgebildet ist so eine Art Jesus, dem auf die Stirn das Wort „Euro“SKUNX“Euro“ draufgekritzelt wurde. Brauchen wir das wirklich? Ich sage Nein! Wen interessierts? Keinen! Also werd ich mal kurz noch sagen, dass auf diesem Sampler 19 Lieder sind von 18 verschiedenen Bands. Broilers sind nämlich mit zwei Liedern vertreten. Ansonsten hört ihr auf diesem Sampler Volxsturm, Verlorene Jungs, Riot Company, Gumbles, Stomper 98, Moiterei, Halunken und einige andere mehr … Wem es gefällt der soll sich die CD kaufen. Metulski

V.A. – An international Underground
Tribute To The Man In Black: Johnny Cash
(CD, Rebellion Records)
Lang lebe der Meinungspluralismus in der Redaktion!!!!! Bocky hat das Teil hier wohl ziemlich verrissen, und ich war auch eher skeptisch, denn nach meiner Zählung ist das der 5. Tribute-Sampler an Herrn Cash und irgendwann kann man, bei aller Liebe zu John R., keine schlechten Covers von „Ring Of Fire“ mehr hören!!!! Naja, ich hab mir das Teil eigentlich auch nur wegen des Auftretens von Gunter Gabriel, des einzig legitimen deutschen Country-Sängers, geschnappt und war angenehm überrascht!!! Jede Menge Perlen gibt’s zu entdecken, als klarer Punktsieger gehen „Floffgirl“ mit „Tennesse Flat Top Box“ durchs Ziel, leicht abgeschlagen, aber trotzdem immer noch besser als 90% der mir bekannten Cash-Cover, folgen Reno Divorce, 7er Jungs und Strongarm & The Bullies. Gross und wichtig, weil originell auch die eingedeutschten Versionen von Gunter „mit dem Hammer in der Hand“ Gabriel, der von Emscherkurve 77 kongenial begleitet wird und Springtoifel. Ach ja, Schatten gibt’s auch, so sollten Vortex vielleicht mal in ein gescheites Studio investieren und Razorblade ihren Sänger notschlachten lassen …. Trotzdem, wohl der beste Cash-Sampler, den ich kenne, wobei einige wohl wegen dem Label Bauchschmerzen haben werden. Kamerad Bocky, übernehmen Sie!!!!! AndiSocial
Als erstes ein kleiner Hinweis von dem Kollegen Andi Social. Laut ihm reicht es langsam an Tributes für Herrn Cash. Obwohl er ein großer Fan ist. Ich persönlich kenne mich mit dem alten Haudegen nicht wirklich gut aus, wollte aber trotzdem das Review schreiben. Gründe dafür gibt es zwei. Der erste ist, wie viel wissen eigentlich all die vermeintlich „Linken“ von dem Liedermacher aus den Staaten, außer dass er in den letzten Jahren zu einer Ikone der Alternativen aufgestiegen ist? Weiß man von seiner damaligen Wahlkampfunterstützung für Nixon? Oder von seinem extremen Glauben an das Christentum? Sollte man sich evtl. mal Gedanken drüber machen. Der zweite Grund weswegen ich dieses Review schreiben wollte, ist das Label auf dem die CD erscheint: Rebellion Records NL (und auch Deutschland). Wer in der Vergangenheit die Pogopresse-Homopage regelmäßig besucht hat, weiß was ich diesbezüglich im Discipline-Review schrieb. Für alle, die es nicht wissen: Auf dem Label erscheinen ein Haufen dubioser Bands (Discharger, Banner of Thugs, etc.), denen es nichts ausmacht in Belgiens Nazi-Spelunke No. 1 (de Kastelein) zu spielen.
So gesehen mögen die Songs musikalisch gut sein und Johnny Cash vielleicht doch ganz nett, ich weiß einfach zu wenig über den guten Mann. Aber ich weiß, ich will dieses Label auf gar keinen Fall mit einem Kauf dieser CD unterstützen. Außerdem frage ich mich, ob Bands wie Peter Pan Speedrock, oder mein Nachbar Olaf von Springtoifel eigentlich wissen, wofür sie ihr jeweiliges Lied hergaben. Bocky

V.A. – Der Stratege – Solidaritätssteuer
(CD, stratege-fanzine@gmx.de )
Es gibt Untergrundmusik und wenn das zu viele hören, gibt es im Untergrund noch einen Untergrund und jetzt sind wir dort angelangt, wo die Bands auf diesem Sampler anzusiedeln sind. D-Punk der besonderen Sorte, ehrlich, prollig, rotzig. Die Akteure: Lazer, Kommando Vollsaufen (sie bestehen auf dem Image, eine „Penner Rock“-Band zu sein), Superfreunde, Take Shit, Memphis Bitch, Los Vomitos, Hellwillies. Richard

V.A. – Dirty Faces Vol 1 ½ The EPs 2005
(CD, Dirty Faces)
Was etwas konzeptlos daherkommt stellt sich als Cheapo-CD-Compilation der Dirty Faces-Vinyl-Veröffentlichungen aus dem Jahr 2005 heraus. Als erstes hätten wir da die 7″ „The Kids Just Wanna Riot“, auf der die vier Bochumer Bands District, Die Kassierer, Revolvers und Punx Army jeweils einen Song abgeliefert haben und die vom Reggae-Punk, Schunkel-Punk über Glam-Punk und Streetpunk keine Wünsche offen lassen. Also gut. The Creeks aus Dresden sind mit ihrer Debüt-7″ „Aktion“ vertreten. Sie bieten vier Songs, die mich schwer an The Shocks und Terrorgruppe erinnern. Also auch gut. Zum Schluss gibt’s dann noch die fünf Songs von der einseitig bespielten Kamikatze-12″. Die drei Mädels aus Schweden machen Katzenmusik in Rotzlöffelmanier. Riot Girl-Punk wie er sein muss – schnell, dreckig und laut! Also sehr gut. Fassen wir zusammen: Eine etwas verwirrende Zusammenstellung, an der es aber nach mehrmaligem Hören rein gar nix auszusetzen gibt. Für Schnäppchenjäger sehr zu empfehlen. Obnoxious

V.A. – Our Small Tribute
To Blondie
(CD, Trash 2001)
So Tribute-Alben sind mir ja meist unsympathisch, weil die Songs grundsätzlich vergurkt werden. Hier reißen sich aber alle am Riemen und es gibt eigentlich keinen wirklichen Ausfall. Interessant sind bspw. die „Maria“-Version von Thee Flanders, da die ja ’ne Psychokapelle sind, oder Patti (Cut my Skin) „singt“ mit ihrer einzigartigen Stimme „Call Me“. Cool wie immer: Tornados mit „Heart Of Glass“. Mit dabei auch ’ne echte Blondie-Coverband aus Großbritannien namens Blondies. Wer also Tributes gegenüber eher skeptisch ist, sie aber nicht all zu ernst nimmt, sollte ruhig mal reinhören. Denn glücklicherweise hat man auf richtige Gurkentruppen verzichtet. Bocky

V.A. – Protect – A Benefit For National Association
To Protect Children
(CD, Fat Wreck)
Als einziger Familienvater in der Redaktion musste natürlich ich das Besprechen dieses Samplers, den ich durchweg für eine gute Sache halte, übernehmen. Namhafte Leute, die auch Verkaufszahlen bringen, wie NoFX, Matt Skiba von Alkaline Trio, Anti Flag u.a., haben hier ihren musikalischen Beitrag geleistet. 26 Titel, wovon sehr viele hier exklusiv veröffentlicht sind. Zielgruppe sind Skater und Leute die kalifornischen Melodicpunk mögen. Die Musik gefällt dir nicht? Du willst die CD nicht kaufen? Zur Strafe gehst du das nächste Mal auf das Fest des Kindergartens bei dir um die Ecke und kaufst für 5 Euro Tombola-Lose und setzt dich mit Kaffee und Kuchen zwischen die Rentner auf die Bierbank. Richard



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